Dresden

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Dresden war und ist die Hauptstadt Sachsens. Es liegt ca. 100 km südöstlich von Leipzig und ca. 80 km nordöstlich von Chemnitz. Dresden war im 19. Jahrhundert (vor Berlin) das Zentrum der deutschen Kolportageromanproduktion: von den dortigen 28 Verlagen wurden im Verlauf von 70 Jahren fast 600 Romantitel produziert. Das ist mehr als ein Drittel der Gesamtproduktion im Deutschen Reich. Bis 1910 wuchs die Einwohnerzahl auf etwa 550.000.

Karl May wohnte fast neun Jahre in Dresden (und über 23 Jahre in verschiedenen Vororten).

Stadtwappen
Ansicht von Dresden um 1850

Aufenthalte Mays in Dresden

1846

Chirurgisch-medizinische Akademie

In Dresden wurde May – nach eigenen Angaben – im Alter von vier Jahren operiert. Seine Mutter hatte vom 15. August 1845 bis zum 13. Februar 1846 einen Hebammenkurs an der Chirurgisch-medizinischen Akademie besucht und dort Kontakt zu den Professoren Grenser und Haase hergestellt, die den Jungen vermutlich in der ersten Maihälfte 1846 behandelten.

1864/65

Während seiner ersten Vagantenzeit war May zeitweise in der Nähe von Dresden (in Naußlitz, einem westlichen Vorort). Ihm wurde dort ein Verhaltschein ausgestellt. Es ist wahrscheinlich, dass er auch Dresden aufsuchte; zumindest fand sich in bei seiner Verhaftung in Leipzig (siehe Pelzdiebstahl 1865) auch eine in Dresden ausgestellte Quittung des Pfandleihers F. Hermann Bitterlich aus der Schössergasse.

1875-78

Anfang März 1875 zog Karl May als Jung-Redakteur für den Verlag H. G. Münchmeyer nach Dresden, wurde aber postwendend wieder zurückgeschickt (März bis August), da er noch unter Polizeiaufsicht stand. Dann hatte er die Behörden von seinem bürgerlichen Neuanfang überzeugt und durfte in der Residenz wohnen. Er bezog erst eine kleine Wohnung in der Nähe, später eine Wohnung im Hinterhaus des Verlags im Jagdweg. Nachdem er den Münchmeyer-Verlag verlassen hatte, holte er Emma nach Dresden, mit der er zeitweise getrennt, zeitweise gemeinsam lebte.

1878-83

Von 1878 bis 1883 waren sie höchstens besuchsweise in Dresden und hatten ihren eigentlichen Aufenthalt vorläufig wieder in Hohenstein und Ernstthal. 1882 reisten sie nach Dresden und trafen in dem Rengerschen Gartenrestaurant auf H. G. Münchmeyer, der Karl May zur Produktion eines Kolportageromans überredete.

Münchmeyer überredete die Mays auch dazu, wieder nach Dresden umzusiedeln.

1883-88

Das Japanische Palais beherbergte die Königliche öffentliche Bibliothek

Am 7. April zogen sie in eine Mietwohnung in der Sommerstraße 7, 1. Etage in Blasewitz, einem dörflichen Vorort von Dresden. (Das Haus in der heutigen Sebastian-Bach-Str. 22 ist der einzige erhaltene Dresdner Wohnsitz.) Teilweise aus finanziellen Gründen, teilweise um Ruhe zu finden, zog das Paar in den Folgejahren mehrfach um (von der Sommerstraße in die Prinzenstraße, von dort die Schnorrstraße). Die Dresdner Bibliotheken wurden von May rege genutzt. Am gesellschaftlichen Leben nahm das Ehepaar dagegen kaum teil, allerdings machten sie häufige Sonntagsausflüge in die nähere Umgebung.

1888 verließen sie Dresden endgültig und lebten erst in Kötzschenbroda und danach in Radebeul.

spätere Besuche

Ausstellungspalast der Großen Kunstausstellung 1904

Natürlich war Karl May von Kötzschenbroda bzw. Radebeul aus noch mehrfach in Dresden. Er nutzte die Fernbahnhöfe. Er suchte 1895 oder 1896 Oskar Max Fuchs in seiner Dresdner Werkstatt auf.

Seine große Orientreise 1899/1900 begann Karl May in Begleitung seiner ersten Frau Emma und dem Ehepaar Richard und Klara Plöhn am 26. März 1899 in Dresden. Tagebuchentrag:

Dresden früh 8.50 ab, Frankfurt abends 8.20 an (mit Emma und Klara)[1]

Ab 1903 besuchte er – gemeinsam mit Klara – verschiedene Theater- und Konzertaufführungen (Alberttheater und Königliches Opernhaus).

Er musste mehrfach das Königliche Landgericht und das Oberlandesgericht in Dresden betreten.

erhaltene May-Stätten in Dresden

  • Chirurgisch-medizinische Akademie
  • Verlag H. G. Münchmeyer
  • Hotel Trompeterschlößchen am Dippoldiswalder Platz - hier logierte May im Sommer 1882.
  • Rangersches Gartenrestaurant am Plauenschen Platz 1 (ab 1880 Café National) - hier traf May 1882 (zufällig) auf Heinrich Gotthold Münchmeyer, dessen "Stammkneipe" das Gartenrestaurant gewesen sein soll.
  • erhaltenes Wohnhaus (1883/84) in der Sebastian-Bach-Str. 22
  • Königliches Landgericht

Rezeption

Allgemeines

  1. Lothar und Bernhard Schmid (Hrsg.): In fernen Zonen - Karl Mays Weltreisen. Gesammelte Werke Bd. 82, Karl-May-Verlag, Bamberg-Radebeul 1999, ISBN 3-7802-0082-1, S. 47.

Literatur

Weblinks