Sarona

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Sarona, auch Scharon-Ebene (hebräisch: עמק שרון, Emek Scharon, eigentlich "Scharon-Tal"), ist eine Ebene an der israelischen Mittelmeerküste. In der älteren Literatur (vor 1948) überwiegt die Schreibung Saron, die von der Übertragung zunächst ins Griechische und dann ins Lateinische herrührt, die beide den "Sch"-Laut nicht kannten und mit den Buchstaben "Sigma (Σ)" (griechisch) bzw. "S" (lateinisch) wiedergaben.

Allgemeines

In Nord-Süd-Richtung erstreckt sich die Ebene von den südlichen Ausläufern des Karmelgebirges über 50 km entlang des Mittelmeers bis zum Fluss Jarkon. Mit einer durchschnittlichen Breite von 15 km reicht es im Osten bis an die Berge von Samaria. Die größten Orte sind Chadera, Netanja, Herzlia, Petach Tikwa und Jaffa (Tel Aviv).
Die "Rose von Saron"

Durch Sanddünen an der Küste versumpft die Ebene leicht, war aber in früheren Jahrhunderten aufgrund von Entwässerung dennoch besiedelt. In der Bibel werden die fruchtbare Ebene und die Rose von Saron gepriesen, wahrscheinlich die Dünen-Trichternarzisse. In den letzten Jahrhunderten war die Ebene wegen der verfallenden Abzugsgräben von Sümpfen durchzogen, die Malaria deswegen weit verbreitet. Entsprechend dünn war das Gebiet besiedelt und wurde eher zur Weidewirtschaft genutzt. Mit Beginn der Einwanderung entstanden neue Siedlungen und wurden Grund und Boden verstärkt landwirtschaftlich nutzbar gemacht. 1852 kamen Kolonisten aus Westpreußen und dem Bergischen Land, 1866 aus Maine (USA), schließlich 1869 württembergische Templer (eine christliche Gemeinschaft). Die jüdische Einwanderung begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Heute ist die Scharonebene das am dichtesten besiedelte Gebiet Israels. Sie wird intensiv landwirtschaftlich genutzt; die in diesem Gebiet kultivierte Scharon-Frucht wurde nach der Ebene benannt.

bei Karl May

Sarona
im Werk Karl Mays
Weltkarte1911.jpg

Reisetagebücher

Während seiner Orientreise reitet Karl May mit seinem Diener Sejd Hassan am 24. Juli 1899 von Haifa durch die Saron-Ebene zu seinem nächsten Ziel Jaffa. Zitat aus einem Brief vom 27. Juli an die Familie Richard und Klara Plöhn:

Am Tage gute Pferde, aber Sonnenbrand, untrinkbare Quellen unterwegs und so armseliger Steinweg, daß man jeden Schritt des Pferdes in den Knochen fühlte...[1]

Am 25. Juli nächtigt er in einem Hotel in Santorin (=Sarona), das er im genannten Brief als schmutzig, mit schlechtem Essen und untrinkbaren Kaffe kritisiert.

...trotzdem kostete mein Loch 6 Franks und der Kaffee 2 Franks...[2]

Am 26. Juli reist er von Sarona nach Jaffa weiter, wo er im Hotel Jerusalem einkehrt. Briefzitat:

Also zwei Nächte weder gegessen noch geschlafen...[3]

Während der zweiten Reise, diesmal gemeinsam mit seiner Gattin Emma und dem Ehepaar Plöhn besucht die Gruppe am 2. Mai 1900 eine deutsche Templerkolonie (s.o.) in Sarona. Klara Plöhn fotografiert die Familien Lippmann und Weiss. Ihre Notiz auf der Foto-Rückseite:

"Alle Kinder sind dort geboren; die mit hinübergenommen wurden, starben alle. (Fiebergegend)."[4]

Anmerkungen

  1. Lothar und Bernhard Schmid (Hrsg.): In fernen Zonen - Karl Mays Weltreisen. Gesammelte Werke Bd. 82, Karl-May-Verlag, Bamberg-Radebeul 1999, ISBN 3-7802-0082-1, S. 93.
  2. In fernen Zonen, S. 94.
  3. In fernen Zonen, S. 94.
  4. In fernen Zonen, S. 151.

Literatur

Weblinks