Zwickau

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Großes Stadtwappen

Zwickau ist der ehemalige Sitz des Regierungsbezirkes Südwestsachsen, heute das Oberzentrum im südwestlichen Wirtschaftsraum des Freistaates Sachsen. Als Sitz des Landkreises Zwickau hat die Stadt ein Einzugsgebiet von ca. 480.000 Menschen und ist ein wichtiger Teil der mitteldeutschen Metropolregion Sachsendreieck. Zwickau liegt etwa 35 Kilometer von Chemnitz entfernt und fünf Stunden Fußmarsch von Hohenstein-Ernstthal.

Karl May und Zwickau

im Leben

Karl May erzählt, dass er als Knabe – angeregt durch Räuberromane aus der Leihbücherei – nach Spanien wandern wollte, um für seine Familie Hilfe bei den edelmütigen Briganten zu holen.

Als Vater nach Hause gekommen und dann eingeschlafen war, stieg ich aus dem Bett schlich mich aus der Kammer und zog mich an. Dann schrieb ich einen Zettel: "Ihr sollt euch nicht die Hände blutig arbeiten; ich gehe nach Spanien; ich hole Hilfe!" Diesen Zettel legte ich auf den Tisch, steckte ein Stückchen trockenes Brot in die Tasche, dazu einige Groschen von meinem Kegelgeld, stieg die Treppe hinab, öffnete die Tür, atmete da noch einmal tief und schluchzend auf, aber leise, leise, damit ja niemand es höre, und ging dann gedämpften Schrittes den Marktplatz hinab und die Niedergasse hinaus, den Lungwitzer Weg, der über Lichtenstein nach Zwickau führte, nach Spanien zu, nach Spanien, dem Lande der edlen Räuber, der Helfer aus der Not. – – – [...] Meine Reise nach Spanien dauerte nur einen Tag. In der Gegend von Zwickau wohnten Verwandte von uns. Bei ihnen kehrte ich ein. Sie nahmen mich freundlich auf und veranlaßten mich, zu bleiben. Inzwischen hatte man daheim meinen Zettel gefunden und gelesen. Vater wußte, nach welcher Richtung hin Spanien liegt. Er dachte sofort an die erwähnten Verwandten und machte sich in der Ueberzeugung, mich sicher dort anzutreffen, sofort auf den Weg. Als er kam, saßen wir rund um den Tisch, und ich erzählte in aller Herzensaufrichtigkeit, wohin ich wollte, zu wem und auch warum.[1]
Ansichtskarte von Schloss Osterstein (1912)

Welche Art Verwandtschaft das war, konnte bisher noch nicht geklärt werden; aber vermutlich kannte der etwa 13-Jährige den Weg, war also bereits früher schon wenigstens einmal dort gewesen.

Im Zwickauer Arbeitshaus Schloss Osterstein verbüßte Karl May ab Juni 1865 eine Haftstrafe.

im Werk

Zwickau wird vermutlich im Roman Die Juweleninsel gespiegelt, wo der Fischer Heinrich Hartig seine Ankunft in Schloß Hochberg, einem Gefängnis, schildert.

Anmerkungen

  1. Karl May: Mein Leben und Streben. Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld, Freiburg 1910, III. Kapitel, S. 79.

Literatur

Weblinks