Orientreise

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Karl Mays Orientreise 1899/1900 dauerte anderthalb Jahre und stellt einen Wendepunkt in seinem Leben dar.

Kurzfassung

Mays Reise beginnt im März 1899 und führt zunächst durch Ägypten, den Libanon und Palästina wieder nach Ägypten, dann in den Jemen, über Eritrea und den Indischen Ozean nach Ceylon. Von dort aus geht es weiter nach Malaysia, Sumatra und zurück über den Indischen Ozean und das Rote Meer nach Port Said in Ägypten. Dann führt ihn sein Reiseweg nach Marseille und von dort aus über Nizza nach Arenzano, wo er Weihnachten 1899 wieder mit Emma und den Plöhns zusammentrifft. Gemeinsam reist man nun erst durch Italien und dann von Neapel aus mit der "Hamburg" wieder nach Ägypten. Die weitere Reise der beiden Paare geht nun durch Ägypten nach Israel, von dort aus in den Libanon, nach Syrien und über den Libanon wieder zurück ans Mittelmeer. Dann reisen sie über Griechenland in die Türkei und wieder über Griechenland durch Italien zurück nach Radebeul, wo sie im Juli 1900 wieder eintreffen.

Stationen

Prolog

Reisepass

Am 24. März 1899 erhält May auf der Königlichen Amtshauptmannschaft seinen Reisepass. Zwei Tage später, am 26. März, bricht er – im Alter von 57 Jahren – zu seiner ersten und einzigen Orientreise auf. 50.000 Mark sind dafür reserviert und mehrere Monate Dauer eingeplant.

Nach einem Abstecher zu seinem Verleger Fehsenfeld in Freiburg startet er in Begleitung seiner Frau Emma und des befreundeten Ehepaares Plöhn am 31. März über Lugano nach Genua.

Lloyddampfer Preussen

Hier besteigt er am 4. April den Dampfer "Preussen" und fährt mit ihm über Rom und Neapel nach Messina. Bald darauf betritt er in Port Said erstmals außereuropäischen Boden. Ehefrau Emma und die Plöhns reisen währenddessen über Umwege (Paris, Deidesheim, ...) wieder zurück nach Radebeul.

erster Teil

Am 23. Mai wirbt er in Kairo den arabischen Diener Sejd Hassan an und nennt ihn Sejjid Omar. Mit ihm reist er über Siut nach Assuan (6. Juni).

In Beirut bleibt er bis Anfang Juli in Quarantäne.

Am 17. Juli erreicht er Palästina und besucht Haifa, Nazareth, Jaffa und Jerusalem. Dort bleibt er drei Wochen.

Von Suez aus reist May am 11. September nach Aden (15.20. September) und Massaua in Eritrea (22.-25. September). Von Aden aus fährt er am 29. September mit der "Bayern" nach Colombo auf Ceylon, wo er am 6. Oktober eintrifft. Er bleibt drei Wochen und fährt am 28. Oktober mit der "Vindobona" nach Penang (Malakka), das er am 2. November erreicht. Mit der "Coen" fährt er weiter nach Padang auf Sumatra. Hier erleidet er – möglicherweise – einen Nervenzusammenbruch[1]. Erst am 24. November reist er wieder ab und trifft am 11. Dezember in Port Said ein.

Er holt in Italien seine Frau und das Ehepaar Plöhn ab. Da sich sowohl Richard Plöhn als auch Emma unwohl fühlen, wird in Arenzano überwintert und die Reise erst im nächsten Frühjahr fortgesetzt.

zweiter Teil

Vom 9. bis zum 27. April 1900 sind sie zu viert in Kairo und besichtigen u. a. die Pyramiden von Gizeh. Anschließend reisen die Paare nach Palästina und besuchen Jaffa, Jerusalem, Hebron, Jericho, Tiberias und Haifa. Von dort aus geht es am 28. Mai nach Beirut (Baalbek und Damaskus).

Am 17. Juni wird Sejjid Omar entlassen und einen Tag später reisen die vier nach Istanbul, wo sie zwei Wochen bleiben. Dort kommt es zu einem weiteren Zusammenbruch Karl Mays[2].

Epilog

An Bord der "Aurora" reisen sie am 7. Juli nach Athen, von dort aus über Korinth, Patras, Korfu, Brindisi und Bologna nach Venedig (Ankunft am 21. Juli). Am 25. Juli von Venedig nach Verona, von dort aus nach Bozen.

Nach einem kleinen Aufenthalt in München treffen sie am 31. Juli wieder in Radebeul ein.

Ergebnisse

Auf der Orientreise entstehen Teile des Gedichtzyklus Eine Pilgerreise in das Morgenland.

Der später entstandene Band Und Friede auf Erden! und die Erzählung Schamah reflektieren ebenfalls Eindrücke dieser Reise.

Sonstiges

Die Orientreise ist durch Karl Mays eigene Reisetagebücher (Abschriften Klara Mays), Briefe und Postkarten sowie zahlreiche Fotos des zweiten Teils der Reise gut dokumentiert.

Anmerkungen

  1. Laut späterer Aussagen von Klara May, vgl. In fernen Zonen, S. 42.
  2. Ebenfalls nur durch Klara May überliefert.

Literatur

Weblinks