Ancona

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Ancona ist eine Hafenstadt mit 102.997 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2010) an der italienischen Adriaküste. Es ist Hauptstadt der Region Marken und der Provinz Ancona. Der Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet Ellbogen.

Geschichte

Ancona wurde im Jahre 387 v. u. Z. von griechischen Kolonisten aus Syrakus gegründet, die vor der Tyrannei von Dionysios I. von Syrakus geflüchtet waren.

Wann Ancona zu einer römischen Kolonie wurde, ist umstritten. Der Hafen wurde im dritten illyrischen Krieg (178 v. u. Z.) besetzt. Julius Caesar eroberte es kurz nach der Überquerung des Rubikon. Der Hafen war stets von großer Bedeutung, denn er stellte die kürzeste Seeverbindung nach Dalmatien dar.

Nach dem Untergang des Römischen Reiches wurde Ancona von den Goten, Langobarden und Sarazenen erobert und geplündert. Es erlangte jedoch schon bald seine frühere Macht und Bedeutung zurück. Ancona gehörte zum Städtebund der Pentapolis unter der Führung Ravennas. Sie wurden zu einer autonomen Republik unter dem Protektorat des Papstes, bis Gonzaga Ancona für Papst Clemens VII. 1532 in Besitz nahm.

1553 gewährte Papst Julius III. einer Gruppe von 100 Marranen, die vor der spanischen Inquisition geflüchtet waren, Zuflucht in Ancona. Ein Jahr später dehnte er das Zuzugsrecht auf alle Juden aus gegen die Zahlung von 1.000 Golddukaten jährlich. Die Juden durften unter Julius' Regierung unbehelligt ihre Religion ausüben und eine Synagoge bauen. Die tolerante Haltung der Kurie gegenüber Anconas Juden endete abrupt mit der Thronbesteigung Kardinal Giovanni Caraffas als Papst Paul IV. Caraffa führte am 17. Juli 1555 für Juden die Pflicht ein, in Ghettos zu leben. Wenige Tage danach wurde in Ancona die gesamte jüdische Gemeinde unter Arrest gestellt; 24 Marranen, also zwangsbekehrte Juden, wurden verbrannt.

Von 1797 (Republik Ancona) bis 1814 (Königreich Italien) und erneut von 1832 bis 1838 geriet Ancona unter französische Besatzung. Von da an war es eine bedeutende Festungsstadt.

Im Ersten Weltkrieg kam es zum Angriff auf Ancona. In diesem Rahmen wurden ab dem 23. Mai 1915 von der k.u.k. Kriegsmarine der Hafen von Ancona und weitere Ziele in der Region angegriffen.

Ancona
im Werk Karl Mays
Weltkarte1911.jpg

Reisetagebücher

Karl May in Ancona

Auf der Rückkehr von seiner großen Orientreise 1899/1900 kamen Karl und Emma May, Richard und Klara Plöhn am Abend des 19. Juli 1900 mit der Eisenbahn aus Brindisi (Abfahrt: 7 Uhr morgens) in Ancona an und übernachteten dort im Hotel Milano. In seinem Reisetagebuch vermerkte Karl May dazu:

Im Hôtel Milano fanden wir gute Unterkunft und noch bessere Küche und Weine.

Am nächsten Tag fuhren sie weiter nach Bologna.[1]

Anmerkungen

  1. Dieter Sudhoff/Hans-Dieter Steinmetz: Karl-May-Chronik II. Sonderband zu den Gesammelten Werken. Karl-May-Verlag BambergRadebeul 2005. ISBN 978-3-7802-0170-6, S. 391.

Weblinks