Beirut

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Beirut
Beirut
im Werk Karl Mays
Weltkarte1911.jpg

Reisetagebücher
nur erwähnt in:
Durch die Wüste
Von Bagdad nach Stambul
Im Lande des Mahdi I
Im Reiche des silbernen Löwen I
Im Reiche des silbernen Löwen IV

Beirut, arabisch Bairūt, ist die Hauptstadt des Libanon und liegt an der Levanteküste am östlichen Mittelmeer.

Beirut ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Region mit vielen Verlagen und Universitäten, unter anderem der Amerikanischen Universität Beirut.

Geschichte

Die älteste Erwähnung der Stadt datiert auf die Mitte des 2. Jahrtausends vor Christus. Die Stadt war bereits unter den Phöniziern ein bedeutender Stadtstaat, ihr antiker phönizischer Name lautet Be'erot ("Brunnen"). Die Griechen nannten die Stadt Berytos. Die römische Herrschaft begann im Jahre 64 v. Chr. Die Rechtsschule von Beirut war bis ins 6. Jahrhundert angesehen und bedeutend. Mindestens bis ins späte 4. Jahrhundert war die dominierende Sprache in der Stadt Latein. Als im Jahre 551 ein Erdbeben und eine nachfolgende Flutwelle die Stadt stark zerstörten, gingen Glanz und Wohlstand der antiken Stadt verloren. Im Jahre 635 wurde die Stadt von den Arabern erobert. Die Araber nannten die immer noch stark zerstörte Stadt Bayrut. Die Siedlung wurde wieder aufgebaut und der Handel begann erneut zu florieren. Ab 1516 gehörte Beirut zum Osmanischen Reich. Mit dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches nach dem 1. Weltkrieg kam die Stadt als Teil eines Völkerbundmandats an Frankreich. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Beirut Hauptstadt des nun unabhängigen Libanon.

Karl May und Beirut

Hotel "Deutscher Hof"

in Mays Leben

Während seiner großen Orientreise 1899/1900 besucht Karl May auch Beirut. Er erreicht die Stadt am 26. Juni 1899 um 17.00 Uhr auf dem Schiff "Scherkije" und muss wegen der Quarantänebestimmungen noch bis zum 8. Juli in der Quarantänestation bleiben. Danach wohnt er im "Hotel Allemand"/"Deutscher Hof" und macht von dort aus Ausflüge in die Umgebung, z. B. nach Brumana. Am 17. Juli setzt er seine Reise fort und reist mit der "Venus" weiter nach Haifa.

Am 28. Mai 1900 trifft er zusammen mit seiner Frau Emma und dem Ehepaar Plöhn auf dem Dampfer Hungaria wieder in Beirut ein. Man macht gemeinsam teilweise mehrtägige Ausflüge in die Umgebung (Muallaka, Baalbek, Damaskus) und lernt den Berliner Theologen Dr. Bruno Violet sowie die beiden Globetrotter Gustav Kögel und Willy Schwiegershausen kennen. Das Zusammentreffen mit Gustav Kögel wurde von May in einem Gedicht festgehalten, das er dem Globetrotter in sein Reisebuch schrieb:

Geh hin; fahr hin, und sieh die Welt.gif

Geh hin; fahr hin, und sieh die Welt,
Die schöne, herrliche, und lerne.
Schau auf zu dem, der fest sie hält
Am Himmel seiner lichten Sterne.

Sieh dir der Menschheit Völker an,
Ihr Hoffen, Wünschen, Dichten, Trachten,
Und hast du es gesehn, sodann
Sag mir, ob sie es richtig machten.

Du wirst dann meiner Meinung sein
Und ihr auch deine Worte leihen:
»Die Welt ist groß, der Mensch so klein;
Gott hat ihm viel, viel zu verzeihen!«
Berut,
d. 15./6.00                     Karl May


Einen Tag vor der endgültigen Abreise am 18. Juni gen Tripolis und Zypern nimmt May Abschied von seinem Diener Sejd Hassan, der ihn während der gesamten Orientreise begleitete.

in Mays Werk

Beirut ist kein Handlungsort Mayscher Werke, wird aber mehrfach erwähnt:

In Durch die Wüste berichtet Ifra in einer Variante der Geschichte, wie er um seine Nase kam, von Beirut.

Zahlreiche Erwähnung findet die Stadt in Von Bagdad nach Stambul. Hier gibt der verfolgte Verbrecher Abrahim-Mamur Beirut als sein Ziel an, wohin er wegen eines Olivenölgeschäftes will.

Im ersten Band der Mahdi-Trilogie ist von seidenen Kaffijen (Kopftüchern) die Rede, die aus Zuk oder Beirut stammen.

In der Tetralogie Im Reiche des silbernen Löwen ist zunächst im ersten Band Beirut ein Gesprächsthema. Es ist gewissermaßen der Handlungsort der Erzählung Dozorcas.

Im vierten "Silberlöwen"-Band erinnert sich der (inzwischen tatsächlich dort gewesene) Ich-Erzähler an orientalische Nächte:

Ich kann sagen, daß ich meine glücklichsten, geistig belebtesten und fruchtbarsten Zeiten auf den platten Dächern des Morgenlandes verlebt habe. Wer des Nachts unter funkelndem Sternenhimmel von den Dächern Siuts hinauf nach der Höhe des Stabl Antar, von Jerusalem hinüber nach Mar Eljas, von Tiberias über den Genezareth, vom herrlichen Brummana des Libanon hinunter auf die Lichter und den Hafen von Berut geschaut hat, dem werden diese Stunden lebenslang im Gedächtnisse bleiben.[1]

Anmerkungen

  1. Karl May: Im Reiche des silbernen Löwen IV. In: Karl Mays Werke, S. 65672 f. (vgl. KMW-V.4, S. 7).

Literatur

Weblinks

  • Der ausführliche Eintrag in der großen Wikipedia.