Winnetou

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Werke mit
Winnetou
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Winnetou I
Winnetou II
Winnetou III
Old Surehand I
Old Surehand II
Old Surehand III
Satan und Ischariot I
Satan und Ischariot II
Satan und Ischariot III
"Weihnacht!"
Winnetou IV
Inn-nu-woh, der Indianerhäuptling
Old Firehand
Die Both Shatters
Auf der See gefangen
Winnetou
Im fernen Westen
Deadly dust
Im "wilden Westen" Nordamerika's
Ein Oelbrand
Unter der Windhose
Der Sohn des Bärenjägers
Der Geist des Llano estakado
Der Scout
Der Schatz im Silbersee
Der Ölprinz
Christ ist erstanden!
Old Cursing-Dry
Der schwarze Mustang
Ein Blizzard
Mutterliebe

Winnetou (* 1840; † 1874; laut Karl May indianisch: Brennendes Wasser[1]; Aussprache: "Sein Name wird ausgesprochen Winneto-u, das o-u sehr schnell hintereinander als Diphtong."[2]) ist eine berühmte Gestalt aus der gleichnamigen Romantrilogie (plus Zusatzband) und anderen Werken von Karl May, die im Wilden Westen spielen.

Bei dieser Figur handelt es sich um einen fiktiven Häuptling der Mescalero-Apachen. Er ist der Blutsbruder Old Shatterhands.

literarischer Werdegang[Bearbeiten]

Winnetou – früheste Darstellung (1879)

In der Erzählung Inn-nu-woh, der Indianerhäuptling von 1875 trifft der Ich-Erzähler auf den berühmten Indianerhäuptling Inn-nu-woh, sie reisen gemeinsam auf dem Mississippi. Angesichts der Gefahr ist die Aktion dem Indianer überlassen. (Die Geschichte wird mit leicht geänderter Rollenaufteilung in Der Schatz im Silbersee wieder aufgenommen werden, mit Nintropan-homosch und Old Firehand als aktiven Protagonisten.) Dennoch wird May später behaupten, mit "Inn-nu-woh" zum ersten Mal seinen berühmten Indianerhäuptling Winnetou, freilich in einem andern Dialekt, genannt zu haben.

Im selben Jahr 1875, in der Erzählung Old Firehand, trifft der Ich-Erzähler auf den ihm bereits bekannten Winnetou. Gemeinsam verhindern sie einen Überfall auf einen Zug. Winnetou ist hier noch bedeutend älter als der Ich-Erzähler, hat er doch mit dem auch nicht mehr ganz jungen Old Firehand um die Gunst von Ribanna rivalisiert und letztlich verloren. Dieser Winnetou hier skalpiert seine Feinde noch gewissenlos; von einer zu Ende gerauchten Zigarre isst er den Stummel. Bei der Einarbeitung der Erzählung in Winnetou II wurden diese Züge geglättet oder eliminiert; da dieser Winnetou aber nun in etwa das Alter des Ich-Erzählers Old Shatterhand hat, steht der Leser vor dem Problem, dass Winnetou sehr, sehr jung gewesen sein muss, als er um Ribanna buhlte.[3]

1882 stirbt Winnetou in der Erzählung Im "wilden Westen" Nordamerika's (siehe auch Winnetous Tod).

Danach schreibt May eine Zeit lang keine Indianererzählung mehr. Erst 1886 wird Winnetou wieder erwähnt (Unter der Windhose). Ein Jahr später, 1887, beginnt Der Sohn des Bärenjägers im "Guten Kameraden" und Winnetou wird zu der populären Heldenfigur. 1888 zieht May im "Deutschen Hausschatz" nach und veröffentlicht dort Der Scout.

Biografie[Bearbeiten]

Von Winnetous Kindheit und Jugend ist nichts bekannt. Winnetou lebt mit seinem Vater Intschu tschuna, dem Häuptling der Mescalero-Apachen, und seiner (jüngeren) Schwester Nscho-tschi in einem Pueblo am Rio Pecos. Eine Mutter oder weitere Verwandte werden nicht erwähnt.[4]

Als er Charley/Old Shatterhand kennenlernt, ist er etwa im gleichen Alter wie dieser; allerdings bereits voller Krieger. Er wird Blutsbruder Old Shatterhands. Nach dem Tod seines Vaters übernimmt er sofort den Posten des Häuptlings der Mescaleros. Später wird gesagt, er würde von allen Apachenstämmen als Häuptling anerkannt werden.

Auf dem Sterbebett konvertiert er zum Christentum (siehe Nottaufe). Der Name seiner Mutter lautet nach Reinhard Marheinecke Itisha.

Persönlichkeit[Bearbeiten]

Winnetou machte von den ersten Auftritten bis zum Spätwerk einen großen Wandel durch. Während er anfangs noch ein älterer Wilder war, der seine Feinde skalpierte und auch mal einen Zigarrenstummel aß, wurde er immer mehr idealisiert, bis er schließlich zur Symbolfigur des "edlen Wilden" wurde, der allein schon moralisch allen Weißen EIGENTLICH überlegen ist.

Der typische Winnetou der Reise- und Jugenderzählungen ist sehr sauber und ordentlich, aber nicht auffällig, nach indianischer Weise, gekleidet. Er trägt keine Rangabzeichen als Häuptling, insbesondere keine Adlerfedern. Ebenso verzichtet er in der Regel auf Skalps als Trophäen von Feindberührungen (lediglich einmal – in Winnetou II – skalpiert er einen vermeintlich Getöteten; die meisten Grausamkeiten gehen jedoch auf das Wiederverwerten älterer Texte zurück), nicht jedoch auf Jagdtrophäen, da er eine Kette mit Bärenkrallen und -zähnen trägt.

Winnetou ist von Grund auf tapfer, ehrlich und gerecht. Den weitgehenden Verzicht sowohl auf Rache als auch auf das Töten von Feinden hat er jedoch von Old Shatterhand übernommen. Nachdem er während ihrer ersten Gespräche als "Blutsbrüder" Old Shatterhand bittet, ihn nie bekehren zu wollen (Winnetou I), fragt er auf Grund einer Todesahnung schließlich doch nach (Winnetou III) und nennt er sich sterbend einen Christ. Er soll auch in seinem Haus bei Tatellah-Satah oft gebetet haben, wie später (Winnetou IV) Intschu-inta, "Winnetous Liebling", Old Shatterhand erzählt.

Winnetou ist ein perfekter Reiter und Schütze. Außerdem ist er auch in allen anderen indianischen Waffen und Kampftechniken bestens geübt. Er beherrscht neben Apache auch mehrere andere Indianersprachen sowie Englisch und Spanisch. Grundkenntnisse weist er in Französisch und Deutsch auf. Er kann lesen und schreiben. Er besuchte Old Shatterhand in Dresden und begleitete diesen nach Nordafrika (Satan und Ischariot-Trilogie). Beim Besuch in Dresden lacht er laut los, als er seinen Freund Scharlih in seiner europäischen Kleidung sieht – ebenso wie dieser angesichts der Verkleidung Winnetous. Das ist das einzige Mal, dass mehr als nur ein Lächeln bei ihm erwähnt wird.

Winnetou nennt Gefährten von Old Shatterhand bzw. andere "gute" Westmänner gerne "Bruder", sondert sich in der Gruppe aber von diesen ab und lässt gelegentlich seine oder Old Shatterhands Überlegenheit gegenüber ihnen durchblicken. Hier ist Old Shatterhand Vermittler zwischen seinen weißen Begleitern und Winnetou. Winnetou ist nie länger ohne Old Shatterhand mit anderen weißen Westmännern "zweiten Ranges" zusammen. Wohl aber mit Old Firehand (Der Schatz im Silbersee), der jedoch klar zur "ersten Kategorie" zählt.

Siehe auch Was wir von Winnetou wissen...

Erscheinungsbild[Bearbeiten]

Büste im Karl-May-Haus

Beschreibung Winnetous bei seinem ersten "Auftritt" bei Karl May überhaupt:

Er schien im Anfange der fünfziger Jahre zu stehen; seine nicht zu hohe Gestalt war von ungewöhnlich kräftigem und gedrungenem Bau, und insbesondere zeigte die Brust eine Breite, die einen hoch aufgeschossenen und langhalsigen Yankee in die respectvollste Bewunderung zu setzen vermochte. Der Aufenthalt im civilisirten Osten hatte ihn genöthigt, eine dort weniger auffällige Kleidung anzulegen, aber das dichte, dunkle Haar hing ihm in langen, schlichten Strähnen bis weit über die Schultern herab, im Gürtel trug er ein Bowiemesser nebst Kugel= und Pulverbeutel, und aus dem Regentuche, welches er malerisch um die Achsel geschlungen hatte, sah der verrostete Lauf einer Büchse hervor, die vielleicht schon manchem »Westmanne« das letzte Valet gegeben hatte. (K. May, Winnetou, 1878)

Bei seinem – innerhalb der May-Chronologie – ersten Auftreten wird Winnetou so beschrieben:

... war genau so gekleidet wie sein Vater, nur daß sein Anzug zierlicher gefertigt worden war. Seine Mokassins waren mit Stachelschweinsborsten und die Nähte seiner Leggins und des Jagdrockes mit feinen, roten Nähten geschmückt. Auch er trug den Medizinbeutel am Halse und das Kalumet dazu. Seine Bewaffnung bestand wie bei seinem Vater aus einem Messer und einem Doppelgewehre. Auch er trug den Kopf unbedeckt und hatte das Haar zu einem Schopfe aufgewunden, aber ohne es mit einer Feder zu schmücken. Es war so lang, daß es dann noch reich und schwer auf den Rücken niederfiel. Gewiß hätte ihn manche Dame um dieses herrliche, blauschimmernde Haar beneidet. Sein Gesicht war fast noch edler als dasjenige seines Vaters und die Farbe desselben ein mattes Hellbraun mit einem leisen Bronzehauch. Er stand, wie ich jetzt erriet und später dann erfuhr, mit mir in gleichem Alter und machte gleich heut, wo ich ihn zum erstenmal erblickte, einen tiefen Eindruck auf mich. Ich fühlte, daß er ein guter Mensch sei und außerordentliche Begabung besitzen müsse. Wir betrachteten einander mit einem langen, forschenden Blicke, und dann glaubte ich, zu bemerken, daß in seinem ernsten, dunklen Auge, welches einen sammetartigen Glanz besaß, für einen kurzen Augenblick ein freundliches Licht aufglänzte, wie ein Gruß, den die Sonne durch eine Wolkenöffnung auf die Erde sendet. (K. May, Winnetou I)
Winnetou von Claus Bergen
Winnetou-Büste von Selmar Werner

In "Weihnacht!" war die Beschreibung schon viel verklärter:

Er trug, wie auch ich stets, wenn ich mich im Westen befand, einen aus Elkleder gefertigten Jagdanzug von indianischem Schnitt, an den Füßen leichte Mokassins, welche mit Stachelschweinsborsten und selten geformten Nuggets geschmückt waren. Eine Kopfbedeckung gab es bei ihm nicht. Sein reiches, dichtes, bläulich schwarzes Haar war auf dem Kopfe zu einem hohen, helmartigen Schopf geordnet und fiel von da aus, wenn er im Sattel saß, wie eine Mähne oder ein dichter Schleier fast bis auf den Rücken des Pferdes herab. Keine Adlerfeder schmückte diese indianische Frisur. Er trug dieses Abzeichen der Häuptlinge nie; es war ihm ohnedies auf den ersten Blick anzusehen, daß er kein gewöhnlicher Krieger sei. Ich habe ihn mitten unter Häuptlingen gesehen, welche alle mit den Federn des Kriegsadlers geschmückt waren und sich auch sonst mit allen möglichen Trophäen behangen hatten; seine königliche Haltung, sein freier, ungezwungener, elastischer und doch so stolzer Gang zeichneten ihn doch als den edelsten von allen aus. Wer auch nur einen einzigen Blick auf ihn richtete, der sah sofort, daß er es mit einem bedeutenden Manne zu thun hatte. Um den Hals trug er die wertvolle Friedenspfeife, den Medizinbeutel und eine dreifache Kette von Krallen der Grizzlybären, welche er mit Lebensgefahr selbst erlegt hatte. Der Schnitt seines ernsten, männlich schönen Angesichtes, dessen Backenknochen kaum merklich vorstanden, war fast römisch zu nennen, und die Farbe seiner Haut war ein mattes Hellbraun, mit einem leisen Bronzehauch übergossen.
Winnetou-Lesezeichen
Einen Bart trug er nicht; in dieser Beziehung war er ganz Indianer. Darum war der sanfte, liebreich milde und doch so energische Schwung seiner Lippen stets zu sehen, dieser halbvollen, ich möchte sagen, küßlichen Lippen, welche der süßesten Schmeicheltöne ebenso wie der furchterweckendsten Donnerlaute, der erquickendsten Anerkennung gleich so wie der schneidendsten Ironie fähig waren. Seine Stimme besaß, wenn er freundlich sprach, einen unvergleichlich ansprechenden, anlockenden gutturalen Timbre, den ich bei keinem andern Menschen gefunden habe und welcher nur mit dem liebevollen, leisen, vor Zärtlichkeit vergehenden Glucksen einer Henne, die ihre Küchlein unter sich versammelt hat, verglichen werden kann; im Zorne hatte sie die Kraft eines Hammers, welcher Eisen zerschlägt, und, wenn er wollte, eine Schärfe, welche wie zersetzende Säure auf den festesten Gegner wirkte. Wenn er, was aber sehr selten und dann nur bei hochwichtigen oder feierlichen Veranlassungen geschah, eine Rede hielt, so standen ihm alle möglichen Mittel der Rhetorik zur Verfügung. Ich habe nie einen besseren, überzeugenderen, hinreißenderen Redner gehört als ihn und kenne nicht einen einzigen Fall, daß es einem Menschen möglich gewesen wäre, der Beredsamkeit des großen, unvergleichlichen Apatschen zu widerstehen. Beredt auch waren die leicht beweglichen Flügel seiner sanftgebogenen, kräftigen, aber keineswegs indianisch starken Nase, denn in ihren Vibrationen sprach sich jede Bewegung seiner Seele aus. Das Schönste an ihm aber waren seine Augen, diese dunklen, sammetartigen Augen, in denen, je nach der Veranlassung, eine ganze Welt der Liebe, der Güte, der Dankbarkeit, des Mitleides, der Besorgnis, aber auch der Verachtung liegen konnte. Solch' ehrliche, treue, lautere Augen, in welchen beim Zorne heilige Flammen loderten oder aus denen das Mißfallen vernichtende Blitze schleuderte, konnte nur ein Mensch haben, der eine solche Reinheit der Seele, Aufrichtigkeit des Herzens, Unwandelbarkeit des Charakters, und stete Wahrheit des Gefühles besaß wie Winnetou. Es lag in diesen seinen Augen eine Macht, welche den Freund beglückte, den Feind mit Furcht und Angst erfüllte, den Unwürdigen in sein Nichts verwies und den Widerspenstigen zum Gehorsam zwang. Wenn er von Gott sprach, seinem großen, guten Manitou, waren seine Augen fromme Madonnen-, wenn er freundlich zusprach, liebevolle Frauen-, wenn er aber zürnte, drohende Odins-Augen.
Dieser herrliche Mann befand sich jetzt, hoch zu Pferde, hier im Zimmer, und aller Augen hingen mit Staunen und Bewunderung an seinem gebieterischen Angesichte und seiner tadellosen Gestalt, welche in vornehmer Haltung halb auf dem Sattel, halb in den mit Klapperschlangenzähnen verzierten Bügeln ruhte. Von seinen breiten, kräftigen Schultern hing sein, gleich dem meinigen von seiner schönen Schwester Nscho-tschi gefertigter Lasso in Schlingen über Brust und Rücken bis auf die Hüften herab, wo er um die schmale, elastische Taille eine buntschillernde Santillodecke als Shawl gewunden hatte, welcher Messer, Revolver und alle die Gegenstände enthielt, die der Westmann in oder an seinem Gürtel zu tragen pflegt. Auf seinem Rücken hing ein doppelläufiges, an den Holzteilen mit silbernen Nägeln beschlagenes Gewehr. Das war die weitberühmte Silberbüchse, deren Kugeln nie ihr Ziel verfehlten. (K. May, '"Weihnacht!"')

Hinweise Karl Mays auf Winnetou außerhalb der Texte[Bearbeiten]

Karte mit den Angaben zu Winnetou

Das Geburts- und Sterbejahr Winnetous 1840 bzw. 1874 nannte Karl May nur in Briefen an seine Leser; in den Texten selbst wird Winnetous Alter nicht genannt (siehe auch Winnetous Tod).

Sehr geehrtes Fräulein!
Winnetou war geboren 1840 und
wurde erschossen am 2./9.1874.
Er war noch herrlicher, als ich ihn
beschreiben kann!
Herzlichen Gruß!
Dr. Karl May.[5]

Auch die "Übersetzung" (Brennendes Wasser) stammt nicht aus dem Werk, ja nicht einmal aus Briefen. Adalbert Stütz entnimmt dem Tagebuch des May-Freundes Ernst Abel eine Geschichte, die Karl May vor einer Anzahl von Verehrern am 25. März 1898 erzählte:

Intschu tschuna, Winnetous Vater, wurde von allen Apatschenstämmen, mit Ausnahme eines einzigen, als oberster Anführer anerkannt. Er begab sich in Begleitung Winnetous zu diesem abtrünnigen Stamm, um auch dort seine Anerkennung durchzusetzen; beide wurden jedoch gefangengenommen und mit dem Tod bedroht. Das Dorf, in dem die Gefangennahme stattfand, lag an einem kleinen See, dessen Oberfläche mit einer Naphtaschicht bedeckt war. Nun erklärten diese Apatschen: ›Wenn Winnetou imstande ist, den See lebend zu durchschwimmen, so erhalten beide die Freiheit und Intschu-tschuna wird als Oberhaupt anerkannt. Die Naphtaschicht wurde hierauf in Brand gesteckt, Winnetou (der damals 13 Jahre alt war) von seinen Fesseln befreit. Er sprang sofort ins Wasser und blieb lange Zeit verschwunden, so daß er für tot gehalten wurde; er tauchte aber unerwartet mitten unter den Apatschen wieder auf, mit Brandwunden bedeckt und seines schönen Haars durch das Feuer beraubt. Dieses Ereignis verschaffte Intschu-tschuna die Anerkennung als Oberhaupt durch den bisher feindlich gesinnten Stamm, Winnetou aber den Ehrennamen 'Brennendes Wasser'.[6]

Diese Deutung des Namens Winnetou ist für Claus Roxin (Vorwort des Reprints "Deadly dust") eine Reminiszenz an Ferrys Rayon Brûlant, den "Brennenden Strahl" aus dem Waldläufer.

Ein weiterer Roman Winnetous Testament/Winnetou V war vorgesehen und wird in Winnetou IV auch erwähnt, wurde aber nicht mehr ausgeführt.

Filme[Bearbeiten]

Pierre Brice als Winnetou

Winnetou als äußerst populäre Figur taucht in zahlreichen Filmen auf, auch wenn die Filmhandlung nicht auf einen Roman von Karl May zurückzuführen ist.

Eine Liste der verschiedenen Winnetou-Darsteller findet sich hier.

Winnetou-Neuverfilmung[Bearbeiten]

In der dreiteiligen Neuverfilmung von Winnetou ist der Apachenhäuptling am Anfang ein harter Krieger, der die Weißen hasst, weil sie seine Kultur zerstören. Erst allmählich wandelt er sich dann zum Freund Old Shatterhands. Winnetou wird durch die Freundschaft mit Old Shatterhand zu einem offenen Menschen. Er wird zwar kein Bleichgesicht, lernt aber von seinem deutschen Freund. Er trägt eine Hirschlederhose, schwarzes Haar, dass einen Scheitel hat, Federschmuck im Haar und bemalt sein Gesicht mit Körperbemalung. Er trägt ein entsprechendes Jagdhemd, dass mit Pferde- oder Skalphaaren verziert ist, ist aber auch mit nacktem Oberkörper zu sehen. Er wird von Nik Xhelilaj gespielt.

Nachahmer[Bearbeiten]

Das Autoren-Duo Reinhard Marheinecke und Jutta Laroche gab eine achtbändige Reihe "Winnetous Testament" heraus, in der sie eine Biografie Winnetous aus seiner Sicht erzählen, und für die sie die Hinweise Mays einarbeiteten und gleichzeitig "Lücken" mit neuen Abenteuern und Gestalten füllten.

Karl Mays Winnetou-Oper[Bearbeiten]

Um 1897 trug sich May mit dem Gedanken, eine Winnetou-Oper zu schreiben. Carl Jung berichtete, Mays: [...] eigentliches großes Vorhaben richte sich darauf, Text und Musik zu einer großen Oper zu schreiben, die Winnetou verherrlichen solle. Angesichts der in seinem Klavierspiel offen zutage getretenen Diskrepanz zwischen Wollen und Können wagte ich die etwas beklommene Frage, ob er sich auch imstande fühle, mit dem Schreiben einer Orchesterpartitur und der Instrumentation neben seiner sonstigen schriftstellerischen Betätigung fertig zu werden. Darauf gab er mir prompt zur Antwort, das besorge ihm ein befreundeter Dresdener Musiker.[7]

siehe auch Winnetou (Oper)

Winnetou-Zeichnung[Bearbeiten]

Karl May bot 1898 Friedrich Ernst Fehsenfeld an, Winnetous Gesicht zu zeichnen, damit es als Vorlage für Carl Henckel, einen der Gestalter der geplanten Werbepostkarten, dienen konnte.

Ich bin bereit, Ihnen eine Zeichnung anzufertigen, welche ähnlich ist.[8]

Allerdings kam es nicht dazu.

Sonstiges[Bearbeiten]

Der Name "Winnetou" steht im Duden.

Es gibt verschiedene Namensträger, die – da Winnetou ein Kunstwort ist – offensichtlich nach dem Häuptling benannt wurden, auch wenn sich der Bezug nicht immer erschließt (z.B. ein Rennpferd und ein Eisbergsalat).

Beim Kartenraten im Film "Inglourious Basterds" trägt eine der Karten die Aufschrift Winnetou.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Laut einer Auskunft im Juni 1897 in der "Fragen und Antworten"-Rubrik des "Guten Kameraden".
  2. Karl May: Brief an einen jungen Leser in Montabaur [Carl Jung] vom 2. November 1894, in: Heinrich Pleticha/Siegfried Augustin: Karl May. Leben und Werk, ungekürzte Lizenzausgabe für die Bertelsmann Club GmbH, Gütersloh 1992, Edition Stuttgart, Buch-Nr. 032/087478, S. 39; zitiert nach Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik I, S. 489.
  3. Das Winnetou-Bild änderte sich vermutlich nicht unwesentlich durch Mays Beschäftigung mit Gabriel Ferrys Roman Der Waldläufer, den May 1879 für die Jugend bearbeitete (siehe Der Waldläufer (Karl May)). Der dort auftretende junge Comanche Rayon Brûlant ist ein Vorbild für den Winnetou, wie ihn May ab 1880 (z.B. Deadly dust) selbst zeichnet.
  4. Ein früherer Winnetou hat allerdings noch eine (weitere) Schwester (in Die Both Shatters).
  5. Karte von Karl May an Sophie von Stieber am 21. März 1899.
  6. Adalbert Stütz: Die Bedeutung des Wortes »Winnetou«. In: Karl-May-Jahrbuch 1922, S. 256 f.
  7. Zitiert nach Karl-May-Chronik II, S. 108.
  8. Dieter Sudhoff: Papageienbilder. Fehsenfelds Karl May Postkarten. In: Karl-May-Welten II, Bamberg 2007.

Literatur[Bearbeiten]

Informationen zu Figuren in Karl Mays Werken finden Sie auch im Karl May Figurenlexikon.
Die zweite Auflage dieses Werkes finden Sie online auf den Seiten der KMG.


Weblinks[Bearbeiten]