"Weihnacht!" (GR24)

Aus Karl-May-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Edition im Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld
Vorangegangener Band:

Auf fremden Pfaden

Karl May
"Weihnacht!"
Nachfolgender Band:

Am Jenseits

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33


Handelnde Personen in
"Weihnacht!" (GR24)

Anna
Avaht-Niah
Carpio
Corner
Eggly
Guy Finell (nur erwähnt)
Franzl
Gabaros (nur erwähnt)
Elise Hiller
Innua Nehma
Krüger (nur erwähnt)
Onkel Lachner
Frau Meier
Hotelier Meier
Nana-po
Peteh
Emil Reiter
Frau Reiter
Kantor Reiter
Hermann Rost
Amos Sannel
Sappho/Old Shatterhand
Frank Sheppard
Teeh
Wagare-Tey
Watter
Welley
Winnetou
Yakonpi-Topa


Handlungsorte

Falkenau in Böhmen (Erzgebirge)
Weston
Wilder Westen
Rocky Mountains

"Weihnacht!" ist ein Reiseroman von Karl May, der extra für die Freiburger Buchausgabe (1897) geschrieben wurde.

1912 erschien eine illustrierte Ausgabe mit Bildern von Claus Bergen.

Handlung

Inhalt

Erstes Kapitel. Einleitung.
Zweites Kapitel. Der Prayer-man.
Drittes Kapitel. Old Jumble.
Viertes Kapitel. "Sti-i-poka".
Fünftes Kapitel. Im Schnee.

Kurzfassung

Auf einer Winterreise lernen der Ich-Erzähler, Sappho genannt, und sein Freund Carpio, zwei Gymnasiasten, im böhmischen Falkenau die Auswandererfamilie Hiller kennen und helfen ihr in einer Notlage.

Viele Jahre später trifft Sappho, längst zum berühmten Old Shatterhand geworden, in Amerika Frau Hiller wieder, die mit einem Pelztierjäger verheiratet ist. Ihr Mann ist verschollen und sie bittet Old Shatterhand, ihn zu suchen. Zusammen mit seinem Blutsbruder Winnetou macht er sich auf den Weg ins Felsengebirge. Dort geraten die beiden nicht nur an eine Gaunerbande, sondern finden auch den alten Freund Carpio, der in Amerika sein Glück zu machen hoffte, nun aber todkrank den Schurken ausgeliefert scheint.

Langfassung

Im ersten Kapitel ("Einleitung") erzählt der Ich-Erzähler, genannt Sappho, Ereignisse aus seiner Jugend. Als Gymnasiast schrieb er ein Weihnachtsgedicht, das veröffentlicht und prämiert wird. Mit dem Geld finanziert er eine mehrtägige Wanderung mit seinem Freund Carpio (Hermann Lachner) in den Weihnachtsferien im Grenzgebiet zwischen Sachsen und Böhmen.

In Böhmen treffen sie auf die völlig verarmte Familie Hiller (Großvater, Mutter und Sohn), die nach Amerika auswandern will bzw. muss. Gemeinsam feiern sie Weihnachten und das Weihnachtsgedicht des Schülers steht dabei im Mittelpunkt. Als der Großvater bald darauf stirbt, scheint die Lage der Familie verzweifelt. Sappho und Carpio unterstützen sie allerdings mit ihrem letzten Geld und ermöglichen ihr die Weiterreise nach Bremen.

In den folgenden Kapitel sind seit dieser Weihnachtswanderung viele Jahre vergangen. Der Erzähler ist inzwischen zum berühmten Westmann Old Shatterhand geworden und hält sich inkognito in Weston, Missouri auf, um als (Reise-)Schriftsteller zu arbeiten. Dabei trifft er auf sein (verunstaltetes) Gedicht, das ihm von einem "Prayer-Man", dem als Wanderprediger getarnten Verbrecher Sheppard, angeboten wird.

Kurz darauf trifft er auch auf Frau Hiller und kann ihr behilflich sein, eine indianische Botschaft zu entziffern. Er erfährt, dass ihr Mann, ein Pelzjäger, von Krähenindianern gefangengehalten wird. Sie beschuldigen ihn, (gemeinsam mit Schoschonen) einige ihrer Krieger getötet zu haben. Es bahnt sich ein Kampf zwischen den Stämmen an.

Winnetou und Old Shatterhand erklären sich bereit, Hiller zu befreien. Gleichzeitig ist ihr Ziel, den Überfall auf zwei Goldsucher - ein Plan Sheppards, den Old Shatterhand in seinem Hotel belauschen konnte - zu verhindern.

Als sie diese treffen, erkennt Shatterhand seinen Schulfreund Carpio, der mittlerweile ebenfalls ausgewandert ist und von seinem Onkel, dem zweiten Goldsucher, trotz angeschlagener Gesundheit schlimm ausgenutzt wird. Carpio schließt sich Old Shatterhands Reisegruppe an. Gemeinsam geraten sie aber in die Gefangenschaft der Blutindianer, die sie an die Krähenindianer ausliefern.

Die Missstimmigkeiten können ausgeräumt werden und die Krähenindianer erkennen, dass die Blutindianer unehrlich waren. Old Shatterhand kann den Häuptling der Blutindianer, Peteh, im Zweikampf besiegen. Danach ist es nötig, den Prayer-Man und seine Gefährten zu verfolgen, die bei ihrer eigenen Flucht aus dem Lager der Krähenindianer den kranken Carpio entführt haben.

Bei der Verfolgung der Verbrecher treffen Winnetou und Old Shatterhand auf Amos Sannel, einen alten Freund, der mit dem Prayer-Man ebenfalls noch eine Rechnung offen hat. Bei ihm befindet sich der Pelzhändler Hiller, der aus dem Lager der Krähenindianer entkommen konnte. Mr. Hiller ist aufgrund von Schicksalsschlägen sehr verbittert, verhält sich gegenüber Old Shatterhand feindselig und kann dessen unerschütterlichen christlichen Glauben weder teilen noch verstehen.

An dem Finding-hole in den winterlichen Rocky Mountains können die Freunde die Verbrecher schließlich stellen und den inzwischen todkranken Carpio befreien. Aus Trotz und Geldgier wechselt Hiller zu den Gegnern. Beide Gruppen ziehen sich wegen des Wintereinbruchs getrennt voneinander in ein von einer heißen Quelle erwärmtes Tal zurück. Als die Gangster von einer Lawine verschüttet werden, gelingt es Old Shatterhand, Hiller zu retten. Dieser findet daraufhin wieder zum christlichen Glauben.

Gemeinsam mit inzwischen eingetroffenen Schoschonen feiern die Freunde im Tal das Weihnachtsfest. Carpio stirbt. Hiller kann rehabilitiert mit seiner Familie in die Heimat zurückkehren.

Sonstiges

  • Eine etwa dreiwöchige Winterwanderung Mays in seiner Jugend ist bisher weder be- noch widerlegt, aber einige der Figuren (wie z.B. Wirt Franzl oder auch der Jugendfreund Carpio) haben vermutlich reale Vorbilder.[1]
  • Andreas Graf zufolge lassen sich einige Stellen im Kapitel Einleitung, besonders die Ereignisse um das ausgezeichnete Gedichts und die Reise mit Carpio, als Spiegelungen der Onanie-Affäre interpretieren.[2]
  • Mit den Währungsspekulationen des jungen Ich-Erzählers beschäftigte sich 2010 auch die Wochenzeitung Die Zeit.[3]
  • Verschiedene Interpreten, z.B. Zeller[4] und Stolte[5], sahen in "Weihnacht!" den Höhepunkt von Karl Mays Schaffen.
  • In einem Brief an seinen Freund Emil Seyler nennt Karl May am 12. August 1897 den geplanten Buchtitel Christfest.

Buchausgaben

Im Rahmen der Gesammelten Werke findet man den Text ebenfalls in Band 24 Weihnacht.

Aktuelle Ausgaben sind in der Bücherdatenbank zu finden.

Vertonungen

"Weihnacht!" wurde 2002 als Hörspiel mit bekannten Sprechern aus dem Festspielbereich adaptiert.

Anmerkungen

  1. Vgl. zu Carpio Roland Schmid: Nachwort (zu "Am Jenseits"). In: Karl May: Freiburger Erstausgaben Bd. XXV. Hrsg. von Roland Schmid. Bamberg 1984, N3. Walther Ilmer dagegen geht davon aus, dass es für Carpio kein reales Vorbild gegeben hat; vgl. ders.: Karl Mays Weihnachten in Karl Mays ›»Weihnacht!«‹ II. In: Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1988, S. 210, 241 (Anm. 62).
  2. Andreas Graf: Lektüre und Onanie. In: Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1998, insb. S 96–109. (Onlinefassung)
  3. Ning Xiaoxia: Was tun Währungsspekulanten? In: Die Zeit vom 11. November 2010. Anmerkungen dazu in Hans Buchwitz: Karl May der Finanzspekulant. In: Karl May in Leipzig Nr. 85/2011.
  4. In Kärrner, Tintensäufer, Lohnschreiber: "Alles, was wünschbar ist, erfüllt der Autor in "Weihnacht!" sich selbst und seinem Leser."
  5. In Der Fiedler auf dem Dach: "[D]ieses Werk [Karl Mays stellt] den Gipfel seiner Erzählkunst in der Reihe seiner speziellen Abenteuerbücher [dar]."

Literatur

Informationen zu Figuren in Karl Mays Werken finden Sie auch im Karl May Figurenlexikon.
Die zweite Auflage dieses Werkes finden Sie online auf den Seiten der KMG.

Weblinks