Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld

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1891 trat der Freiburger Verleger Friedrich Ernst Fehsenfeld an Karl May mit dem Vorschlag einer Buchausgabe des Orientzyklus' heran. Bis dahin waren Mays Werke nahezu ausschließlich in Zeitschriften und Kalendern erschienen.

1891 wurde ein erster Verlagsvertrag geschlossen.

Anfangs war ein Erscheinen in Lieferungsheften geplant – eine Entscheidung, die sich vor allem auf den Umfang der Erzählungen auswirkte. Die Vorgabe waren 10 Hefte à 64 Seiten, die einen Band bilden sollten. Damit war der Normband mit 640 Seiten festgelegt. Später kam man davon ab und verkaufte die Lieferungen geheftet (3 Mark) oder gebunden (4 Mark). Zu diesen Leinenbänden kamen dann noch die teureren Ausgaben von Halbleder bis Saffianleder. May richtete seine alten Texte größtenteils selbst für die Buchausgabe ein: strich oder schrieb gegebenenfalls neu. Die von May selbst edierte Buchausgabe mit dem Reihentitel "Karl May's gesammelte Reiseromane" gilt als eine der wenigen autorisierten Fassungen. Sie beinhaltet einerseits bereits erschienene (neubearbeitete) Zeitschriftentexte als auch eigens für die Buchausgabe geschriebene Bände.

Sowohl May als auch Fehsenfeld gelangten durch diese Ausgabe zu Wohlstand und Ansehen.

Der von Fehsenfeld 1892 gewählte grün-goldene Einband wurde zum Markenzeichen. Das Erscheinungsbild hat sich entgegen allen Trends behauptet und kaum verändert. Obwohl Fehsenfeld auch andere thematisch verwandte Autoren verlegte (Reihe "Die Welt der Fahrten und Abenteuer"), blieb der Einband May auf dessen Wunsch vorbehalten.

1907 hatte sich das Verhältnis zwischen May und Fehsenfeld arg verschlechtert. May beklagte die seiner Meinung nach mangelhaften Werbemaßnahmen und kündigte an, den Verlag zu wechseln. Man vertrug sich zwar wieder und setzte einen neuen Vertrag über die Illustrierte Ausgabe auf, aber Mays kritische Äußerungen und Klagen hielten an. Der Verlagsvertrag wurde von Fehsenfeld zum 1. April 1909 aufgekündigt. Man einigte sich aber gerade noch rechtzeitig.

Die von Fehsenfeld bis zu Mays Tod herausgebrachte Reihe umfasste 33 Bände. Die letzten fünf Bände waren nicht mehr so erfolgreich wie die früheren, da May durch eine innere Krise und äußere Einflüsse seinen Schreibstil und -inhalt radikal änderte und viele seiner Leser ihm auf dem neu eingeschlagenen Weg nicht folgten.

Zudem kam 1902 die so genannte Fischer-Ausgabe auf den Markt, in der Mays Kolportageromane unter Brechung des Pseudonyms sehr werbeaufwändig publiziert wurden. Zwar prozessierte May heftig gegen diese Ausgabe, die er als verfälscht bezeichnete, dennoch brachen die Umsatzzahlen der Fehsenfelder Ausgabe ein.

Mit Mays Tod 1912 hatte F. E. Fehsenfeld nur noch den Wunsch, den Verlag aufzugeben, zu "verkaufen, und zwar zu dem Preis, den mich selbst die Werke kosten". Es fand sich eine andere Lösung: der Karl-May-Verlag.

Literatur

Weblinks