1907

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Pauline Münchmeyer
  • Im Januar wird in Leipzig in dritter Instanz Mays Sieg im Münchmeyer-Prozess bestätigt. Pauline Münchmeyer wird zur Rechnungslegung verpflichtet, sobald May den Parteieid leistet. Das geschieht wenig später. Damit erbringt er den Beweis, dass der honorarfreie Nachdruck seiner Kolportageromane im Münchmeyer-Verlag widerrechtlich erfolgte. Über die Entschädigung wird erst später (nach Mays Tod) entschieden. Einen von Oskar Gerlach vorgeschlagenen Vergleich lehnen May und sein Anwalt ab. Das Presse-Echo ist zumeist wohlwollend.
  • Als Fortsetzung der Freiburger Ausgabe beginnt May, die auf zwei Bände geplante Reiseerzählung Abu Kital, der Scheik der An'allah zu schreiben. Er bricht den Text aber bereits nach der dritten Zeile ab.
  • May denkt ernstlich über einen Verlegerwechsel nach. Im Februar kommt Fehsenfeld nach Radebeul; sie legen ihre Differenzen bei und planen eine illustrierte Ausgabe (mit Verlagsvertrag). Wenig später erfährt May, dass Fehsenfeld auch Robert Kraft verlegt hat und wird stinksauer. Auch gibt es Streitigkeiten um die Auslegung des neuen Vertrags. Fehsenfeld kündigt frustriert fristgemäß zum April 1909. May nimmt die Kündigung an, besteht aber auf Erfüllung des Vertrags. (Sie werden sich wieder rechtzeitig vertragen.)
  • Pauline Münchmeyer erstattet Anzeige wegen Meineids gegen Karl May und Genossen. Oskar Gerlach, Münchmeyers Anwalt, gelingt es, den Fall seinem Freund, dem Assessor Kurt Larraß, zuzuschustern.
  • Ende Mai bis Anfang Juli sind Karl und Klara May in Bad Salzbrunn zur Kur. Dort sieht er u. a. die Theaterstücke Sherlock Holmes (nach Arthur Conan Doyle und William Gillette) und Ein idealer Gatte (von Oscar Wilde). Im Juli fahren sie weiter ins Riesengebirge, reisen von Hotel zu Hotel und sind am 8. Juli zurück in Radebeul. May setzt die Kur im Bilz-Sanatorium fort. (Kurreise 1907)
  • Claus Bergen erbittet von May Hinweise zu den Illustrationen, die er anfertigen soll.
  • Hermann Cardauns veröffentlicht im Sommer sein Pamphlet Die "Rettung" des Herrn Karl May. May kontert prompt mit Die "Rettung" des Herrn Cardauns. Es wogt wild im Blättermeer. Viele Schriften lässt May privat drucken und an und durch seine Anhänger verteilen. Der Ton wird schärfer und persönlicher. Carl Muth schaltet sich – auf Seiten Cardauns – ebenfalls in die Debatte.
  • Karl und Klara May reisen Anfang September nach Berlin und treffen sich mit Rudolf Lebius, dessen Frau und Schwester. Eine Einigung oder gar Aussöhnung kommt nicht zustande. Die Frauen korrespondieren jedoch ein wenig und treffen sich Ende Oktober noch einmal.
  • Weitere Reisen führen nach Regensburg und München. May kann klärende Gespräche mit Otto Denk, Redakteur beim Deutschen Hausschatz, und mit Carl Muth führen.
  • Im Hausschatz beginnt Mays Roman Der Mir von Dschinnistan. Die Tatsache, dass der katholische Hausschatz wieder May bringt, wird von der wohlmeinenden Presse als Rehabilitation gewertet.
  • Carl Wermuth, Redakteur beim sozialdemokratischen Vorwärts, bittet May um Auskünfte über Rudolf Lebius. Dieser erfährt davon und will Mays Ansehen dauerhaft untergraben. Er inseriert nach einem Ghostwriter. Es meldet sich Friedrich Wilhelm Kahl.
  • Mit den Fischer-Erben schließt May im Oktober einen günstigen Vergleich.
  • Der Untersuchungsrichter Larraß beschließt in der Meineidssache eine Briefsperre über Karl May und Emma Pollmer und ordnet Haussuchungen an. Bei Emma wird – in ihrer Abwesenheit – am 7. November die Wohnung durchsucht; bei Karl am 9. November ab 7 Uhr. Die Durchsuchung erfolgte überfallartig und ohne Vorwarnung. Es werden Bücher, Manuskripte und Briefe mitgenommen. Die Durchsuchung dauert mehrere Stunden und bringt May an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Paul Näcke, ein befreundeter Nervenarzt, kommt zu Besuch.
  • Emma Pollmer muss im Dezember in Dresden mehrere Tage jeweils mehrere Stunden über die Umstände der Ehescheidung aussagen. – May erfährt durch Zufall (Konzertbesuch), dass Emma in Dresden ist. Klara May muss Ende Dezember aussagen. Ihr wird (wahrheitswidrig) gesagt, dass Emma noch nicht vernommen worden sei.
  • Sascha Schneider vollendet seine Zeichnung Marah Durimeh und schenkt sie Karl May zu Weihnachten.

geboren

gestorben

Primärliteratur

Übersetzungen

Sekundärliteratur