Amerika

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Amerika

Der amerikanische Doppelkontinent erstreckt sich in seiner Nord-Süd-Achse von Kap Columbia bis zum Kap Hoorn. Dies entspricht ca. 15.000 km Nord-Süd-Ausdehnung. Der östlichste Punkt liegt auf Grönland und der westlichste auf der Aleuteninsel Attu. Der Doppelkontinent besteht aus Nordamerika (mit Zentralamerika) und Südamerika.

Allgemeines[Bearbeiten]

Amerigo Vespucci (* um 1452; † 1512) – Seefahrer und Namensgeber

Amerika wurden nach Amerigo Vespucci benannt. Amerika hat eine Landfläche von etwa 42 Millionen km² und ist damit etwas kleiner als Asien. Es leben über 900 Millionen Menschen dort.

Amerika wird begrenzt vom Nordpolarmeer (Arktischer Ozean) im Norden, vom Pazifischen Ozean im Westen, vom Atlantischen Ozean im Osten und von der Drakestraße zwischen Kap Hoorn und der Antarktis im Süden.

Die Bezeichnung "Indianer" für die Ureinwohner Amerikas entstand durch den Irrtum, es handle sich bei der erreichten Küste um einen Teil Indiens ("Westindien"). In der iberischen Welt und im kolonialen Amerika wurde der Kontinent bis weit ins 18. Jahrhundert weiterhin Las Indias, "Die Indien", genannt. Die englische Bezeichnung indian kann sowohl "Inder" als auch "Indianer" bedeuten. Zur Unterscheidung werden die Ureinwohner Amerikas normalerweise als American Indians oder Native Americans bezeichnet, in Kanada auch als Aborigines ("Ureinwohner", "von Anfang an [da]", aus lat. ab = vor und originalis = ursprünglich) oder First Nations.

Die Bezeichnung der Ureinwohner Südamerikas durch die Europäer und Nordamerikaner ist "Indios".

Was machte Amerika für Karl May interessant?[Bearbeiten]

Der Begriff "Amerika" wird umgangssprachlich häufig für Nordamerika, und dann meist für die USA verwendet. Hier gilt also nicht "pars pro toto", sondern das Gegenteil, eine Umgewichtung, die heute zwar durch die Machtstellung der USA bedingt ist, früher aber nur im Aufsehen um die USA ihren Grund hatte. Nach den ersten Eroberungen in Südamerika und der Aufteilung durch den Papst verhielten sich Spanien und Portugal eher ruhig, die USA aber waren ständig "in den Schlagzeilen": im Siebenjährigen Krieg, der eigentlich der erste echte Welt-Krieg war, hatte England Frankreichs Kräfte in Europa im Krieg gegen Preußen gebunden und es so geschafft, Frankreichs Gebiete in Ost- und "Westindien" zu okkupieren, Coopers Lederstrumpf entstand und jedes Kind kannte den letzten Mohikaner, schließlich forderten Auswanderungswellen und Bürgerkrieg Medienpräsenz.

Nach der Erkenntnis, dass Amerika keineswegs Indien und der Weg um Kap Hoorn keine einfache Fahrt sei, führte die Suche nach der Nordwestpassage zu vielen abenteuerlichen Expeditionen, die Erzählungen davon waren in aller Munde. Im Unabhängigkeitskrieg schickte England viele gekaufte Deutsche in den Krieg, die meisten blieben dort und bildeten deutschschprachige Siedlungen. Die Korrespondenz mit der Heimat, die Bemühungen der USA um Einwanderer, das wirtschaftliche Elend in Europa und Abenteuerlust sorgten für Stoff, aus dem wiederum Erzählungen vom "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" resultierten.

Da Faktenwissen über die Indianer, ihr Leben, ihr Land und ihre Kultur fast völlig fehlte, mit etwas Fantasie sich aber jede Geschichte in die "dark and bloody grounds" des Wilden Westens transponieren ließ, man zudem aus der Korrespondenz mit den Emigranten zumindest über die Unsicherheit aller Informationen Bescheid wusste, erklärt sich auch der große Erfolg hier angesiedelter Abenteuererzählungen: Man konnte fast alles behaupten, ohne dass es unglaubhaft wurde, je näher an der heimatlichen Vorstellungswelt, um so glaubhafter... Bedient man nur die richtigen Klischees, so ist die Wikung gewiss. Für Karl May bot sich ihm Amerika als großes und weites Spielfeld an.

Vor allem natürlich die USA, aber auch Mexiko und Südamerika. Auch im Süden gab es große deutsche "Gemeinden", wenn auch nicht mit denen in den USA vergleichbar und aus anderen Gründen entstanden. Hier gab es Handelshäuser, Missionen und Naturforscher wie Alexander von Humboldt als Handlungshintergrund.

Sonstiges[Bearbeiten]

In Deutschland gab und gibt es mehrere Orte namens Amerika, die oft von Rückkehrern begründet wurden.[1] 15 km Luftlinie von Hohenstein-Ernstthal entfernt lag beispielsweise Amerika, ein kleiner Ort bei Penig.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Brauneder: May über May, S. 17 ff.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Der vollständige Eintrag in der großen Wikipedia.