Der Waldläufer (Gabriel Ferry)

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Der Roman Le Coureur des Bois von Gabriel Ferry wurde im Jahr 1850 veröffentlicht.

Inhalt

Der spanische Edelmann Don Estévan, eigentlich Graf Don Antonio de Mediana, bricht mit einer Gesellschaft zu einem Goldtal auf. Das Geheimnis des Goldtals hat er vom Gambusino Cuchillo gekauft, der es seinerseits von Arellanos hat, der dann von Cuchillo getötet wurde. Don Antonio will das Gold zur Verwirklichung seiner Pläne einsetzen, aus dem mexikanischen Bundesstaat Sonora ein Königreich zu schaffen. Cuchillo befindet sich unter den Begleitern des Grafen, außerdem der Indianerhasser Diaz, der den Tod seiner Familie rächen will.

Ebenfalls auf dem Weg zum Goldtal befindet sich Tiburcio, der Pflegesohn Arellanos, der das Geheimnis um das Gold von seiner sterbenden Pflegemutter mitgeteilt bekommen hatte. Begleitet wird Tiburcio von den Waldläufern Bois-Rosé und Pepe. Tiburcio ist in Wahrheit Fabian de Mediana, der Sohn des Grafen Don Juan de Mediana und der Neffe von Don Antonio und damit eigentlicher Erbe des Titels. Don Antonio hatte vor Jahren Fabians Mutter getötet und den kleinen Jungen mit der ermordeten Gräfin in einem Boot dem Meer überlassen. Damals war Fabian von einem Matrosen eines französischen Schiffes gerettet worden, von diesem aber nach einiger Zeit getrennt und nach Amerika gebracht worden, nachdem das Schiff von einem Engländer aufgebracht worden war. Bois-Rosé stellt sich als eben jener Matrose heraus, der sich seit Jahren auf der Suche nach dem Jungen befindet. Pepe ist ein ehemaliger Küstenwächter, der eine Mitschuld am Schicksal Fabians trägt, da er sich damals von Don Antonio hatte bestechen und diesen passieren lassen.

Die Expedition Don Antonios wird von Apachen aufgerieben, auch durch Intrigen Cuchillos, Antonio selbst schließlich von Cuchillo getötet, nachdem er von Bois-Rosé, Pepe und Fabian wegen seiner Verbrechen an der Familie Mediana verurteilt worden ist. Diaz verrät daraufhin, dass Cuchillo der Mörder von Fabians Pflegevater ist, daraufhin wird dieser ebenfalls getötet.

Bois-Rosé, Pepe und Fabian werden von den Apachen unter der Führung von Rothand und Mischblut auf einem Plateau am Goldtal belagert, während Diaz zuvor in Richtung Büffelsee entkommen konnte. Durch eine List gelingt es Mischblut, Fabian in seine Gewalt zu bringen. Bois-Rosé und Pepe nehmen die Spur des Entführten auf und treffen auf der Verfolgung mit dem Brennenden Strahl und seinen Komanchen zusammen. Später wird die Gruppe, die wiederum selbst von den Apachen und Schwarzvogel verfolgt wird und sich Kämpfe mit diesen liefern muss, noch durch Diaz und den Engländer Sir Frederick verstärkt.

Mischblut hat am Büffelsee inzwischen den Haziendero Don Augustin, dessen Tochter Rosarita und einen Senator, den Rosarita heiraten soll, gefangengenommen. Es kommt zu einem Kampf zwischen den ankommenden Verfolgern und den Leuten Don Augustins auf der einen und Mischblut, Rothand und den Apachen Schwarzvogels auf der anderen Seite. Unter großen Verlusten können die Apachen geschlagen und die Gefangenen befreit werden.

Fortsetzung

1899 wurde der Roman Les dernières aventures de Bois-Rosé. Épilogue du "Coureur des Bois" (Die letzten Abenteuer von Bois-Rosé. Nachtrag zum "Waldläufer") veröffentlicht. Diese 47 Jahre nach dem Tod des Autors erschienene Fortsetzung war von Ferrys zweitem Sohn, der gleichfalls den Namen Gabriel Ferry (Gabriel de Bellemare) trug, auf der Basis eines 1851 erschienen Berichts seines Vaters über eine Texas-Expedition sowie Aufzeichnungen aus dem gleichen Jahr verfasst worden.[1] Eine deutsche Übersetzung dieser Fortsetzung gibt es bislang nicht.[2]

Anlehnungen

1926 erschien im Verlag Enßlin & Laiblin in Reutlingen ein Roman mit dem Titel Der afrikanische Waldläufer von Josef Viera.

Verfilmung

1910 erschien der französische Film Les Aventuriers du val d' or, der im deutschsprachigen Raum unter den Titeln Die Abenteuer des Goldlandes bzw. auch die Die Abenteuer des Goldtals in den Kinos lief. Der Inhaltsangabe nach lehnt sich der Film frei an Ferrys Roman an.[3][4]

Ausgaben in deutscher Sprache

Der Waldläufer – Jugendbearbeitung von Oskar Höcker
Der Waldläufer – Jugendbearbeitung von A. H. Fogowitz

Bereits ein Jahr nach der Veröffentlichung in Frankreich erschienen im Jahr 1851 drei deutsche Waldläufer-Übersetzungen, eine weitere folgte 1897:

  • Der Waldläufer, übersetzt von Gustav Füllner, bei G. C. Knapp in Halle, 1851 (Onlinefassung)
  • Der Waldläufer, übersetzt von Christoph Friedrich Grieb, bei Franckh in Stuttgart, 1851
  • Der Waldgänger, übersetzt von Wilhelm Ludwig Wesché, bei Christian Ernst Kollmann in Leipzig, 1851 (Onlinefassung Teil 2 Teil 4 Teil 6 Teil 7 Teil 8)
  • Der Waldläufer, übersetzt von H. Th. Kühne, bei Philipp Reclam jun. in Leipzig, 1897[5]

Von Ferrys Waldläufer erschienen zudem zahlreiche für die Jugend bearbeitete Fassungen. Unter anderem gab es solche Bearbeitungen von:

  • Julius Hoffmann: Der Waldläufer. Erzählungen aus dem amerikanischen Waldleben, 1852
  • Oskar Höcker: Der Waldläufer. Für die reifere Jugend bearbeitet, 1877
  • E. Trautmann: Der Waldläufer, um 1881
  • Br. Hoffmann: Der Waldläufer. Erzählung aus dem fernen Westen. Für die Jugend bearbeitet, 2. Auflage 1882
  • Friedrich J. Pajeken: Der Waldläufer. Eine Erzählung aus dem fernen Westen. Nach Gabriel Ferry für die Jugend frei bearbeitet, 1922
  • Josef Feldmann: Der Waldläufer. Für die Jugend neu bearbeitet, 1922
  • Karl Henniger: Der Waldläufer. Nach der Übersetzung von H. Th. Kühne bearbeitet, 1922
  • Karl Hobrecker: Der Waldläufer. In der Bearbeitung von E. Trautwein [E. Trautmann?], neu durchgesehen, 1926
  • Walter Heichen: Der Waldläufer. Eine Erzählung aus dem Lande der Goldsucher und Pelzjäger, 1937
  • Karl Schneider: Der Waldläufer. Neubearbeitet nach der Übertragung von Julius Hoffmann und H. Th. Kühne, 1939
  • Hermann Müller: Der Waldläufer. Eine Erzählung aus dem Lande der Goldsucher und Pelzjäger. Für die Jugend neu bearbeitet, 1948[6]
  • Otto Berger: Das Gold-Thal oder "Mein ist die Rache" spricht der Herr. Eine Erzählung nach Gabriel Ferry's "Waldläufer" für Jung und Alt, 1860[7]
  • A. Hummel: Der Waldläufer. Bilder und Scenen aus dem fernen Western. Nach Gabriel Ferry der reiferen Jugend erzählt, 1869[8]
  • Karl Zastrow: Der Waldläufer, 1876[9]
  • Paul Moritz: Der Waldläufer. Eine Erzählung nach Gabriel Ferry für die liebe Jugend frei bearbeitet, 1888[10]
  • A. Pölzig: Der Waldläufer, 1890
  • Andrä Heinrich Fogowitz: Der Waldläufer. Erzählung aus dem amerikanischen Wald- und Prärieleben. Nach G. Ferry für die Jugend geschrieben, 1895[11]
  • Ernst Hoffmann: Der Waldläufer. Eine Erzählung aus dem Westen Amerikas, um 1900[12]

In vielen Übersetzungen bzw. Adaptionen finden sich mehr oder weniger umfangreiche Kürzungen (Streichung von Dialogen, Beschreibungen der Personen, der Landschaften usw.).

Die Übersetzung von Gustav Füllner erschien in etlichen Auflagen in einer guten, textlich zuverlässigen Ausgabe bei Otto Hendel, Halle. Von ihr gab es um 1980 eine großformatige Neuausgabe im Verlag Borowsky, München, mit vielen Illustrationen von Gustave Doré aus der französischen Zeitschrift Journal Pour Tous, 1860.

Insgesamt ist die Zahl der im Laufe der letzten 150 Jahre erschienenen Ausgaben und Bearbeitungen des Waldläufers kaum überschaubar. Am bekanntesten wurde die Übersetzung von H. Th. Kühne. Diese wurde um 1974 in einer zweibändiger Einteilung als Fischer-Taschenbücher neu veröffentlicht (Reihe Das Schmöker Kabinett, hrsg. von Michel Koser).

Der Arena-Verlag veröffentlichte eine von Hans Küfner bearbeitete Neuausgabe der Fassung von Julius Hoffmann. Diese Julius-Hoffmann-Ausgabe wurde berühmt durch die ursprünglich großformatige, bibliophil ausgestattete und heute sehr teure Ausgabe des Propyläen-Verlags mit Steinzeichnungen von Max Slevogt. Im Nachwort zur Arena-Ausgabe konnte sich der Herausgeber eine abschätzige Karl-May-Erwähnung nicht verkneifen:

Die Bearbeitung von Karl May, gegen Ende der siebziger Jahre entstanden, ist – wie Franz Kandolf schreibt – ohne Zweifel ein "echter Karl May", vor allem wegen der Schwächen, welche die Werke dieses Vielschreibers kennzeichnen...

Ausgaben in weiteren Sprachen

Le Coureur des Bois wurde in eine Reihe weiterer Sprachen übersetzt. In englischsprachigen Ländern erschien der Roman unter dem Titel The Wood-Rangers in einer von Thomas Mayne Reid erstellten Fassung, in Schweden unter dem Titel Skogslöparen. In den Niederlanden erschien der Roman als De Wouldloper. Auch eine Waldläufer-Übersetzung der Karl-May-Bearbeitung (in der Fassung der Gesammelten Werke) wurde unter dem Titel De Woudloper in einer Übersetzung von Ph. G. Melai vertrieben und erreichte zwischen 1967 und 1975 drei Auflagen.[13] In Polen wurde der Roman unter dem Titel Wędrowiec leśny vertrieben, in Tschechien heißt der Roman Zálesák.

Kritiken

Der Waldläufer und dessen Bearbeitungen wurden im deutschsprachigen Raum zumeist positiv bewertet:

So merkte der Schriftsteller Oskar Höcker bei im Zusammenhang mit der Begründung seiner Jugendbearbeitung an:

Damit diese Wissen [das die Jugend aus Büchern über fremde Völker und Länder erhält] nun aber ein wahrhaft reales sei, empfiehlt es sich, der Jugend nur solche abenteuerlichen Geschichten von Indianern, Negern usw. lesen zu lassen, denen wirkliche Erlebnisse zugrunde liegen. Zu dieser kleinen Anzahl guter Erzählungen gehört unstreitig Ferrys Waldläufer. Der Autor, ein Franzose, hat sich längere Zeit im fernen Westen aufgehalten und dort nicht nur die glänzenden Metropolen, sondern auch mit Vorliebe die gigantischen Einöden aufgesucht. [...] Mit gewissenhafter Treue schildert er Gegend und Leute; dabei vertieft er sich aber oft derart, daß sein Buch an mannigfachen Längen leidet. Die Jugend, welche sich jedoch nicht gern allzulange bei einem Gegenstande aufhält, würde daher oft ermüden und gar manche Seite des trefflichen Werkes überschlagen, wollte man ihr dasselbe in seiner ursprünglichen Form bieten.[14]

Vielfach positiv besprochen wurde auch die Hoffmann-Bearbeitung, die in mehreren Auflagen weite Verbreitung fand:

Daß die Erzählung der Abenteuer des Waldläufers, seiner Freunde und Feinde, sehr umfassend ist, zeigt schon die oben angegebene Seitenzahl des Buches; sie ist in jeder Beziehung geeignet die Aufmerksamkeit der Leser zu fesseln. Denn theils ist die Schilderung der Schicksale des Haupthelden, die Charakteristik desselben höchst anziehend, und, was nicht zu übersehen, sein Waldleben als Beispiel männlichen Kampfes gegen fast unüberwindlich scheinendes Ungemach und treuer Freundschaft sehr belehrend, theils sind die Ereignisse so eigenthümlicher Art, daß sie beim Lesen in steter Spannung erhalten. Auch die übrigen Personen, deren eine nicht unbedeutende Anzahl handelnd auftritt, namentlich Fabian, der von seinem Oheim seines väterlichen Erbes beraubte Graf von Mediana, die Häuptlinge der Indianer u. A. sind gut gezeichnet und geeignet, daß Interesse der Leser in Anspruch zu nehmen. Gleich der Anfang der Erzählung, welcher uns (1808) in ein einsames Küstenschloß auf dem felsigen Gestade des biscayischen Meerbusens und unter die Küstenwächter versetzt, dann die Entführung und Ermordung der Gräfin von Mediana, deren Gemal von einer feindlichen Kugel getödtet, und die wundersame Rettung ihres Kindes durch einen Matrosen, Rosenholz, (der später als "Waldläufer" erscheint) berichtet, reizt zum Weiterlesen. Die Goldsucher und das Goldthal spielen eine bedeutende Rolle; das amerianische Waldleben, die großartige Natur, die Kriegsführung und Kriegsgebräuche der Indianer, die Büffel- und Bärenjagd, das Einfangen der wilden Pferde, das Märchen von dem tausendjährigen weißen Renner der Prairie und vieles Andere bietet einen reichhaltigen Stoff zur Unterhaltung und Belehrung. Namentlich sind die Naturscenen in gelungener Weise veranschaulicht und gewähren ein treues und lebendiges Bild. - Die Bearbeitung ist mit Umsicht und steter Beachtung der Leserklasse, für welche sie zunächst bestimmt (- auch Lesern, die derselben nicht mehr angehören, kann das Buch übrigens bestens empfohlen werden -), ausgeführt; die Diction vorzüglich.[15]
Es ist die fünfte Auflage dieser in Deutschland nicht minder, als in den tranatlantischen Ländern beliebten Erzählungen aus dem amerikanischen Waldleben, die uns hier vorliegt. Der deutsche Bearbeiter, der leider zu früh verstorbene Julius Hoffmann, hat diese Schilderungen der Indianer und ihrer Begegnungen mit weißen Abenteurern, Jägern und Goldsuchern deutschen Lesern unterhaltender gemacht, als sie im Originale sind. Die Verlagshandlung hat das Buch mit schönen, illuminirten Kupferstichen ausgestattet.[16]
Wie sehr dies vortreffliche, schön ausgestattete Buch in die jugendliche Leserwelt Eingang gewonnen hat, davon sind die fünf vergriffenen Auflagen ein erfreulicher Beweis, und Allen, die sich nach edler Geistesnahrung für die Jugend umsehen, wird diese 6. Auflage sehr willkommen sein. Die wunderbaren Erlebnisse eines durch die Treulosigkeit des nächsten Verwandten seiner Mutter[,] seiner Heimath und seiner Güter beraubten jungen spanischen Grafen, dem wir inmitten der Wälder Mexiko's als dem Pflegesohn eines Gambusino wiederfinden, bilden den leitenden Faden, welcher durch das Ganze hindurchgeht. Natur- und Charakterschilderungen sind gleich frappant und fesselnd, ebenso die Darstellung der Culturzustände unter den Wilden. Wir können das Buch unserer frischen, fröhlichen Jugend angelegentlich empfehlen.[17]
Der Waldläufer ist ein Lieblingsbuch der deutschen Jugend geworden, der auch in seiner neuen Auflage derselben eine ebenso angemessene Unterhaltung als vielfache Belehrung gewähren wird.[18]

Positiv wurde auch die von Oskar Höcker bearbeitete Jugendfassung aufgenommen:

Die Ferry'sche Erzählung, längst anerkannt als eine der besten vorhandenen "Indianergeschichten", welche von jeher auf die Jugend besondere Reize geübt haben, gehört zu den wenigen derartigen Arbeiten, denen wirkliche Erlebnisse zu Grunde liegen, da sie einestheils das Product der eigenen Reiseeindrücke des Verfassers, anderntheils die Wiedergabe mehrfacher Mittheilungen ist, welche dem Verfasser aus dem Munde eines alten canadischen Jägers geworden sind. Hierzu gesellt sich der Vorzug, daß der Roman, neben seiner buntbewegten Scenerie auch einen ausgesprochen ethischen Hintergrund hat, der uns von Neuem erkennen läßt, wie die gütige Vorsehung diejenigen Menschen, welche bestimmt sind, einander anzugehören, auf wunderbare Weise zusammenführt und das Verbrechen schon hier auf Erden straft, möge der Schuldige auch fliehen in die Einöden des fernsten Westens.[19]

bei Karl May

Der Waldläufer - Jugendbearbeitung von Karl May in der von Franz Kandolf nochmals überarbeiteten Ausgabe der Gesammelten Werke

Karl May bearbeitete den Stoff für die Jugend. Das Ergebnis seiner Arbeit erschienen 1879 im Verlag Franz Neugebauer, Stuttgart. Siehe dazu Der Waldläufer (Karl May).

In Karl Mays Bibliothek war (laut Franz Kandolf) nur die sehr stark gekürzte Jugendbearbeitung des Waldläufer von A. H. Fogowitz vorhanden.

In einem Brief an seinen Verleger Friedrich Ernst Fehsenfeld schreibt May zu den geplanten Winnetou-Bänden: Es müßte ein ethnographisch-novellistisches Meisterstück werden, nach welchem 100000 Hände griffen, noch ganz anders als Lederstrumpf und Waldläufer, viel gediegener, wahrer, edler, eine große, verkannte, hingemordete, untergehende Nation als Einzelperson Winnetou geschildert.

Im Werk Mays finden sich mehrere Erwähnungen des Waldläufers:

  • In Deadly dust (veröffentlicht 1880) berichtet der Ich-Erzähler, dass er Verfasser einer bearbeiteten Übertragung des Waldläufers sei: Wir hatten die Apacheria durchritten, jenen Boden, den der Liebhaber von Abenteuer-Romanen beinahe klassisch nennen könnte, da der berühmte 'Waldläufer' von Gabriel Ferry aufdemselben spielt, und mich selber mußten diese weiten, vom Rio Gila durchzogenen Gründe auf das lebhafteste interessieren, da ich diesen 'Waldläufer' vor kurzem erst im Gewand einer Umarbeitung aus dem Französischen in das Deutsche übertragen hatte...
  • Im Roman Deutsche Herzen - Deutsche Helden (1886/87) kommt Lord Eagle-nest in Arizona in ein Gasthaus (Reprint, S. 1347): Er zog ein Buch aus der Tasche, dessen Ueberschrift, ins Deutsche übersetzt, folgendermaßen lautete: Der Waldläufer von Gabriel Ferry. Erster Band. Der Wirth warf einen Blick darauf und sagte: "Natürlich kenne ich es. Dieses Buch wird außerordentlich viel gelesen. Die Geschichte spielt in der Apacheria und am Rio Gila. Sie ist sehr interessant." – "Ja, ungemein interessant. Ich habe sofort, als ich sie gelesen hatte, den Entschluß gefaßt, auch Waldläufer zu werden, und bin aus England herüber gekommen, um ähnliche Abenteuer zu erleben." ... Später heißt es zu Ealge-nest: "Was sollte er hier am Rio Gila machen?" "Was thun wir hier? Er könnte ja ganz auf unseren Gedanken gekommen sein, nämlich Waldläufer zu werden. Es ist ja leicht möglich, daß er das Buch von Gabriel Ferry gelesen hat. Und wer dieses liest, dem kommt ganz sicher der Wunsch, nach dem Rio Gila zu gehen."

Illustratoren

Die deutschsprachigen Übersetzungen bzw. Neubearbeitungen des Waldläufers erschienen unter anderem auch mit Illustrationen von:

Anmerkungen

  1. Ralf Junkerjürgen: Nachwort. In: Gabriel Ferry: Die Kosakenjagd, Ablit, München 2013.
  2. Peter Richter: Schatzsucher, Musketiere und Waldläufer. Ein Streifzug durch die Abenteuerliteratur (Begleitband zur Weltbild-Sammelreihe Illustrierte Abenteuer-Klassiker), Weltbild, Augsburg 2012, S. 47.
  3. The German Early Cinema Database [1]
  4. Kinematographische Rundschau und Schausteller-Zeitung "Die Schwalbe", Nr. 106, 17. März 1910, S. 5 f. Der Bericht erschien in der Rubrik Wöchentliche Filmsneuheiten, die [o]ffizielle, behördlich zensurierte Filmsbeschreibungen enthielt.
  5. Nina Becker: Werkverzeichnis Gabriel Ferry. In: Gabriel Ferry: Die Kosakenjagd, Ablit, München 2013.
  6. Bis hierhin nach: Hanswilhelm Haefs: Karl Mays "Waldläufer". Spurensuche in Mexiko, S. 10 f.
  7. Aiga Klotz: Kinder- und Jugendliteratur in Deutschland 1840–1950. Band I (A–F), Stuttgart 1990, S. 442.
  8. Verzeichniß der Bücher Landkarten, etc., welche vom Juli bis December 1869 neu erschienen oder neu aufgelegt worden sind. Christian Kaiser, München, S. 154.
  9. Hermann Zastrow bei Abenteuerroman.info.
  10. Paul Moritz bei Abenteuerroman.info.
  11. Andrä Heinrich Fogowitz bei Abenteuerroman.info.
  12. Eintrag zum Hoffmann-Waldläufer bei Abenteuerroman.info.
  13. Maarten van Diggelen/Hans-Dieter Steinmetz: Die holländischen Karl-May-Ausgaben. 100 Jahre Karl May in den Niederlanden (Sonderheft der Karl-May-Gesellschaft Nr. 87), S. 43 und 56.
  14. Oskar Höcker: Vorwort in Der Waldläufer, zitiert nach der Ausgabe aus Meidinger's Jugendschriften Verlag.
  15. Hamburger Literarische und Kritische Blätter. Verlegt und redigirt von F. Riebour, 28. Jg., Nr. 96, 1. Dezember 1852, S. 755.
  16. Magazin für die Literatur des Auslandes, Nr. 49/1864, S. 872.
  17. Deutsche Romanzeitung, 1867, S. 948.
  18. Ueber Land und Meer. Allgemeine illustrirte Zeitung, Bd. 19, 1868, S. 174.
  19. Wissenschaftliche Beilage der Leipziger Zeitung, Nr. 96/1877, S. 579 f.

Weblinks