Inn-nu-woh, der Indianerhäuptling

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Handelnde Personen in
Inn-nu-woh, der Indianerhäuptling

Fred Forster (hier noch vornamenslos)
Ich-Erzähler
Inn-nu-woh
Jim (hier noch namenlos)
Ned
Colonel Webster (hier noch namenlos)
Websters Tochter (hier noch namenlos)


Handlungsorte

New Orleans
Mississippi
Wilder Westen

Aus der Mappe eines Vielgereisten von Karl May. Nr. 1. Inn-nu-woh, der Indianerhäuptling ist die früheste bekannte Indianer-Erzählung Karl Mays.

Textgeschichte

Die Erzählung wurde im September 1875 in der ersten Nummer der Zeitschrift Deutsches Familienblatt abgedruckt.[1]

Unter dem Titel Aus der Mappe eines Vielgereisten. Von Carl May. Inn-nu-woh, der Indianerhäuptling erschien der Text im Dezember 1877 im Neuen Unterhaltungs-Blatt.[2]

1885 wurde der Text unter dem Titel Aus der Mappe eines Vielgereisten von Karl May. Inn-nu-woh, der Indianerhäuptling im Kalender Neuer deutscher Reichsbote veröffentlicht.[3]

Im Jahre 1900 erschien die Erzählung im Novellenschatz zur Allgemeinen Unterhaltungs-Bibliothek unter dem Titel Inn-nu-woh. Aus der Mappe eines Vielgereisten von Karl May.[4]

Im von Adalbert Fischer herausgegebenen Sammelband Humoresken und Erzählungen (1902, Nachauflagen 1906 und 1908) war diese Geschichte ebenfalls enthalten.[5]

Seit 1967 findet sich Inn-nu-woh, der Indianerhäuptling im Rahmen der Gesammelten Werke in modernisierter, nahezu unbearbeiteter Form im Band 71 Old Firehand wieder.

In der Reihe Karl May Taschenbücher erschien erstmals 1971 eine Lizenzausgabe des 71. Bandes.

1975 veröffentlichte die Karl-May-Gesellschaft als Privatdruck den Band Deutsches Familienblatt in der Reihe Erstdrucke Karl Mays in Faksimile-Ausgaben, in dem auch ein Reprint der Erstveröffentlichung enthalten war.

1978 erschien im Manfred Pawlak Verlag Herrsching der Sammelband Im fernen Westen als gebundene Ausgabe. Darin ist Inn-nu-woh, der Indianerhäuptling in modernisierter Fassung enthalten.

Der Pawlak-Band wurde 1983 als Taschenbuch neu aufgelegt und eine satzgleiche Lizenzausgabe davon 1992 im Leipziger Kommissions- und Großbuchhandel.

Im Reprint der Karl-May-Gesellschaft Fürst und Junker, der 1990 erschien, enthielt neben dem Roman Friedrich Axmanns auch May-Beiträge aus dem 1. Jahrgang des Deutsche Familienblatts, darunter auch diese Erzählung.

Im Sammelband Ein wohlgemeintes Wort des Gauke-Verlags (1994) findet sich ein Reprint der Fassung aus dem Neuen deutschen Reichsboten.

In den 1990er Jahren veröffentlichte der Weltbild Verlag in der Reihe Weltbild Sammler-Edition den Sammelband Die Fastnachtsnarren und andere Erzählungen 1, der u. a. Inn-nu-woh, der Indianerhäuptling in modernisierter Form beinhaltet.

2003 wurde der Erstdruck im Reprint-Band Old Firehand der Karl-May-Gesellschaft wiederveröffentlicht.

Bei BOD Norderstedt erschien 2008 der Sammelband Winnetou und Old Shatterhand, bearbeitet und herausgegeben von Hans-Peter Oswald. Unter der Überschrift Winnetou, der Indianerhäuptling ist darin die Erzählung Inn-nu-woh, der Indianerhäuptling enthalten. In der Bücherdatenbank heißt es dazu:

Der Text wurde unter Veränderung des Namens der Titelfigur offensichtlich von der May-Werke-CD gemoppst.[6]

Inhalt

Inn-nu-woh in Aktion

New Orleans: An der Anlegestelle des Mississippi-Dampfers wird der Ich-Erzähler, der die Stadt wegen des drohenden Gelben Fiebers verlassen will, vom schwarzen Diener des Hotels auf einen Indianer aufmerksam gemacht. Es handelt sich um Inn-nu-woh, einen Häuptling der Sioux, der soeben von Verhandlungen mit dem "Weißen Vater" (US-Präsident) aus dem Osten in den Wilden Westen zurückkehrt. Inn-nu-woh wird als älterer, breit gebauter Mann beschrieben, ein guter Schwimmer.

Es stellt sich heraus, dass beide auf demselben Dampfer reisen. Mit ihnen reist auch Fred Forster, der Besitzer einer Menagerie mit seinen Tieren. Darunter befindet sich ein bengalisches Königstigerweibchen. Bei einer riskanten Vorführung – um einer Wette willen – tötet der Tiger den Besitzer der Menagerie und erlangt so seine Freiheit. Die Tochter eines Yankees, der zuvor den Indianer schon zweimal tödlich beleidigt hatte, steht in akuter Gefahr, aufgefressen zu werden. Inn-nu-woh rettet sie, indem er mit ihr zusammen in den Fluss springt.

Den Dank des Vaters weist der Indianer stolz zurück und verschwindet mit Stammesgenossen auf einem Kanu.

Hörbuch

Eine kostenlose Hörbuchfassung dieses Textes wurde 2010 bei LibriVox veröffentlicht.

Sonstiges

  • Karl May hat diese Erzählung später umgearbeitet, sie ist 1878 unter dem Titel Winnetou. Eine Reiseerinnerung veröffentlicht worden.
  • Die Hauptmotive der Erzählung wurden um 1890 von May für die Jugenderzählung Der Schatz im Silbersee verwendet.
  • Willi Olbrich vermutet, dass es sich bei dem Text um die (unbekannte) Indianergeschichte handelt, die Karl May als 16-jähriger, also vermutlich 1858, an die Zeitschrift Die Gartenlaube schickte und die dort nicht veröffentlicht wurde.[7]

Anmerkungen

  1. Plaul/Klußmeier, S. 20, Nr. 6.
  2. Plaul/Klußmeier, S. 35, Nr. 47.
  3. Richter/Wehnert, S. 23 f.
  4. Plaul/Klußmeier, S. 242, Nr. 326.
  5. Plaul/Klußmeier, S. 259 f., Nr. 350; S. 289–291, Nr. 397; S. 319f., Nr. 446.
  6. Eintrag zum Band. Mit May-Werke-CD ist die CD-ROM Karl Mays Werke gemeint.
  7. Olbrich, Mays erste Indianererzählung, S. 13 f.

Literatur

Informationen zu Figuren in Karl Mays Werken finden Sie auch im Karl May Figurenlexikon.
Die zweite Auflage dieses Werkes finden Sie online auf den Seiten der KMG.

Weblinks