Ein Wink für unsere Hausfrauen

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Ein Wink für unsere Hausfrauen st ein Text aus der Rubrik Allerlei der von Karl May redaktionell betreuten Zeitschrift Frohe Stunden.

Text

Ein Wink für unsere Hausfrauen.

Bekanntlich haben manche Köchinnen die Gewohnheit, sowohl Fleisch als Gemüse, entweder um sie frisch zu erhalten oder aus bloßer Gedankenlosigkeit eine Zeit, oft Stunden lang, in’s Wasser zu legen. Dies ist ein verkehrtes Verfahren, das sehr viel dazu beiträgt, die zu verwendenden Stoffe, gleichviel, ob pflanzlichen oder thierischen Ursprungs, zu verschlechtern. Das Wasser besitzt nämlich in weit höheren Maße, als man gewöhnlich annimmt, die Kraft, diese Stoffe auszusaugen, und es sind dann gerade die feinsten Bestandtheile, welche immer zu erst ausgesogen werden. Der mehr oder minder große Kalkgehalt, den fast alle Brunnenwasser besitzen, trägt überdies auch dazu bei, die Thier- und Pflanzenfasser hart zu machen. Man sollte daher Vegetabilien wie Fleisch nie länger im Wasser lassen als gerade nothwendig ist um sie zu reinigen. Manche Köchinnen wissen aus Erfahrung, daß Spargel, Salat, Kohl etc. an Zartheit und Geschmack verlieren, wenn sie vor der Zubereitung mehr als unumgänglich nöthig ist, mit Wasser behandelt werden. Sie hüten sich deshalb, diese Gemüsearten zu kaufen, wenn sie gewaschen auf den Markt kommen. Diese aussaugende Kraft des Wassers wird in Bezug auf die Kochkunst noch viel zu wenig beachtet.

Herkunft

Der Text stammt nicht von May, sondern es handelt sich um eine Übernahme aus einer anderen Publikation. Er wurde am 28. Dezember 1877 in den Wöchentlichen Anzeigen für das Fürstenthum Ratzeburg abgedruckt.