Waldröschen

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Frühe und Kolportageromane

Waldroeschen HGM 188284.jpg



Personen & Handlungsorte
Waldröschen
Personen
Alfonzo
Petro Arbellez
Bärenherz
Büffelstirn
Familie Cortejo
Trapper Geierschnabel
Grandeprise
Kurt Helmers
Benito Juárez
Karja
Der kleine André
Henrico Landola
Sir Henry Lindsay
Mariano
Maximilian von Österreich
Familie de Rodriganda
Der schwarze Gérard
Karl Sternau
Rosa Sternau
Zarba
weitere...
Handlungsorte
Spanien:
Schloss Rodriganda
Saragossa
Mexiko:
Hazienda del Erina
Mexiko-Stadt
Kloster della Barbara
Europa:
Avranches
Berlin
Rheinswalden
weitere...

Den Kolportageroman Waldröschen oder die Rächerjagd rund um die Erde veröffentlichte Karl May unter dem Pseudonym Capitain Ramon Diaz de la Escosura im Verlag H. G. Münchmeyer in Dresden. Der Untertitel war Großer Enthüllungsroman über die Geheimnisse der menschlichen Gesellschaft. Der Roman erschien in 109 Fortsetzungen von Dezember 1882 bis August 1884 und umfasste 2.612 Seiten.

Inhalt

Illustration

Dem deutschen Arzt Karl Sternau gelingt es, den spanischen Grafen Emanuel de Rodriganda zu heilen und dessen Tochter Rosa de Rodriganda zu heiraten. Doch Gasparino Cortejo, der schurkische Verwalter des Grafen, hat bereits vor langer Zeit seinen eigenen Sohn gegen den Erben des Grafen ausgetauscht, um den Besitz der Rodrigandas in seine Hand zu bekommen. Er lockt Sternau nach Mexiko, wo er ihn in eine alte Pyramide sperrt. Sternau kann entkommen, wird jedoch nach einigem Hin und Her mit Freunden auf einer einsamen Insel ausgesetzt. Erst viele Jahre später werden sie befreit, nur um wiederum nach einigem Hin und Her im Kloster della Barbara gefangengenommen und -gehalten zu werden. Schließlich kann der Leutnant Kurt Helmers, der Verlobte von Sternaus Tochter, dem "Waldröschen", seinen Schwiegervater in spe befreien. Es folgt die große Wiedervereinigung der getrennten Familien Helmers, de Rodriganda, von Olsunna etc.

In diese Geschichte integrierte Karl May die Auseinandersetzung zwischen dem von Europa ernannten Kaiser Maximilian von Mexiko (Erzherzog Maximilian von Österreich) und dem mexikanischen Präsidenten Benito Juárez. Dabei stellte er sich eindeutig auf die Seite des Indianers Juárez. Den österreichischen Erzherzog Maximilian stellt er als integren, aber falsch beratenen Menschen dar. Bemerkenswert ist auch die Gestalt des bürgerlichen Leutnants Kurt Helmers, der für die arroganten Adeligen seines Regimentes einen Affront darstellt.

Kapitel

1. Der Kampf um die Liebe.
2. Das Geheimniß des Bettlers.
3. Die ersten Spuren.
4. Ein Menschenraub.
5. Zum Wahnsinn verurtheilt.
6. Die Weihnacht des Gefangenen.
7. Errettende Liebe.
8. Der schwarze Kapitän.
9. Die Heilung.
10. Die Zingarita.
11. Die Höhle des Königsschatzes.
12. Lebendig begraben.
13. Eine Tänzerin.
Zweite Abtheilung. Die erste Rachejagd. Erstes Kapitel. Der Auszug der Rächer.
2. Der verlorene Sohn.
3. Ein Wiedersehen.
4. Eine Heilung.
5. Tief unter der Erde.
6. Kurzes Glück.
7. Die Blume des Waldes.
Dritte Abtheilung. Der Sieg der Rächer. Erstes Kapitel. Ein Gardelieutenant.
2. Ein Sclave.
3. Kaiser Max von Mexico.
4. In geheimer Mission.
5. Der Anfang des Endes.
6. Das Ende.

Handlungsstränge

(die Zahlen geben die Lieferungen an)

  • Schloss-Rodriganda-Episode (Heilung von Don Emanuel und sein Verschwinden) . . . 1 - 10
  • Madeira-Abenteuer um Henrico Landola . . . 10
  • Rheinswalden I (Heilung von Rosa de Rodriganda) . . . 10 - 13
  • Saragossa I (Vorgeschichte von Karl Sternau) . . . 13 - 16
  • Königsschatz-Episode (Mexiko I) . . . 16 - 23
  • Saragossa II (Vorgeschichte um Manfredo de Rodriganda, Henrico Cortejo und Hanetta Valdez) . . . 23 - 26
  • Paris (Vorgeschichte von Gérard Mason) . . . 26 - 29
  • Rheinswalden II (schließt nahtlos an Rheinswalden I an, fließender Übergang von Paris) . . . 29 - 32
  • Avranches (Rückkehr des Herzog von Olsunna) . . . 32 - 35
  • Piratenkämpfe I . . . 35
  • Rheinswalden III (Verlobungen) . . . 35 - 36
  • Piratenkämpfe II (Befreiung von Mariano) . . . 36 - 37
  • Mexiko II (Heilung von Anton Helmers, Kampf um Verdojas Pyramide, Verschleppung von Sternau & Co.) . . . 37 - 49
  • Rheinswalden IV (Geburt von Rosa Sternau) . . . 49
  • Berlin (Kurt Helmers bei den Gardehusaren) . . . 49 - 54
  • Härrär (Rückkehr von Graf Ferdinando / Rettung der Ausgesetzten) . . . 54 - 59
  • Mexiko III (Kampf um Fort Guadeloupe / Verschleppung ins Kloster della Barbara) . . . 59 - 86
  • Rheinswalden/Berlin (Trapper Geierschnabel in Deutschland) . . . 86 - 91
  • Spanien (Rückkehr von Gasparino Cortejo) . . . 91 - 94
  • Mexiko IV (Befreiung von Sternau & Co. / Tod des Kaiser Max) . . . 94 - 108
  • Finale in Deutschland (Maskenball in Rheinswalden) . . . 108 - 109

Handlungszeitraum

Ausgehend von dem historischen Datum der Erschießung von Kaiser Maximilian von Mexiko 1867 sollten sich eigentlich sich die übrigen Zeiträume wenigstens einigermaßen eingrenzen lassen: Die Anfangsepisode um Schloss Rodriganda wäre somit auf ca. 1850 zu datieren, die Königsschatz-Episode auf 1847/48 und die Geschehnisse in Saragossa auf etwa 1823.

Nun stößt hier der aufmerksame Leser auf eine für Karl May typische Nachlässigkeit in in der chronologischen Einordnung seiner Handlungsabläufe: Fand, wie oben erschlossen, die Königsschatz-Episode ca. 1847/48 statt, so herrschte Krieg zwischen Mexiko und den USA; also war die Gegend des Rio Grande sicher nicht eine so "friedliche" gewesen, wo nur Abenteuer à la Karl May erlebt werden konnten. Zweitens: Sternau als "Matave-se" forschte nach ein paar Jahren in Mexiko (Erlebnisse mit Verdoja und Co.), aber in dieser Zeit kämpft Benito Juárez mit dem mexikanischen Präsidenten Miramón. Der war nun Präsident von 1859 bis 1861. Sechzehn Jahre (!) danach ist Kurt Helmers Gardeleutnant in Berlin, da spricht man über den Krieg Preußens gegen Österreich und die süddeutschen Staaten, aber der war schon 1866.

Werk

Ausgaben mit Einzelartikeln:

zeitgenössische Ausgaben:

Übersetzungen:

neuere Ausgaben:

Fassungen

  • Manuskript (verschollen)
  • Erstsatz
  • späterer Nachdruck mit neuen Illustrationen und leichter Textbearbeitung (Vorlage für den Olms-Reprint)
  • Fischer-Ausgabe

Erstausgabe

Illustration mit dem Titel "Waldröschen"
Er [= Münchmeyer] hatte eine persönliche Vorliebe für den nichtssagenden Titel "Das Waldröschen“. Ich ging auch hierauf ein, hütete mich aber, ihm sonst noch irgendwelche Konzessionen zu machen.[1][2]

Mays erster und berühmtester Kolportageroman erschien ab November 1882 unter Pseudonym im Verlag Heinrich Gotthold Münchmeyer. Das Pseudonym war eine Bedingung Karl Mays, dessen Name durch andere Veröffentlichungen bereits bekannt war und der nicht mit diesen Lieferungsromanen in Verbindung gebracht werden wollte. Insgesamt wurden es 109 Lieferungen (S. 3 bis 2.612).

Die Erstausgabe wurde mit Illustrationen (eine zu jedem Heft) versehen. Jedes Kapitel wurde durch ein Gedicht eingeleitet.

May sagte später, er habe keinerlei Korrekturabzüge erhalten.[3] Das ist offenbar falsch. Er erhielt welche, las sie aber aus Zeitmangel nicht.[4] Dadurch hatte er keine Gelegenheit, Originalmanuskript mit gedruckter Fassung zu vergleichen. Die später monierten "unsittlichen" Stellen können daher durchaus von dritter Hand hineingebracht worden sein. Da Karl May nur für 107 Hefte Honorar erhielt[5], vermutet Siegfried Augustin, dass zwei Lieferungen möglicherweise nicht von May stammten.

Die Anzahl der Nachdrucke zwischen 1882 und 1899 lässt sich nicht mehr feststellen. Dabei variiert vor allem die Schreibweise des Pseudonyms ("Capitän" bzw. "Capitan" statt ursprünglich "Capitain").

Nachauflagen

Die Nachauflagen (überwiegend Neusatz) entstanden zwischen 1899 und 1902. Hier hieß der Roman dann "Das Waldröschen oder Die Verfolgung rund um die Erde".

Eine vierbändige Buchausgabe davon wurde zwischen 1908 und 1914 vertrieben.

Band 1 der Fischer-Ausgabe

Fischer-Ausgabe

Gegen Karl Mays Willen erschien 1902 - unter Brechung des Pseudonyms - die sogenannte Fischer-Ausgabe. Das "Waldröschen" wurde dabei als der dritte Roman in der Reihe "Karl May's illustrierte Werke" veröffentlicht. Es erschien in 44 Teillieferungen (Januar 1902 bis Februar 1903) oder in Buchform (sechs Bände; ab Mai 1902).

1. "Die Tochter des Granden" (1902)
2. "Der Schatz der Mixtekas" (1902)
3. "Matavase, der Fürst des Felsens" (1902)
4. "Erkämpftes Glück. Band I" (1902)
5. "Erkämpftes Glück. Band II" (1902/03)
6. "Erkämpftes Glück. Band III" (1903)

Paul Staberow hatte dafür im Auftrag Fischers den Text bearbeitet.

Nach einem gerichtlichen Vergleich durfte die Fischer-Ausgabe den Namen "Karl May" nicht mehr führen, da die Texte "durch Einschiebungen und Abänderungen von dritter Hand eine derartige Veränderung erlitten haben, dass sie in ihrer jetzigen Form nicht mehr als von Herrn May verfasst gelten können."

Nach 1908 erschienen die Kolportageromane, darunter das Waldröschen, daher anonym.

Die Obrecht-Ausgabe

Zwischen September 1912 und April 1913 erschien Helden der Treue oder Erkämpftes Glück in 44 Lieferungen im Verlag Robert Obrecht, Bern (Druck von H. G. Münchmeyer). Als Autor wurde ein "Fritz Perner" genannt. Dabei handelt es sich aber um einen Nachdruck der Fischer-Ausgabe.

Ausgabe im Karl-May-Verlag

Nach Übernahme der Rechte durch den Karl-May-Verlag in Radebeul wurde der Roman gründlich auseinandergepflückt und neu zusammengesetzt. Einzelne Teile wurden dabei völlig neu geschrieben und andere fielen vollständig weg. Darüber hinaus wurde die auf mehreren Zeitebenen spielende Handlung chronologisch geordnet. Ab 1924 erschien der Roman innerhalb der Gesammelten Werke in fünf Bänden.

  1. Schloß Rodriganda (1924)
  2. Vom Rhein zur Mapimi (1924; ab 1940 Die Pyramide des Sonnengottes)
  3. Benito Juarez (1924)
  4. Trapper Geierschnabel (1925)
  5. Der sterbende Kaiser (1925)

Ein sechster Band mit Handlungsresten und dem Titel Die Kinder des Herzogs wurde 1995 angefügt.

Übersetzungen

Das Waldröschen auf tschechisch
Die slowenische Ausgabe

Während des Prozesses gegen Pauline Münchmeyer gab May an, das "Waldröschen" sei in Deutschland und Amerika je in ungefähr 500000, in Österreich teils in deutscher, teils in fremden Sprachen in ungefähr 300000 Exemplaren über die zulässige Anzahl von 20000 hinaus verbreitet worden.[6]

2007 gelang Wolfgang Hermesmeier und Stefan Schmatz der Nachweis, dass es bereits 1886 eine amerikanische Waldröschen-Übersetzung gegeben hat. Diese erschien im Verlag von Alwin Eichler, der für Heinrich Gotthold Münchmeyer arbeitete. Der Titel der Übersetzung lautete "Mariano or Hunted Around the World". Der Autorenname wurde nicht genannt. Später erschien der Roman auch unter anderen Titeln ("Rosita", "The Treasure of the Miztecas or Thy Mystery of Rodriganda"; beide nach 1902) in den USA.

Eine italienische Übersetzung wurde 1892 von G. Spiller in Genua unter dem Titel Rosetta delle Selve, ossia persecuzione fino in capo al mondo. Gran romanzo sociale. Rivelazione dei secreti della società umana del Capitano Ramon Diaz de la Escosura. (Röschen der Wälder, oder die Verfolgung bis zum Ende der Welt. Großer Gesellschaftsroman. Enthüllung der Geheimnisse der menschlichen Gesellschaft von Capitano Ramon Diaz de la Escosura)[7]

Eine erste Übersetzungs ins Niederländische von Dr. Sterel wurde 1894/95 unter dem Titel De Familie Rodriganda of De Vervolging om de aarde in drei Bänden veröffentlicht,[8] von 1925 bis 1929 erschien eine weitere niederländische Übersetzung von C. van der Tonge-Koster in sieben Bänden: Matavase, de Vorst der Rotsen, Het Roofschip van Landola, De Hacienda del Erina, De Slaaf van Haarar, De Schrik der Sacanne, Met Cortejo in de Prairie und De Gavangenen van Santa Jaga.[9] 1966/67 erschien in der Taschenbuchausgabe von Het Spectrum eine fünfbändige Neuübersetzung auf Basis der Gesammelten Werke unter den Titeln Slot Rodriganda, De Piramide der Azteken, Juarez von Mexico, Kanselier en Prairiejager und De stervende Keizer.[10] Diese Bände erreichten im Zeitraum bis 1978 drei, bzw. im Fall von Juarez van Mexico zwei Auflagen.

Eine spanische Übersetzung erschien in zwei Bänden 1895 in Barcelona unter dem Titel "El Secreto del Mendigo" (Verlag Gebrüder Rubinstein).[11]

Eine slowenische Übersetzung erschien 1901 unter dem Titel Beračeve skrivnosti ali preganjanje okoli sveta, velik roman, poln razkritja skrivnosti človeške družbe (Wien: J. Rubinstein), 101 Hefte, 3227 S.

Eine tschechische Übersetzung erschien unter dem Titel Lesní Růženka aneb Pronásledování kolem celé země in fünf Bänden, insgesamt 2.944 Seiten, ebenfalls im Verlag Josef Rubinstein. Es gibt verschiedene Ausgaben mit farbigen oder schwarzweißen Illustrationen.

Eine schwedische Übersetzung erschien 1903 unter dem Titel Växlande öden (Wechselvolle Schicksale) und der Verfasserangabe Kapten Allan Clark. Der Roman ist gestrafft und gekürzt und umfasst nur noch 832 Seiten, die Illustrationen sind zum Teil der Fischer-Ausgabe entnommen.

Unter dem Titel Rosita erschien vom 31. Januar 1913 bis zum 30. Juli 1914 eine französische Übersetzung in der Zeitschrift L’Inedit, die aber nach 817 Seiten der Münchmeyer-Ausgabe, vermutlich wegen des Kriegsausbruchs, eingestellt wurde.[12]

Zwischen 1953 und 1960 erschien eine Übersetzung ins Rätoromanische. Der Roman wurde ab dem 14. April 1953 in sechs Teilen in Gasetta Romonscha veröffentlicht. Die Übersetzung der Teile 1 bis 4, die vermutlich auf Basis der Ausgabe des Pfeil-Verlags erfolgte, stammte von Canonicus Carli Fry, die Teile 5 bis 6 übersetzte nach dessen Tod Aluis Arpagaus vermutlich auf Basis der Ueberreuter-Ausgabe.[13]

2017 legte Marlies Bugmann eine englische Neuübersetzung unter dem Titel The Rodriganda Romances vor.

Verfilmungen

Im Rahmen eines Schulprojekts entstand auch ein Film nach Motiven des Romans, der in Stop-Motion-Technik mit Hilfe von Lego-Figuren hergestellt wurde.[15]

Zudem gab es mehrere Filmprojekte zum Waldröschenstoff, die aber nicht über die Planungsphase hinauskamen. 1964 plante die Rialto-Film unter Horst Wendlandt den Film Trapper Geierschnabel, auch Artur Brauner von der CCC-Film befasste sich mit dem Stoff zu einem Geierschnabel-Film. Georg Marischka hatte 1965 Pläne zu einem Film Der schwarze Gerard, der aber ebenfalls nicht verwirklicht wurde.

Vertonungen

Von "Metronome Records" stammt das Hörspiel "Trapper Geierschnabel" (1974).

Auch das Label Maritim nahm sich des Stoffes an und produzierte zwei Hörspiele:

  • "Die Pyramide des Sonnengottes" (1976)
  • "Trapper Geierschnabel" (1976)

Sämtliche Hörspiele orientieren sich an der Ausgabe aus dem Karl-May-Verlag und nutzen dementsprechend andere Figurennamen als in dem Originalroman.

Bühnenfassung
Cover des Programm-Buches

Dramatisierungen

Hannover

Das Theaterstück "Das Waldröschen" wurde als eine Parodie auf dieses Genre am 23. Oktober 1977 am Schauspielhaus Hannover im "Ballhof" uraufgeführt. Für die Bühne entdeckt von Wolfgang Grüter, bearbeitet von Götz Löpelmann und Astrid Fischer-Windorf.

siehe auch: Das Waldröschen oder die Verfolgung rund um die Erde. Ein melodramatischer Bilderbogen von Karl May

Mönchengladbach

Eine weitere Bearbeitung für die Bühne unter dem Titel "Schloss Rodriganda. Eine Verfolgung rund um die Erde. Revue von Karl May." erfolgte durch Astrid Fischer-Windorf, Götz Loepelmann, Wolfgang Trevisany und Gerhard Weber. Dieses Stück wurde am 16. November 1985 im Schauspielhaus Mönchengladbach uraufgeführt. Dazu erschien ein ausführliches Programm als Taschenbuch mit einer Besetzungsliste, den Texten des Stückes, Informationen zu Karl May und dem historischen Kontext der Textgrundlage.

Weitensfeld

Ein Stück "Der Schatz der Azteken" wurde im Jahr 2000 in Weitensfeld aufgeführt. Die Handlung hat jedoch außer einigen Rollennamen keine Ähnlichkeit mehr mit dem "Waldröschen".

Sonstiges

Die Erstausgabe schließt mit den Worten:

Und die Anderen, welche noch zu erwähnen wären? Zarba, die Zigeunerin, nebst ihren Leuten, Pepi und Zilli, die schönen Mexikanerinnen, nebst Berthold und Willmann, den beiden österreichischen Aerzten, wo sind sie geblieben? Was ist ferner aus dem Gärtner Bernardo geworden, welcher mit Don Ferdinando aus Härrär entfloh, und aus Wagner, dem braven, deutschen Seecapitän? Nun, diese beiden Letzteren sind reichlich belohnt worden und jetzt wohlhabende Herren. Ueber die Anderen aber bereitet sich noch heut ein ebenso mystisches wie hochinteressantes Dunkel, welches sich erst dann lichten kann, wenn der geneigte Leser so freundlich ist, einen Blick in den Roman »Der verlorene Sohn« zu werfen, welcher von demselben Verfasser geschrieben ist und bei demselben Verleger zur Ausgabe gelangt wie das gegenwärtig von allen lieben Freunden herzlichen Abschied nehmende »Waldröschen.«

Ein Versprechen, das nicht eingelöst wird.

Laut einer Erklärung von Rosalie Freitag am 7. Juni 1902 habe Münchmeyer das Waldröschen selbst begonnen; es sei aber von May vollendet worden.[16]

Textrecyling: Karl May selbst übernahm 1895 für den zweiten Band seiner Surehand-Trilogie die Episode um den Schatz der Miztecas in sein Königsschatz-Kapitel.

Fehlender Text: Der erste Schlagabtausch mit Landola findet im Südatlantik statt, Sternau rettet einen britischen Kauffahrer. Helmers meint, Landola müsse nun nach Westindien. Die "Rosa" observiert den Piraten erst, um sicher zu sein, und eilt ihm dann in die Karibik voraus.[17] Mit Beginn der 36. Lieferung befindet sich die Rosa jedoch in einem afrikanischen Fluss anstatt in der Karibik und hat gerade eine Barke des Piraten auf den Flussgrund gesetzt. Anschließend müssen beide, Sternau wie Landola, erst noch nach Kapstadt.[18] In der Karibik bei der Rettung Marianos ist Quimbo an Bord. Auch das macht weitere Handlung in Afrika zwingend notwendig.

Karl Serden nennt in Ein verschwundenes Waldröschen-Kapitel? verschiedene Theorien; man muss jedoch beachten, dass die Lieferungen 35/36 ebenso wie die vorherigen und die folgenden genau volle 24 Seiten enthalten - um die Streichung einer größeren Textpassage oder gar eines ganzen Kapitels kann es sich also nicht handeln. Somit bleiben nur das Vertauschen zweier Passagen aus verschiedenen Geschichten oder ein Versehen Mays selbst, welches Serden mit Themenverwechselung durch Überarbeitung begründet.

2014 gelang Wolfgang Hermesmeier und Stefan Schmatz der Nachweis eines zeitgenössischen, deutschsprachigen Raubdrucks in den USA unter dem Titel "Die feindlichen Brüder".

Anmerkungen

  1. Karl May: Mein Leben und Streben, S. 202.
  2. Hermesmeier/Schmatz sehen Parallelen zu der Lebensgeschichte von "Carmen Sylva", die eine "Waldröschen" genannte, hessische Prinzessin war. (Hermesmeier/Schmatz: "Waldröschen". Königin von Rumänien. Auf der Suche nach der Herkunft eines Romantitels. In: Karl May & Co. Nr. 114/2008.)
  3. Karl May, Mein Leben und Streben, S. 202 f.
  4. Karl-May-Chronik I, S. 289.
  5. S. Augustin, Der geschliffene Diamant. In: 75 Jahre KMV, S. 71.
  6. Karl-May-Chronik III, S. 33.
  7. Klaus-Peter Heuer: Rosetta delle Selve - Das italienische Waldröschen, In: Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 86, S. 14 ff.
  8. Maarten van Diggelen und Hans-Dieter Steinmetz: Die holländischen Karl-May-Ausgaben. 100 Jahre Karl May in den Niederlanden, S. 27
  9. Diggelen / Steinmetz, S. 33
  10. Diggelen / Steinmetz, S. 42 f.
  11. Karl-May-Chronik I, S. 495.
  12. Christoph Blau und Ulrich von Thüna: Karl May in Frankreich, S. 66
  13. * Elmar Elbs: Karl May in Rätoromanisch. Eine sensationelle Entdeckung der Schweizer Karl-May-Freunde. In: Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 140/2004, S. 58 ff. (Onlinefassung)
  14. Eintrag bei Wikipedia.
  15. Forumsdiskussion.
  16. Karl-May-Chronik III, S. 66.
  17. Karl May: Waldröschen, S. 824.
  18. Karl May: Waldröschen, S. 851 f.

Literatur

  • Euchar Albrecht Schmid (Hrsg.): "Waldröschen" [die Neufassung des ersten Münchmeyer-Romans zu den Gesammelten Werken Karl Mays Bd. 51-55]. In: Karl-May-Jahrbuch 1926, S. 238-244.
  • W. Haverkamp/U. Pesch: Karl Mays Waldröschen. Ein Kolportageroman des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Dissertation, Aachen 1971.
  • Heinz Stolte: "Waldröschen" als Weltbild. Zur Ästhetik der Kolportage. In: Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft (Jb-KMG) 1971, S. 17-38. (Onlinefassung)
  • Karl Mays WALDRÖSCHEN. Ein Kolportageroman des 19. Jahrhunderts. Sonderheft der Karl-May-Gesellschaft Nr. 1/1972. (Onlinefassung)
  • Friedhelm Munzel: Karl Mays Frühwerk "Das Waldröschen" Eine didaktische Untersuchung als Beitrag zur Trivialliteratur der Wilhelminischen Zeit. Dissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Erziehungswissenschaften an der Pädagogischen Hochschule Ruhr in Dortmund. Blasaditsch GmbH Augsburg 1977. Spätere Fassung: Karl Mays Erfolgsroman Das Waldröschen. Eine didaktische Untersuchung als Beitrag zur Trivialliteratur der Wilhelminischen Zeit und der Gegenwart. Germanistische Texte Band 6. Georg Olms Verlag Hildesheim/New York 1979. ISBN 3-487-06873-7
  • Neues vom WALDRÖSCHEN und seinem Verleger Münchmeyer. S-KMG Nr. 31/1981. (Onlinefassung)
  • Karl Serden: Ein verschwundenes Waldröschen-Kapitel? [Hypothese, dass der Robert Surcouf-Text aus dem Waldröschen-Manuskript ist]. In: Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft (M-KMG) Nr. 57/1983, S. 27-30. (Onlinefassung)
  • Bettina Müller: Zur Darstellung der Frau und der Beziehung der Geschlechter in Karl Mays " Waldröschen". S-KMG Nr. 65/1986. (Onlinefassung)
  • Gerhard Klußmeier: Nachwort. In: Waldröschen oder die Rächerjagd rund um die Erde. Band VI. Reprint in der Edition Leipzig. Leipzig 1989.
  • Rudi Schweikert: Rodensteiner redivivus oder Die Wissensprobe. Artistisches Erzählen in Karl Mays "Waldröschen". In: M-KMG Nr. 82/1989, S. 17-20. (Onlinefassung)
  • Stefan Schmidt: Das "Shatterhand"-Paradoxon. M-KMG, Nr. 106/1995, S. 62-65. (Onlinefassung)
  • Helmut Lieblang: Post quem, ante quem. In: M-KMG, Nr. 109/1996, S. 31-32. (Onlinefassung)
  • Klaus Ludwig: Biographisches in Karl Mays "Waldröschen" . S-KMG Nr. 109/1996. (Onlinefassung)
  • Rudi Schweikert: Vom Starstechen oder Die Wonne des Aufzählens. Eine Kleinigkeit zur Quellensituation von Karl Mays Lieferungsroman "Das Waldröschen". In: M-KMG Nr. 111/1997, S. 19. (Onlinefassung)
  • Gert Ueding: Waldröschen. In: Gert Ueding/Klaus Rettner (Hrsg.): Karl-May-Handbuch. Königshausen & Neumann Verlag Würzburg 2001, S. 312-319.
  • Rolf Dernen: Waldröschen. Aus der Werkstatt eines Erfolgsschriftstellers III. In: KARL MAY & Co. Nr. 89/2002, S. 24-26.
  • Thomas Schwettmann: Rätselhafte Kämpfe mit Piraten oder Die seltsame Jagd auf Kapitän Landola [zu den Brüchen im Waldröschen]. In: Karl May in Leipzig, Nr. 55/2003, S. 11-14.
  • Wolfgang Hermesmeier/Stefan Schmatz: Waldröschen in New York. In: Karl May & Co. Nr. 108/2007.
  • Wolfgang Hermesmeier/Stefan Schmatz: "Waldröschen". Königin von Rumänien. Auf der Suche nach der Herkunft eines Romantitels. In: Karl May & Co. Nr. 114/2008.
  • Wolfgang Hermesmeier/Stefan Schmatz: Waldröschen in Old England. Unbekannte May-Abdrucke entdeckt (XXIII). In: Karl May & Co. Nr. 140, 2015.
  • Rudi Schweikert: Das Waldröschen unter fremdem Kapitän. In: M-KMG, Nr. 162/2009, S. 50-59. (http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/seklit/m-kmg/162/162.pdf Onlinefassung])
  • Christoph Blau: "Vom Verfasser des Waldröschen". Bibliografische Notizen zu einer ungewöhnlichen Verfasserangabe bei der Fischer-Ausgabe des Weg zum Glück. In: Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 192, 2017.

Weblinks

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