Gérard Mason

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Werke mit
Gérard Mason
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Waldröschen

Koljo Dontschev als Gérard

Gérard Mason heißt im Waldröschen ein Pariser Schmied und Verbrecher (Garotteur), der später unter dem Pseudonym Der schwarze Gerard (so genannt wegen seines schwarzen Vollbarts) ein berühmter Westmann wird.

in Paris

Er steht zunächst unter dem Einfluss seines faulen, trunksüchtigen Vaters, der ihn zu Diebstahl und Mord anstiftet und mit dem zusammen er schon mehrfach im Gefängnis saß. Als Garotteur überfällt er in den nächtlichen Straßen von Paris angetrunkene Passanten, indem er ihnen die Kehle zuschnürt, bevor er sie ausraubt. Auf einem dieser Raubzüge fällt ihm das Notizbuch Alfonzo de Rodrigandas in die Hände, das alle Schandtaten des falschen Grafen enthält. Er tritt (als Räuber unerkannt) in Alfonzos Dienste und nimmt den Grafen aus, indem er vorgibt, den Dieb des Buches zu kennen. Mit Alfonzo reist er dann als dessen Diener nach Deutschland - wegen seiner verstorbenen Mutter, die eine Deutsche war, spricht er gut Deutsch - und soll helfen, Rosa de Rodriganda umzubringen. Er warnt Rosa jedoch, da er ein neues, ehrliches Leben beginnen will und ihrem Ehemann, Karl Sternau, Dank für die Rettung seiner Schwester Annette schuldet. Mit dem Geld, das er Alfonzo abschwindelte, kauft er seine Geliebte, die Prostituierte Mignon, frei, die ihn jedoch wegen eines reichen Mannes verlässt; daraufhin fährt er enttäuscht nach Amerika.

in Mexiko

Gérard in Mexiko

Der Leser verliert ihn dann für eine Weile aus den Augen. Schließlich trifft er ihn in Mexiko wieder:

Er war hoch und stark gebaut und sein Gesicht wurde von einem dunklen Vollbarte eingerahmt. Er mochte bereits ein Stück in die dreißig hinein sein, konnte aber recht gut als bedeutend jünger gelten. Er trug eine sehr fadenscheinige mexicanische Hose und darüber eine wollene Blouse, welche vorn offen stand und die bloße Brust sehen ließ, welche er dem Sturmwinde geboten hatte. Ein schmaler Ledergürtel ging um seine Hüften. In demselben steckten zwei Revolver und ein Messer. Die Büchse, welche er neben sich an den Tisch gelehnt hatte, schien keinen Groschen werth zu sein, wie überhaupt seine ganze Bekleidung einen abgeschabten Eindruck machte. Wer aber in seine kräftigen, etwas melancholischen Züge blickte, und sein großes, dunkles Auge sah, der hätte ihn sicher nicht nach diesen Kleidern beurtheilt.[1]

Als 30jähriger ist er unter dem Namen Der schwarze Gérard ein bekannter Westmann. Er sorgt im Llano estakado dadurch für Ordnung, dass er die Stakemen erbarmungslos bekämpft. Er trägt eine Büchse, deren Schaft aus Blei und Gold ist. Er ist Anhänger von Benito Juárez.

"Ich bin ein Franzose, aber doch kein Werkzeug des kaiserlichen Blutdurstes. Ich liebe Mexiko und seine Bewohner und wage gern mein Leben, um sie von der gegenwärtigen unrechtmäßigen Regierung zu befreien."[2]

Auf seinen Streifzügen entdeckte er eine Bonanza und ist somit deutlich reicher, als er aussieht. (Sein Gewehrkolben ist seine Börse.)

In Fort Guadeloupe lernt er Resedilla Pirnero kennen, in die er sich verliebt, der er aber wegen seiner Vergangenheit seine Liebe nicht gestehen will. Er rettet Resedilla vor einer Vergewaltigung durch einen französischen Offizier und beschützt sie und Graf Ferdinando de Rodriganda vor französischen Plünderern. Da er seine Liebe zu Resedilla für unerfüllbar hält, kämpft er in dem Gefecht um Fort Guadeloupe an den gefährlichsten Stellen und wird dabei schwer verletzt. Resedilla pflegt ihn gesund. Bei der Einnahme von Chihuahua spielt er dann wieder eine bedeutende Rolle. Dort hat er Kontakt zu Emilia, der schönen Spionin von Juarez, die Gérard, der sie bereits aus Kindertagen kennt und ihr einst in St. Louis das Leben rettete, leidenschaftlich liebt. Er weist diese Liebe jedoch zurück.

Nach langem Zögern von beiden Seiten erklären sich Resedilla und Gérard dann doch ihre Liebe und beschließen zu heiraten. Als seine Schwester Annette unverhofft in Mexiko auftaucht, kauft er ihr die Venta Pirneros. Auf der Hazienda del Erina kann Gérard den Giftanschlag Pater Hilarios zunichte machen und folgt dann der Spur des verschollenen Karl Sternau. In Santa Jaga gerät er im Dunkeln mit dem Trapper Geierschnabel zusammen und trägt mit ihm ein Ohrfeigenduell aus, bis Kurt Helmers das Missverständnis aufklärt. Dann befreien die drei alle im Kloster von Hilario Eingesperrten und führen Henrico Landola und die Cortejos ihrer gerechten Strafe zu.

Gérard nimmt mit Resedilla am Maskenball in Rheinswalden teil. Er kehrt mit seiner Frau nach Mexiko zurück.

Sonstiges

Der Vorname wird zu Anfang des Romans Gerard geschrieben, später dann durchgehend Gérard.

im Film

Ein von Georg Marischka 1965 geplanter Film Der schwarze Gérard (mit William Rothlein) in der Titelrolle wurde nicht verwirklicht.

In dem TV-Film Präriejäger in Mexiko wird er von Koljo Dontschev gespielt.

Anmerkungen

  1. Karl May: Waldröschen. In: Karl Mays Werke, S. 12795 f. (vgl. KMW-II.6, S. 2086).
  2. Karl May: Waldröschen. In: Karl Mays Werke, S. 12919 (vgl. KMW-II.6, S. 2165).

Literatur

Informationen zu Figuren in Karl Mays Werken finden Sie auch im Karl May Figurenlexikon.
Die zweite Auflage dieses Werkes finden Sie online auf den Seiten der KMG.