Preußisch-Österreichischer Krieg 1866

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Der Preußisch-Österreichische Krieg von 1866, auch Deutscher Krieg, Deutsch-Deutscher Krieg, Einigungskrieg oder Deutscher Bruderkrieg genannt, wurde um die Vorherrschaft im Deutschen Bund ausgetragen. Er endete mit einem Sieg Preußens (und seiner Verbündeten) über Österreich (und seine Verbündeten) und hatte die Auflösung des Deutschen Bundes zur Folge. Preußen übernahm damit von Österreich die politische Vormachtstellung unter den deutschen Ländern und gründete den Norddeutschen Bund. Einige Jahre später entstand die sogenannte kleindeutsche Lösung, d.h. ein deutscher Nationalstaat ohne die deutschen Gebiete Österreichs.

Verlauf und Folgen

Die Ursachen für den Krieg lagen in der österreichisch-preußischen Auseinandersetzung um die Führungsrolle im Deutschen Bund. Äußerer Anlass (also Vorwand) für den Krieg war der Streit um die Verwaltung Schleswig-Holsteins nach dem Ausgang des Deutsch-Dänischen Krieges, beides zu diesem Zweck geschickt arrangiert.

Am 22. Juni überschritten die ersten preußischen Truppen auf der Straße Dresden – Rumburg die böhmische Grenze. Am 26. Juni kam es zu ersten größeren Gefechten.

Die entscheidende Schlacht gegen Österreich gewannen schließlich die vereinigten preußischen Armeen am 3. Juli 1866 bei Königgrätz in Böhmen unter der persönlichen Führung König Wilhelms von Preußen sowie dem preußischen Generalstabschef Helmuth Graf von Moltke. Königgrätz ist seitdem das Synonym für den Erfolg der Bismarckschen kleindeutschen Lösung.

Um einerseits einer französischen oder russischen Intervention zuvorzukommen, andererseits aber auch Österreich nicht weiter zu demütigen, drängte Bismarck den preußischen König sogar unter Demissionsandrohungen dazu, den Sieg nicht auszunutzen, sondern einen schnellen und großherzigen Frieden zu schließen. Dies geschah am 26. Juli 1866 im durch den französischen Kaiser Napoleon III. vermittelten "Vorfrieden von Nikolsburg", nachdem Österreich in der Hauptsache (Austritt aus der gesamtdeutschen Politik) nachgegeben hatte, zumal seine militärische Lage aussichtslos war. Der Vorfrieden wurde später im "Frieden von Prag" mit Preußen und im "Frieden von Wien" mit Italien bestätigt.

Italien gewann Venetien, Preußen annektierte alle gegnerischen Staaten nördlich des Mains außer Sachsen und Hessen-Darmstadt. Dadurch erlangte Preußen endlich eine Verbindung zwischen seinen westlichen Rheinprovinzen und dem östlich der Elbe gelegenen Kernland Brandenburg.

Der Deutsche Bund löste sich auf, der durch Preußen beherrschte Norddeutsche Bund wurde gegründet.

Die bis dahin guten Beziehungen zwischen dem französischem Kaiser Napoleon III. und Preußen wurden nach dem Sieg Preußens nachhaltig verschlechtert, weil Napoleon Gebietsforderungen stellte und nur in Erwartung der Erfüllung seiner Gebietsforderungen stillgehalten hatte. Diesen aber hatte Bismarck zwar keineswegs zugestimmt, doch hatte er auch französische Territorialgewinne nicht grundsätzlich abgelehnt. Nach dem Krieg aber erklärte er rigoros, Frankreich möge sich doch bitte auf französische Gebiete ausdehnen und veröffentlichte dann die Forderungen in der Presse, was zu einem Sturm der Entrüstung führte und dazu, dass sich die von den Forderungen bedrohten süddeutschen Staaten mit Preußen in Defensivbündnissen verbündeten – die Basis für den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71.

Frankreich forderte seitdem "Rache für Sadowa" ("Königgrätz" war ein zu schweres Wort, Sadowa ein nahegelegenes Dorf).

bei Karl May

Werke mit
Preußisch-Österreichischer Krieg 1866

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Die Liebe des Ulanen
(nur erwähnt)

In Die Liebe des Ulanen – der Roman spielt von den Befreiungskriegen bis zur Schlacht von Sedan – wird nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg häufig Frankreichs Durst nach "Rache für Sadowa" erwähnt, besonders in den Berichten über die französischen Kriegsvorbereitungen, aber auch in Gesprächen und bei der "Würdigung" des französischen Wissenstandes bzgl. der Kampfkraft der preußischen Armee.

Literatur

Weblinks