Pferde

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Die Pferde (lat. equus, equi) sind eine Säugetier-Gattung, zu der Pferde, Esel und Zebras zählen. Das Hauspferd und der Hausesel spielen als Last- und Reittier eine wichtige Rolle und sind weltweit verbreitet.

Assil Ben Rih

bei Karl May[Bearbeiten]

Der Pferdezureiter von Frederic Remington, 1909

In den Romanen und Erzählungen Karl Mays spielen die Pferde stets eine wesentliche Rolle als zeit- und genregemäßes Fortbewegungsmittel. Besonders die nordamerikanischen Mustangs und die in Nordafrika, Arabien und Mesopotamien vorkommenden Araberpferde sind unverzichtbarer Bestandteil seiner Reisegeschichten.

Der Stammbaum der rassereinen Araberpferde (bei Karl May Radschi Pak – edles Blut genannt) wird oft als sehr wichtig bezeichnet. Ein hochedles Pferd ohne Stammbaum ist wesentlich weniger wert. Einige Male wird auch die Geschichte der Stuten des Propheten Mohammed erzählt:

Berühmt besonders sind die Nachkommen jener Pferde, welche sich bei einem Feldzuge des Propheten Muhammed als genügsam erwiesen. Muhammed hatte mit seinem Heer einen langen, beschwerlichen Marsch in glühender Sonnenhitze zurückgelegt. Weder Reiter noch Pferd hatten sich an einem Tropfen Wassers erlaben können; Menschen und Thieren klebten die Zungen am Gaumen, der Durst war fürchterlich, viele fühlten sich dem Verschmachten nah. Da endlich kam man an einen kleinen Bach. Alles stürzte sich nach dem Wasser hin. Nur dreißig Pferde, lauter edle Stuten, blieben stehen, um zu warten, bis ihre Herren ihnen das Trinken erlauben würden. Muhammed segnete sie und schrieb ihre Namen eigenhändig auf Pergamenttafeln, welche er den Besitzern dieser Pferde dann aushändigte. So entstanden die Stammbäume für die Nachkommenschaft dieser Stuten, welche in Folge nur mit den edelsten Hengsten belegt wurden.[1]

Postkutschen spielten dagegen kaum eine Rolle in seinem Werk.

Die wichtigste Begegnung Karl Mays mit einem Pferd fand während seiner zweiten Vagantenzeit 1869 in Bräunsdorf statt. Dort stahl er ein Pferd aus dem Stall einer Wirtschaft. Ein Zeuge will sogar "den Dieb auf dem Pferd reitend gesehen haben",[2] womit das der einzige dokumentierte Ritt wäre. Allerdings behielt May den Braunen nicht, sondern verkaufte ihn an einen Pferdeschlächter.

Der spätere Old Shatterhand sprach da ganz anders zu Old Wabble:

»Ich habe auf Pferden gesessen, die fünfzigtausend Dollars und noch mehr gekostet hätten, wenn sie überhaupt zu verkaufen gewesen wären. Nun schließt von einem solchen Tiere einmal auf seinen Reiter! Versucht doch einmal, ein zugerittenes Kirgisenpferd, einen kurdischen Streithengst oder eine nach der altparthischen Reitkunst geschulte Perserstute zu besteigen! Ihr seid nach hiesigen Begriffen ein vorzüglicher Reiter; dort aber würdet Ihr ausgelacht!«[3]

Pferde in Karl Mays Erzählungen und Romanen[Bearbeiten]

Hinweis: Diese Liste enthält auch Maultiere, Esel und dergleichen.

Name Anmerkungen erstmals in im Jahr
Aladschy "Schecken", die zwei Pferde der Brüder Sandar und Bybar, Spießgesellen des Schut, nach ihren Schecken ebenfalls Aladschy genannt Durch das Land der Skipetaren 1885
Arrow Mustang, wird vom Ich-Erzähler beim Besuch der Ölquelle Young-Kanawha geritten und rettet ihm und Miss Alberts das Leben;
ein anderer Arrow ist das Pferd Tim Kroners, des Colorado-Man
Der Oelprinz (1877)
Three carde monte
1877
1879
Assil Ben Rih Sohn von Rih und einer Rappstute, wird von Kara Ben Nemsi nach Rihs Tod bei den Haddedihn geritten Der Schut (Anhang) 1892
Babieca Schlachtroß des Ritters Suteminn Der beiden Quitzows letzte Fahrten 1876
Barkh "Blitz", Nedjedhengst Hadschi Halef Omars, von den Abu Hammed als Tribut an die Haddedihn abgegeben Im Reiche des silbernen Löwen I 1896
Brendels Apfelschimmel Theaterpferd, das dem Müllerknappen Brendel die Lust am Reiten austreibt Die Juweleninsel 1880
Ghalib Dunkelbrauner Hengst, der von den Abu Hammed den Haddedihn als Leihgebühr überlassen worden war Im Reiche des silbernen Löwen III 1898
Gregorimanorosewitsch russischer Tabun-Hengst, Pferd des Knappen Balthasar Haberland Der beiden Quitzows letzte Fahrten 1876
Güwerdschina Maulesel, den Karl May bei seinem Besuch von Hebron reitet Schamah 1907
Hatatitla "Blitz", Bruder Iltschis, wurde Old Shatterhand von Winnetou geschenkt Old Surehand I 1894
Hsan azrak "Grauschimmel", ein El Bakarra-Hengst im Besitz des Paschas von Siut, den erst der Ich-Erzähler zähmen kann Im Lande des Mahdi I 1891
Iblis "Teufel", Pferd des Prinzen Ahriman Mirza, der auf ihm den Wettritt gegen Kara Ben Nemsi auf Syrr verliert Im Reiche des silbernen Löwen IV 1898
Ifras Esel Reittier des türkischen Buluk Emini (Schreiber und Quartiermeister) Ifra, der in der Nacht ständig schreit, bis ihn Kara Ben Nemsi kuriert Durch die Wüste
Durchs wilde Kurdistan
1892
Iltschi "Wind", Bruder Hatatitlas, Rapphengst Winnetous Old Surehand I 1894
Kiss-y-darr "Schundroman", Symbol der im Verlag Münchmeyer verunstalteten Kolportage-Romane Karl Mays Im Reiche des silbernen Löwen IV 1898
Mary Maultier Sam Hawkens', von Old Shatterhand mit dem Lasso gefangen Winnetou I 1893
Omar Ben Amarahs Stute isabellfarbene Stute Omar Ben Amarahs; ein Pferdetausch führt dazu, dass Hassan Ben Masuhl irrtümlich seinen Bruder erschießt, aber zwei Stämme Frieden schließen Merhameh 1909
Rih "Wind", Geschenk von Mohammed Emin an Kara Ben Nemsi zum Dank für die erfolgreichen Späherdienste gegen die Feinde der Haddedihn Durch die Wüste 1892
Sahm "Pfeil", Stute des Ustad, wird auch vom Pedehr und manchmal von Tifl geritten Im Reiche des silbernen Löwen III 1898
Smihk "der Dicke", eigentlich Nazik, "der Köstliche", Ur-Gaul des Ussul-Anführers Amihn Ardistan und Dschinnistan 1908
Sselßele Fuchsstute des Scheiks der Beni Suef, wird diesem von Falehd geraubt und gelangt dann in den Besitz der Beni Sallah Deutsche Herzen - Deutsche Helden 1885
Swallow "Schwalbe", Pferd, das Winnetou Old Shatterhand (in einer früheren Erzählung) schenkt Old Firehand 1875
Syrr "Geheimnis", ein Glanzrappe, Eigentum des Schah-in-Schah, der ihn bei den Dschamikun eingestellt hat, nur Kara Ben Nemsi kann ihn reiten Im Reiche des silbernen Löwen IV 1898
Tokvi-Kava "der schwarze Mustang", Hengst des Naiini-Häuptlings Tokvi-Kava Der schwarze Mustang 1894
Tony Stute des Westmannes Sans-ear, lässt nur ihn in den Sattel Deadly dust 1880
Utheif milchweiße Stute des Scheiks Ali en Nurabi, wird von Saadis el Chabir geraubt Der Krumir 1881
Viktory Fuchsrappe des Detektivs und Westmannes Fred Walker Im "wilden Westen" Nordamerika's 1882
Weißer Renner der Prairie Mustang, wird von Tiburcio Arellanos gefangen und gezähmt Der Waldläufer 1879

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Karl May (anonym): Deutsche Herzen - Deutsche Helden, Verlag Heinrich Gotthold Münchmeyer, Dresden 1885-88, S. 678.
  2. Karl-May-Chronik I, S. 157.
  3. Karl May: Old Surehand I, Gesammelte Reiseromane Band 14, Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld, Freiburg 1894, Kapitel 2, S. 29.

Literatur[Bearbeiten]

Informationen über Tiere im Werk Karl Mays finden Sie im Karl-May-Tierlexikon (Sonderheft der Karl-May-Gesellschaft Nr. 145/2012) von Anja Tschakert.

Weblinks[Bearbeiten]