Haddedihn

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Haddedihn ist der Name eines vorgeblichen Beduinen-Unterstammes der Schammar, der in der Dschesireh lebt.

bei Karl May

Haddedihn
Elbsandsteingebirge.jpg

Durch die Wüste
Durchs wilde Kurdistan
Der Schut
Am Jenseits
Im Reiche des silbernen Löwen I

Bei Karl May sind die Haddedihn eine Unterabteilung der Schammar. Zu Beginn des Orientzyklus ist Mohammed Emin deren Scheik. Nach dessen Tod in den kurdischen Bergen wird die Führung des Stammes von seinem Sohn Amad el Ghandur übernommen. Nachdem dieser in der Folge der Ereignisse, die zu Rihs Tod führen, auf diese Würde verzichtet, wird für eine Übergangszeit der Stamm vom Oberhaupt der in den Stamm aufgenommenen Ateïbeh, Scheik Malek, geführt, bis schließlich Hadschi Halef Omar, der Freund und Diener Kara Ben Nemsis, zum Stammesführer gewählt wird und dies auch jahrelang bleibt.

Amad el Ghandur wurde mit Vorwürfen überhäuft. Er nahm sich das so zu Herzen, daß er seine Würde als Scheik freiwillig niederlegt; sie wurde einstimmig Malek, dem einstigen Scheik der Ateïbeh, dem Großvater Hannehs, zuerkannt. Nach dessen Tode wird mein Hadschi Halef Omar Scheik der Haddedihn sein.[1]

Durch mehrere, dank Kara Ben Nemsi glücklich verlaufene kriegerische Auseinandersetzungen mit ihren Nachbarn haben die Haddedihn so etwas wie eine lokale Vorherrschaft errungen. Ihre Bewaffnung ist durch Tributzahlungen der umliegenden Beduinenstämme für die lokalen Verhältnisse gut bis vorzüglich. Sie sind Züchter hervorragender Pferde.

Des weiteren sind die Haddedihn bei May ein mutiges, aber gastfreundliches und offenes Volk. Nicht nur die Ausgestossenen um Malek werden aufgenommen, auch die keineswegs mit weltlichen Gütern gesegneten Halef und Omar Ben Sadek werden vom Stamm akzeptiert und integriert. Diese beiden sind durch ihr langes Zusammensein mit Kara Ben Nemsi sozusagen kontaminiert worden und neigen dem Christentum zu (ohne dass May klar stellen würde, ob sie nun regelrecht konvertieren). In ihrem Gefolge wiederum nehmen es auch die übrigen Haddedihn mit den Vorschriften des Islam nicht mehr ganz so ernst, wie es Hanneh in "Am Jenseits" ausdrückt. Dennoch zieht in dieser Erzählung eine Gruppe Haddedihn los, um die Wallfahrt nach Mekka zu machen.

Anmerkungen

  1. Karl May: Der Schut. Carl May's gesammelte Reiseromane, Band VI, Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld, Freiburg 1892, Anhang, S. 644.