Pedehr

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Pedehr
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Im Reiche des silbernen Löwen III
Im Reiche des silbernen Löwen IV

Schir Alamek Ben Abd el Fadl Ibn Ilucht Marah Durimeh, genannt Pedehr (Vater), ist Scheik der Dschamikun.

Gang und Haltung des Pedehr sind würdevoll; seine Gesichtszüge waren außerordentlich regelmäßig, Stirne und Wangen trotz des Alters beinahe ohne Falten [...] Geradezu selten schön waren seine großen sonderbaren Augen. Es schien, als ob eine bisher unberührte Gazellenunschuld in ihren dunklen Tiefen wohne. Und doch konnten aus diesen Tiefen Blitze aufsteigen, als ob sich da unten plötzlich ein verborgener Krater geöffnet habe. Dann bekam die schwarze Pupille einen hellen, fast möchte ich sagen, gelben Ueberschein, und die Lider öffneten sich hoch und weit, als ob alle Ströme und Fluten einer unbekannten seelischen Welt hervorbrechen wollten. Als Pedehr ist er ganz in weiß in weite, kurdische Hosen und ein bis auf die Kniee reichendes Obergewand gekleidet, welches in der Taille von einer blauen Schärpe zusammengehalten wurde. Da steckten [...] einige schön erblühte, purpurglänzende Schirasrosen. Sein langes, seidengrau glänzendes Haar war von vorn nach hinten zurück gekämmt und hing bis über die Schultern herab. Sein [...] Ehrfurcht erweckendes Angesicht wurde von jenem Hauche innerer Jugend verschönt, welche aus der Seele auf den Körper überstrahlt und selbst im höchsten Lebensalter nicht vergeht. Man sah ihm an, daß er mit vollem Recht Pedehr genannt wurde, ein Vater, der den Seinen nichts als Liebe giebt, Liebe mit verständiger Einsicht gepaart. (Der Pedehr gleicht der Johannesstudie eines mit May befreundeten Künstlers.)

Der Pedehr ist der Sohn von Abd el Fadl, der Großneffe Marah Durimehs und der Onkel von Schakara. Sein Enkel wurde von den Massaban ermordet.

Er gibt sich bei den Massaban als Sallab, der Fakir, aus und teilt Kara Ben Nemsi die Wahrheit über diese mit. Er bereitet für die Massaban eine Falle im Tal des Sackes vor und empfängt Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar. Er deutet ihren Sprung über den Abgrund symbolisch und überwacht als Arzt ihre Pflege. Der Pedehr ist als Scheik für die weltlichen Angelegenheiten der Dschamikun zuständig. Sich selbst sieht er als Faust des Ustad und seine Aufgabe darin, die geistigen Erzeugnisse des Ustad den Dschamikun auf materiellem Wege zu übermitteln. Der Pedehr hat seinerzeit Tifl und Pekala zu den Dschamikun geholt. Durch eine Unvorsichtigkeit ermöglicht er Ghulam el Multasim die Flucht.

Im Pedehr spiegelt sich in einzelnen Szenen deutlich Mays Verleger Friedrich Ernst Fehsenfeld.

Literatur

Informationen zu Figuren in Karl Mays Werken finden Sie auch im Karl May Figurenlexikon.
Die zweite Auflage dieses Werkes finden Sie online auf den Seiten der KMG.