Diligence

Aus Karl-May-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schweizer Diligence

Eine Diligence ist eine Postkutsche, wie sie vor allem in Frankreich benutzt wurde (bzw. eine Postkutsche im diesem Stil). Üblicherweise – auch wenn es Ausnahmen gab – wurde die Diligence von vier Pferden gezogen.

Überlandpostkutschen gehören zum Bild des Wilden Westens, auch wenn sie bei Karl May als Fortbewegungsmittel fast keine Rolle spielen. Die Diligence wird in den Südamerika-Romanen und im Roman Das Waldröschen erwähnt.

bei Karl May

im Waldröschen:

Eine Fahrt mit der mexikanischen Diligence ist nichts Bequemes und Erfreuliches. Ein solcher Wagen ist für zwölf bis sechzehn Personen eingerichtet und wird von acht halbwilden Maulthieren gezogen. Vorn sind zwei, in der Mitte vier und an der Deichsel wieder zwei angespannt. Diese Thiere weiden Tag und Nacht im Freien und müssen vor dem Gebrauche immer erst mit dem Lasso eingefangen werden. Sie lassen sich das Geschirr nur mit höchster Widerspenstigkeit anlegen, aber einmal im Zuge, sind sie auch kaum aus ihrem rasenden Galoppe heraus zu bringen. [...]
Oft ist die Straße weiter nichts als das ausgetrocknete, mit Felsbrocken bedeckte Bette eines im Frühjahre reißenden Bergstromes; oft führt sie an Abgründen vorüber, in welche man beim geringsten Fehltritte stürzt. Und dabei braust die Diligence in einem rasenden Galoppe immer weiter. Der Kutscher sitzt auf dem Bocke, die sechzehn Zügel in der Hand, und neben ihm sein Adjutant, der Mauleselbube.
Dieser hat keine Minute lang Rast und Ruhe. Er springt mitten im Galoppe vom hohen Bocke, um die Thiere zu richten oder den Wagen zu halten; dabei sammelt er sich die tiefen Taschen voller Steine, springt mitten im Lauf wieder auf, ohne daß dem Tempo im Geringsten Einhalt gethan wird und bombardirt nun mit seinen Steinen diejenigen Thiere, weiche sich faul oder unlenksam zeigen.
Dies ist die hohe Schule, durch welche er gehen muß, um später selbst Kutscher werden zu können. Ein guter Diligencekutscher ist eine sehr geschätzte Persönlichkeit, und zwar mit vollem Rechte. Er wird von jedermann "Sennor" genannt. Wenn er die Strecke zwischen Mexiko und Vera Cruz versieht, so bezieht er eine Gage von 120 Pesos pro Monat; das sind nach unserem Gelde ungefähr 500 Mark. Dabei wird er ganz verköstigt und hat am Ende des Jahres, wenn er kein einziges Mal umgeworfen hat, noch Anspruch auf eine Extrabelohnung von 1000 Mark zu machen. Er steht sich also weit besser als ein deutscher Postillon.[1]

Am Rio de la Plata:

Diese sogenannte Staatskutsche ist ein mehr als solid gebauter Wagen von riesigen Verhältnissen. Sie besteht aus Coupé, Cabriolet und Rotunde und bietet zehn bis zwölf Personen Platz.

Anmerkungen

  1. Karl May: Waldröschen. In: Karl Mays Werke, S. 11505–11507 (vgl. KMW-II.5, S. 1269 f.).

Weblinks