Tokvi-Kava (Pferd)

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Tokvi-Kava ("Der schwarze Mustang") ist der Name eines berühmten Rapphengstes der Naiini-Comanchen. Seit Generationen wird er von den Häuptlingen des Stammes geritten und gilt als unsterblich. Der letzte Häuptling nahm ihm zu Ehren sogar selbst den Namen Tokvi-Kava an.

Zur Zeit Winnetous und Old Shatterhands gab es auch einen "schwarzen Mustang", mit dem es fast dieselbe und doch auch wieder eine andre Bewandtnis hatte. Es war kein wildes, sondern ein geschultes, ein sogar außerordentlich gut dressiertes Pferd, welches sich im Besitze des Häuptlings der Naiini-Komantschen befand. Auch von ihm erzählte man sich die wunderbarsten Dinge. Es besaß alle guten Eigenschaften in bisher noch nie dagewesenem Maße; es war noch in keinem Kampfe verwundet worden, noch nie gestolpert oder gar gefallen, noch nie von einem Verfolger eingeholt worden und - man verzeihe den Trapperausdruck! - noch nie gestorben. Das Pferd hatte schon zur Zeit der Ahnen gelebt; es war mit dem Großvater aus allen Kämpfen unverletzt hervorgegangen; es hatte dann den Vater heil durch Not und Tod getragen, und bewährte sich nun bei dem jetzigen Häuptling in so vorzüglicher Weise, daß er, um sich und das Tier zugleich zu ehren, den Namen desselben, Tokvi Kava, der "schwarze Mustang", angenommen hatte. [...]
Natürlich hatte man sich unter diesem "schwarzen Mustang" auch nicht ein, sondern mehrere Pferde zu denken; sie waren Abkömmlinge voneinander, gleich gezeichnet und von gleicher Vortrefflichkeit.[1]

In Karl Mays letzter Jugenderzählung "Der schwarze Mustang" wird von diesem Pferd nur berichtet, es kommt in der Handlung nicht vor. Der Häuptling Tokvi-Kava rühmt sich seinem Enkel Ik Senanda gegenüber, das beste Pferd der Prärien zu besitzen, besser noch als Iltschi und Hatatitla, die Rappen Winnetous und Old Shatterhands. Als er mit seinen Kriegern gefangengenommen wird, weigern sich später die Stammesältesten, ihm das berühmte Pferd zu überlassen, ehe er nicht die Schmach gesühnt habe. Da die Erzählung eher abrupt zu Ende geführt wird, vermuten May-Forscher, dass der Autor ursprünglich vorgehabt habe, die Erzählung um den "Schwarzen Mustang" weiterzuführen.

Anmerkungen

  1. Karl May: Der schwarze Mustang. In: Der Gute Kamerad, Verlag Wilhelm Spemann, Stuttgart 1896/97, 2. Kapitel, S. 75.

Literatur

Informationen über Tiere im Werk Karl Mays finden Sie im Karl-May-Tierlexikon (Sonderheft der Karl-May-Gesellschaft Nr. 145/2012) von Anja Tschakert.