Friedrich Schiller

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Johann Christoph Friedrich von Schiller (* 1759 in Marbach am Neckar; † 1805 in Weimar), 1802 geadelt, war ein deutscher Dichter, Dramatiker, Philosoph sowie Historiker. Er gilt als der bedeutendste deutsche Dramatiker. Viele seiner Theaterstücke gehören zum Standardrepertoire der deutschsprachigen Theater. Auch als Lyriker war er sehr erfolgreich, seine Gedankenlyrik wurde exemplarisch, und seine Balladen zählen zu den beliebtesten deutschen Gedichten.

Er ist neben Goethe, Wieland und Herder der wichtigste Vertreter der Weimarer Klassik – und einer der Autoren, die von Karl May am meisten verehrt und zitiert worden sind.

Karl May und Friedrich Schiller

Gert Ueding:

Mays Reimereien wie erst recht die Sprache seiner Spätwerke kopieren mehr oder weniger erfolgreich das Pathos der Schillersprache, und schließlich zeigt gerade die Wiener Rede den Einfluß der Kunsttheorie Schillers auf Mays eigenes künstlerisches "Streben".[1]

Das Gedicht Leitung wurde – so Karl May (1899?) an seine Frau Emma – von Friedrich Schiller per Geisterkontakt diktiert.[2]

Erwähnungen in Karl Mays Werk

allgemein

Er hat etwas Hochtragisches an sich, was an Schiller, Göthe und Saphir erinnert, und darum ist mein Großvater der Träger des Pikanten und Tragischen gewesen. (Waldröschen)[3]

Der gewaltigste der Dichter und Schriftsteller ist – – das Leben. Es ist weder von Shakespeare, Milton und Scott, von Dante, Tasso und Ariost, noch von Göthe, Schiller und Anderen erreicht oder gar übertroffen worden. (Der verlorne Sohn)[4]

"... Dann wirst Du die Frau eines großen Dichters, der da heißt Robert Bertram, anstatt Wolf von Geheimrath Göthe oder Friedrich von Professor Schiller, ..." (Der verlorne Sohn)[5]

"... Und dann muß es durch die Luft gehen, hurr, hurr, hopp, hopp, hopp, gerade wie in dem Gedichte von der Lenore, welches der Schiller gemacht hat, oder der Beethoven oder der alte Schweppermann; ich weiß es nicht genau; kurz und gut, ein berühmter Kerl ist es gewesen. ..." (Der verlorne Sohn)[6]

"... Dieser Name ist auch poetisch. Er klingt sogar episch und wie ein Gedicht von Schiller oder Jean Paul. ..." (Der verlorne Sohn)[7]

"Nun höre Einer! Das Talent soll zum Tanze drängen! Schiller und Göthe, Mozart und Beethoven, das waren auch Talente; das waren sogar Genies; aber haben sie sich von ihrem Genie zum Tanz verleiten lassen?" (Der verlorne Sohn)[8]

"Sehr wohl! Wird mir ein Vergnügen sein, zu beweisen, daß nicht nur Schiller gedichtet hat." (Deutsche Herzen - Deutsche Helden)[9]

"Schön! Das genügt mir vollschtändig. Und da will ich denn voller Einsichtigkeet off die verlangte öffentliche Ehrenerklärung Verzicht leisten. Es soll mir niemand nachsagen, daß ich een Schtörer des allgemeinen Völkerfriedens sei. Hier, Dicker, ist meine Hand! Schlagen Sie ein! Wir wollen in trauter Eenigkeet die Pfade unseres Lebens wandeln. Ich rufe Ihnen mit Schillern zu: Soyongs, Anis, Emma!"
Leider brach bei diesen letzten Worten das lang verhaltene Gelächter kräftig los. Der Kleene sah sich erstaunt im Kreise um.
"Was gibt's denn schon wieder?" fragte er.
"Einen Fehler, den Sie gemacht haben, oder vielmehr mehrere Fehler," antwortete Jemmy.
"So? Welche denn?"
"Diese Worte sind nicht von Schiller, sondern von dem französischen Dichter Corneille und heißen Soyons amis, Cinna! Es ist also weder von Anis, noch von einer Emma die Rede." (Der Sohn des Bärenjägers)[10]

Der Alte öffnete rechts und schob uns in ein großes Zimmer. Im ersten Augenblick glaubte ich, dasselbe sei grün tapeziert, dann aber bemerkte ich, daß von hohen Gestellen ringsum grüne Vorhänge herabhingen, und was diese Vorhänge verbargen, das konnte ich erraten, wenn ich den Blick auf die lange Tafel warf, welche die Mitte des Raumes einnahm: sie war mit Büchern ganz bedeckt, und grad mir gegenüber lag, aufgeschlagen und gar nicht zu verkennen – – eine alte Nürnberger Bilderbibel. Mit einem raschen Schritte stand ich dort und legte meine Hand darauf.
"Die Bibel!" rief ich deutsch. "Shakespeare, Montesquieu, Rousseau, Schiller, Lord Byron! Wie kommen die hierher!"
Das waren die Titel nur einiger unter den vielen Werken, welche ich hier liegen sah. (Von Bagdad nach Stambul)[11]

Die Kindsmörderin (1782)

Das vollständige Gedicht bei Wikisource.

Die Vergangenheit bestrafte den gewaltsamen Tod eines Neugeborenen mit den härtesten ihrer Strafen; die nachfolgenden Zeiten sind gerechter geworden und urtheilen menschlicher über ein Vergehen, welches unter normalen Umständen allerdings zu den schwersten Verbrechen gezählt werden muß, unter Verhältnissen aber nur eine Folge der Sinnenverwirrung, der Unzurechnungsfähigkeit, der Verzweiflung sein kann.
"Wehe, menschlich hat dies Herz empfunden,
Und Empfindung soll mein Richtschwert sein"
heißt es in Schillers "Kindesmörderin", und es ist wohl zu bedenken, daß vor dem ewigen Richter die Schuld einer solchen Handlung nicht blos auf das Haupt der Mutter fällt, sondern ebenso sehr auf dem Verführer und noch Anderen ruht, welche sich vor den irdischen Gesetzen sicher wissen. (Das Buch der Liebe)[12]

An die Freude (1786)

Das vollständige Gedicht bei Wikisource.

Und wer einen Freund, einen wahren, aufrichtigen und treuen, besitzen will, der muß, um mit Schiller zu sprechen, es auch selbst verstehen, "eines Freundes Freund zu sein," und sich in Allem, was er denkt und thut, desselben würdig zeigen. – (Geographische Predigten)[13]

"Wem der große Wurf gelungen,
Eines Freundes Freund zu sein,"
der hat von einem großen Glücke zu sagen; denn, so viel von Freundschaft gesprochen wird, die echte, wahre ist doch selten. (Das Buch der Liebe)[14]

"... Dann wird hier een allgemeiner Völkerfrieden geschlossen, an dem ooch wir beede teilnehmen müssen. Geben Sie mir Ihre Hand! Seid verschlungen, Millionen![15] Et in terra Knax!" (Der Sohn des Bärenjägers)[16]

"... Endlich, endlich ist er in Erfüllung gegangen, der schöne Versch aus der Freude, schöner Götterfunken:
Deine Zauber binden wieder,
Was der Unverschtand geteelt;
Frank und Jemmy sind nun Brüder;
Unsre Feindschaft ist geheelt!"[17] (Der Sohn des Bärenjägers)[18]

Es war nur heißer Wein, ohne alles Gewürz, den sie jetzt kosteten, aber er brachte sie dem "Seid umschlungen, Millionen!" sehr nahe; sie tranken bereits nur noch aus einem Glase, und der Mutesselim wischte sogar seinem Agha einmal den Bart ab, als einige Tropfen der herrlichen Arznei sich in den Wald desselben verlaufen hatten. (Durchs wilde Kurdistan)[19]

Resignation (1786)

Das vollständige Gedicht bei Wikisource.

"... Sie wanken am Gängelbande eines Mannes, welcher einer der größten Schauspieler und Egoisten der Weltgeschichte ist. Aber die Weltgeschichte ist das Weltgericht. Nicht das Jahrtausend, nicht dieses Jahrhundert und auch nicht dieses Jahrzehnt, sondern bereits das gegenwärtige Jahr wird über Sie zu Gerichte sitzen ..." (Waldröschen)[20]

"... Ich weeß ganz genau, daß die Weltgeschichte das Allerhöchste is, was die Menschheit zu leisten vermag, und schtimme dem alten Solon bei, der die Chladnischen Klangfiguren entdeckt hat und noch schterbend ausrief: 'Die Weltgeschichte is das Oberappellationsgericht mit drei Advokaten!'[21] Darum habe ich mich mit dem eisernsten Fleiß grad off die Weltgeschichte gelegt. ..." (Der Geist des Llano estakado)[22]

"... Ich hab' ihm ooch schon meine Meenung successive beigebracht; aber er zog sich mit eleganter Präterpropter aus der Schlinge. Unsereener ist doch ooch in Arkadien gewesen[23] und hat den Hippokrates beschtiegen ..." (Der Geist des Llano estakado)[24]

Wallenstein (1786-99)

Die vollständige Dramen-Trilogie bei zeno.org.

"... Ich fuhr nach dem berühmten Blasewitz, welches Schiller durch seine 'Gustel' verewigt hat, und begegnete da auf der Straße einer kleinen Truppe von Offizieren. ..." (Die Liebe des Ulanen)[25]

"Dies Wort aus Ihrem Munde freut mich königlich. Alexander Hauboldt sagt so schön in seinem Kosmos: 'Dem Helden flicht die Nachwelt Malvenkränze, und die Aurikeln blühn oft nur im Lenze.'[26] Wenn die schpätere Generation mal hier eenen cararischen Marmorsteen errichtet, da wird bei den Namen der anderen Schtreiter ooch der meinige mit eingemeißelt sein, und mein Geist steigt dann in schtillen Nächten nieder und freut sich, daß er nich ganz umsonst gelebt hat und in das Wasser des Feuerlochflusses geschprungen ist. Friede meiner Asche!" (Der Sohn des Bärenjägers)[27]

"Laß dich nicht auslachen! Wo liegt wohl Blasewitz?"
"Auch das gibt es nicht!"
"Freilich gibt es das, denn dort hat Schiller seine Gustel geheiratet. Aber von diesem Schiller hast du freilich noch nie etwas gehört. ..." (Die Sklavenkarawane)[28]

"... Hättest du das Buch gelesen, welches eben dieser berühmte Schiller über die Dschigrafija (Geographie) geschrieben hat, so würdest du wissen, daß dieses Itzehoe im Duar Salak el hadschar (Wallensteins Lager) liegt! Deine Antworten sind eben alle falsch. ..." (Die Sklavenkarawane)[29]

"... Als guter Deutscher mußt du wissen, daß das kurz nach der Schlacht im Teutoburger Walde geschah, wo Dschingis Khan dem General Moreau alle beede Beene wegschießen ließ. Das eene flog nach Blasewitz, wo es die berühmte Gustel von Blasewitz in der Nähe von Wallensteens Lager fand, und das andre nach Loschwitz ins Schillerhäuschen, wo Schiller grad damals seinen Trompeter von Sigmaringen[30] dichtete. Er und die Gustel haben nachher die Beene zusammengetragen und oberhalb Dresden bei Räcknitz unter vier Linden begraben. Ich bin selbst dort gewesen und habe das Denkmal, welches off seine Beene gesetzt worden is, mit meinen eegenen zwee Oogen gesehen. Is das nich Beweis genug? ..." (Der Ölprinz)[31]

"... An dieser Weisheet is nimmermehr zu rütteln und zu wackeln; sie is so fest gefügt und unerschütterlich, daß schon Schiller, der berühmte Dichter von Uhlands 'Lenore fuhr ins Morgenrot' in seinem 'Götz von Berlichingen' gesagt hat: Die Vorwelt flicht der Nachwelt keene Kränze, jedoch der Frühling duftet schon im Lenze!"[32] (Der schwarze Mustang)[33]

Die Künstler (1789)

Das vollständige Gedicht bei zeno.org.

"Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben,
Bewahret sie!
Sie sinkt mit euch, mit euch wird sie sich heben!
Der Dichtung heilige Magie
Dient einem weisen Weltenplane;
Still lenke sie zum Oceane
Der großen Harmonie,"
singt Schiller in seinem Festgesange an die Künstler, und diese Abhängigkeit der menschlichen Würde von dem Stande der Kunst giebt der Liebe zu der letzteren eine so hohe Bedeutung. (Das Buch der Liebe)[34]

"... Wenn Schiller im 'Gange nach der Hammerschmiede' so schön singt, 'der Menschheit Würde ist euch in alle beeden Hände gegeben',[35] so sind wir Sachsen ganz besonders gemeent, denn uns hat das Herz des Dichters gehört, weil seine Frau, eene gewisse geborene Barbara Uttmann, ooch eene née Sächsin war. Trotzdem achte ich jede andere Deutsche ebenso, und so bitte ich Sie herzlich, Ihre gastlichen Flügel um mein freundliches Individuum zu schlagen. Den Dank, Dame, vergesse ich nich[36] – – was sich übrigens bei meinem exquisiten Kulturschtandpunkte ganz von selbst verschteht." (Der Geist des Llano estakado)[37]

Würde der Frauen (1795)

Das vollständige Gedicht bei zeno.org

Die Vorzüge des sinnigen Weibes vor dem geschäftigen, lauten Manne bringen zur schönen und klaren Anschauung die Strophen:
Ewig aus der Wahrheit Schranken
Schweift des Mannes wilde Kraft;
Unstät treiben die Gedanken
Auf dem Meer der Leidenschaft;
Gierig greift er in die Ferne,
Nimmer wird sein Herz gestillt;
Rastlos durch entlegne Sterne
Jagd er seines Traumes Bild.
Aber mit zauberisch lächelndem Blicke
Winken die Frauen den Jüngling zurücke,
Warnend zurück in der Gegenwart Spur.
In der Mutter bescheidenen Hütte
Sind sie geblieben mit schamhafter Sitte,
Treue Töchter der Natur.
Feindlich ist des Mannes Streben,
Mit zermalmender Gewalt
Geht der wilde durch das Leben,
Ohne Rast und Aufenthalt.
Was er schuf zerstört er wieder,
Nimmer ruht der Wünsche Streit,
Nimmer, wie das Haupt der Hyder
Ewig fällt und sich erneut.
Aber, zufrieden mit stillerem Ruhme,
Brechen die Frauen des Augenblicks Blume,
Nähren sie sorgsam mit liebendem Fleiß,
Freier in ihrem gebundenen Wirken,
Reicher, als er, in des Wissens Bezirken
Und in der Dichtung unendlichem Kreis.
Streng und stolz sich selbst genügend,
Kennt des Mannes kalte Brust,
Herzlich an ein Herz sich schmiegend,
Nicht der Liebe Götterlust,
Kennet nicht den Tausch der Seelen,
Nicht in Thränen schmilzt er hin;
Selbst des Lebens Kämpfe stählen
Härter seinen harten Sinn.
Aber, wie leise vom Zephyr erschüttert,
Schnell die äolische Harfe erzittert,
Also die fühlende Seele der Frau.
Zärtlich, geängstigt vom Bilde der Qualen,
Wallet der liebende Busen, es strahlen
Perlend die Augen von himmlischem Thau.
In der Männer Herrschgebiete
Gilt der Stärke trotzig Recht;
Mit dem Schwert beweist der Scythe,
Und der Perser wird zum Knecht.
Es befehden sich im Grimme
Die Begierden wild und roh.
Und der Eris rauhe Stimme
Waltet, wo die Charis floh.
Aber mit sanft überredender Bitte
Führen die Frauen den Scepter der Sitte,
Löschen die Zwietracht, die tobend entglüht,
Lehren die Kräfte, die feindlich sich hassen,
Sich in der lieblichen Form zu umfassen,
Und vereinen, was ewig sich flieht. (Das Buch der Liebe)[38]

"Geehrte Damen und Herren, nachdem wir das liebe Brautpaar und deren Eltern haben leben lassen, ist es an der Zeit, auch einen Toast auf unsere Frauen auszubringen. Schiller sagt ja, daß wir sie ehren sollen, weil sie uns himmlische Rosen in's irdische Leben weben. ..." (Der verlorne Sohn)[39]

Macht des Weibes (1797)

Das vollständige Gedicht bei zeno.org.

Und woher diese Macht des sonst so schwachen Geschlechtes? Die Antwort liegt in den Worten:
"Mächtig seid ihr, ihr seid's durch der Gegenwart ruhigen Zauber;
Was die stille nicht, wirkt die rauschende nie.
Kraft erwart' vom Manne, des Gesetzes Würde behaupt' er:
Aber durch Anmuth allem herrschet und herrsche das Weib.
Manche zwar haben geherrscht durch des Geistes Macht und der Thaten,
Aber dann haben sie dich, höchste der Kronen, entbehrt.
Wahre Königin ist nur des Weibes weibliche Schönheit:
Wo sie sich zeige, sie herrscht, herrschet blos, weil sie sich zeigt." (Das Buch der Liebe)[40]

Die Geschlechter (1797)

Das vollständige Gedicht bei zeno.org.

Die Anmuth ist's allein, welche der Jungfrau den Jüngling gewinnt und dem Weibe die Liebe des Mannes erhält, die mehr werth ist, als die Schönheit des Körpers, denn sie verschwindet nie, bleibt ewig jung und zeigt im freundlichen Angesichte der Matrone stets und treu die Züge der sinnigen Jungfrau. Sie ist die Blume, von welcher es schön heißt:
"Sieh in dem zarten Kind zwei liebliche Blumen vereinigt,
Jungfrau und Jüngling, sie deckt beide die Knospe noch zu.
Leise löst sich das Band, es entzweien sich zart die Naturen,
Und von der holden Scham trennet sich feurig die Kraft.
Gönne dem Knaben zu spielen, in wilder Begierde zu toben;
Nur die gesättigte Kraft kehret zur Anmuth zurück.
Aus der Knospe beginnt die doppelte Blume zu streben,
Köstlich ist jede, doch stillt keine dein sehnendes Herz.
Reizende Fülle schwellt der Jungfrau blühende Glieder,
Aber der Stolz bewacht streng, wie der Gürtel, den Reiz.
Scheu, wie das zitternde Reh, das ihr Horn durch die Wälder verfolget,
Flieht im Mann nur den Feind, hasset noch, weil sie nicht liebt.
Trotzig schauet und kühn aus finstern Wimpern der Jüngling,
Und gehärtet zum Kampf spannet die Sehne sich an.
Fern in der Speere Gewühl und auf die sträubende Rennbahn
Ruft ihn der lockende Ruhm, reißt ihn der brausende Muth.
Jetzt beschütze dein Werk, Natur! Aus einander auf immer
Fliehet, wenn du nicht vereinst, feindlich, was ewig sich sucht.
Aber, da bist du, du Mächtige, schon, aus dem wildesten Streite
Rufst du der Harmonie göttlichen Frieden hervor.
Tief verstummet die lärmende Jagd, des rauschenden Tages
Tosen verhallet, und leis' sinken die Sterne herab,
Seufzend flüstert das Rohr, sanft murmelnd gleiten die Bäche,
Und mit melodischem Lied füllt Philomela den Hain.
Was erreget zu Seufzern der Jungfrau steigenden Busen?
Jüngling, was füllet den Blick schwellend mit Thränen dir an?
Ach, sie suchet umsonst, was sie sanft anschmiegend umfasse,
Und die schwellende Frucht beuget zur Erde die Last.
Ruhelos strebend, verzehrt sich in eigenen Flammen der Jüngling,
Ach, der brennenden Gluth wehet kein lindernder Hauch.
Siehe, da finden sie sich, es führet sie Amor zusammen,
Und dem geflügelten Gott folgt der geflügelte Sieg.
Göttliche Liebe, du bist's, die der Menschheit Blumen vereinigt!
Ewig getrennt, sind sie doch ewig verbunden durch dich." (Das Buch der Liebe)[41]

Tugend des Weibes (1797)

Das vollständige Gedicht bei zeno.org.

Der Verstand zersplittert seine Thätigkeit, indem er dieselbe auf jede einzelne Lebenserscheinung richtet; das Gefühl aber ist immer ein Ganzes, darum:
Tugenden brauchet der Mann, er stürzet sich wagend in's Leben,
Tritt mit dem stärkeren Glück in den bedenklichen Kampf.
Eine Tugend genüget dem Weibe; sie ist da, sie erscheinet
Lieblich dem Herzen, dem Aug' lieblich erscheine sie stets!
und während aus eben demselben Grunde das Urtheil des Mannes ein sich veränderndes, sich immer verbesserndes ist, zeigt dasjenige des Weibes eine Starrheit und Unveränderlichkeit, welche oft geradezu verletzend und tief ärgerlich ist:
"Männer richten nach Gründen; des Weibes Urtheil ist seine
Liebe; wo es nicht liebt, hat schon gerichtet das Weib." (Das Buch der Liebe)[42]

Die schönste Erscheinung (1797)

Das vollständige Gedicht bei zeno.org.

... während das Weib sich den Eindrücken des äußern Lebens leichter hingiebt und sie mächtiger auf sich einwirken läßt:
"Sahest Du nie die Schönheit im Augenblicke des Leidens,
Niemals hast Du die Schönheit geseh'n.
Sahest du die Freude nie in einem schönen Gesichte,
Niemals hast du die Freude geseh'n,"
und grad' diese Hingabe, diese wechselvolle Veränderlichkeit in ihrem innern und äußern Wesen ist es, welche das Weib dem sich stets gleich bleibenden Manne als Contrast entgegenstellt ... (Das Buch der Liebe)[43]

Ritter Toggenburg (1797)

Das vollständige Gedicht bei Wikisource.

Schiller hat in seinem "Ritter Toggenburg" dieses Hinsterben meisterhaft geschildert:
"Und so saß er viele Tage,
Saß viele Jahre lang,
Harrend ohne Schmerz und Klage,
Bis das Fenster klang,
Bis die Liebliche sich zeigte
Und das theure Bild
Sich in's Thal hernieder neigte,
Ruhig, engelsmild. –
Und so saß er, eine Leiche,
Eines Morgens da;
Nach dem Fenster noch das bleiche,
Stille Antlitz sah." (Das Buch der Liebe)[44]

"Hm! Der Gedanke ist nicht unrecht. Da hättest Du Deine und ich Meine! Aber, höre, sind wir nicht zwei ganz und gar eigenthümliche und unbegreifliche Kerls? Verlieben uns in die beiden Freundinnen und getrauen uns nicht, es ihnen zu sagen. Die reinen Ritter Toggenburg's! Ich glaube, die Zwei ahnen es nicht einmal!" (Der verlorne Sohn)[45]

"... Du brauchst Einen, auf dent Dich verlassen kannst. Und damit Du weißt, daß Du mir vertrauen darfst, will ich Dir sagen, daß Du das Dirndl bist, an der meine Seel und mein ganzes Leben hängt. Aber brauchst ja nicht zu derschrecken. Meine Lieb ist so eine, weißt, wie im Ritter Toggenburg, was Schiller dichtet hat."
Ihr Herz hüpfte vor Freude darüber, daß er endlich das ersehnte Wort gesprochen hatte, doch bezwang sie sich und fragte in neckischem Tone:
"Diesen Ritter kenne ich gar nicht. Wie ists denn mit ihm gewesen?"
"Nun, der hat auch ein Burgfräulein geliebt, und sie hat ihn nicht haben wollen. Da ist er ins heilige Land zogen und hat denen Ungläubigen die Köpf herunterschlagen. Dann, als ihm auch das zu langweilig worden ist, ist er wiederum heim kommen. Vielleicht hat er denkt, daß er das Burgfräulein nun doch noch bekommen kann."
"Wollte sie auch jetzt nicht?"
"Nein. Sie ist bereits im Klostern steckt und ist eine Nonne worden grad wie Du auch eine werden wolltst. Und allemalen gegen den Abend, da hat sie ihr Fenstern aufimacht und ein Wengerl herausischaut. Weil das der Ritter merkt hat, so hat er sich gegenüber eine Stuben miethet und sich da ans Fenstern setzt. Wann sie dann ausischaut hat, so hat er auch das Fenstern aufimacht. Dann habens sich eine Weile ansehen, bis es dunkel worden ist."
"Das ist doch gar zu rührend."
Sie mußte sich Mühe geben, ein lustiges Kichern zu unterdrücken.
"Ja, mich hats auch immer rührt, wann ich das Gedichten lesen hab. Darinnen heißts:
Und so saß er viel Tage,
Saß viel Jahre lang;
Harrend ohne Schmerz und Klage,
Bis das Fenster klang.
Bis die Liebliche sich zeigte,
Bis ihr theures Bild
Sich ins Thal hernieder neigte,
Ruhig engelsmild."
"Du kannst es ja gar auswendig!"
"Ich habs lernt, weil ich so ein Toggenburgern bin."
"Und was hat es dann mit ihm für ein Ende genommen?"
"Ein sehr sanftes, denn in dem Gedicht von Schillern heißts ganz zuletzt:
Und so saß er, eine Leiche,
Eines Morgens da.
Nach dem Fenster noch das bleiche,
Stille Antlitz sah."
"Das ist eine treue Liebe gewesen, eine ungeheure Anhänglichkeit. Und wie ist es nachher mit der geliebten Nonne geworden?"
"Darüber hat Schiller nix sagt. Vermuthlich hat er nix wußt. Ich denk, daß sie so lang zum Fenstern herausschaut haben wird, bis sie storben ist."
"Ja, länger jedenfalls nicht."
Jetzt lachte sie laut auf, hielt aber sogleich inne, um ihn nicht zu beleidigen. Aber sie hatte sich geirrt; anstatt einen Vorwurf über ihre Lustigkeit hören zu lassen, lachte er mit und sagte:
"Nicht wahr, so was kann nur ein Dichtern glauben?"
"So? Ich denke, auch Du hältst es für wahr?"
"Das fallt mir nicht ein. So ein Toggenburgern wär mir ein schöner Kerl! Sich so lange Jahren ans Fenstern setzen, blos um dera Nonnen ihre Nasenspitz anzuschauen. Der müßt doch kein Hirn im Kopfe haben. Nein, man kann zwar Eine nicht bekommen, die man lieb hat, aberst das Leben macht auch noch Ansprüchen. Man darf die Händen nicht in den Schooß legen und wegen einer unerhörten Lieb den Runkelrübensyrupen weinen. Man kann dera Geliebten dienen und für sie arbeiten, auch wanns einen andern Mann nommen hat."
"Das würdest Du thun?"
"Ja. Ich habe Dir meine Hilf und meinen Dienst anboten." (Der Weg zum Glück)[46]

"Wenn Ihr es Euch wirklich in den Kopf gesetzt habt, als Ritter aufzutreten, so spielt den Ritter Toggenburg, aber keinen andern. Zu einem Bayard oder Roland fehlt Euch das Zeug. Verliebt Euch in eine Büffelkuh und setzt Euch täglich in die Abendsonne, um zu warten,
'bis die Liebliche sich zeigt
und ins Tal herniederneigt.' ..."[47] (Winnetou I)[48]

Forum des Weibes (1797)

Das vollständige Gedicht bei zeno.org.

Darum ist es für die Frau oft so schwer, den Mann zu verstehen, dessen Speculation das noch fern vor ihm Liegende zu erfassen und zu dominiren sucht.
"Frauen, richtet mir nie des Mannes einzelne That;
Aber über den Mann sprechet das richtende Wort!"
mahnt Schiller, und wenn er in dem "weiblichen Ideale" spricht:
"Ueberall weichet das Weib dem Manne; nur in dem Höchsten
Weichet dem weiblichsten Weibe immer der männliche Mann.
Was das Höchste mir sei? Des Sieges ruhige Klarheit,
Wie sie von deiner Stirn, holde Amanda, mir strahlt.
Schwimmt auch die Wolke des Grams um die heiter glänzende Scheibe,
Schöner nur malt sich das Bild auf dem vergoldeten Duft.
Dünke der Mann sich frei! Du bist es; denn ewig nothwendig,
Weißt du von keiner Wahl, keiner Nothwendigkeit mehr.
Was du auch giebst, stets giebst du dich ganz; du bist ewig nur Eines,
Auch dein zartester Laut ist dein harmonisches Selbst
Hier ist die ewige Jugend bei niemals versiegender Fülle,
Und mit der Blume zugleich brichst du die goldene Frucht,"
so schildert er mit poetischer Zartheit das Weib in ihrer Unabhängigkeit von allem, was einem Grunde, einer Thätigkeit des berechnenden Verstandes ähnlich sieht. (Das Buch der Liebe)[49]

Der Taucher (1797)

Das vollständige Gedicht bei Wikisource.

"... Ihr Dichter habt doch immer Recht. Was mir die Unglücksziege heut schon für Kummer und Schmerzen bereitet hat, das kann kein Mensch glauben, nicht einmal Sie, und Sie sind doch der Einzige, welcher weiß, daß ich hier 'unter Seelen die einzige fühlende Larve' bin, wie unser ewiger Schiller sagt.[50] Ich will nur gehen und meinen Gram tief in die Küche vergraben!" (Ziege oder Bock)[51]

"Sind Sie toll!" rief Frank. "Das wäre die reene Versündigung an der Geisterwelt. Bedenken Sie doch nur, was der unschterbliche Goethe spricht:
Der Mensch versuche die Götter nicht
Und begehre nimmer und nimmer zu schauen
Die Geister mit ihren Kindern und Frauen!"[52]
Aber die anderen hörten nicht auf ihn ... (Der Geist des Llano estakado)[53]

"Ick bin janz allein, nach Schiller die einzige fühlende Larve[54] hier in dem Jarden." (Das Vermächtnis des Inka)[55]

"... Sie jehen ihrem Verderben entjejen. Wehe, wenn ick losjelassen! sagt Schiller im Liede von die Glocke,[56] wat sich freilich auf dat Feuer bezieht; aber ick bin ebenso fürchterlich, wenn ick einmal losjelassen werde. ..." (Das Vermächtnis des Inka)[57]

Die Worte des Glaubens (1797)

Das vollständige Gedicht bei zeno.org.

"Auch gut! Bei uns in Deutschland giebt es ein Sprichwort, welches lautet: Was kein Verstand der Verständigen sieht, das merket in Einfalt ein kindlich Gemüth. Verstanden, Mesch'schurs?" (Deutsche Herzen - Deutsche Helden)[58]

"Dazu gehört ein größerer Schriftgelehrter, als Du bist."
"Pst! Mach mir meine Pferden nicht scheu! Hast noch nicht den Spruch hört?
Was kein Verstand der Verständigen sieht,
Das merket in Einfalt ein kindlich Gemüth.
Man braucht eine Sach nicht grad aus dem Fundamenten zu verstehen, um über sie nachdenken zu können. ..." (Der Weg zum Glück)[59]

"Schweigste schtille!" antwortete der Gefragte. "Habe ich mich hier mal geirrt, so gibt's doch anderswo höhere Siriusregionen, und was keen Verschtand der Verschtändigen sieht, das sieht jeder Sachse, sobald's nur geschieht."[60] (Der Geist des Llano estakado)[61]

"... Ich bin der Mann, off den Sie sich in jeder partikularen Fährlichkeet verlassen können. Was keen Verschtand der Verschtändigen sieht, das is dem Hobble sein Lieblingslied.[62] ..." (Der Ölprinz)[63]

Die Kraniche des Ibykus (1797)

Das vollständige Gedicht bei Wikisource.

"Du kannst es getrost glauben; es ist wahr, der Herrgott hat Dir einen Reichthum in Deine Kehle gelegt, welcher unschätzbar ist. Es ist derselbe Reichthum, welchen Schiller meint, wenn er von dem gottbegnadeten Sänger Ibykus singt:
'Ihm schenkte des Gesanges Gabe,
Der Lieder süßen Mund Apoll,
So wandert er am leichten Stabe
Aus Rhegium, des Gottes voll.'
Hast Du schon einmal eine Sängerin gesehen?" (Der Weg zum Glück)[64]

Fast hätte man sagen können:
"Wer zählt die Völker, nennt die Namen!"
Und was hatte all die Ingredienzen der vielgestaltigen, anthropologischen Mixtur herbeigetrieben? Nichts Anderes als – das Gold. (Vom Tode erstanden/Old Surehand II)[65]

Der Gang nach dem Eisenhammer (1797)

Das vollständige Gedicht bei zeno.org.

"... Wenn Schiller im 'Gange nach der Hammerschmiede' so schön singt, 'der Menschheit Würde ist euch in alle beeden Hände gegeben',[66] so sind wir Sachsen ganz besonders gemeent, denn uns hat das Herz des Dichters gehört, weil seine Frau, eene gewisse geborene Barbara Uttmann, ooch eene née Sächsin war. Trotzdem achte ich jede andere Deutsche ebenso, und so bitte ich Sie herzlich, Ihre gastlichen Flügel um mein freundliches Individuum zu schlagen. Den Dank, Dame, vergesse ich nich[67] – – was sich übrigens bei meinem exquisiten Kulturschtandpunkte ganz von selbst verschteht." (Der Geist des Llano estakado)[68]

"... Schperren Sie sich also nich so lange gegen den glücklichen Konsumverein der Freundschaftlichkeet, sondern schlingen Sie die Hände kräftig ineinander, und lassen Sie mich den erschten Schritt der Versöhnung thun, indem ich Ihnen aus Wielands Fridolins Gang nach der Bürgschaft zurufe:
'Ich sei, gewährt mir die Bitte,
In eurem Bunde der Vierte!'"[69]
Die Verwechslung, deren Frank sich schuldig machte, erregte allgemeine Heiterkeit. (Der schwarze Mustang)[70]

"... Er fragte mich immerfort nach Gentlemen, die ich in meinem Leben noch nicht gesehen hatte, so zum Beispiel nach einem Nigger, Namens Othello, nach einer jungen Miß aus Orleans, Johanna mit Namen, welche erst Schafe weidete und dann mit dem König in den Krieg zog, nach einem gewissen Master Fridolin, welcher einen Gang nach dem Eisenhammer gemacht haben soll, nach einer unglücklichen Lady Maria Stuart, der sie in England den Kopf abgeschlagen haben, nach einer Glocke, die ein Lied von Schiller gesungen haben soll, auch nach einem sehr poetischen Sir, Namens Ludwig Uhland, welcher zwei Sänger verflucht hat, wofür ihm irgend eine Königin die Rose von ihrer Brust herunterwarf. Er freute sich, einen Deutschen in mir zu finden, und brachte eine Menge Namen, Gedichte und Theaterhistorien zum Vorscheine, von denen ich mir nur das gemerkt habe, was ich soeben sagte. ..." (Der Scout/Winnetou II)[71]

Das Mädchen aus der Fremde (1797)

Das vollständige Gedicht bei zeno.org.

"... Da schteht er nu und schtaunt grad wie die Kapelle von Schiller in das Thal von Uhland hinab! ..."[72] (Der schwarze Mustang)[73]

Der Handschuh (1797)

Das vollständige Gedicht bei Wikisource.

"... Wenn Schiller im 'Gange nach der Hammerschmiede' so schön singt, 'der Menschheit Würde ist euch in alle beeden Hände gegeben',[74] so sind wir Sachsen ganz besonders gemeent, denn uns hat das Herz des Dichters gehört, weil seine Frau, eene gewisse geborene Barbara Uttmann, ooch eene née Sächsin war. Trotzdem achte ich jede andere Deutsche ebenso, und so bitte ich Sie herzlich, Ihre gastlichen Flügel um mein freundliches Individuum zu schlagen. Den Dank, Dame, vergesse ich nich[75] – – was sich übrigens bei meinem exquisiten Kulturschtandpunkte ganz von selbst verschteht." (Der Geist des Llano estakado)[76]

Auf diesen Ruf kamen zwei Wesen mit solcher Hast und Eile aus der Türe gerannt, daß ich unwillkürlich an Schillers Worte dachte:
"Da speit das doppelt geöffnete Haus
Zwei – Damen auf einmal aus."[77] (Deadly dust/Winnetou III)[78]

Die Bürgschaft (1798)

Das vollständige Gedicht bei Wikisource.

"... Schperren Sie sich also nich so lange gegen den glücklichen Konsumverein der Freundschaftlichkeet, sondern schlingen Sie die Hände kräftig ineinander, und lassen Sie mich den erschten Schritt der Versöhnung thun, indem ich Ihnen aus Wielands Fridolins Gang nach der Bürgschaft zurufe:
'Ich sei, gewährt mir die Bitte,
In eurem Bunde der Vierte!'"[79]
Die Verwechslung, deren Frank sich schuldig machte, erregte allgemeine Heiterkeit. (Der schwarze Mustang)[80]

Das Lied von der Glocke (1799)

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"O, daß sie ewig grünen bliebe!" - Schiller. (Repertorium C. May, 101, 2)[81]

Aber auch das Verderben lauert hinter den hoch auf sich thürmenden Wolken, denn, wie Schiller sagt:
"Doch furchtbar wird die Himmelskraft,
Wenn sie der Fessel sich entrafft,
Einhertritt auf der eignen Spur
Die freie Tochter der Natur.
Wehe, wenn sie losgelassen,
Wachsend ohne Widerstand,
Durch die volksbelebten Gassen
Wälzt den ungeheuren Brand!
Denn die Elemente hassen
Das Gebild der Menschenhand.
Aus der Wolke
Quillt der Segen,
Strömt der Regen,
Aus der Wolke, ohne Wahl,
Zuckt der Strahl."
Dann frißt das glühende Element die Erzeugnisse der menschlichen Arbeit mit nur schwer zu bewältigender Gier, und die Fluthen, von rapidem Wachsthum über die schützenden Ufer getrieben, rollen über Feld und Flur, ziehen das vergeblich gegen sie ankämpfende Leben in ihre schmutzige Tiefe und verwüsten die Stätten, in denen der Mensch seine Hoffnungen in die Erde legte, damit sie zu einer reichen Erndte heranreifen möchten.
So auch im Leben des Volkes. Auch hier giebt es einen Blitzstoff, welcher sich nach zunehmender Schwüle über gewisse Kreise entladen und entweder Heil oder Unheil bringen kann.
"Wo rohe Kräfte sinnlos walten,
Da kann sich kein Gebild gestalten;
Wenn sich die Völker selbst befrein,
Da kann die Wohlfahrt nicht gedeihn.
Weh, wenn sich in dem Schooß der Städte
Der Feuerzunder still gehäuft,
Das Volk, zerreißend seine Kette,
Zur Eigenhülfe schrecklich greift!
Da zerret an der Glocke Strängen
Der Aufruhr, daß es heulend schallt
Und, nur geweiht zu Friedensklängen,
Die Losung anstimmt zur Gewalt." (Geographische Predigten)[82]

Ihr erster Lebensgang hatte zur Kirche geführt, wie Schiller in seiner "Glocke" sagt:
"Denn mit der Freude Feierklange
Begrüßt sie das geliebte Kind
Auf seines Lebens erstem Gange,
Den es in Schlafes Arm beginnt;"
jeder bedeutende Moment ihres Daseins rief sie in das Gotteshaus, dessen eherne Zungen ihnen auch zum letzten Valet läuteten, und so versammelte man die Hüllen der Abgeschiedenen an dem Orte, an welchen ihren unsterblichen Seelen der Weg empor zum Himmel gewiesen worden war. (Geographische Predigten)[83]

Niemand wohl hat jene Tage der Jugend und Liebe schöner, wahrer und ergreifender geschildert als Schiller, wenn er singt:
"Vom Mädchen reißt sich stolz der Knabe;
Er flieht in's Leben wild hinaus,
Durchmißt die Welt am Wanderstabe,
Fremd kehrt er heim in's Vaterhaus,
Und herrlich, in der Jugend Prangen,
Wie ein Gebild aus Himmelshöh'n,
Mit züchtigen, verschämten Wangen
Sieht er die Jungfrau vor sich stehn.
Da faßt ein namenloses Sehnen
Des Jünglings Herz; er irrt allein,
Aus seinen Augen brechen Thränen;
Er flieht der Brüder wilde Reih'n.
Erröthend folgt er ihren Spuren
Und ist von ihrem Gruß beglückt;
Das Schönste sucht er auf den Fluren,
Womit er seine Liebe schmückt.
O, zarte Sehnsucht, süßes Hoffen,
Der ersten Liebe gold'ne Zeit!
Das Auge sieht den Himmel offen,
Es schwelgt das Herz in Seligkeit.
O, daß sie ewig grünen bliebe,
Die schöne Zeit der jungen Liebe!"
Ja, es liegt in dieser jungen, ersten schlackenfreien Liebe eine Seligkeit, welche ihre vergoldenden Strahlen weit, weit hinein in das Leben, bis in die letzten kurzen Tage des höchsten Alters wirft. (Das Buch der Liebe)[84]

"D'rum prüfe, wer sich ewig bindet,
Ob sich das Herz zum Herzen findet;
Der Wahn ist kurz, die Reu' ist lang,"
ertönt die Warnung Schillers, deren Nichtbeachtung gar Mancher mit dem Glücke seines Lebens zu büßen hat. Die Zukunft macht große und ernste Ansprüche an die Gegenwart, und wer in jugendlichem Leichtsinn dem Augenblicke die Herrschaft über sich erlaubt, muß später bittere Reue tragen.
"Lieblich in der Bräute Locken
Spielt der jungfräuliche Kranz,
Wenn die hellen Kirchenglocken
Laden zu des Festes Glanz,"
und dieses Lockenwehen bringt Erfüllung der süßesten, der heißesten Wünsche, aber es gleicht dem duftenden Frühlingshauche, welcher die Blüthen von den Bäumen nimmt, damit die Kraft des Sommers die Früchte entwickle und zeitige. (Das Buch der Liebe)[85]

"Ach, des Lebens schönste Feier
Endigt auch den Lebensmai;
Mit dem Gürtel, mit dem Schleier
Reißt der schöne Wahn entzwei.
Die Leidenschaft flieht,
Die Liebe muß bleiben;
Die Blume verblüht,
Die Frucht muß treiben,"
und herrlich ist diese aus dem gegenseitigen Verstehen und Tragen hervorschwellende Frucht, welche den Samen für das Wohl und Gedeihen späterer Generationen in sich trägt. (Das Buch der Liebe)[86]

Während Schiller in seinem Liede von der Glocke sagt:
"Der Mann muß hinaus in's feindliche Leben,
Muß wirken und streben
Und pflanzen und schaffen,
Erlisten, erraffen,
Muß wetten und wagen,
Das Glück zu erjagen,"
beschreibt er die Aufgabe des Weibes, der still und geräuschlos waltende Engel des Hauses zu sein:
"Die Räume wachsen, es dehnt sich das Haus.
Und d'rinnen waltet
Die züchtige Hausfrau,
Die Mutter der Kinder,
Und herrschet weise
Im häuslichen Kreise,
Und lehret die Mädchen
Und wehret den Knaben,
Und reget ohn' Ende
Die fleißigen Hände,
Und mehrt den Gewinn
Mit ordnendem Sinn,
Und füllet mit Schätzen die duftenden Laden,
Und dreht um die schnurrende Spindel den Faden,
Und sammelt im reinlich geglätteten Schrein
Die schimmernde Wolle, den schneeichten Lein,
Und füget zum Guten den Glanz und den Schimmer,
Und ruhet nimmer." (Das Buch der Liebe)[87]

"Der Mutterliebe zarte Sorgen
Bewachen seinen gold'nen Morgen"
singt Schiller in der Glocke, und mit diesen wenigen Worten ist ein Gemälde gezeichnet, welches einen unerschöpflichen Reichthum an Schönheiten, Erhabenheiten und Seligkeiten entfaltet. (Das Buch der Liebe)[88]

"Heil'ge Ordnung, segensreiche
Himmelstochter, die das Gleiche
Frei und leicht und freudig bindet,
Die der Städte Bau gegründet,
Die herein von den Gefilden
Rief den ungesell'gen Wilden,
Eintrat in der Menschen Hütten,
Sie gewöhnt zu sanften Sitten
Und das theuerste der Bande
Wob, den Trieb zum Vaterlande!"
singt Schiller in seinem Liede von der Glocke, und diese staatliche Ordnung ist es, welche eine Garantie für die Sicherheit der allmäligen Anerkennung jener Gedanken und Lehren bietet, die das menschliche Wohlergehen im Einzelnen und Ganzen von der Befolgung des Wahlspruches abhängig machen: "Kindlein liebet euch unter einander!" (Das Buch der Liebe)[89]

"... Keiner kann meinen lieben Schiller so hinreißend declamiren; Du hättest nur dabei sein sollen, als er bei meinem letzten Besuche das 'Lied von der Glocke' vorlas, dieses Gefühl, dieser Ausdruck, diese Begeisterung, diese Gestikulation!"
Die gute Frau schwärmte nämlich für Schiller, aber ohne den großen Dichter auch nur im Geringsten zu verstehen, und der Herr Director hatte diese ihre Schwäche benutzt, sich in ihrem Wohlwollen festzusetzen. (Auf den Nußbäumen)[90]

"Aber bitte, Sie machen mir ja Angst. So sagen Sie es doch!"
"Was es ist? Ja, das sollen Sie gleich erfahren! Wissen Sie, was ein gewisser Schiller sagt, der so viele schöne Gedichte geschrieben hat?"
"Was sagt er denn?"
"Da werden Weiber zu Hyänen!"
"Ah, die Weiber?"
"Ja."
"Zu Hyänen?"
"Ja, da werden die Weiber zu Hyänen und zerreißen in Fetzen den Scherz![91] so sagt dieser Schiller!"
"Das ist ja fürchterlich!" (Scepter und Hammer)[92]

"... Aber als ich da oben von der Höhe herabgesaußt kam und gerade vor ihren Füßen halten blieb, da überkam es mich gerade wie – wie – ja, jetzt habe ich es – gerade wie Schiller in seiner Glocke. Sie stand da vor mir herrlich, in der Jugend Prangen, wie ein Gebild aus Himmelshöhen; ich lag vor ihr auf jener menschlichen Gegend, auf welcher ungerathene Buben die meisten Prügel zu erhalten pflegen, und in diesem feierlichen Augenblicke hätte ich ausrufen mögen, gerade wie Schiller dort in der Glocke:
O zarte Sehnsucht, süßes Hoffen,
Der ersten Liebe goldne Zeit!
Ich lieg vor Dir, grad wie besoffen,
Und Du? Du lachst, wie nicht gescheidt!"[93] (Die Liebe des Ulanen)[94]

"Trotzdem. Natürlich machte ich Kehrt und folgte ihr."
"Richtig! Ganz wie Schiller sagt: Erröthend folgt er ihren Spuren."
"Nun, erröthend zwar nicht, sondern recht neugierig. Ich mußte wissen, wer sie war." (Der verlorne Sohn)[95]

"... Er hatte infolge seines Leichtsinnes und seiner Genußsucht offgehört, als lebendes Wesen zu exischtieren. Das Schicksal schreitet schnell,[96] und jeglicher Unverschtand findet seine gerechte Schtrafe, und wem nich schon das Morgenrot zum frühen Tode geleuchtet hat, der kann dann am Nachmittage bereits an der Ahornzuckerkrankheet verscheiden." (Der Sohn des Bärenjägers)[97]

"Das läßt sich denken. Und dabei erinnert man sich sofort an die schönen Dichterworte:
'Gefährlich ist's, den Leim zu wecken;
Verderblich ist des Tigers Zahn.
Und bleibt man in dem Schlamme schtecken,
Hilft keene Gondel und keen Kahn.'[98]
Das war wohl damals ooch der Fall mit Ihnen und dem Bären?"
"Ja, nur daß es nicht Leim, sondern Leu heißen muß, mein bester Frank." (Der Sohn des Bärenjägers)[99]

"... Wir müssen vielmehr die Gelegenheet bei den Hörnern ergreifen. Wir sind fürs praktische Leben beschtimmt, wie Schiller in seinem Nokturne vom Moskauer Glockenturme sagt:
'Der Mann schtürzt sich blind ins feindliche Leben,
Muß schtoßen und schtreben,
Erraffen und gaffen,
Um Geld anzuschaffen,
Muß wetten und wagen
Mit hungrigem Magen
Und schticht mit der häuslich schnurrenden Schpindel
Zu Tod alles Mord- und Galgengesindel!' ..."[100] (Der Geist des Llano estakado)[101]

"... ich prüfe, wer sich ewig bindet, und der Feldherr oder Schtaatsmann, der Moltke oder Bismarck, welcher diese Prüfung beschteht, wird in die Annalen meiner kritischen Inschpiration offgenommen. ..." (Der Geist des Llano estakado)[102]

"Dann her damit, nur rasch her damit, ehe die Reue kommt! Der Wahn is kurz wie Jemmy, aber die Reue lang wie Davy, singt Freiligrath.[103] Dieses Gewehr mein Eegentum, mein unumschtößliches und konzentriertes Eegentum! ..." (Der Schatz im Silbersee)[104]

Ich, eine Rede! Dieser Gedanke war ganz vortrefflich. Ja, die Gohk sollten eine Rede hören! Je toller, desto besser; denn je unsinniger ich mich gebärdete, desto tiefern Eindruck mußte ich hervorbringen. Ich trieb also meinen Ochsen, ohne lange zu überlegen, zum raschesten Laufe an, jagte zehn-, zwanzigmal um den Anführer der Gohk herum und stieß dabei das wilde, schrille Kriegsgeheul der Komantschen und Apatschen aus, welches ich in Amerika so oft gehört hatte, sprang aus dem Sattel, ließ dann den Ochsen laufen, wohin er wollte und blieb vor dem ganz entzückt beobachtenden schwarzen Anführer stehen, schlug die Arme empor und begann mit weithin schallender Donnerstimme:
"Festgemauert in der Erden
Steht die Form aus Lehm gebrannt.
Heute muß die Glocke werden;
Frisch, Gesellen, seid zur Hand!"
So deklamierte, oder vielmehr schrie ich weiter, das ganze, lange Lied von der Glocke, bis zum Schlusse. O Schiller, du begeisterndster unter den Sängern, wäre es dir vergönnt gewesen, mich zu hören, so wärest du endlich, endlich einmal zu der Ueberzeugung gekommen, daß ich der einzige Sterbliche bin, der dich richtig verstanden hat und deine herrliche Dichtung durch die nötigen Kehl- und Gaumentöne aufs unvergleichlichste wiederzugeben vermag!
Ich blieb während der Deklamation keineswegs stehen, sondern ich sprang hin und her, warf bald das eine, bald das andere Bein empor, kauerte mich nieder, schnellte wieder auf, drehte mich wie ein Kreisel um mich selbst, raffte, als ich die letzten Zeilen 'Freude dieser Stadt bedeute; Friede sei ihr erst Geläute' in das Weltall hineingeschrieen hatte, mein Gewehr wieder auf, rannte zu meinem Ochsen, welcher unfern stehen geblieben war, sprang auf seinen Rücken und jagte ihn, das vorhin erwähnte Kriegsgeheul wieder ausstoßend in wildem Laufe zwischen den beiden einander gegenüberstehenden Parteien einige Male hin und her, worauf ich endlich wieder an meinen erst eingenommenen Platz zurückkehrte. (Im Lande des Mahdi III)[105]

"... Er fragte mich immerfort nach Gentlemen, die ich in meinem Leben noch nicht gesehen hatte, so zum Beispiel nach einem Nigger, Namens Othello, nach einer jungen Miß aus Orleans, Johanna mit Namen, welche erst Schafe weidete und dann mit dem König in den Krieg zog, nach einem gewissen Master Fridolin, welcher einen Gang nach dem Eisenhammer gemacht haben soll, nach einer unglücklichen Lady Maria Stuart, der sie in England den Kopf abgeschlagen haben, nach einer Glocke, die ein Lied von Schiller gesungen haben soll, auch nach einem sehr poetischen Sir, Namens Ludwig Uhland, welcher zwei Sänger verflucht hat, wofür ihm irgend eine Königin die Rose von ihrer Brust herunterwarf. Er freute sich, einen Deutschen in mir zu finden, und brachte eine Menge Namen, Gedichte und Theaterhistorien zum Vorscheine, von denen ich mir nur das gemerkt habe, was ich soeben sagte. ..." (Der Scout/Winnetou II)[106]

Da kann es freilich nicht ausbleiben, daß folgt, was Schiller, wenn auch aus anderer Veranlassung, sagt: "Da werden Weiber zu Hyänen." (Im Reiche des silbernen Löwen II)[107]

Maria Stuart (1799/1800)

Das vollständige Drama bei zeno.org.

"... Er fragte mich immerfort nach Gentlemen, die ich in meinem Leben noch nicht gesehen hatte, so zum Beispiel nach einem Nigger, Namens Othello, nach einer jungen Miß aus Orleans, Johanna mit Namen, welche erst Schafe weidete und dann mit dem König in den Krieg zog, nach einem gewissen Master Fridolin, welcher einen Gang nach dem Eisenhammer gemacht haben soll, nach einer unglücklichen Lady Maria Stuart, der sie in England den Kopf abgeschlagen haben, nach einer Glocke, die ein Lied von Schiller gesungen haben soll, auch nach einem sehr poetischen Sir, Namens Ludwig Uhland, welcher zwei Sänger verflucht hat, wofür ihm irgend eine Königin die Rose von ihrer Brust herunterwarf. Er freute sich, einen Deutschen in mir zu finden, und brachte eine Menge Namen, Gedichte und Theaterhistorien zum Vorscheine, von denen ich mir nur das gemerkt habe, was ich soeben sagte. ..." (Der Scout/Winnetou II)[108]

Die Jungfrau von Orleans (1800/01)

Das vollständige Drama bei zeno.org.

Der Mann vermag im Dienste der Nothwendigkeit sein ganzes Wesen und Leben umzukehren, das Weib wird es nie zu Stande bringen. In der höchsten Begeisterung der Jungfrau von Orleans:
"Denn wenn im Kampf die Muthigsten verzagen,
Wenn Frankreichs letztes Schicksal nun sich naht,
Dann wirst du meine Oriflamme tragen
Und, wie die rasche Schnitterin die Saat,
Den stolzen Ueberwinder niederschlagen;
Umwälzen wirst du seines Glückes Rad,
Errettung bringen Frankreichs Heldensöhnen
Und Rheims befrei'n und deinen König krönen!"
in welcher sie sich stärker fühlt und kräftiger als der stärkste und kräftigste der Helden ihres Vaterlandes und sie dem kühnsten der Recken als Mann sich zur Seite stellt, bricht doch das Weib hervor und klagt:
"Nie wird der Brautkranz deine Locken zieren,
Es blüht kein lieblich Kind an deiner Brust."
Ganz ohne ihren Willen entströmen diese Worte ihren Lippen; die reine, zarte Weiblichkeit in ihrem Innern sträubt sich gegen die Bestimmung, welche dem Mädchen von Domremi geworden ist und taucht süß und rein aus den wallenden Fluthen der Ekstase empor. (Das Buch der Liebe)[109]

"... Er fragte mich immerfort nach Gentlemen, die ich in meinem Leben noch nicht gesehen hatte, so zum Beispiel nach einem Nigger, Namens Othello, nach einer jungen Miß aus Orleans, Johanna mit Namen, welche erst Schafe weidete und dann mit dem König in den Krieg zog, nach einem gewissen Master Fridolin, welcher einen Gang nach dem Eisenhammer gemacht haben soll, nach einer unglücklichen Lady Maria Stuart, der sie in England den Kopf abgeschlagen haben, nach einer Glocke, die ein Lied von Schiller gesungen haben soll, auch nach einem sehr poetischen Sir, Namens Ludwig Uhland, welcher zwei Sänger verflucht hat, wofür ihm irgend eine Königin die Rose von ihrer Brust herunterwarf. Er freute sich, einen Deutschen in mir zu finden, und brachte eine Menge Namen, Gedichte und Theaterhistorien zum Vorscheine, von denen ich mir nur das gemerkt habe, was ich soeben sagte. ..." (Der Scout/Winnetou II)[110]

"... Ich glaube fast, man hätte nicht einmal das geistige Eigentum geachtet und selbst die Manen eines Schiller, Goethe um ihre 'Jungfrau', ihren 'Faust' beraubt! ..."
...
"... Sie haben ja auch mich bis auf die Stiefel ausgezogen, obgleich ich doch kein Schiller und kein Goethe bin. ..." (Im Reiche des silbernen Löwen IV)[111]

Voltaires Pucelle und die Jungfrau von Orleans/Das Mädchen von Orleans (1801)

Das vollständige Gedicht bei zeno.org.

"... Verzeihn Sie ihm halt! Er weiß nicht, was er thut. Schon der Dichter sagt: Es liebt die Welt, das Niedrige zu schwärzen und das Gemeinste in den Staub zu fliehn oder ziehn oder blühn oder grün.[112] Jetzt kann ich nun seinetwegen wieder von vorn anfangen. ..." (Der Weg zum Glück)[113]

Liebesklage/Der Jüngling am Bache (1803)

Das vollständige Gedicht bei zeno.org.

"Ich wüßte einen!" lachte der Fürst.
"Wirklich? Wo?"
"Muß er groß sein?"
"Nein. Eine kleine Hütte, wo einige glückliche Schiller'sche liebende Paare Platz finden." (Der verlorne Sohn)[114]

"... Du hast bereits in Constantinopel gehört, daß ich die Dichter Deines Vaterlandes kenne. Euer Schiller sagt so treffend:
'Raum ist in der kleinsten Hütte
Für ein glücklich liebend Paar.' ..." (Deutsche Herzen - Deutsche Helden)[115]

Berglied (1804)

Das vollständige Gedicht bei zeno.org.

Das bedeutendste Gebirge Europa's sind die Alpen, jenes durch seine Schönheiten so berühmte Hochland, zu welchem jährlich Tausende aus allen Weltgegenden herbeiströmen und dessen Pracht und Herrlichkeit kein Dichter auszusingen vermag.
"Am Abgrund leitet der schwind'liche Steg,[116]
Er führt zwischen Leben und Sterben;
Es sperren die Riesen den einsamen Weg
Und drohen Dir ewig Verderben.
Und willst Du die schlafende Löwin nicht wecken,
So wandle still durch die Straße der Schrecken,"
singt Schiller in seinem Bergliede; ... (Geographische Predigten)[117]

Karl May als Schiller-Rezipient

Karl May hat in Begleitung seiner ersten Frau Emma und der mit beiden befreundeten Witwe Klara Plöhn (seiner späteren zweiten Frau) zahlreiche Aufführungen von Schillers Werken besucht.

Am 26. Januar 1902 sahen Karl, Emma und Klara abends halb acht Uhr im Dresdner Schauspielhaus Die Jungfrau von Orleans. Klara Plöhn vermerkte dazu in ihrem Tagebuch:

Die Vorstellung war herrlich. Man kann dieses Meisterwerk immer wieder sehen und immer tauchen neue Schönheiten auf. Sonderbar, wie diese Vorstellung auf mich gewirkt hat. Ich spreche ganze Scenen nach, ohne sie auswendig gelernt zu haben und die gebundene Rede kommt mir auch in den Al[l]tag hinein. So mag es Körner ergangen sein. Der Bann des großen Geistes bemächtigt sich der empfänglichen Kreatur, die sich am Guten und Großen berauscht. Die die Schönheiten einsaugt, wie den Duft der Blume.[118]

Im gleichen Haus erlebten sie am 20. Februar ab halb sieben Uhr abends Don Carlos. Auch hierzu findet sich eine Tagebuchnotiz Klaras:

Vor Jahren sah ich es, als ich noch im Glück war. Es war aber alles verblaßt. Wie das Leid doch im Menschen alles verwischt. Es ist recht egoistisch, es will das größte da innen sein. Wie riesengroß ist doch Schiller. Karl hat Recht, mit seiner Vorliebe für Schiller. Wie er böse werden kann, wenn einer an Schiller rührt. Er har Recht. Was mag Schiller gedacht haben, als er Posa sagen lässt: "Ich verlasse dich auf Jahre, Toren nennens ewig." [...] Wie groß Karl über solche Werke denkt, Emma hat gar keinen Verstand. – Putzen, Essen, Liebe. – – –[119]

Am 13. April 1902 besuchten die drei ebendort die Aufführung von Wallensteins Lager. Die Piccolomini, von halb sieben bis viertel elf Uhr abends,[120] und am 17. April Wallensteins Tod (sieben Uhr abends). Klara Plöhn vermerkte dazu im Tagebuch:

So schön auch die Vorstellungen waren, so verblassen doch die Farben. Mich ermüdet der Kriegslärm. Alles laute, wüste Treiben stöst [sic] mich ab, thut mir weh.[121]

In Residenztheater in Dresden sahen am 24. April Karl und Emma May gemeinsam mit Klara Plöhn Die Räuber im Rahmen des Leipziger akademischen Theater-Abends. Aufgeführt wurde das Stück von 50 Leipziger Studenten unter Mitwirkung von Adalbert Matkowsky vom Berliner Schauspielhaus. Tagebuchnotiz Klaras dazu:

Es ist mir nun mal nicht möglich den Räubern Geschmak [sic] abzugewinnen. Dazu nun Matkowsky – – – der Mann ist mir zu sehr Thier. Wie nur Emma für diesen Fleischklumpen schwärmen kann – und – – – Karl giebt sich Mühe mich diese Jugendarbeit, seines nun einmal in allen Fällen angebeteten Schillers, verstehen zu lernen. Von Schiller soll und muß nun mal Alles gut sein bei ihm.[122]

Das nächste Schiller-Stück, das die drei erlebten, war Die Braut von Messina am 9. Mai, sieben Uhr abends im Dresdner Schauspielhaus. Klara May bemerkte dazu in ihrem Tagebuch:

Zum ersten Male sah ich dieses herrliche Stück Schillers. es ergreift mich mächtig. Die wunderbaren Chöre die den Sinn der Worte förmlich in die Seele graben.[123]

Ein unerwartet ergreifendes Ereignis war die Aufführung von Maria Stuart im gleichen Haus am 19. Juni 1902, halb acht Uhr abends, der die drei beiwohnten. Der Dresdner Anzeiger meldete am nächsten Tag:

Tief erschütternd wirkte im königl[ichen] Schauspielhause das Eintreffen der Todesnachricht [König Alberts von Sachsen]. Es war mitten im dritten Akt von Schillers "Maria Stuart". Die Scene zwischen den beiden Königinnen Elisabeth und Maria war soeben zu Ende, als sich der Vorhang plötzlich senkte. Das Publikum, anfangs nichts ahnend, gab seiner Begeisterung über die vorhergehende künstlerische Darbietung Ausdruck. Aber der Vorhang hob sich nicht mehr, und im Parket wehrten einige dem allzustürmischen Beifall. So trat eine plötzliche, beklemmend wirkende Stille im ganzen Hause ein und jeder ahnte, daß etwas Schwerwiegendes geschehen sei. Herr Regisseur Lewinger trat vor den Vorhang und sprach die bewegenden Worte: "Soeben erhält die königliche Generaldirektion die Nachricht, daß Se. Majestät unser allverehrter König sanft eingeschlafen ist." Das ganze Haus erhob sich und ernst und ergriffen verließen die Zuschauer das Haus.[124]

Klara hielt dazu in ihrem Tagebuch fest:

[...] nur bis zum 3. Akt. dann kam die Todesnachricht vom König. Der gute Karl gab dem Logenschließer unsere drei Billets, was den guten Menschen sehr erfreute, Emma aber Anlaß zu einer ekelhaften Scene gab.[125]

Karl May war von dem Ereignis so erschüttert, dass er das nächste halbe Jahr nicht mehr ins Theater ging.[126]

Am 20. Januar 1903 sah er zusammen mit Klara Plöhn dasselbe Stück im selben Haus.[127]

Beim Vierten volkstümlichen Dichterabend im Dresdner Vereinshaus erlebte Karl May mit seiner nunmehrigen Ehefrau Klara am 12. März 1905, halb acht Uhr abends, einen Vortrag des Geheimrats Prof. Dr. Adolf Stern über Friedrich Schiller. Tagebucheintrag Klara Mays:

"Schillerfeier". Diese konnte Herzle [= Karl May] nicht versäumen.[128]

Weitere Besuche Karl Mays bei Aufführungen von Schiller-Stücken sind wahrscheinlich, aber nicht überliefert.

Sonstiges

  • Als sich Karl May am 28. Februar 1865 als Noten- und Formenstecher Hermin in Leipzig-Gohlis, Möckernsche Straße 28b einmietete, wohnte er nicht weit vom Schillerhaus, in dem Friedrich Schiller von Mai bis September 1785 wohnte und an seinen Werken Don Carlos und An die Freude arbeitete.[129]
  • Karl Mays Freund Emil Peschel eröffnete 1875 in Dresden-Neustadt im Geburtshaus Theodor Körners, in dem sich auch Friedrich Schiller zwei Jahre lang aufgehalten hatte, ein Körnermuseum.
  • Im Oktober 1901 besuchte Karl May gemeinsam mit seiner Frau und Klara Plöhn (vermutlich) das Geburtshaus Schillers in Marbach.[130] Klara Plöhn schrieb am 15. Oktober an Max Welte auf einer Ansichtskarte vom Geburtshaus: Gestern besuchten wir dieses, Ihnen hier im Bilde vorgeführte Haus, herrliches Wetter begünstigte den Ausflug.[131]
  • 1982 veranstaltete das Schiller-Nationalmuseum in Marbach eine große May-Ausstellung.

Anmerkungen

  1. Gert Ueding: Glanzvolles Elend. Versuch über Kitsch und Kolportage. Frankfurt am Main 1973, S. 114.
  2. Dieter Sudhoff/Hans-Dieter Steinmetz: Karl-May-Chronik II. Sonderband zu den Gesammelten Werken. Karl-May-Verlag BambergRadebeul 2005. ISBN 978-3-7802-0170-6, S. 243 f.
  3. Karl May: Waldröschen. In: Karl Mays Werke, S. 12971 (vgl. KMW-II.6, S. 2199).
  4. Karl May: Der verlorne Sohn. In: Karl Mays Werke, S. 19588 (vgl. KMW-II.14, S. 153).
  5. Karl May: Der verlorne Sohn. In: Karl Mays Werke, S. 20012 (vgl. KMW-II.14, S. 421).
  6. Karl May: Der verlorne Sohn. In: Karl Mays Werke, S. 20441 (vgl. KMW-II.15, S. 691).
  7. Karl May: Der verlorne Sohn. In: Karl Mays Werke, S. 21577 (vgl. KMW-II.16, S. 1416).
  8. Karl May: Der verlorne Sohn. In: Karl Mays Werke, S. 21810 (vgl. KMW-II.16, S. 1569).
  9. Karl May: Deutsche Herzen, deutsche Helden. In: Karl Mays Werke, S. 29445 (vgl. KMW-II.25, S. 3321)
  10. Karl May: Der Sohn des Bärenjägers. In: Karl Mays Werke, S. 35524 (vgl. KMW-III.1-184:22, S. 329).
  11. Karl May: Von Bagdad nach Stambul. In: Karl Mays Werke, S. 43461 (vgl. KMW-IV.3, S. 241).
  12. Karl May: Das Buch der Liebe. In: Karl Mays Werke, S. 625 (vgl. KMW-I.1.A-32, S. 100).
  13. Karl May: Geographische Predigten. In: Karl Mays Werke, S. 196 (vgl. KMW-I.1.A-26, S. 63).
  14. Karl May: Das Buch der Liebe. In: Karl Mays Werke, S. 658 (vgl. KMW-I.1.A-32, S. 118).
  15. Bei Schiller heißt es: Seid umschlungen, Millionen!
  16. Karl May: Der Sohn des Bärenjägers. In: Karl Mays Werke, S. 35796 (vgl. KMW-III.1-184:39, S. 602).
  17. In Schillers Original lautet diese Stelle: Deine Zauber binden wieder, / Was die Mode streng getheilt; / Alle Menschen werden Brüder, / Wo dein sanfter Flügel weilt.
  18. Karl May: Der Sohn des Bärenjägers. In: Karl Mays Werke, S. 35803 (vgl. KMW-III.1-184:39, S. 603).
  19. Karl May: Durchs wilde Kurdistan. In: Karl Mays Werke, S. 42666 (vgl. KMW-IV.2, S. 265).
  20. Karl May: Waldröschen. In: Karl Mays Werke, S. 13723 (vgl. KMW-II.7, S. 2683).
  21. In Schillers Resignation lautet die entsprechende Zeile nur: Die Weltgeschichte ist das Weltgericht.
  22. Karl May: Der Geist der Llano estakata. In: Karl Mays Werke, S. 35869 (vgl. KMW-III.1-191:23, S. 353).
  23. In Schillers Resignation heißt es: Auch ich war in Arkadien geboren.
  24. Karl May: Der Geist der Llano estakata. In: Karl Mays Werke, S. 36045 (vgl. KMW-III.1-191:37, S. 587).
  25. Karl May: Die Liebe des Ulanen. In: Karl Mays Werke, S. 15496 (vgl. KMW-II.9, S. 14).
  26. In Schillers Prolog zu Wallensteins Lager heißt es: Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze.
  27. Karl May: Der Sohn des Bärenjägers. In: Karl Mays Werke, S. 35780 (vgl. KMW-III.1-184:38, S. 586).
  28. Karl May: Die Sklavenkarawane. In: Karl Mays Werke, S. 37597 (vgl. KMW-III.3, S. 347).
  29. Karl May: Die Sklavenkarawane. In: Karl Mays Werke, S. 37598 (vgl. KMW-III.3, S. 347).
  30. Gemeint ist Joseph Victor von Scheffels Gedicht Der Trompeter von Säckingen.
  31. Karl May: Der Oelprinz. In: Karl Mays Werke, S. 40178 (vgl. KMW-III.6-247:20, S. 272).
  32. Es handelt sich um Schillers Prolog zu Wallensteins Lager, in dem es heißt: Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze.
  33. Karl May: Der schwarze Mustang. In: Karl Mays Werke, S. 40945 (vgl. KMW-III.7-284:12, S. 156).
  34. Karl May: Das Buch der Liebe. In: Karl Mays Werke, S. 668 (vgl. KMW-I.1.A-32, S. 123).
  35. Das Schillersche Gedicht heißt Der Gang nach dem Eisenhammer. Ein anderes hat den Titel Die Künstler und enthält den Vers: Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben.
  36. In Schillers Gedicht Der Handschuh heißt es: Den Dank, Dame, begehr' ich nicht!
  37. Karl May: Der Geist der Llano estakata. In: Karl Mays Werke, S. 35846 (vgl. KMW-III.1-191:21, S. 323).
  38. Karl May: Das Buch der Liebe. In: Karl Mays Werke, S. 593 (vgl. KMW-I.1.A-32, S. 82).
  39. Karl May: Der verlorne Sohn. In: Karl Mays Werke, S. 23776 (vgl. KMW-II.19, S. 2844).
  40. Karl May: Das Buch der Liebe. In: Karl Mays Werke, S. 594 (vgl. KMW-I.1.A-32, S. 83).
  41. Karl May: Das Buch der Liebe. In: Karl Mays Werke, S. 597 (vgl. KMW-I.1.A-32, S. 84).
  42. Karl May: Das Buch der Liebe. In: Karl Mays Werke, S. 598 (vgl. KMW-I.1.A-32, S. 84).
  43. Karl May: Das Buch der Liebe. In: Karl Mays Werke, S. 598 (vgl. KMW-I.1.A-32, S. 84).
  44. Karl May: Das Buch der Liebe. In: Karl Mays Werke, S. 529 (vgl. KMW-I.1.A-32, S. 46).
  45. Karl May: Der verlorne Sohn. In: Karl Mays Werke, S. 23685 (vgl. KMW-II.19, S. 2784).
  46. Karl May: Der Weg zum Glück. In: Karl Mays Werke, S. 32683 (vgl. KMW-II.29, S. 1896).
  47. In Schillers Ballade heißt es: Bis die Liebliche sich zeigte, / Bis das theure Bild / Sich ins Thal herunter neigte, / Ruhig, engelmild.
  48. Karl May: Winnetou I. In: Karl Mays Werke, S. 50361 (vgl. KMW-IV.12, S. 66).
  49. Karl May: Das Buch der Liebe. In: Karl Mays Werke, S. 589 (vgl. KMW-I.1.A-32, S. 80).
  50. In Schillers Gedicht Der Taucher heißt es: Unter Larven die einzige fühlende Brust.
  51. Karl May: Ziege oder Bock. In: Karl Mays Werke, S. 1586 (vgl. KMW-I.2-b, S. 59).
  52. In Der Taucher von Schiller (nicht von Goethe) lautet diese Stelle: Und der Mensch versuche die Götter nicht / Und begehre nimmer und nimmer zu schauen, / Was sie gnädig bedecken mit Nacht und Grauen ...
  53. Karl May: Der Geist der Llano estakata. In: Karl Mays Werke, S. 36107 (vgl. KMW-III.1-191:41, S. 652).
  54. In Schillers Gedicht Der Taucher heißt es: "Unter Larven die einzige fühlende Brust.
  55. Karl May: Das Vermächtnis des Inka. In: Karl Mays Werke, S. 39038 (vgl. KMW-III.5, S. 38).
  56. In Schillers Original ist zu lesen: Wehe, wenn sie losgelassen.
  57. Karl May: Das Vermächtnis des Inka. In: Karl Mays Werke, S. 39627 (vgl. KMW-III.5, S. 422).
  58. Karl May: Deutsche Herzen, deutsche Helden. In: Karl Mays Werke, S. 26099 (vgl. KMW-II.21, S. 1148).
  59. Karl May: Der Weg zum Glück. In: Karl Mays Werke, S. 32234 (vgl. KMW-II.28, S. 1612).
  60. Bei Schiller lautet diese Stelle: Und was kein Verstand der Verständigen sieht, / Das übet in Einfalt ein kindlich Gemüth.
  61. Karl May: Der Geist der Llano estakata. In: Karl Mays Werke, S. 36245 (vgl. KMW-III.1-191:52, S. 821).
  62. Bei Schiller lautet diese Stelle: Und was kein Verstand der Verständigen sieht, / Das übet in Einfalt ein kindlich Gemüth.
  63. Karl May: Der Oelprinz. In: Karl Mays Werke, S. 40203 (vgl. KMW-III.6-247:22, S. 296).
  64. Karl May: Der Weg zum Glück. In: Karl Mays Werke, S. 29974 (vgl. KMW-II.26, S. 145).
  65. Karl May: Vom Tode erstanden. In: Karl Mays Werke, S. 6430 (vgl. KMW-I.7-76:38, S. 606).
  66. Das Schillersche Gedicht heißt Der Gang nach dem Eisenhammer. Ein anderes hat den Titel Die Künstler und enthält den Vers: Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben.
  67. In Schillers Gedicht Der Handschuh heißt es: Den Dank, Dame, begehr' ich nicht!
  68. Karl May: Der Geist der Llano estakata. In: Karl Mays Werke, S. 35846 (vgl. KMW-III.1-191:21, S. 323).
  69. Mays Hobble-Frank vermengt hier zwei Schiller-Gedichte, nämlich Der Gang nach dem Eisenhammer, in dem von Fridolin die Rede ist, und Die Bürgschaft, dessen letzte Zeilen lauten: Ich sei, gewährt mir die Bitte, / In eurem Bunde der Dritte.
  70. Karl May: Der schwarze Mustang. In: Karl Mays Werke, S. 41241 (vgl. KMW-III.7-284:28, S. 392).
  71. Karl May: Der Scout. In: Karl Mays Werke, S. 62554 (vgl. KMW-IV.27-199:20, S. 316).
  72. Die Kapelle heißt ein Gedicht von Ludwig Uhland, wohingegen mit dem Thal Friedrich Schillers Gedicht Das Mädchen aus der Fremde gemeint sein könnte.
  73. Karl May: Der schwarze Mustang. In: Karl Mays Werke, S. 41049 (vgl. KMW-III.7-284:18, S. 240).
  74. Das Schillersche Gedicht heißt Der Gang nach dem Eisenhammer. Ein anderes hat den Titel Die Künstler und enthält den Vers: Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben.
  75. In Schillers Gedicht Der Handschuh heißt es: Den Dank, Dame, begehr' ich nicht!
  76. Karl May: Der Geist der Llano estakata. In: Karl Mays Werke, S. 35846 (vgl. KMW-III.1-191:21, S. 323).
  77. Bei Schiller ist im Gedicht Der Handschuh nicht von Damen, sondern von Leoparden die Rede.
  78. Karl May: Winnetou III. In: Karl Mays Werke, S. 52254 (vgl. KMW-IV.14, S. 241).
  79. Mays Hobble-Frank vermengt hier zwei Schiller-Gedichte, nämlich Der Gang nach dem Eisenhammer, in dem von Fridolin die Rede ist, und Die Bürgschaft, dessen letzte Zeilen lauten: Ich sei, gewährt mir die Bitte, / In eurem Bunde der Dritte.
  80. Karl May: Der schwarze Mustang. In: Karl Mays Werke, S. 41241 (vgl. KMW-III.7-284:28, S. 392).
  81. Karl May: Hinter den Mauern und andere Fragmente aus der Haftzeit. In: Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1971, S. 140. (Onlinefassung)
  82. Karl May: Geographische Predigten. In: Karl Mays Werke, S. 391 (vgl. KMW-I.1.A-29:35, S. 278).
  83. Karl May: Geographische Predigten. In: Karl Mays Werke, S. 476 (vgl. KMW-I.1.A-29:46, S. 367).
  84. Karl May: Das Buch der Liebe. In: Karl Mays Werke, S. 521 (vgl. KMW-I.1.A-32, S. 42).
  85. Karl May: Das Buch der Liebe. In: Karl Mays Werke, S. 544 (vgl. KMW-I.1.A-32, S. 55).
  86. Karl May: Das Buch der Liebe. In: Karl Mays Werke, S. 545 (vgl. KMW-I.1.A-32, S. 55).
  87. Karl May: Das Buch der Liebe. In: Karl Mays Werke, S. 551 (vgl. KMW-I.1.A-32, S. 58).
  88. Karl May: Das Buch der Liebe. In: Karl Mays Werke, S. 622 (vgl. KMW-I.1.A-32, S. 98).
  89. Karl May: Das Buch der Liebe. In: Karl Mays Werke, S. 714 (vgl. KMW-I.1.A-32, S. 148).
  90. Karl May: Auf den Nußbäumen. In: Karl Mays Werke, S. 1228 (vgl. KMW-I.2-34:51, S. 816).
  91. In Schillers Lied von der Glocke lautet die Stelle: Da werden Weiber zu Hyänen / Und treiben mit Entsetzen Scherz.
  92. Karl May: Scepter und Hammer. In: Karl Mays Werke, S. 8493 (vgl. KMW-II.1, S. 650).
  93. Bei Schiller lauten die letzten beiden Zeilen: Das Auge sieht den Himmel offen, / Es schwelgt das Herz in Seligkeit.
  94. Karl May: Die Liebe des Ulanen. In: Karl Mays Werke, S. 17593 (vgl. KMW-II.11, S. 1385).
  95. Karl May: Der verlorne Sohn. In: Karl Mays Werke, S. 23933 (vgl. KMW-II.19, S. 2945).
  96. Bei Schiller geht es nicht um das Schicksal, sondern das Unglück schreitet schnell.
  97. Karl May: Der Sohn des Bärenjägers. In: Karl Mays Werke, S. 35541 (vgl. KMW-III.1-184:23, S. 346).
  98. Bei Schiller lautet diese Stelle: Gefährlich ists, den Leu zu wecken, / Verderblich ist des Tigers Zahn, / Jedoch der schrecklichste der Schrecken, / Das ist der Mensch in seinem Wahn.
  99. Karl May: Der Sohn des Bärenjägers. In: Karl Mays Werke, S. 35504 (vgl. KMW-III.1-184:20, S. 299).
  100. Bei Schiller heißt es eigentlich: Der Mann muß hinaus / Ins feindliche Leben, / Muß wirken und streben / Und pflanzen und schaffen, / Erlisten, erraffen, / Muß wetten und wagen, / Das Glück zu erjagen. / Da strömet herbei die unendliche Gabe, / Es füllt sich der Speicher mit köstlicher Habe.
  101. Karl May: Der Geist der Llano estakata. In: Karl Mays Werke, S. 36048 (vgl. KMW-III.1-191:37, S. 587).
  102. Karl May: Der Geist der Llano estakata. In: Karl Mays Werke, S. 36027 (vgl. KMW-III.1-191:36, S. 570).
  103. Der Vers stammt natürlich von Schiller und lautet: Der Wahn ist kurz, die Reu' ist lang.
  104. Karl May: Der Schatz im Silbersee. In: Karl Mays Werke, S. 38873 (vgl. KMW-III.4, S. 568).
  105. Karl May: Im Lande des Mahdi III. In: Karl Mays Werke, S. 49644 (vgl. KMW-IV.11, S. 77).
  106. Karl May: Der Scout. In: Karl Mays Werke, S. 62554 (vgl. KMW-IV.27-199:20, S. 316).
  107. Karl May: Im Reiche des silbernen Löwen II. In: Karl Mays Werke, S. 58909 (vgl. KMW-IV.23, S. 9).
  108. Karl May: Der Scout. In: Karl Mays Werke, S. 62554 (vgl. KMW-IV.27-199:20, S. 316).
  109. Karl May: Das Buch der Liebe. In: Karl Mays Werke, S. 590 (vgl. KMW-I.1.A-32, S. 80).
  110. Karl May: Der Scout. In: Karl Mays Werke, S. 62554 (vgl. KMW-IV.27-199:20, S. 316).
  111. Karl May: Im Reiche des silbernen Löwen IV. In: Karl Mays Werke, S. 65843 (vgl. KMW-V.4, S. 141).
  112. Bei Schiller heißt es: Es liebt die Welt, das Strahlende zu schwärzen / Und das Erhabne in den Staub zu ziehen.
  113. Karl May: Der Weg zum Glück. In: Karl Mays Werke, S. 30160 (vgl. KMW-II.26, S. 266).
  114. Karl May: Der verlorne Sohn. In: Karl Mays Werke, S. 23641 (vgl. KMW-II.19, S. 2756).
  115. Karl May: Deutsche Herzen, deutsche Helden. In: Karl Mays Werke, S. 28289 (vgl. KMW-II.24, S. 2567).
  116. Bei Schiller heißt es eigentlich: Am Abgrund leitet der schwindlichte Steg.
  117. Karl May: Geographische Predigten. In: Karl Mays Werke, S. 261 (vgl. KMW-I.1.A-29:19, S. 150).
  118. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 12 f.
  119. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 21 f.
  120. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 47.
  121. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 48.
  122. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 51.
  123. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 55.
  124. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 68 f.
  125. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 68.
  126. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 69.
  127. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 182.
  128. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 481.
  129. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik I, S. 127.
  130. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 498.
  131. Hans Grunert: Viele herzliche Grüße von Haus zu Haus. Klara May als Sekretärin. In: Karl-May-Handschriften aus der Sammlung des Karl-May-Museums Radebeul; S. 104

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