Loschwitz

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Loschwitz ist heute ein Stadtteil von Dresden. Er bildet gemeinsam mit Wachwitz den statistischen Stadtteil Loschwitz/Wachwitz im Ortsamtsbereich Loschwitz.

Geschichte

Die urkundliche Ersterwähnung von Loschwitz wird in der neueren Forschung auf das Jahr 1227 datiert. Seit 1571 trägt der Ort seinen heutigen Namen. Seit dem 18. Jahrhundert zogen die Loschwitzer Weinberge verstärkt wohlhabende Adlige, Dresdner Stadtprominenz und Künstler an, die hier ihre Weingüter und Villen errichteten, etwa Carl Maria von Weber oder Manfred von Ardenne.

Im 19. Jahrhundert war Loschwitz ein Dorf und beliebter Luftkurort in der sächsischen Kreishauptmannschaft Dresden, Amtshauptmannschaft Dresden-Neustadt. Mit Dresden und Pillnitz war Loschwitz durch mehrere elektrische Straßenbahnlinien verbunden, Blasewitz gegenüber, wohin das 1893 fertiggestellte "Blaue Wunder" führt. Der Ort hatte eine evangelische Kirche, zahlreiche schöne Villen, ein Denkmal des Malers Ludwig Richter, auf dem Schlossgrundstück "Orlando" ein Denkmal Friedrich Schillers, der hier in einem Häuschen im ehemaligen Weinberg Theodor Körners von September 1785 bis Juli 1787 den größten Teil seines Don Carlos schrieb, eine Sprachheilanstalt, zwei Sanatorien, ein Erholungsheim (Deutsche Heilstätte), eine Erziehungsanstalt für gefährdete Mädchen (Pniel), eine Diakonissenpflegestätte (Bethanien), eine Kartonnagenfabrik, eine chemische und Tintenfabrik, eine Dampfsägemühle, Wein- und besonders Obstbau, Erdbeerenkulturen und (1900) 5.826 meist evangelische Einwohner. In der Nähe in schöner Lage standen die turmgekrönten Albrechtsschlösser sowie auf dem waldreichen Plateau nördlich das Dorf Weißer Hirsch (heute ebenfalls ein Stadtteil von Dresden), wohin von Loschwitz eine Drahtseilbahn, und der Ortsteil Schöne Aussicht, wohin eine Schwebebahn führt.

Loschwitz wurde am 21. Januar 1921 trotz heftiger Widerstände der Bevölkerung nach Dresden eingemeindet.

Karl May, Sascha Schneider und Loschwitz

Am 3. August 1904 wollte das Ehepaar Karl und Klara May gemeinsam mit dem befreundeten Maler Sascha Schneider einen Ausflug nach Loschwitz unternehmen. Tags zuvor schrieb Schneider jedoch an May:

Ich kann morgen Mittwoch nicht mit nach Loschwitz fahren, weil ich in Wolkenburg i[m]/Muldental sein werde, allwo mir hinter meinem Rücken der akad[emische] Rat [...] ein Altarbild zu malen gütigst geruht hat.[1]

Vermutlich unternahm das Ehepaar May diesen Ausflug dann allein.[2]

Im August 1917 zog Sascha Schneider in das Künstlerhaus Loschwitz in der Pillnitzer Landstraße 59, welches er bis zu seinem Tode am 18. August 1927 bewohnte. Am 23. August fand das Begräbnis auf dem Loschwitzer Friedhof statt; das Grab ziert eine Porträtbüste Sascha Schneiders von seinem Freund und Kollegen Paul Peterich.[3]

Anmerkungen

  1. Hans-Dieter Steinmetz/Hartmut Vollmer (Hrsg.): Karl May. Briefwechsel mit Sascha Schneider. Karl-May-Verlag Bamberg-Radebeul 2009, S. 9. ISBN 978-3-7802-0093-8
  2. Dieter Sudhoff/Hans-Dieter Steinmetz: Karl-May-Chronik III. Sonderband zu den Gesammelten Werken. Karl-May-Verlag Bamberg–Radebeul 2005, S. 365. ISBN 978-3-7802-0170-6.
  3. Steinmetz/Vollmer: Briefwechsel, S. 527 und 529.

Weblinks