Zum Schluss (Gedicht)

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Zum Schluss ist ein Gedicht von Karl May.

Text

          Zum Schluss.
Ade, ade, ihr wohlgemeinten Worte,
  Gesprochen für der Menschheit Heil und Glück.
Es bleibt euch offen die vertraute Pforte,
  O kehret gern, kehrt als Gebet zurück!
Ihr tönet nicht von unbekanntem Orte.
  Ihr seid nicht leerer, wesenloser Schall.
Im großen, frommverstandnen Weltaccorde
  Ist heilges Leben jedes Intervall.
Geht hin, geht hin! Es wird euch stets begleiten
  Der Glaubensmuth, der laut zu sprechen wagt,
Um Liebe, nichts als Liebe zu verbreiten,
  Wo man euch freundlich ein Willkommen sagt.
Es wechseln in der Sterblichkeit die Zeiten,
  Der Glaube aber bleibt unwandelbar
Und wird einst siegreich über Alles schreiten,
  Was ihn verhöhnte, weil es sterblich war.
Doch sollt ihr nicht das Schwert des Glaubens schwingen,
  Nein, nur des Glaubens Schild ist euch erlaubt.
Ihr habt als Friedensworte zu erklingen,
  Weil nur der Friede an den Frieden glaubt.
Es hat der Mensch sich selbst erst zu bezwingen
  Und darum immer kampfbereit zu sein,
Doch will er dann die Feinde niederringen,
  So kann er das durch Liebe nur allein![1]

Textgeschichte

Am 18. Dezember 1900 erschien ein Gedichtband Mays mit dem Titel Himmelsgedanken im Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld.[2] In dieser Ausgabe ist das Gedicht auf den Seite 361 bis 364 enthalten und bildet somit den Schluss des Bandes.

Vertonungen

2006 wurde in Dresden Günter Neuberts Oratorium Wo der Herr nicht das Haus baut uraufgeführt. Es enthält eine Komposition zu Zum Schluss mit dem Titel Dank.

aktuelle Ausgaben

Anmerkungen

  1. Karl May: Himmelsgedanken, S. 361–364.
  2. Hainer Plaul/Gerhard Klußmeier: Illustrierte Karl-May-Bibliographie, S. 244.

Weblinks