Gottesgedanke (Gedicht)

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Gottesgedanke ist ein Gedicht von Karl May.

Text

          Gottesgedanke.
Ich bleib dir treu. Du wardst mit mir geboren
  Als mein Begleiter für das Erdenthal.
Wir gingen uns niemals, niemals verloren;
  Ich war die Welt; du warst mein Sonnenstrahl.
Ja, ich die Welt! Es ist der Schöpfung Ganzes
  Im Menschen klein, doch völlig dargestellt,
Und athmet es im Lichte deines Glanzes,
  So ist es eine große, schöne Welt.
Ich bleib dir treu. Es wechselten die Zeiten
  Es kamen Jahre, Monde, Tag und Nacht.
Sie waren Bilder einstger Ewigkeiten,
  Und du hast sie verständlich mir gemacht.
Ich leb ein äußres und ein innres Leben,
  Eins mehr für hier, das andre mehr für dort,
Und soll ich beiden Ziel und Richtung geben,
  So find ich nur durch dich das rechte Wort.
Ich bleib dir treu, du herrlicher Gedanke,
  Daß Gott auch meine kleine Welt regiert.
Vor dir fällt jede, auch die letzte Schranke,
  An welcher selbst der Muth den Muth verliert.
Du warst die einzge Leuchte mir auf Erden
  Und wirst sie mir für ewig, ewig sein.
Wer darnach trachtet, selig einst zu werden,
  Der wird es nur durch dich, durch dich allein.[1]

Textgeschichte

Am 18. Dezember 1900 erschien ein Gedichtband Mays mit dem Titel Himmelsgedanken im Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld.[2] In dieser Ausgabe ist das Gedicht auf den Seiten 6 und 7 enthalten. Der auf der folgenden Seite abgedruckte Aphorismus lautet:

Sich vom Bösen befreien, ist das Schwerste, was es giebt, öffnet aber die Seligkeit.[3]

aktuelle Ausgaben

Anmerkungen

  1. Karl May: Himmelsgedanken, S. 6 f.
  2. Hainer Plaul/Gerhard Klußmeier: Illustrierte Karl-May-Bibliographie, S. 244.
  3. Karl May: Himmelsgedanken, S. 8.

Weblinks