Läuterung (Gedicht)

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Läuterung ist ein Gedicht von Karl May.

Text

          Läuterung.
Geh hin, und schau in dich hinein
  Bis in die tiefsten Herzensfalten;
Dann stellt sich die Erkenntniß ein:
  Du mußt dich gänzlich umgestalten.
In Gottes Buche steht ein Wort:
  "Es sei denn, du wirst neu geboren,
So sinkst du hier und bist für dort
  Und für die Seligkeit verloren."
Geh hin, und bitte Gott, den Herrn,
  Er wolle gnädig dir verzeihen.
Er thut es; ja, er thut es gern,
  Ob auch der Fehler viele seien.
Doch wer vielleicht sich darauf stützt,
  Daß Gottes Gnade Alles wende,
Und seine Zeit und Kraft nicht nützt,
  Für den geht plötzlich sie zu Ende.
Geh hin, und sündige nicht mehr;
  Dir wird sehr viel, sehr viel vergeben.
Wird dir die Läuterung zu schwer,
  So fehlt der Ernst, sie zu erstreben,
So sehr du dich dagegen bäumst,
  Zum Scherz bist du hier nicht auf Erden,
Und Alles, was du jetzt versäumst,
  Muß nachgeholt, gebüßt einst werden![1]

Textgeschichte

Am 18. Dezember 1900 erschien ein Gedichtband Mays mit dem Titel Himmelsgedanken im Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld.[2] In dieser Ausgabe ist das Gedicht auf den Seiten 51 und 52 enthalten. Der auf der gegenüberliegenden Seite abgedruckte Aphorismus lautet:

Wer den Maßstab des Endlichen an das Unendliche legt, um es zu erforschen, dem wird bei seinem vergeblichen Bemühen auch noch dieses Maß verloren gehen.[3]

Vertonungen

2006 wurde in Dresden Günter Neuberts Oratorium Wo der Herr nicht das Haus baut uraufgeführt. Es enthält eine Komposition zu Läuterung mit dem Titel Buße.

aktuelle Ausgaben

Anmerkungen

  1. Karl May: Himmelsgedanken, S. 51 f.
  2. Hainer Plaul/Gerhard Klußmeier: Illustrierte Karl-May-Bibliographie, S. 244.
  3. Karl May: Himmelsgedanken, S. 53.

Weblinks