Reue (Gedicht)

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Reue ist ein Gedicht von Karl May.

Text

          Reue.
  Herr, schau mich an! Ich lieg vor dir im Staube,
Und bis du mich erhörst, so lange bleib ich liegen.
  Wie Noah damals ausgesandt die Taube,
So laß ich mein Gebet nach deiner Gnade fliegen.
    Ich sündigte im Himmel und vor dir;
    Verzeihe mir, mein Gott, verzeihe mir!
  Herr, schau mich an! Ich lieg vor dir im Staube,
Ein bittend Kind vor seines Vaters Thüre.
  Ich hatte dein vergessen, doch erlaube,
Daß mich die Reue wieder zu dir führe.
    Ich will hinfort dir gern gehorsam sein;
    O laß, mein Gott, o laß mich wieder ein!
  Herr, schau mich an! Ich lieg vor dir im Staube,
Doch hör ich schon des Engels Schritte klingen.
  Er naht und wird mir Alles, was ich glaube,
Verzeihung, Hilfe und Erlösung bringen.
    Er führt mich wieder, wieder zu dir hin,
    Und ich, ich fühl, daß ich im Himmel bin![1]

Textgeschichte

Am 18. Dezember 1900 erschien ein Gedichtband Mays mit dem Titel Himmelsgedanken im Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld.[2] In dieser Ausgabe ist das Gedicht auf Seite 143 enthalten. Der auf der folgenden Seite abgedruckte Aphorismus lautet:

Die Kunst ist die irdische Schwester ihrer himmlischen, der Religion. Sie hat die Erscheinungen und Beziehungen des Erdenlebens vom Gesichtspunkte des Schönen und Edlen aus darzustellen und dadurch dahin zu wirken, daß dieses Edle und Schöne sich am Menschen aus dem Ideale zur Wahrheit entwickele. Sie ist also neben der Religion die berufenste Lehrerin des Menschengeschlechtes.[3]

Vertonungen

2006 wurde in Dresden Günter Neuberts Oratorium Wo der Herr nicht das Haus baut uraufgeführt. Es enthält eine Komposition zu Reue mit gleichem Titel.

aktuelle Ausgaben

Anmerkungen

  1. Karl May: Himmelsgedanken, S. 143.
  2. Hainer Plaul/Gerhard Klußmeier: Illustrierte Karl-May-Bibliographie, S. 244.
  3. Karl May: Himmelsgedanken, S. 144.

Weblinks