Der Waldkönig

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Handelnde Personen in
Der Waldkönig

Anna
Bachbauer
Baldrian
Buschbauer (nur erwähnt)
Buschwebel
Feldbauer
Feldbäuerin
Bruder der Feldbäuerin (nur erwähnt)
Förster
Franz (nur erwähnt)
Frieder
Leutnant
Martha


Handlungsorte

Finsterwalde im Erzgebirge
Bachhof
ein alter Stollen in der Nähe des Dorfes
Steinertsgrün

Der Waldkönig. Eine Erzählung aus dem Erzgebirge von Karl May ist eine vielfach nachgedruckte erzgebirgische Dorfgeschichte Karl Mays.

Textgeschichte

Die Erzählung wurde erstmals 1879 in der Zeitschrift All-Deutschland! und deren Parallelausgabe Für alle Welt! veröffentlicht.[1]

Noch im gleichen Jahr erschien ein nicht legitimierter Nachdruck im New Yorker Novellen-Schatz des Verlags von Salomon Zickel unter dem Titel Der Waldkönig. Von Karl May.[2]

Unter dem Titel Die Goliaths. Eine Erzählung aus dem Erzgebirge von Karl May wurde der Text 1879 in der Leipziger Zeitschrift Saatkörner und 1880 in der New Yorker Zeitschrift Deutsch-Amerikanischer Familien-Schatz veröffentlicht.[3]

Ein weiterer amerikanischer Abdruck erfolgte 1880 unter dem Titel Der Waldkönig. Eine Dorf-Geschichte von Karl May in der San Francisco Abend Post.[4]

Nachdrucke unter dem Titel Unter Paschern. Eine Geschichte aus den Bergen von Dr. Karl May wurden 1881 in Pique Bube, Berlin,[5] und 1882 im Delmenhorster Kreisblatt[6] und in der Deutschen Reichs-Post, Stuttgart,[7] veröffentlicht. In den letzten beiden Ausgaben wurde als Verfasser Dr. Karl Mai genannt.

Mit diesem Titel Unter Paschern verkaufte Karl May die Geschichte am 21. April 1883 als auschließliches Eigenthum für 75 Mark an das Berliner Literarische Institut Friedrich Carl Entrich.[8] Dieses vermittelte offenbar zahlreiche Veröffentlichungen.

Unter dem Titel Menschentrutz und Gottes Hand. Eine Schmugglergeschichte aus den Bergen. Von Dr. Karl Mai erschien die Erzählung 1888 in der Aachener Zeitschrift Echo der Gegenwart[9] und 1893 im Euskirchener Volksblatt.[10] Im Volksblatt wurde als Verfasser allerdings Dr. Karl May genannt.

Mit der schon früher verwendeten Überschrift Unter Paschern. Eine Geschichte aus den Bergen von Dr. Karl May war der Text 1894 in der Ermländischen Zeitung, Braunsberg, zu lesen.[11]

Das Geheimniß des Stollens. Roman von Dr. Carl Mai lautete der Titel, unter dem der Text 1895 im Witzenhäuser Kreisblatt erschien.[12] In der Schreibweise Das Geheimnis des Stollens. Roman von Dr. Karl Mai erfolgte 1902 eine illustrierte Buchausgabe als Nr. 38 der Reihe Weber's Moderne Bibliothek im Verlag von Otto Weber.[13] [14]Ende 1904/Anfang 1905 warf Karl May diesem Heilbronner Verleger irrtümlich vor, die genannte Geschichte unrechtmäßig veröffentlicht zu haben. Dieser verwahrte sich dagegen und schrieb am 11. Januar 1905 an May, er hätte den Text vom Berliner Institut F. C. Entrich erworben.[15] Als Das Geheimnis des Stollens. Von Dr. Karl Mai erschien die Geschichte 1903 im Zürcher Verlag von Justus Hebsacker in der Schweizer Wochen-Bibliothek, ebenfalls als Band Nr. 38.[16]

In dem Band Erzgebirgische Dorfgeschichten (erschienen 1903 bei Adalbert Fischer und 1907 bei Friedrich Ernst Fehsenfeld) heißt die – von May leicht überarbeitete – Erzählung Vergeltung.[17]

In den Gesammelten Werken ist der Text seit 1921bearbeitet – unter dem Titel Der Waldschwarze im gleichnamigen Band 44 zu finden.[18]

Im Jahre 1977 veröffentlichte der Olms Verlag HildesheimNew York einen Reprint des Bandes Erzgebirgische Dorfgeschichten (Fischer-Ausgabe).

Ein Jahr später erschien im Manfred Pawlak Verlag Herrsching dieser Band im Neusatz unter dem Obertitel Der Dukatenhof als gebundene Ausgabe.

1980 brachte die Karl-May-Gesellschaft den Reprintband Der Waldkönig heraus, der einen reprographischen Nachdruck der All-Deutschland!-Fassung enthält. Eine zweite Auflage erschien 2011.

1982 veröffentlichte der Ueberreuter Verlag eine Lizenzausgabe des Bandes Der Waldschwarze in der Reihe Karl May Taschenbücher.

Der Pawlak-Band wurde 1983 als Taschenbuch neu aufgelegt und eine satzgleiche Lizenzausgabe davon 1992 im Leipziger Kommissions- und Großbuchhandel.

Im Treptower Verlagshaus erschien 1990 das Taschenbuch Der Waldkönig, das den Text der Erstveröffentlichung in modernisierter Form enthält.

Die Fischer-Ausgabe der Erzgebirgischen Dorfgeschichten brachte der Karl-May-Verlag 1996 als Reprint neu heraus.

In den 1990er Jahren veröffentlichte der Weltbild Verlag in der Reihe Weltbild Sammler-Edition den Sammelband Erzgebirgische Dorfgeschichten 1, der den Text in modernisierter Form beinhaltet. Diese Edition ist eine Lizenzausgabe des Verlags Neues Leben, in dem 2000 der inhaltsgleiche Band Erzgebirgische Dorfgeschichten Band I erschien.

Inhalt

Frieder, der studiert hat, kommt nach einem Brief seiner Mutter Anna nach Hause auf den Bachhof. Er erfährt, dass der "Waldkönig", Anführer einer Schmugglerbande, seinen älteren Bruder Franz tötete und den Vater durch einen Schuss absichtlich blendete.

Er beschließt, den Bachhof zu übernehmen und nebenbei den Waldkönig zu fangen. Der reiche Feldbauer, der seinen Vater mit Hass verfolgt, wird bald als Waldkönig entlarvt. Als dann Soldaten in den Ort kommen, die den Waldkönig jagen sollen, ist Frieders Stunde gekommen.

Der Buschwebel, der genau wie Frieder ein Auge auf Martha, die Stieftochter des Feldbauern, geworfen hat, wird vom Waldkönig gefangen genommen. Der Feldbauer erfährt, dass er erkannt wurde; er flieht und bringt Martha und seine Frau in einen geheimen Stollen. Frieder gelingt es, Martha, die Feldbäuerin und auch den Buschwebel zu retten.

Mit Hilfe des Leutnants und dessen Leuten gelingt es, das gesamte Paschernest auszuheben. Der Feldbauer stürzt dabei zu Tode. Happy End.

Sonstiges

In der Überarbeitung für die Buchausgabe der Erzgebirgischen Dorfgeschichten bekam die Titelfigur den Namen der Waldschwarze, vermutlich um ihn von dem Waldkönig im Kolportageroman Der verlorne Sohn zu unterscheiden.

Anmerkungen

  1. Plaul/Klußmeier, S. 52, Nr. 91/91P; Meier/Gammler/v. Thüna, S. 16.
  2. Plaul/Klußmeier, S. (441), Nr. 597; Meier/Gammler/v. Thüna, S. 16.
  3. Meier/Gammler/v. Thüna, S. 16.
  4. Plaul/Klußmeier, S. 75, Nr. 130; Meier/Gammler/v. Thüna, S. 16.
  5. Plaul/Klußmeier, S. 84, Nr. 144; Meier/Gammler/v. Thüna, S. 16.
  6. Plaul/Klußmeier, S. 87, Nr. 151; Meier/Gammler/v. Thüna, S. 16.
  7. Plaul/Klußmeier, S. 89 f., Nr. 154; Meier/Gammler/v. Thüna, S. 16.
  8. Siegfried Augustin: Gestatten, mein Name ist Meier! Ein neuentdecktes Pseudonym Karl Mays. In: Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 78/1988, S. 22.
  9. Plaul/Klußmeier, S. 126, Nr. 195; Meier/Gammler/v. Thüna, S. 16.
  10. Plaul/Klußmeier, S. 164, Nr. 239; Meier/Gammler/v. Thüna, S. 17.
  11. Plaul/Klußmeier, S. 182 f., Nr. 255; Meier/Gammler/v. Thüna, S. 17.
  12. Plaul/Klußmeier, S. 199 f., Nr. 268; Meier/Gammler/v. Thüna, S. 17.
  13. Plaul/Klußmeier, S. 262 f., Nr. 354; Meier/Gammler/v. Thüna, S. 17.
  14. Eine PDF-Ausgabe dieser Fassung veröffentliche der Berliner Freundeskreis Weihnachten 2012. (Es handelt sich dabei um einen im Seiten- und Zeilenumbruch mit der Heft-Ausgabe Nr. 38 aus »Weber's Moderne Bibliothek« von 1902 überein­stimmenden Neusatz — mit den darin enthaltenen Illustrationen!)
  15. Dieter Sudhoff/Hans-Dieter Steinmetz: Karl-May-Chronik III. Sonderband zu den Gesammelten Werken. Karl-May-Verlag BambergRadebeul 2005, S. 451. ISBN 978-3-7802-0170-6.
  16. Plaul/Klußmeier, S. 270, Nr. 371; Meier/Gammler/v. Thüna, S. 17.
  17. Plaul/Klußmeier, S. 271, Nr. 371; S. 308, Nr. 436; Meier/Gammler/v. Thüna, S. 17.
  18. Hermesmeier/Schmatz, S. 233–235, Nr. GW44.

Literatur

Weblinks