Ewig (Gedicht)
Version vom 17. Juni 2018, 15:07 Uhr von Tamarin (Diskussion | Beiträge) (Textersetzung - „http://www.karl-may-gesellschaft.de“ durch „https://www.karl-may-gesellschaft.de“)
Ewig ist ein Gedicht von Karl May.
Inhaltsverzeichnis
Text[Bearbeiten]
- Ewig.
- Ihr sucht und sucht: "Wo ist die Ewigkeit?"
- "Jenseits des Todes! Ueber unsern Sternen!
- Hier ist die Zeit, und grad nur in der Zeit
- Hat für das ewge Leben man zu lernen.
- Hier sind die Jahre, Monde, Tage, Stunden;
- Wir leben nach des Uhrenzeigers Lauf.
- Hat er die Zwölf, die Mitternacht, gefunden,
- So kommt die Ewigkeit, die Zeit hört auf."
- So wird von euch gesprochen und gedacht;
- So hören es die Schüler von den Meistern,
- Und während Einer frech darüber lacht,
- Läßt sich der Andere davon begeistern.
- Ihr meint, die Ewigkeit sei nur zu glauben,
- Sei eine Zweifelssache, ein Vielleicht,
- Und sendet aus der Arche eure Tauben,
- Von denen keine auf zur Wahrheit steigt.
- So hört es denn: Die Ewigkeit ist dort,
- Ist hier, ist vor und nach euch, allerorten,
- Der Zeitenraum, der grenzenlose Ort,
- Der nur im Wechsel endlich ist geworden.
- Sobald die ewge Liebe schöpfrisch handelt,
- Hat ihren Rathschluß sie in Form gebracht
- Und die Unendlichkeit in Zeit verwandelt,
- Doch diese Zeit als ewig sich gedacht.
- So lebt ihr also in der Ewigkeit;
- Euch ward die Gnade, sie als Zeit zu fassen.
- Benützt ihr sie, so wird als Seligkeit
- Der Herr sie euch für ewig, ewig lassen.
- Wer dies nicht thut, dem steht der Abgrund offen,
- Aus dem die Erdenstunde ihn gebar,
- Und nur vom Himmel ist für ihn zu hoffen,
- Daß er das wieder wird, was hier er war.[1]
Textgeschichte[Bearbeiten]
Am 18. Dezember 1900 erschien ein Gedichtband Mays mit dem Titel Himmelsgedanken im Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld.[2] In dieser Ausgabe ist das Gedicht auf den Seiten 12 und 13 enthalten. Der auf der folgenden Seite abgedruckte Aphorismus lautet:
- Ruinen sind Reste steinerner Hieroglyphenschrift. Wer sie zu lesen und die an sie noch gefesselten Gedanken zu befreien versteht, der hat einen Blick in die Gerichtssitzung des jüngsten Tages gethan.[3]
aktuelle Ausgaben[Bearbeiten]
- Karl May: Himmelsgedanken. Gedichte. Union Verlag Berlin [Ost] 1988, S. 28 f. ISBN 3-372-00103-6 [Neusatz]
- Karl May: Himmelsgedanken. In: Karl May: Lichte Höhen. Lyrik und Drama. Karl-May-Verlag Bamberg–Radebeul 1998, S. 36 f. ISBN 3-7802-0049-X [modernisierter Neusatz]
- Karl May: Himmelsgedanken. Gedichte. Books on Demand GmbH Norderstedt 2005, S. 12 f. ISBN 3-8334-2518-0 [Reprint]
Anmerkungen[Bearbeiten]
- ↑ Karl May: Himmelsgedanken, S. 12 f.
- ↑ Hainer Plaul/Gerhard Klußmeier: Illustrierte Karl-May-Bibliographie, S. 244.
- ↑ Karl May: Himmelsgedanken, S. 14.
Weblinks[Bearbeiten]
- Der Text auf den Seiten der Karl-May-Gesellschaft.
- Der Text bei zeno.org.
- Der Eintrag Himmelsgedanken in der Bücherdatenbank.
- Der Eintrag bei himmelsgedanken.npage.de.
