Vorwärts! (Gedicht)

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Vorwärts! ist ein Gedicht von Karl May.

Text[Bearbeiten]

          Vorwärts!
  Wer geht mit mir? Ich bleibe nicht!
Warum soll ich noch länger warten?
  Ich lege ferner kein Gewicht
Auf Dinge, die bisher mich narrten.
  Wozu in aller Welt der Streit,
Das fieberhafte Vorwärtseilen,
  Wenn man dabei doch weit und breit
Nur um sich schlägt mit Vorurtheilen!
  Welch eine Welt liegt rings umher:
Wohin ich schau, nur Fragezeichen!
  Ist denn die Antwort gar so schwer?
Natürlich, schwerer als das Schweigen!
  Man denkt, man fühlt, man ahnt Etwas
Doch wagt man nicht, es laut zu sagen.
  Es droht der Spott; es droht der Haß,
Und das verursacht Unbehagen.
  Man weiß ein wunderbares Land
Jenseits der Fragezeichen liegen,
  Doch der verständige Verstand
Versteht es nicht, sich zu besiegen.
  Es ängstigt ihn das "leere Nichts",
Das zwischen hier und dort sich breitet
  Und ihm "das ganze Reich des Lichts"
Und "seine Seligkeit" verleidet.
  Und doch, wie ist dies Nichts belebt,
Genau, genau wie unsre Erde!
  Und wie ist dieses Nichts bestrebt,
Daß es ein Etwas für uns werde!
  Jedoch in Vorurtheilen blind,
Vermögen wir nicht, es zu sehen,
  Und bleiben wir so, wie wir sind,
Kanns durch ein Wunder nur geschehen.
  Wer geht mit mir? Ich bleibe nicht!
Ich will nun endlich vorwärtsschreiten.
  Wem es dazu an Muth gebricht,
Der bleib; er ist nicht zu beneiden.
  Des Glaubens Schuhe zieh ich an;
Die Hoffnung gürtet mir die Lenden,
  Und was nicht ich vollbringen kann,
Das wird ein Anderer vollenden![1]

Textgeschichte[Bearbeiten]

Am 18. Dezember 1900 erschien ein Gedichtband Mays mit dem Titel Himmelsgedanken im Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld.[2] In dieser Ausgabe ist das Gedicht auf den Seiten 276 bis 278 enthalten. Der auf der gegenüberliegenden Seite abgedruckte Aphorismus lautet:

Hast du jemals eine Gabe gespendet, ohne daß du dich wenigstens in deinem Innern ihrer wohlgefällig rühmtest? Beobachte dein Ich, so wirst du bemerken, daß es stets auf der Lauer liegt, dich um den Werth dessen, was du thust, zu betrügen.[3]

aktuelle Ausgaben[Bearbeiten]

siehe auch[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. ↑ Karl May: Himmelsgedanken, S. 276–278.
  2. ↑ Hainer Plaul/Gerhard Klußmeier: Illustrierte Karl-May-Bibliographie, S. 244.
  3. ↑ Karl May: Himmelsgedanken, S. 279.

Weblinks[Bearbeiten]


Karl May: Himmelsgedanken
Himmelsgedanken 1900.jpg

Widmung. • Meine Legitimation. • Ragende Berge. • Gottesgedanke. • Liebe. • Ewig. • Gottesstunde. • Werdet frei! • Mein Himmel. • Sternensprache. • Sternschnuppe. • Sternkunde. • Bitte. • Gottesmahnung. • Hinauf – hinab. • Gnade. • Ade. • Heilesbotschaft. • "Vater!" • Läuterung. • Wohlthätigkeit. • Verzeihen. • Dein Auge. • Güte. • In die Berge. • Empor. • Ergieb dich drein. • Das Gewissen. • Selbstprüfung. • Einsicht. • Wohin? • Frage. • Räthsel. • Doppelsieg. • Berufung. • Unsern Dichtern. • Vogelsang. • Auf dem Friedhofe. • Wo sind die deinen? • Meine Engel. • An die Mutter. • Des Kindes Seligkeit. • Großmütterchen. • Frühling. • Blind und doch sehend. • Im Alter. • Die Leiden. • Kindschaft. • Heimkehr. • Umkehr. • Wunsch. • Das Kapellchen am See. • Mahnung. • Kannst du noch beten? • Andacht. • Hilf mir! • Reue. • Kanaan. • Im Traum. • Du hast – – – • Nur einer? • "Mehr Licht!" • Ich bin bei dir. • O bete gern! • Ich liebe. • Verständige Liebe. • Rückkehr zum Glauben. • Segen. • Meinem Schutzengel. • Tagesscheiden. • Dein Engel. • Zwei Worte. • Abendgebet. • Ein Wort von oben. • Ruhe. • Das Glück. • Drei Fragen. • Klarheit. • Der Mensch. • Zuversicht. • In tiefer Noth. • Das heilige Land. • Klage. • Nachruf. • Wahrheitstraum. • Guter Rath. • Zufall. • Abschied. • Schweigen. • Ernste Weisung. • Der Feind. • Deine Welt. • Sein ist die Zeit. • Eine Freundesstimme. • Das Volkslied. • Dichterwunsch. • Erdenleid. • Das Ich. • Wo? • Entwickelung. • Schön. • Des Waldes Seele. • Sonnenschein. • Das Vaterhaus. • Die Ehe. • Der Himmel auf Erden. • Vorwärts! • Die zweite Welt. • Abwehr. • Menschenliebe. • Der Völkerfriede. • In Ewigkeit. • Nachsicht. • Leitung. • Sei weise! • Wie das Meer. • Dank. • Menschenunmöglichkeit. • Quitt. • Bedachtsamkeit. • Selbstbetrug. • Von Kampf zu Kampf. • Zeit. • Das Wort. • Dein eigener Richterspruch. • Ein inneres Land. • Ueberflüssig. • Trost. • Weltweisheit. • Die Menschheitsseele. • Oberflächlichkeit. • 1901. • Zum Schluss.