El Paso del Norte

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El Paso del Norte liegt an den südlichsten Ausläufern der Rocky Mountains, im westlichsten Zipfel von Texas und somit an den Grenzen zu Mexiko und zum US-Bundesstaat New Mexico. Der Rio Grande umfließt El Paso und bildet hier und im weiteren Verlauf die Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und dem mexikanischen Bundesstaat Chihuahua.
Flagge der Stadt El Paso (Texas)

Allgemeines

Seit 1824 war El Paso del Norte dem mexikanischen Staat Chihuahua angegliedert. Die Revolution in Texas von 1836 hatte für die Gegend keine Bedeutung; bis zum Jahr 1848 wurde sie nicht als Teil des Staates Texas angesehen. Dann sorgte der Vertrag von Guadalupe Hidalgo dafür, dass die bisherigen Siedlungen auf der Nordseite des Flusses unter amerikanische Hoheit kamen und somit deren Trennung vom bisherigen El Paso del Norte auf der mexikanischen Seite vollzogen wurde.

Fort Bliss nach 1850

Eine Siedlung mit dem Namen Franklin wurde zur Keimzelle des heutigen El Paso (Texas). Ein Jahr später hieß die Stadt schon El Paso – und trug somit einen Namen, der fast 40 Jahre lang zu andauernden Missverständnissen und Verwechslungen mit der gleichnamigen Stadt am Südufer des Flusses führte. Dieser Missstand fand erst 1888 ein Ende, als das mexikanische "El Paso del Norte" seinen Namen in "Ciudad Juárez" änderte.

Der US-Senat legte den 32. Breitengrad als Grenze zwischen Texas und New Mexico fest. Im Jahr 1854 wurde ein Militärlager mit dem Namen "The Post opposite El Paso" (das Lager gegenüber von El Paso, gemeint ist "auf der anderen Flussseite gegenüber von El Paso del Norte") eingerichtet. Während des Bürgerkriegs spalteten sich die meisten Südstaaten - darunter auch Texas - vom Rest der Union ab und gründeten 1861 die Konföderierten Staaten von Amerika. "Fort Bliss", wie der Armeeposten nunmehr hieß, und die anderen Garnisonen der konföderierten Armee entlang des Rio Grande waren wichtige Stützpunkte der Südstaaten, um den Anspruch auf das Territorium von New Mexico zu sichern. Diese Ziele der Südstaaten fanden unter den Einwohnern El Pasos große Unterstützung.

Als 1881 durch den Bau von Eisenbahnstrecken der bisher kleine Flecken am Rio Grande Anschluss an die größeren Städte fand, begann El Paso zu wachsen und erreichte zur Volkszählung 1890 die Zahl von 10.000 Einwohnern. Das fruchtbare grüne Flusstal und das ganzjährig angenehme Klima der Stadt zog schnell viele Neuankömmlinge an, darunter Cowboys, Priester, chinesische Eisenbahnarbeiter und Kleinunternehmer, aber auch Glücksspieler, Revolverhelden, Diebe, Mörder und Prostituierte. Während der folgenden Phase des "Wilden Westens" bekam El Paso wegen seiner Abgelegenheit und Gesetzlosigkeit den bezeichnenden und zweifelhaften Spitznamen "Six Shooter Capital" ("Revolver-Hauptstadt") verliehen.

bei Karl May

El Paso del Norte
im Werk Karl Mays
Weltkarte1911.jpg

Waldröschen
Der Geist des Llano estakado
Der Scout / Winnetou II
Der Ölprinz
Old Surehand I

»Aber sagt, wo befindet sich der Juarez eigentlich?« 
»In el Paso del Norte, glaube ich.« 
»Glaubt Ihr? So wißt Ihr es nicht sicher?« 
»Sicher allerdings nicht.« 
»Wie weit rechnet Ihr von hier bis nach el Paso del Norte hinüber?« 
»Fünfundzwanzig gute Reitstunden. Wollt Ihr etwa hinüberreiten?«[1]
  • In der Jugenderzählung "Der Geist des Llano estakado" treffen sich einige Westmänner am Rande des Llano estakado in Helmers Home.
»Ich bin von einer Gesellschaft engagiert, welche ich hinüber und dann noch bis El Paso führen soll.«
»So sind es keine Westmänner, da sie eines Führers bedürfen?« fragte Helmers.
»Nein. Es sind Yankees, welche hinüber wollen, um drüben in Arizona ein gutes Geschäft zu machen.«[2]
"Da, wohin ich will, nämlich ein wenig hinter Chihuahua, ist der Krieg zu Ende. Juarez mußte zwar bis nach El Paso fliehen, hat sich aber bald aufgemacht und die Franzmänner energisch nach dem Süden zurückgetrieben."[3]
  • Karl Mays Jugenderzählung "Der Ölprinz" beginnt mit der Lokalisierung der Ortschaft San Xavier de Bac bei Tucson.
Wer auf dem gewöhnlichen Wege von El Paso del Norte über den Rio Colorado nach Kalifornien hinüber wollte, der kam, bevor er Tucson, die Haupstadt von Arizona erreichte, [...][4]
  • In der Reiseerzählung "Old Surehand" unterhält sich Old Shatterhand mit einigen Begleitern, die ihn verlassen wollen.
»Seid Ihr schon einmal in El Paso del Norte gewesen, Sir?« 
»Einige Male,« antwortete ich.
»[...] haben wir davon gesprochen. In El Paso und jenseits des Norte ist doch mehr für uns zu finden als in Texas.«[5]

Anmerkungen

  1. Capitain Ramon Diaz de la Escosura (Pseudonym von Karl May): Waldröschen. Verlag Heinrich Gotthold Münchmeyer, Dresden 1882/84, S. 2357.
  2. Karl May: Der Geist der Llano estakata. In: Der Gute Kamerad, Stuttgart 1887/88, 2. Jg., Nr. 27, S. 160.
  3. Karl May: Der Scout. Reiseerlebniß in Mexico. In: Deutscher Hausschatz, Regensburg 1888/89, 15. Jg., Nr. 27, S. 315.
  4. Karl May: Der Oelprinz. In: Der Gute Kamerad, Stuttgart 1893/94, 8. Jg., Nr. 14, 1. Kapitel, S. 183.
  5. Karl May: Old Surehand I, Illustrierte Reiseerzählungen, Band XI, Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld, Freiburg 1894, 2. Kapitel, S. 195.

Weblinks