Carl Hermann Schwabe

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Carl Hermann Schwabe, meist nur C. H. Schwabe, war ein Buchbindereibesitzer in Stuttgart. Bei ihm wurden viele der im Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld erschienenen Bücher, darunter vor allem Werke Karl Mays, gebunden.

Leben

Schwabe stammte ursprünglich aus Leipzig.

1880 gründete er in Stuttgart seine Buchbinderei in bescheidenem Maße. Später legte er sich Maschinen zu und übernahm Verlagsarbeiten. Im Jahre 1885 kaufte er das Grundstück in der Tübinger Straße 83 in Stuttgart und baute ein Fabrikgebäude.[1]

C. H. Schwabe hatte zwei Söhne namens Alfred und Richard[2]. In der Buchbinderei arbeitete außerdem ein Otto Schwabe, der möglicherweise mit der Besitzerfamilie verwandt war.[3]

Am 1. Juli 1913 ging die Buchbinderei Schwabe in den Besitz von Bruno Schotte und Albert Heister über.[4]

Carl Hermann Schwabe und Karl May

Im Briefwechsel Karl Mays mit seinem Verleger Friedrich Ernst Fehsenfeld wurde Schwabe häufig erwähnt. Durch ihn erhielt May z. B. die vertraglich zugesicherten Freiexemplare seiner Werke. Außerdem befasste sich C. H. Schwabe mit den Deckelbildern, die die Bücher schmückten.

Der älteste erhaltene Brief des Schriftstellers an den Buchbinder datiert auf den 25. November 1898. Darin äußerte sich Karl May sehr kritisch über das geplante Deckelbild zu Band 25 seiner Gesammelten Reiseerzählungen, Am Jenseits:

Ich hatte geglaubt, daß doch wenigstens das Bild dieses Jubiläumsbandes sich über das gewöhnliche Niveau etc. etc. etc. Was sieht man bei andern Werken oft für hübsche, sogar schöne Sachen![5]

Am 2. März 1899 mokierte sich May in einem Brief an Schwabe über eine neue Fassung desselben Bildes:

Gestern bekam ich von H[errn] Fehsenfeld das neue Deckenbild. Der sofortige Entschluß war, mir von meinem Freunde, dem Inspector der Dresdener Gemäldegalerie, selbst eins anfertigen zu lassen[6], denn dieser Jubiläumsband ist, wie Sie auch lesen werden, derjenige, auf welchen alle andern zugespitzt waren [...][7]

Während einer Rundreise wohnte Karl May mit seiner ersten Frau Emma und der befreundeten Witwe Klara Plöhn Anfang Oktober 1901 im Stuttgarter Hotel Marquart. Bei diesem Aufenthalt besuchte er auch die Buchbinderei Schwabe, um die Herausgabe seiner anonymen Broschüre "Karl May als Erzieher" und "Die Wahrheit über Karl May" vorzubereiten. Am 12. Oktober informierte er Fehsenfeld telegrafisch von diesem Besuch.[8]

Auf den 16. Juni 1904 datiert ein Brief C. H. Schwabes an Friedrich Ernst Fehsenfeld, in dem von den Musterdecken zu Sascha Schneiders Titelbildern Und Friede auf Erden, Orangen und Datteln sowie Winnetou III die Rede ist.[9] Diesen Brief sandte Fehsenfelds Mitarbeiter Sebastian Krämer einen Tag später an May weiter und kündigte an, dass der Verleger und der Buchbinder den Schriftsteller eventuell besuchen werden.[10]

Am 2. Oktober 1909 schrieb Otto Schwabe – gewiss im Auftrag C. H. Schwabes – an Fehsenfeld einen Brief, in dem es heißt:

Das Titelbild [zu Ardistan und Dschinnistan I und II] ist leider wieder eine Sascha-Schneider-Zeichnung, die wie Sie ja wissen keinen Anklang & Absatz finden.[11]

Auf der Rückfahrt von einer Kurreise machten Karl May und seine zweite Ehefrau Klara am 27. Juli 1911 Zwischenstation in Stuttgart, wo sie sich mit dem Buchdrucker Felix Krais und mit C. H. Schwabe treffen.[12]

Curt Hauschild, der im Jahre 1911 von Fehsenfeld den Verlag der Mayschen Werke übernehmen wollte, besprach sich diesbezüglich auch mit Schwabe und machte umfangreiche Notizen dazu.[13]

Anmerkungen

  1. May: Briefwechsel mit Fehsenfeld II, S. 12, Anm. 11.
  2. Friedrich Alexander Richard * 6. Februar 1867 in Leipzig) war ebenfalls Buchbinder.
  3. May: Briefwechsel mit Fehsenfeld II, S. 236, Anm. 62.
  4. May: Briefwechsel mit Fehsenfeld II, S. 20, Anm. 31.
  5. May: Briefwechsel mit Fehsenfeld I, S. 287 f.
  6. Gustav Otto Müller war Historienmaler.
  7. May: Briefwechsel mit Fehsenfeld I, S. 294; dort auch die vorhergehende Anmerkung.
  8. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 497 f.
  9. May: Briefwechsel mit Fehsenfeld I, S. 442.
  10. May: Briefwechsel mit Fehsenfeld I, S. 443-445.
  11. May: Briefwechsel mit Fehsenfeld II, S. 236.
  12. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 480.
  13. May: Briefwechsel mit Fehsenfeld II, S. 300-313.

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.