Reinhold Blumensath

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Assessor Blumensath. (Leseralbum, S. 721)

Dr. iur. Reinhold Blumensath war Amtsrichter und ein Leser, der mit Karl May in Briefkontakt stand.

Leben[Bearbeiten]

Hinweise auf Blumensaths Biografie sind bisher nur aus der Korrespondenz mit May bekannt. 1899 war er Referendar in Berlin, 1902 Gerichtsassessor in Sorau (heute: Żary/Polen).

Dr. Blumensath.
Gerichtsassessor Sorau.
(Leseralbum, S. 425)

1903 und 1906 arbeitete Reinhold Blumensath als Gerichtsassessor in Charlottenburg und war inzwischen verheiratet. Von spätestens 1907 bis mindestens 1911 wirkte als Amtsrichter im sächsischen Schkeuditz.

Reinhold Blumensath und und Karl May[Bearbeiten]

Grüße von der Orientreise[Bearbeiten]

Das älteste bekannte Schreiben an Reinhold Blumensath ist eine Postkarte, die Karl May am 23. September 1899 in Massaua in dem glühenden Sonnenbrande Aethiopiens verfasste, wo er sich während seiner Orientreise aufhielt.[1] Eine weitere Ansichtskarte datiert auf den 10. Oktober und wurde von May in Colombo geschrieben:

Herzlichen Gruß aus dem Paradiese![2]

Von Uleh-leh sandte Karl May am 6. November eine dritte Karte mit Grüßen an Reinhold Blumensath.[3]

als treuer Leser (1)[Bearbeiten]

Weitere Briefe und Karten Karl Mays stellen wohl vor allem Dankesschreiben auf Reinhold Blumensaths Geburtstags- und Weihnachtsgrüße dar.

Am 15. März 1902 schrieb ihm Karl May einen Brief, der seine Probleme mit den Angriffen auf ihn ahnen lässt:

Es thut meinem Herzen so wohl, daß Sie nicht zu Denen gehören, welche nur in Folge der Feindseligkeiten neidischer und niedrig denkender Menschen, nicht aber aus stichhaltigen Gründen und persönlicher Ueberzeugung plötzlich ihre Ideale aufgeben und einem Manne ihr Vertrauen entziehen, dessen Aufgabe es ist, nichts als Licht und Liebe auszutheilen.[4]

Außerdem fügte May ein Gedicht an, das sich möglicherweise auf die Verlobte oder Ehefrau Blumensaths bezieht:

Grüß mir die Blume, welche hold und rein
Für hier und dort an Deinem Herzen blüht.
Laß ihren Duft die Engelsschwinge sein,
Um deren Saum der Strahl des Himmels glüht.
Halt dich an sie, wenn in der Erde Nacht
Das Leid dich wie ein böser Traum beschleicht;
Dann siehst Du, bist Du von dem Traum erwacht,
Daß nur im Leid der Mensch nach oben steigt![5]

Der nächste bekannte Brief Karl Mays an Reinhold Blumensath datiert auf den 12. Januar 1903. Darin weist May auf das Erscheinen seiner Reiseerzählung Im Reiche des silbernen Löwen IV hin.[6]

Einen kurzen herzlichsten Gruß und Dank sandte May an Blumensath und Frau am 10. Januar 1906.[7]

Eine ähnliche Dankesbotschaft ging am 16. März 1907 zur Dr. Blumensath nach Schkeuditz:

Ein Gruß von Ihnen bringt immer ganz besondere Freude.[8]

Ebenso am 11. März 1908 an Reinhold Blumensath und Frau:

Wie mich Ihre Treue immer so rührt, erfreut, erhebt und – – – tröstet![9]

Grüße von der Amerikareise[Bearbeiten]

Während ihrer Amerikareise versahen Karl und Klara May viele ihrer Bekannten mit Ansichtskarte.

Unter den zahlreichen Karten, die am 28. September 1908 von Niagara Falls (Kanada) aus verschickt wurden, ging eine an das Ehepaar Blumensath.[10] Am 1. Dezember folgte eine weitere Postkarte aus London, wohin die Mays gefahren waren, um so eine längere Reisedauer vortäuschen.[11]

Nach der Rückkehr nach Radebeul schrieb Karl May mit einiger Übertreibung am 19. Januar 1909 an Blumensaths:

War krank. In Amerika verletzt. Wurde kurz vor Weihnacht hier operirt.[12]

als treuer Leser (2)[Bearbeiten]

Am Ostermontag, 12. April 1909 dankte Karl May Reinhold Blumensath und Frau für ihre Geburtstagsglückwünsche.[13]

Der nächste bekannte Brief an Amtsrichter Blumensath stammt vom Januar 1911 und ist von Mays Ehefrau Klara verfasst:

Mein guter Mann kann nicht selbst danken für Ihr treues Gedenken zum Jahreswechsel. Seit Wochen liegt er an Influenza und Lungenentzündung schwer krank darnieder.[14]

Ein Jahr später, am 21. Januar 1912 war es wieder Karl May selbst, der Reinhold Blumensath für seine Weihnachtsgrüße dankt.[15]

Der wahrscheinlich letzte Brief Mays an das Ehepaar Blumensath ist auf den 4. März 1912 datiert. Karl May schrieb darin:

Wie innig freue ich mich stets, wenn ich unter den tausenden anderen auch wieder Ihren Namen lese.[16]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 276.
  2. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 299.
  3. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 315.
  4. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 299.
  5. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 34 f.
  6. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 175.
  7. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 6.
  8. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 176.
  9. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 362.
  10. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 437.
  11. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 456.
  12. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 490.
  13. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 518.
  14. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 392.
  15. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 545.
  16. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 564.

Literatur[Bearbeiten]

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.