Ludwig Bergmüller

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Ludwig Bergmüller (* 4. August 1871 in Regensburg; † 25. März 1930) war Besitzer der Brauerei und des Hotels "Zu den Karmeliten" in Regensburg und ein bekannter Tigerjäger.

Er war am 3. November 1892 war er als Freiwilliger dem Militär beigetreten und diente während des Ersten Weltkriegs als Unteroffizier. Er war von 1914 bis 1916 an der Westfront (Frankreich) stationiert, danach bis 1918 an der Ostfront (Russland).

Ludwig Bergmüller und Karl May[Bearbeiten]

Als Karl May auf seiner Orientreise am 29. September 1899 auf der "Bayern" von Aden in Richtung Colombo fuhr, war auch Ludwig Bergmüller an Bord. In dessen Tagebuchblättern heißt es dazu:

Wir kamen im Gespräch mit dem Schiffsarzt [...] zufällig auf den berühmten Reiseschriftsteller Karl May zu sprechen, dessen afrikanische Abenteuergeschichten so gewaltige Sensation erregten. Da – wer beschreibt unser Erstaunen – erhebt sich plötzlich vom Stuhle am gleichen Tische die Gestalt eines [...] Passagiers und stellt sich als Karl May vor. Alles fuhr auf. Wie hätte es mir, der ich schon so viel von diesem Manne gehört und gelesen, nicht willkommen sein sollen, nun so unvermutet seine persönliche Bekanntschaft zu machen! Seine Erscheinung entsprach übrigens ganz dem Bilde, das ich mir von ihm gemacht. Er hatte einen Araber [nämlich Sejd Hassan] als Diener bei sich. Im Laufe einer längeren Unterhaltung mit ihm, die mir unvergeßlich geblieben, erfuhr ich, daß er in Aden eingestiegen, nachdem er zuvor, aus dem Sudan kommend, in Jerusalem, Haifa, und andren Orten Palästinas gewesen sei. Er wolle jetzt nach Colombo auf Ceylon weiterreisen. Bei dieser Gelegenheit gab er mir gar manche dankenswerten Ratschläge und Auskünfte, und versprach mir weitere Winke noch zuteil werden zu lassen. Zu meiner größten Freude wurde der interessante Mann noch mein Kabinen- und Schlafgenosse [...] Wie hätte ich mir das je träumen lassen![1]

Am folgenden Tag trug Karl May eine Bemerkung zu Ludwig Bergmüller in sein Reisetagebuch ein:

Bergmüller aus Regensburg. "Bin von Palästina gekommen", sagte er. Tigerjäger. "Bayerischer Volksbote".[2]

In dessen Buch ist über diesen 30. September zu lesen:

Der Abend dieses Tages aber sollte – gleichsam als feierlicher Abschluß des Monats – das längst angekündigte Kostümfest bringen. [...] Wer war mein rettender Engel? Kein anderer als mein liebenswürdiger Kabinengenosse, Dr. Karl May. Dieser stellte mir nämlich nicht nur sein im Sudan getragenes Reitkostüm zur Verfügung, sondern half mir auch persönlich beim Anlegen desselben, eine Unterstützung, ohne die mir das Ankleiden viel zu schaffen gemacht hätte.[3]

Eine weitere Erwähnung Karl Mays findet sich beim Eintrag zum 2. Oktober:

Mit der Eintönigkeit der Fahrt versöhnte mich nur der belehrende und belebende Umgang mit Dr. Karl May. Welch ein Genuß die anregende Unterhaltung mit meinem berühmten Reisegenossen! Auch des Doktors arabischer Diener interessierte mich, zumal er Deutsch verstand und sprach.[4]

Als Karl May am 6. Oktober die "Bayern" in Colombo verließ, kam es auch zum Abschied von Bergmüller. In seinen Tagebuchblättern schrieb dieser dazu:

Etwas nach Mitternacht, gegen 1 Uhr 10 Min[uten] morgens, lief unser Schiff in den Hafen von Colombo von Ceylon ein. Hier verließ uns unser berühmter Reisegenosse Karl May.[5]

Weitere Kontakte zwischen Ludwig Bergmüller und Karl May sind nicht überliefert.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. M-KMG 49/1981, S. 19 f.
  2. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 293.
  3. M-KMG 49/1981, S. 20.
  4. M-KMG 49/1981, S. 21.
  5. M-KMG 49/1981, S. 22.

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.


Weblinks[Bearbeiten]