"Villa Agnes"

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Wohnsitze Karl Mays in Dresden und der Lößnitz

  1. Jagdweg 7
  2. Jagdweg 14
  3. Pillnitzer Straße 72
  4. Villa 'Forsthaus', Dresden-Strießen
  5. Sommerstraße 7, Dresden-Blasewitz
  6. Prinzenstraße 4, Dresden-Johannstadt
  7. Schnorrstraße 31 Seevorstadt
  8. "Villa Idylle", Kötzschenbroda
  9. Lößnitzstraße 11, Niederlößnitz
  10. "Villa Agnes", Oberlößnitz
  11. Villa "Shatterhand", Radebeul

Anfang April 1891 zogen Karl und Emma May von Kötzschenbroda nach Oberlößnitz zur Miete in die "Villa Agnes" in der Nizzastraße 1d (Brd.-Cat.-Nr., später 13; heute ist der Eingang der Villa in der Lößnitzgrundstraße 2). In diesem Haus schrieb May seinen wohl meist bekanntesten Roman Winnetou I. Dezember 1895 zog er von hier aus in die "Villa 'Shatterhand'." Eine Tafel wurde am 7. Mai 2005 angebracht.

Der Eigentümer des Hauses war Friedrich Wilhelm Sauerzapf aus Dresden. Gebaut wurde es 1879 von den Gebrüdern Ziller. An der Ostseite lässt Karl May ohne Genehmigung einen Erker anbauen.[1]

"Villa Agnes", Seite Nizzastraße (z.Zt. Karl Mays war hier der Eingang)
"Villa Agnes", Seite Lößnitzgrundstraße (heutiger Eingang)
Tafel an der "Villa Agnes"

Der Einbruch

Am 28. Mai 1891 wurde nachts in die Villa eingebrochen. Emma May wurde von Geräuschen geweckt und schickte ihren Mann aus dem oben gelegenen Schlafzimmer nach unten. Dort fand er Schränke und Kommoden geöffnet und geplündert. Angeblich fehlten – laut einem Zeitungsbericht – verschiedene Gold- und Silbersachen. Der Strolch war bereits über alle Berge, konnte aber wenig später gefasst werden. Es handelte sich um den vorbestraften und aus der Haft geflohenen Otto Theodor Röske, der bei seiner Verhaftung Mays gestohlenes Notizbuch bei sich trug.

Der Gerichtsverhandlung am 14. Oktober 1891 wohnte May als Zeuge bei.

Karl May baute daraufhin die Villa zur Festung aus. Friedrich Ernst Fehsenfeld schreibt bei seinem ersten Besuch bei Karl May von Wir gingen in seine Wohnung. Gleich wurde ich, der ich aus dem gemütlichen Süddeutschland kam, in eine Stimmung von Gefahren und ihrer Begegnung hineinversetzt. War doch das ganze Grundstück von einem Bretterverschlag eingeschlossen, von dessen Kante eiserne Stacheln herabdräuten. Man konnte von außen nicht hineinsehen. Und Gartentür und Haus wurden nach unserem Eintritt wieder fest verschlossen und verriegelt.[2]

Karl May hingegen beschreibt den gleichen Besuch aber wesentlich schöner in einem Brief an Fehsenfeld vom 3. Dezember 1891:
Im lieben, schönen Lößnitzgrund
     Da saßen Zwei selbander;
Die schlossen einen Freundschaftsbund,
     Gehn niemals auseinander.
Der Eine schickt Romane ein,
     Der Andre läßt sie drucken,
Unds Ende wird vom Liede sein:
     's wird Beiden herrlich glucken![3]

Anmerkungen

  1. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik I, S. 394.
  2. Hans-Dieter Steinmetz: Wanderungen in Radebeul
  3. Klußmeier/Plaul: Karl May und seine Zeit, S. 257.

Literatur

Weblinks