Marie Hannes

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Erstes Bild von Marie Hannes in Karl Mays Leseralbum

Marie Rosette Dolly Auguste "Mariechen" Hannes (* 3. März 1881; † 4. Januar 1953) war eine Verehrerin Karl Mays.

Leben

Marie Hannes wurde als Tochter des Arztes Gustav Hannes (* 9. Dezember 1842 in Kleve; † 5. November 1914 in Wernigerode) und seiner Ehefrau Wilhelmine geb. Meyer (* 3. Dezember 1844 in Hagen bei Bremen; † 11. Februar 1921 in Wernigerode) geboren. Nach einem Unfall war sie chronisch krank und wurde eine begeisterte Leserin, die ihrem Lieblingsautor ab 1896 enthusiastische Briefe schrieb. May antworte seinem Mariechen und lernte sie und ihren Bruder Ferdi während einer Rundreise 1897 in Wernigerode auch kennen. Wie damals üblich blieb May der Familie Hannes gegenüber bei der Behauptung, er sei tatsächlich Old Shatterhand, und gab auch (nicht der Wahrheit entsprechende) Details zu seiner Kindheit bekannt.[1]

Zahlreiche Briefe wurden in der Folge ausgetauscht; der geliebte Onkel Karl antwortete seinem Liebling ausführlich.

Erst 1900 schien er zu bemerken, dass die anfangs rein kindliche Schwärmerei des Mädchens ihre Qualität geändert hatte. In der Folge kanzelte er sie deswegen mehrfach ab.

Sie zweifelte keine Sekunde daran, tatsächlich Old Shatterhand vor sich zu haben. In dem eifrigen Bestreben, ihrem geliebten Onkel Karl zu helfen, wiederholte sie noch 1902 in ihrem (unveröffentlichten) Verteidigungsbändchen Allerlei von Karl May völlig unreflektiert die ihr erzählten Legenden. Eine Veröffentlichung dieser Broschüre wäre zu dieser Zeit – als May sich gerade heftig von seinem Abenteuer-Leben distanzierte – verhängnisvoll gewesen. May gelang es, ihr das Manuskript – in das auch Gedichte und Briefe eingeflochten waren – mit Hilfe von Klara abzuschwatzen – und es Anfang Januar 1903 angeblich zu vernichten. (Tatsächlich vernichtete er nur seine beiliegenden Briefe.) Gleichzeitig verfasste er eine vernichtende Kritik ihrer Schrift und ließ ihr diese über Klara zukommen. Marie Hannes war am Boden zerstört. Bis 1906 gab es dann keinen direkten Kontakt mehr.

Marie Hannes (links) und Gertrud Mahrt. Überschrift: !Verlassen!

1906 besuchte Marie Hannes mit einer Freundin erstmals wieder die Villa "Shatterhand". Danach begann auch die Korrespondenz wieder. Ihre Begeisterung für Karl May ließ sie endlich zu der Überzeugung kommen, ihm könne nur durch die Wahrheit geholfen werden. Mit dieser Ansicht eckte sie bei ihm und auch seiner Frau Klara May so an, dass das Verhältnis nachhaltig gestört wurde.

Sie schloss 1910 mit Lu Fritsch Blutsbrüderschaft und wirkte mit ihr sehr aktiv für Mays Verteidigungspläne gegen Rudolf Lebius.

Ab 1909 studierte sie in Leipzig Philologie und promovierte 1915. 1912 widmete sie dem Verstorbenen einen in mehreren Zeitungen erschienenen Nachruf.

Ihr Bericht über Karl Mays Beisetzung, der am 4. April 1912 im Radebeuler Tageblatt erschien, wurde von Klara May nicht in die Neuausgabe von Mein Leben und Streben aufgenommen. Daraufhin brach der Kontakt ab.

Sie arbeitete später als Privatlehrerin und Astrologin. Eine letzte Kontaktaufnahme (1936) zu Klara May ergab keine neue Beziehung. 1953 starb Marie Hannes.

Sonstiges

In der 14-teiligen biografischen "Hörbildreihe" von MDR Figaro "Empor ins Reich der Edelmenschen" (2012) wird Marie Hannes von Nele Rosetz gesprochen.

Anmerkungen

  1. Marie Hannes: Allerlei von Karl May.

Werke

  • Allerlei von Karl May (1902; erstmals veröffentlicht 1997 im Band Leben im Schatten des Lichts. Marie Hannes & Karl May)

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.


Weblinks