Winnetou – Eine neue Welt (Fernsehfilm 2016)

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Filmdaten
Deutscher Titel: Winnetou – Eine neue Welt
Produktionsland: Deutschland
Erscheinungsjahr: 2016
Länge (PAL-DVD): 117 min Minuten
Originalsprache: Deutsch
Stab
Regie: Phillip Stölzl
Drehbuch: Karl May (Buchvorlage), Jan Berger, Alexander M. Rümelin, Phillip Stölzl frei nach der Erzählung Winnetou I
Produktion: Christian Becker
Christoph Müller
Matthias Wendlandt
Felix Wendlandt
Musik: Martin Böttcher
Heiko Maile
Kamera: Sten Mende
Schnitt: Sven Budelmann
Besetzung

In kleinen Nebenrollen


Das Buch zum Film

Winnetou – Eine neue Welt ist ein Fernsehfilm aus dem Jahr 2016 von Regisseur Phillip Stölzl. Der Film stellt den ersten Teil der neuen Winnetou-Trilogie dar. Der zweite Teil heißt Winnetou – Das Geheimnis vom Silbersee, der dritte Teil Winnetou – Der letzte Kampf.

Der Film erzählt die Geschichte über den Ausbau einer Eisenbahnstrecke durch die Central Pacific Railroad durch das Indianergebiet. Hier treffen Winnetou und Old Shatterhand das erste Mal aufeinander. Der Beginn einer großen Freundschaft und wie sie das Land der Apachen gemeinsam gegen die Weißen und das Feuerross verteidigen.

Inhalt

Das Jahr 1860: Es herrscht Aufbruchsstimmung. Die Welt ist im Wandel. Abenteuer liegt in der Luft. Der junge Deutsche Karl May kommt mit dem Schiff nach Amerika und macht sich auf die weite Reise in den unbekannten Westen. Er möchte als Pionier die Neue Welt gestalten und Teil einer großen Zukunft werden. Er tritt er einen Job bei der "Central Pacific Railroad Company" an. Für das Unternehmen soll er neue Eisenbahnstrecken vermessen und damit die Zivilisation in die unberührte Wildnis bringen. Eine spannende Aufgabe, der sich der höchst engagierte Ingenieur mit Feuereifer widmet. Nachdem er sich im Zollgebäude im Hafen von New York ausgewiesen hat, besteigt er den nächsten Zug nach Westen. Während der Zugfahrt begegnet er einer alten Dame, die ihn vor den Indianern warnt. In der nah gelegenen Stadt Roswell lernt er nach seiner Ankunft den Ingenieur James Bancroft, seinen neuen Arbeitgeber, und seine Frau kennen.

Karl May erfährt, dass sein Vorgänger verstorben ist und bei Tunnelarbeiten auf der Baustelle ums Leben kam. Am Grab gibt er ihm das letzte Geleit. Er macht sich anschließend mit einem Zubringer-Zug auf dem Weg zur Baustelle, wo er sich bei dem verschlagenen Vorarbeiter Joseph Rattler melden muss, den er sich bald schon zum Feind macht. Nach einem ereignisreichen Tag auf der Baustelle kommt es im Saloon in Roswell zu einer handfesten Auseinandersetzung mit Rattlers Vormann Ugly Joe. Karl schlägt ihn bewusstlos nieder. In Roswell trifft er auch die schöne Belle, die mit ihren Amüsierdamen von einer besseren Zukunft träumt und ihre Dienste anbietet.

Am nächsten Morgen wird Karl May von Mr. Bancroft in dessen Büro bestellt. Er wird von seinem Chef beauftragt, das Land hinter dem Tunnel für den Streckenbau zu vermessen und gibt ihm eine bewaffnete Eskorte mit, um für seine Sicherheit zu sorgen.

Abenteuer liegt in der Luft

Gemeinsam mit seinem Vorarbeiter Joseph Rattler, dessen Vormann Ugly Joe und dessen tatkräftigen Männern reitet Karl in die karge, einsame Steppe. In der rauen Wildnis muss er lernen, das Geheul der Kojoten, die Kälte der Nacht und die Launen seiner Leute auszuhalten. In der Wildnis stößt der kauzige Trapper Sam Hawkens zu ihnen. Doch damit nicht genug: Die Männer geraten in das Land der Apachen. Rattler und seine Männer sollen Karl beim Landvermessen in der Prärie helfen. Es dauert nicht lange, bis es zur ersten blutigen Auseinandersetzung mit den Indianern kommt. Auf einem alten Indianerfriedhof, auf dem Rattlers Männer Grabschändung begehen, wird Karl von einem Pfeil schwer verwundet. Er kann sich kaum noch auf den Beinen halten. Häuptlingssohn Winnetou ist bereit, seinen Skalp als Trophäe zu nehmen. In letzter Sekunde und mit unbändigem Überlebenswillen wehrt der Deutsche den Häuptlingssohn mit einem Faustschlag ab. Diese Tat sichert ihm die Anerkennung und den Respekt der Indianer: Winnetou tötet ihn nicht, sondern nimmt ihn mit.

Willkommen bei den Apachen

Völlig benommen erwacht Karl aus tiefer Ohnmacht als Gefangener im Dorf der Apachen. Dort werden seine schweren Verletzungen von Winnetous bildhübscher Schwester Nscho-tschi versorgt. Zwischen der anmutigen Schamanin und dem jungen Ingenieur herrscht eine nahezu magische Verbundenheit. Karl kann ihrer Anziehungskraft nicht widerstehen und verliebt sich unsterblich in die junge Indianerin.

Aus Karl May wird Old Shatterhand

Doch auch die Kultur der Apachen begeistert ihn zutiefst. Karl ist begierig, die Welt der Indianer besser kennenzulernen. Aller anfänglichen Vorbehalte zum Trotz entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen dem Deutschen und Winnetou. Wegen seiner kraftvollen Faust im Kampf mit dem Häuptlingssohn erhält Karl von seinen neuen Freunden den Namen "Old Shatterhand"(Alter Mann mit mächtiger Faust). Das friedvolle Miteinander währt jedoch nicht lange. Entgegen der genehmigten Pläne wird die Eisenbahnbaustelle direkt durch den heiligen Berg der Apachen gesprengt. Für die Indianer bedeutet das: Auch wenn sie hoffnungslos unterlegen sind, sind sie wild entschlossen, ihr Land bis auf den letzten Mann zu verteidigen.

Die Rache der Indianer

Winnetou und seine tapferen Krieger wollen die Stadt Roswell angreifen und so den Bau der Eisenbahnstrecke verhindern. Kurz nach Sonnenuntergang muss sich Karl im Versammlungszelt vor Intschu-tschuna, dem obersten Häuptling der Apachen, verantworten und wird an den Marterpfahl gebunden. Mit viel Übererdungsgeschick gelingt es Karl in letzter Sekunde, die kampfbereiten Indianer zu überzeugen, einen Deal mit der Eisenbahngesellschaft auszuhandeln. Intschu-tschuna befiehlt seinem Sohn Winnetou, Karl nach Roswell zu begleiten und ihn sicher in die Stadt der Bleichgesichter zu bringen. Unterwegs lernt Winnetou bei diesem Boxunterricht. In Roswell gelingt es Karl, seinen Chef Mr. Bancroft zu einem Friedensgespräch zu überreden.

Wie versprochen erscheinen die Apachen zu einer Verhandlung mit Mr. Bancroft in der Stadt Roswell. Geschockt erblickt Intschu-tschuna auf den Straßen seinen ehemaligen Feind Tangua, den Häuptling der Kiowas, der ihn vor den Weißen warnt. Karl beschwört seinen Chef für eine friedliche Lösung. Womit der junge Ingenieur nicht gerechnet hat, ist die Hinterlistigkeit seines ehemaligen Vorarbeiters Rattler. Es kommt zur Katastrophe: Bei den Verhandlungen erschießt Rattler hinterrücks Intschu-tschuna vermeintlich aus Notwehr. Winnetou wird der neue Häuptling der Apachen und schwört blutige Rache. Im Dorf der Apachen bereiten sich die Krieger auf die bevorstehende Schlacht vor.

Während die Apachen in einen Hinterhalt laufen, wird Karl in Bancrofts Haus verschleppt, gefesselt und geknebelt. Völlig hilflos muss Karl mit ansehen, wie Rattlers Männer die Indianer mit Maschinengewehren brutal niedermetzeln. Nach dem Massaker wird Karl von seinem ehemaligen Chef Mr. Bancroft wieder freigelassen. Wütend stürzt dieser sich auf Ugly Joe, als dieser den am Boden liegenden Winnetou erschießen will, der schwer verwundet ist. Er bedroht Ugly mit der Waffe, ihn mit Winnetou ziehen zu lassen und schlägt Rattlers Vormann nieder.

Kampf um die Brücke

Karl bringt Winnetou, der durch seine Schusswunden bewusstlos geworden ist, ins Dorf der Apachen zurück, wo er von seinen Stammesbrüdern ins Nscho-tschis Zelt gebracht wird und von ihr gepflegt wird. Old Shatterhand verlässt auf ihren Wunsch das Lager. Nach seiner Genesung sucht Winnetou das Grab seines Vaters Intschu-tschuna auf, um dessen Geist zu befragen, wie die Apachen das Feuerross besiegen und das Land der Apachen retten können. Gemeinsam mit Old Shatterhand, der inzwischen auf den kauzigen Trapper Sam Hawkens getroffen ist, beobachten sie die Arbeiten auf der Baustelle und schmieden einen Plan: Wenn die Brücke zerstört werden würde, hat die Eisenbahngesellschaft keine Zeit mehr eine neue zu bauen und es würde ihnen nichts übrig bleiben, die Strecke um das Gebiet der Apachen zu verlegen. Mit einem Handschlag besiegeln sie ihren Plan, gemeinsam das Land der Apachen zu schützen.

In einem spektakulären Showdown kämpfen Winnetou und Old Shatterhand Seite an Seite nun als entschlossene Verbündete. Sie schleichen sich mit einigen Kriegern auf die Baustelle, entwenden Dynamit aus dem Schuppen und bringen die Laden an der Brücke fest. Doch sie werden von Rattler und Ugly Joe entdeckt. Es kommt zum Schlusskampf: Ugly Joe wird aus dem Hinterhalt von Sam Hawkens erschossen, der Old Shatterhand zur Hilfe kommt. Winnetou stürzt sich auf Rattler, den Mörder seines Vaters, und nagelt ihn mit einem Messer an den Brückenpfeilern fest. Mit einem Sprung in den Fluss retten sich Winnetou und Old Shatterhand in den Fluss, bevor die Brückenkonstruktion in die Luft geht und vor ihren Augen zusammenfällt. Damit ist die Karriere von James Bancroft beendet und er wird entlassen. Die Bahnlinie wird nun um das Land der Apachen gebaut.

Der Beginn einer großen Freundschaft

Die Apachen feiern ihren Sieg in deren Dorf mit einem großen Fest. Sam Hawkens begleicht seine Schuld bei den Apachen und bekommt seinen Skalp zurück. Winnetou macht Karl das Angebot, bei den Apachen zu bleiben und dieser nimmt das an. Zwischen ihm und Winnetou beginnt eine große Freundschaft.

Figuren

Protagonisten

Figur Rolle
Winnetou Winnetou ist der Sohn des großen Apachen-Häuptlings Intschu-tschuna. Seine Schwester ist Nscho-tschi. Er ist jung, stolz, klug, unerfahren und spricht die Sprache des weißen Mannes nur mit gebrochenem Akzent. Winnetou ist am Anfang ein harter Krieger, der die Weißen hasst, weil sie seine Kultur zerstören. Er weiß schon als kleines Kind, dass er einmal für das Schicksal eines ganzen Volks verantwortlich sein wird. Doch dass diese Zukunft so früh kommen würde, hätte er nicht gedacht. Nachdem sein Vater von einem weißen Bahnarbeiter auf grausame Art und Weise getötet wurde, muss der junge Krieger von einem Tag auf den anderen erwachsen werden. Seine neue Rolle als Häuptling der Apachen ist für Winnetou eine belastende Verpflichtung: Er muss seinen Stamm vor den Weißen schützen. Ohne Rücksicht treiben die Eindringlinge ihre Eisenbahnschienen wie eine unheilbringende Schlange durch das Land der Indianer. Sie drohen, die weite Prärie und damit die Heimat der Indianer zu vernichten. Wild entschlossen, sein Land mit allen Mitteln zu verteidigen, zieht Winnetou in den Kampf. Auch wenn die Indianer schlechter ausgerüstet sind als die Weißen, sind sie bereit, bis auf den letzten Mann zu kämpfen. Dass ausgerechnet ein Weißer ihn in diesem aussichtslosen Kampf unterstützen würde, hätte Winnetou nie für möglich gehalten. In dem jungen Deutschen Karl May findet er nicht nur einen Verbündeten – ihre schicksalhafte Freundschaft wird durch die Blutsbrüderschaft zu einem unzerstörbaren Pakt.
Karl May / Old Shatterhand Karl May, ein deutscher Ingenieur aus Sachsen, ist nach Amerika ausgewandert. In der Neuen Welt sieht er für sich den Beginn einer aufregenden Zukunft. Er nimmt einen Job bei einer großen Eisenbahngesellschaft an. Seine erste Begegnung ist die einer Frau, die ihn von den Indianern warnt. Karl möchte als Ingenieur die weite, unberührte Steppe zähmen und damit bewohnbar machen. Dass in der Prärie bereits Menschen wohnen, kümmert ihn wenig. Für ihn sind die Indianer nichts mehr als "Wilde". Doch das bleibt nicht lange so. Karl gerät zwischen die Fronten. Da die Bahnlinie ausgerechnet direkt durch das Indianerterritorium führt, ist ein erbitterter Konflikt unvermeidlich. Karl wird vom Volk der Apachen gefangen genommen und lernt in ihrem Dorf eine völlig neue Welt kennen. Trotz seiner anfänglichen Furcht und Ablehnung "den Wilden" gegenüber ist Karl von ihren exotischen Ritualen und der fremden Kultur fasziniert. Die Schamanin Nscho-tschi hat eine magische Anziehungskraft auf den Deutschen. Seine wachsende Liebe zu der schönen Indianerin verändert Karls Leben nachhaltig. Doch vor allem tiefe und herzliche die Freundschaft zu ihrem Bruder Winnetou macht aus ihm einen neuen Menschen. Nie hätte er es für möglich gehalten, an der Seite der Indianer Teil eines Kampfes um Leben und Tod zu werden. Aus dem jungen Ingenieur Karl May wird Old Shatterhand. Ein neues Leben beginnt.
Sam Hawkens Sam Hawkens ist ein kauziger Westmann. Er liebt sein Leben in der Freiheit der Prärie. Als Trapper ist er immer auf der Suche nach neuen Pelzen und streift einsam durch die weiten Steppen. Durch seinen sonderlichen Lebensstil wird er von vielen nicht ernst genommen. Doch der unterschätzte Sam ist ein ausgefuchstes Schlitzohr mit einem riesigen Herz. Obwohl Sam von einem Indianerstamm brutal skalpiert wurde, respektiert er deren Kultur. Sam spricht sogar die Sprache der Apachen. Seit dem Übergriff muss er jedoch eine auffällige Perücke tragen, die er wie seinen Augapfel hütet. Beeindruckt von der tiefen Freundschaft zwischen Winnetou und Old Shatterhand, wird er ihr mutiger und treuster Begleiter. Kein Kampf kann den kauzigen Zeitgenossen schrecken. Mit seinen Freunden reitet er tapfer in jede Schlacht. Deutliche Abneigung empfindet Sam für die Dörfer der Weißen. Obwohl er selbst einer von ihnen ist, lässt er sich dort kaum blicken. Sein Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung kommt nur durch eine Person kräftig ins Wanken: Belle. Die schöne und schlaue Hure hat sich bei einem seiner kurzen Besuche in der Stadt in Sam verliebt. Sie bringt den schrulligen Trapper mit ihren offenen Gefühlsbekundungen völlig aus dem Konzept.

Antagonisten

Die Central Pacific Railroad Company war eine Eisenbahngesellschaft im Westen der Vereinigten Staaten. Sie entstand 1861 und ging durch ihre Beteiligung am Bau der ersten transkontinentalen Eisenbahnverbindung in die Geschichte der Eisenbahn in Nordamerikas ein. Die Gesellschaft wurde später in die Southern Pacific Railroad eingegliedert. Zur dieser Eisenbahngesellschaft zählen auch die Schurken Ugly Joe und Josef Rattler.

Figur Rolle
Ugly Joe Ugly Joe ist der schmierige Handlanger von Joseph Rattler. Er ist kaltblütig und gewissenlos. Wenn ihn nur einer das Wort hässlich ins Gesicht sagt, ist bereit, mit diesem sich zu prügeln. Nicht umsonst wird er so genannt. Er muss mehrmals Karls Faust einstecken.
Rattler Joseph Rattler ist der durchtriebene und grimmige Vorarbeiter für dieselbe Eisenbahngesellschaft wie Karl May. Er nicht der Typ, der sich herumschlägt. Er hasst die Rothäute und ist überhaupt nicht bereit, den neuen Ingenieur aus Deutschland zu respektieren. Keiner weiß eine Zeit lang, dass er ein indianermordender Verrückter ist und ein raubeiniger Schurke. Unter seinen Männern verbreitet er Angst und Schrecken. Keiner ist vor seiner gnadenlosen Härte und Brutalität sicher. Rattler kennt kein Erbarmen. Doch es gibt auch eine andere Seite des schonungslosen Vorarbeiters. Im Geheimen hat Rattler nur einen einzigen Wunsch: Er möchte mit der schönen Hure Belle glücklich werden und eine Familie gründen. Dass Belle ihn nicht liebt, verdrängt er. Rattler ist sicher: Wenn er seiner Auserwählten erst ein schönes Heim bieten kann, wird sie sich ihm schon hingeben. Bisher fehlten Rattler jedoch die Möglichkeiten dazu, sich niederzulassen. Doch die Eisenbahngesellschaft hat jedem Arbeiter versprochen, ihm nach getaner Arbeit ein eigenes Stück Land zu schenken. Endlich scheint sein Traum vom Glück zum Greifen nahe. Im Geiste hat sich der Vorarbeiter bereits ein besonders schönes Stück Land gesichert. Für sein Ziel ist Rattler bereit über Leichen zu gehen. Ohne Rücksicht auf Verluste treibt er seine Männer an, als wären sie Sklaven. Der erbarmungslose Menschenschinder möchte die Eisenbahnschienen möglichst schnell verlegen. Nur so kann er sich seinen sehnlichsten Traum erfüllen. Zu allem Überfluss will ihm Karl May, mit seinem Plan das Gebiet der Apachen zu umgehen, einen Strich durch die Rechnung machen.

Weitere Figuren

Apachen Die Apachen:
*Gruppe: Athabasken
*Wohngebiet: Südwesten der USA
*Behausung: Strauch- und Grashütten
*indianische Bezeichnung: Inde
*berühmte Häuptlinge: Cochise, Geronimo, Vittorio, Mangas Coloradas, Ulzana
*Untergruppen der Inde: Chiricahua, Mescalero, Jicarilla, Lipan, Westliche Apachen, Tonto, Mimbrenjos, Mongollon und Yuma

Die Apachen werden im Film als ein Naturvolk dargestellt – ein Volk, die das nomadische Leben von Ureinwohnern führen im Einklang mit der Natur. Sie tragen lederne Kleidung, sind mit bunten Farbe in ihren Gesichtern bemalt und ihren schwarzen Haaren stecken Adlerfedern. Zum Volk der Apachen gehören:

*Intschu-tschuna ist der Vater von Winnetou und Nscho-tschi und der Oberhäuptling aller Apachen. Er ist ein weißer Krieger. Sein Volk wählte ihn zum Häuptling, als er noch nicht einmal achtzehn Winter alt war. Er ist ein guter Beobachter und bedächtiger Mann. Sein Vater war mit einem Englischmann befreundet, durch den er dessen Sprache gelernt hat. Intschu-tschuna versucht sein Volk von einem Kampf mit den Weißen abzuhalten, die durch das Land der Apachen eine Eisenbahnstrecke bauen. Für eine friedliche Lösung ist durch Karl Vermittlungsversuche bereit, ein Gespräch mit Mr. Bancroft, dem Vertreter der Eisenbahngesellschaft, einzugehen.
*Nscho-tschiist die Schwester des tapferen Kriegers Winnetou und die Tochter von Intschu-tschuna, dem obersten Häuptling der Apachen. Die wunderschöne Indianerin ist im Stamm der Apachen eine angesehene Frau. Als geheimnisvolle Schamanin ist Nscho-tschi unentbehrlich für das religiöse und kulturelle Zusammenleben der Apachen. Sie ist die Vermittlerin zwischen den Welten der Geister und der Menschen. Die alten Heilungsriten der Ahnen sind nur ihr bekannt. Die Gesundheit des Stammes liegt in ihren Händen. Sie verfügt über ein unglaubliches Wissen über verschiedene Heilkräuter und trägt mit ihrem Bruder nach dem Tod ihres Vaters die Verantwortung für den Stamm. Auch als ein Weißer schwer verwundet ins Dorf der Apachen gebracht wird, kümmert sich die hübsche Schamanin um ihn. Bei dem Verletzten handelt es sich um keinen anderen als Karl May. Obwohl der Deutsche ein Gefangener ihres Bruders ist und sich die beiden völlig fremd sind, fühlt sich Nscho-tschi zu ihm hingezogen. Je besser sich die schöne Indianerin und Karl kennenlernen, umso weniger können sie ihre leidenschaftliche Anziehung zueinander leugnen. Nscho-tschi nähert sich durch das Zusammentreffen mit Old Shatterhand der europäischen Kultur.
*Mavi takeh ist ein kleiner Apachenjunge. Nachdem sein Vater in der Schlacht in Roswell ermordet wird, ist er sehr traurig, Doch Old Shatterhand hat ihn von Anfang gemocht. Er hat ihm alles beigebracht und dieser hat die Apachen dadurch besser kennengelernt. Für Old Shatterhand ist seither wichtig, für den Jungen da zu sein.
Kiowas Die Kiowas:
*Gruppe: Uto-Azteken
*Wohngebiet: Texas, Südliche Plains
*Behausung: Tipi
*indianische Bezeichnung: Kaigwu
*berühmte Häuptlinge: Dohäsan, Guipago, Tene-angople, Tsen-tainte, Satank, Satanta, Big Bow
*Untergruppen der Kaigwu: keine

Die Kiowas werden im Film als ein armes Volk dargestellt – ein Volk, dass durch den Bau den Eisenbahn ihre Zerstörung brachte, ihrer Lebensweise und ihres Lebensraumes. Sie tragen die Kleidung des weißen Mannes mit Adlerfedern und Schmuck. Zum Volk der Kiowas gehören:

*Tangua ist der Häuptling der Kiowas. Er war früher der erbitterte Feind der Apachen und ist ein alter Indianer. Tangua ist dem Alkohol verfallen und trinkt gerne Whisky. Tangua konnte man als jungen Krieger auf dem Schlacht nicht besiegen. Als Bettler lebt er in Roswell auf der Straße. Man sieht ihm an, dass das Schicksal ihm und seinem Volk nicht gnädig war.
  • Die Bancrofts – ein glückliches Ehepaar, dass für eine Eisenbahngesellschaft arbeitet und das Hauptbüro der Central Pacific Railroad in der kleinen Stadt Roswell übernommen hat und die nah gelegenen Eisenbahnarbeiten auf der Brücke leiten.
    • James Bancroft ist ein Ingenieur der Central Pacific Railroad Company. Er ist der neue Arbeitgeber von Karl May, der später als Old Shatterhand einen Kriegsnamen erhält. Bancroft ist ein erfahrener Geschäftsmann aus dem Osten. Obwohl er und seine Frau in Roswell für eine Weile leben, schockiert sie der Mangel an Kultur in der Neuen Welt. Bancroft will kämpfen, um seine Würde zu bewahren, vor allem vor den Arbeiten und ihrem Anführer Rattler.
    • Mrs. Bancroft ist die liebevolle Ehefrau des Ingenieurs Bancroft. Sie säuft sich ihre Träume von einem schicken Leben in New York. Nach Zerstörung der Brückenkonstruktion sieht sie ihren Traum von der 5th Avenue in Luft aufgehen.
  • Die Amüsierdamen – eine Gruppe junger Frauen, die in der kleinen Stadt Roswell für ein paar Dollar härter ackern als jeder versoffene Schienenleger und dabei von einem neuen, verändertem Leben träumen
    • Belle ist die schönste Frau in Roswell. Sie ist eine resolute und umtriebige Geschäftsfrau im Wilden Westen, welche die Möglichkeiten nutzt, die sich da für eine Frau ergibt. Als Chefin und Puff-Mutter der Amüsierdamen vertreibt sich sich mit ihrer Frauengruppe die Zeit mit den Bahnarbeiten nach ihren langen Schichten. Sie ist zwar eine Frau, die weiß, was Männer wollen, aber jedoch die Erste, die Karl May gegenüber die Geheimnisse von Frauen unterrichtet. Ihr Herz gehört angeblich nur einem Mann: dem kauzigen Westmann Sam Hawkens. Belle war schon dreimal verheiratet und träumt von einer besseren Zukunft. Um diesen Traum verwirklichen zu können, fehlt ihr noch Geld, um sich endlich das gewünschte Land zu kaufen, um dort einen eigenen Laden zu errichten. Sie hat großen Verstand und Geschäftssinn.
  • Sonstige Figuren
    • Die Lady in Blue ist eine alte Dame, die Old Shatterhand auf einer Zugfahrt kennenlernt. Sie warnt ihn von den Indianern.
    • Mr. Hardy ist ein Ingenieur. Er ist der Nachfolger von James Bancroft und findet in dessen Unterlagen eine Karte mit dem ursprünglichen Verlauf der Bahnlinie durch das Land der Apachen. Aufgrund der neuen eigezeichneten Strecke durch Karl May beschließt er dessen Ratschlag zu folgen und die Bahnlinie um das Indianerland zu verlegen.

Schauplätze

Ort Beschreibung
Roswell Roswell, Arizona (1869) ist eine kleine Siedlung am Ende der Gleisstrecke zwischen New York und Santa Fe. Hier liegt der Streckenabschnitt 43. Überall stehen Vermessungszelte und Geschäfte um die wenigen Häuser, die gerade mal Bretterbuden sind. Die Stadt ist ein kleines Bahnarbeiterlager mit Saloon, Telegraph, Friedhof, Hotel, Büro der Railway Company und einer Bahnstrecke, wodurch die Eisenbahn unermüdlich in die Mitte von Amerika eindringt und dadurch fertige Saloons und florierende Westernstädte entstehen.

Gebäude:
*Bancrofts Haus ist ein zweistöckiges Gebäude an einem Hang in Roswell. Von dort kann man die ganze Ortschaft gut überblicken. Das Wohnzimmer ist sehr vornehm gestaltet. In dem Raum stehen ein paar gemütlich aussehende Sessel mit Blumenmustern bezogen, eine Pendeluhr und Ölgemälde hängen an den Wänden und eierschlafende Vorhänge befinden sich vor den Fenstern. In Bancrofts Haus befindet sich die Hauptzentrale der Central Railroad Company.
*Roswell Station ist ein provisorischer Bahnhof am Endpunkt der Gleise. Statt eines Bahnsteigs gibt es hier nur gestampfte Erde.
New York New Yorkist eine amerikanische Stadt an der Ostküste der USA in der New York Bay gelegen an der Mündung des Hudson River und des East Rivers in den Atlantik in direkter Nachbarschaft zu Jersey City. Der größte Teil der Stadt liegt im Staat New York. Das Stadtzentrum befindet sich auf der Insel Manhattan, die als spitze Felszunge zwischen Hudson und East River liegt. Hier gibt es den großen New Yorker Hafen und die berühmte Freiheitsstatue Für den jungen Ingenieur Karl May beginnt in New York das Abenteuer seines Lebens. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten möchte er seine Träume verwirklichen und wie Millionen andere Einwanderer eine neue Heimat finden.

Gebäude:
Das Einwanderungsbüro ist ein Zollgebäude im Hafen von New York auf der Insel Ellis Island, , in dem Menschen unterschiedlicher Herkunft
Winnetous Dorf Winnetous Dorf liegt in losen Abständen in einer grünen Talsenke. Die Tipis sind aus gegerbtem Bisonleder, das über zu einem Kegel zusammengestellten Holzstand gespannt ist. Jedes Tipi ist mit bunten Zeichnungen geschmückt. In der Mitte des Dorfes steht das Versammlungszelt. Zwischen den Zelten Holzständer aufgebaut, auf denen die Apachen in streifen geschnittenes Fleisch trocknen. In lockeren Abständen um die Zelte verteilt stehen einige aus Ähre zusammengebundene Garben, die nach der Ernte zum Trocknen aufgestellt sind. An der Lagerfeuerstellen steht ein großes Gebilde aus Weidenzweigen. Es stellt einen Hirsch dar. Das Lager besteht aus achtzehn rotbraunen Tipis. Nscho-tschi's Zelt steht am Rande des Apachenlagers. Die Zelte im Apachendorf stellen so das Symbol für das nomadische Leben der Ureinwohner dar im Einklang mit der Natur.

*Das Versammlungszelt besteht aus dicken mit Schnitzereien verzierte Stämme, die dem Zelt halt geben. In der Mitte des Zeltdecke ist ein Loch, durch das über der Feuerstelle der Rauch des Feuers entweicht. In der Ecke steht ein Totempfahl. Ein Traumfänger hängt von der >Spitze des Zelts herab. Tierfelle sind an den Wänden.
*Nscho-tschi's Zelt ist mit Fellen ausgelegt. Die Innenseiten der Fellwände sind mit indianischen Zeichnungen versehen.

Im Dorf der Apachen wird Karl May von seinen neuen Freunden zu Old Shatterhand ernannt. Er taucht ein in das Leben der Indianer und wird Teil ihrer Welt. Hier trifft er zum ersten Mal auf die zauberhafte Schamanin Nscho-tschi. Eine Begegnung, die das Leben der beiden für immer verändert.
Alter Indianerfriedhof Der Alte Indianerfriedhof ist eine uralte Begräbnisstätte und für die Apachen ein heiliger Ort. Auf dem Platz ragen Holzplateaus auf. Sie sind mit Federn und Pflanzen geschmückt. Schallen voller Beeren und Früchte stehen darunter. An Pfählen hängen Schilder. Auf den Holzplateaus liegen in Felle gehüllte, tote Indianer. In den Felsen sind indianische Malereien eingezeichnet. Auf dem alten Indianerfriedhof trifft Old Shatterhand erstmals auf Winnetou. Doch eine Gruppe schießwütiger Schienenarbeiter entweiht die Kultstätte. Auf diesem Ruheplatz werden Intschu-tschuna und sein Sohn Winnetou bestattet.
Construction-Site-Bridge Die Construction-Site-Bridge ist die Baustelle der Eisenbahngesellschaft und ist eine hohe Brücke. Ein paar kleine Schuppen sind vor der Öffnung des nächsten Tunnels aufgebaut. In einem actionreichen Showdown kämpfen Winnetou und Old Shatterhand gegen das brutale Vorgehen der Eisenbahn-Gesellschaft. Sie zerstören die Brückenkonstruktion und schlagen die Angreifer in die Flucht. Der tatkräftige Karl May will in der Neuen Welt die Eisenbahn durch unberührtes Land bauen. Jede Streckenfahrt ist eine Reise ins Unbekannte. Durch wilde Täler und unwegsame Gebirgsketten geraten Karl und seine Arbeiter immer tiefer in das gefährliche Land der Apachen.
Jagdgründe der Apachen Die Jagdgründe der Apachen sind ein weites Grenzland zwischen New Mexiko und Arizona, durch die eine Eisenbahnlinie führen soll.

Unterschiede zur Romanvorlage

  • Im Film taucht die Westernstadt Roswell auf, die im Buch keine Rolle spielt. In der Verfilmung von Winnetou I aus dem Jahre 1963 kam diese Ortschaft schon mal vor.
  • Im Buch leben die Mescalero-Apachen in einem Puebo am Rio Pecos. Im Film wohnen die Indianer in einem Tipidorf mit Marterpfahl und Versammlungszelt wie bei den Stämmen der Plains-Indianer. Auch die Darstellung der Kostüme stellt die Apachen wie Lakotas (Sioux) dar, was weder bei Karl May noch eine historische, realistische Präsentation des Apachen-Volkes entspricht. Allerdings war die Bekleidung der Mescaleros in der Realität sehr ähnlich der Prärie-Indianer.
  • Im Film heiß Old Shatterhand „Karl“. Im Roman wird er „Charly“ genannt.
  • Im Buch ist Winnetous Schwester eine einfache Squaw. Im Film hat sie die Funktion einer Medizinfrau oder Schamanin des Apachen-Stammes.
  • Im Film taucht die Figur der Puff-Mutti Belle auf. Im Buch ist sie keine Person aus dem Roman von Karl May. Allerdings war diese Rolle schon bei der Verfilmung von Winnetou I (1963) dabei, allerdings da als attraktive Schönheit im Saloon von Roswell und Geliebte des Schurken Frederick Santer.
  • Im Buch schließen Winnetou und Old Shatterhand Blutsbrüderschaft. Im Film schließen die beiden Helden nur Freundschaft.
  • Im Film hat der Trapper Sam Hawkens seinen Skalp nicht an die Pawnees verloren, sondern an die Apachen.
  • Im Film reiten Winnetou und Old Shatterhand Schecken. Im Roman sind des allerdings Rappen und zu Beginn reitet Old Shatterhand einen Rotschimmel.
  • Im Film ist der Name "Winnetou" nur ein Synonym für einen Indianerhäuptling.
  • Im Buch wird Klekih-petra, der weiße Lehrer der Apachen, bei den Friedensverhandlungen mit den Eisenbahnern erschossen. Im Film stirbt allerdings Winnetous Vater Inschu-tschuna an dieser Stelle durch die Kugel des Schurken Rattler.
  • Im Film sagt Karl, er glaube vorallem an die Vernunft, im Buch ist das Christentum sehr wichtig, was insbesondere in Winnetous Erben (Winnetou 4) sehr deutlich wird.

Kostüme

In den drei Filmen haben sich die Kostüme und das entsprechende Aussehen der Schauspieler und ihrer zu verkörpernden Figuren der Jahreszeit entsprechend verändert. In Teil 1 wurden die Figuren wie folgt von Kostümbildnerin Anke Winckler eingekleidet:

Figur Kostüm und Aussehen
Winnetou *Winnetou trägt eine Hose aus weichem Leder mit Lendenschurz
*Sein Haar ist lang und dunkel mit einer Adlerfeder.
*Seine Füße stecken in Mokassins
*Er zeigt einen nackten Oberkörper mit einem Brustschutz. *
Sein Gesicht ist einer furchteinflößenden Kriegsbemalung gekennzeichnet: Hellblaue Farbe auf dem unter Drittel seines Gesichts, Daumenbreite Streifen führen vom Nasenwurzel abwärts
Old Shatterhand *Karl May trägt einen dunklen, gepflegten, aber zerknitterten Anzug, hat blondes, gescheiteltes Haar und einen gestutzten Oberlippenbart.
*Er hat helle Augen und gepflegte Finger.
Sam Hawkens *Sam Hawkens trägt eine lange Fellmütze auf dem langen Haar, einen Biberkragen und Lederkleidung
Nscho-tschi *Nscho-tschi trägt ein grünes Gewand mit indianischen Gürtel und Brustplatte aus Knochen und Perlen
Intschu-tschuna *Intschu-tschuna trägt eine majestätische Federhaube aus Adlerfedern, die sein Gesicht umrahmt und bis auf den Boden reicht.
*Seine grauen Haare sind zu Zöpfen geflochten
*Das Gewand, das er trägt, ist edel und mit Haarverzierungen geschmückt und sieht das von Winnetou sehr ähnlich.
James Bancroft *James Bancroft trägt einen feinen schwarzen Anzug.
*Über der Oberlippen hat er einen Bart.
Rattler *Rattler trägt einen grauen, langen Mantel.
*Er hat eine Schirmmütze auf dem Kopf, die wohl von der Uniform eines Konföderierten stammt.
*Er trägt eine helle Hose mit einem Peitschengurt
*Er hat Koteletten im Gesicht
Hässlicher Joe *Der Hässliche Joe trägt abgewetzte Kleidung und einen dazu passenden Hut.
*Sein Gesicht ist von Narben verunstaltet.
Tangua *Tangua trägt einen zerschlissenen Anzug mit Weste über der eine Art Brustschutz aus Knochen und Holz gebunden ist.
* Er hat eine speckige Melone auf dem Kopf, in deren tabakfarbenen Hutband einige Federn stecken.
*Seine Zöpfe sind unordentlich und grau und seine Haarsträhne sind schwarz
Lady in Blue *Die Lady trägt ein blaues Kleid mit Spitzenkragen und einen Hut mit großer Schleife.

Wissenwertes

  • Jürgen Vogel wurde als Rattler in einer gefährlichen Szene durch einen Computer animierten Rattler ersetzt und in die Einstellung eingefügt.
  • Das Lager der Apachen wurde für den Film auf einer Bergebene im Hinterland zwischen Batar und Breze errichtet, gut 20 Kilometer der kroatischen Kleinstadt Novi Vindolski entfernt. Es bestand aus rotbraunen Tipis aus Baumwolle und echten Tierhäuten und einem Versammlungszelt.
  • Die Westernstadt Roswell wurde auf dem Grundstück eines offiziellen Holzwirtschafts-Betrieb errichtet Ausgesucht wurde das Waldgebiet bei Spicunak. Für die Dreharbeiten musste das ganze Tal gerodet werden.
  • Der Bahnhof „Roswell“ wurde unterhalb eines Zementwerks errichtet und noch heute dort zu besichtigen.
  • Maskenbildner Georg Korpas malte Winnetou-Darsteller Nik Xhelilaj in einer Drehpause geronnenes Blut auf die Haut. Die Wunde wurde in der Szene benötigt, als Winnetou verletzt von Old Shatterhand nach einem Bärenkampf in das Lager der Apachen gebracht wurde.
  • Die alte und verlassene Zuckerfabrik in Rijeka aus den 1950er oder 1960er Jahren diente im Film als Drehort für das Einwanderungsbüro und Szenen in den Büros der Landvermesser. Für den dritten Teil wurden hier noch Aufnahmen in einem Gefängnis gemacht. Der Spätbarock der ehemaligen Zuckerfabrik befindet sich hinterhalb des Molo Longo in Rijeka.
  • Der Eisenbahntunnel im Film musste für einige Teile verkleidet werden, damit es für einige Szenen so wirkt, dass der Tunnel gerade in den Berg gesprengt wird.
  • Die Dampflokomotive aus dem Film stammt ebenso wie die historischen Wagen von der Firma Rail Cargo Hungaria aus einem Eisenbahnmuseum. Aufgrund des hohen Alters der Lok musste alle 50 Kilometer ein 10-minütiger Stopp eingelegt werden, um die Dreh- und Gleitteile der Lok zu ölen.
  • Die Eisenbahnbrücke im Film wurde aus naturbelassen Baumstämmen errichtet und hatte eine Länge von ungefähr 200 Metern.
  • Der Friedhof der Apachen stand auf einer Hochebene im Velebit Gebirge. Hier wurde auch das erste Aufeinandertreffen von Winnetou und Old Shatterhand gedreht.
  • Das Musik-Thema zum Showdown des 1. Teils wurde zuerst in einem Privatstudio von Torsten Kamps zusammen mit Komponist Heiko Maile aufgenommen, bevor dann später eine Orchester-Aufnahme in Babelsberg gemacht wurde.
  • Die Pressevorführung des 1. Teils fand am 10. Oktober 2016 im Beisein von Nik Xhelilaj und Wotan Wilke Möhring statt.
  • Am 9. November 2016 fand im Passagekino Hamburg ein Presse-Screening auf der großen Leinwand statt mit der Vorführung des 1. Teils mit einen exklusiven Blick auf dem 2. Teil und 3. Teil.
  • Da der starke Wind viele Dialoge übertönte, mussten einige Dialoge im Synchronstudio nachgesprochen werden. Die Aufnahmen entstanden 8 Monate nach den Dreharbeiten.
  • 40 Kilogramm Federn wurden für den Kopfschmuck von Häuptling Intschu-tschuna (Gojko Mitic) verarbeitet.
  • 300 Kubikmeter Holz wurden für die Kulissen der realistischen Westernstadt verwendet.
  • Nik Xhelilaj wurde in seiner Rolle als Winnetou bei den gefährlichen Kampfszenen auf der Eisenbahnbrücke durch ein Stuntdouble ersetzt. Auch Wotan Wilke Möhring wurde als Old Shatterhand in einer waghalsigen Szene durch den Stuntman Martin Fander verkörpert.

Rezeption

Der Film kam bei seiner Erstausstrahlung auf 5,06 Millionen Zuschauer, der Marktanteil betrug 15,6 Prozent. In der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen wurde mit einem Marktanteil von 19,2 Prozent der Tagessieg geholt.

Sonstiges

  • Bild-Reporter Sven Kuschel spielte im Film die Rolle eines "Gringo", eines räuberischen Mexikaners. Er durfte neben Winnetou, Old Shatterhand und Sam Hawkens in einer Schlüssel-Szene mitspielen - gefesselt am Boden mit drei weiteren Halunken und bewacht von ziemlich verärgerten Indianern, weil er und seine Mexikaner-Bande in deren Dorf die Revolvedann sr gezogen haben.
  • Der Henrystutzen von Old Shatterhand im Film ist kein buchgerechter Henrystutzen, sondern eine „Rolling-Block Rifle“.
  • Der Schauspieler Martin Sensmeier sollte ursprünglich die Rolle des Winnetou übernehmen. Doch zur Zeit stand er bereits für die Neuverfilmung von Die glorreichen Sieben unter Vertrag.
  • Winnetou-Darsteller Nik Xhelilaj hat sich im Rahmen der Vorbereitung für diese Rolle mit Winnetou, Old Shatterhand und deren Geschichten in Deutschland befasst.
  • Pierre Brice war im Gespräch für die Rolle von Winnetous Vater Intschu-tschuna, lehnte aber aus persönlichen Gründen ab. Allerdings wollte er zum Drehort kommen und das Team bei seiner Arbeit unterstützen.
  • Wotan Wilke Möhrings (Old Shatterhand) Lieblingsszene im Film ist die Sterbeszene von Intschu-tschuna.

Weltpremiere

Die Weltpremiere des Films Winnetou – Eine neue Welt fand am 14. Dezember 2016 statt. Rund 700 geladene Gäste nahmen an der großen Feier im Berliner Deplhi Filmpalast teil. Neben den Hauptdarstellen Wotan Wilke Möhring, Nik Xhelilaj, Iazua Larios, Jürgen Vogel, Milan Peschel, Fahri Yardim und Gojko Mitic waren noch weitere hochkarätige Prominenz in der Hauptstadt anwesend wie Rocco Stark oder Susan Sideropoulos.

Medien

Literatur

  • Henning Franke: Der falsche Traum oder der richtige. Vorab-Kritik: »Win­netou – Eine neue Welt«. In: Karl May & Co. Nr. 146, 2016.
  • Michael Kunz: Naiver Held im Sündenpfuhl. Klassischer Mythos in neuer Welt oder: Ein erstes Herantasten. in: Karl May & Co. Nr. 146, 2016.