Richard Burton

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Richard F. Burton

Richard Francis Burton (* 19. März 1821 in Barham House, Hertfordshire, England; † 19. Oktober 1890 in Triest) war ein britischer Forschungsreisender und bereiste 1854/55 Zeyla und das Emirat von Harrar.

Leben

Reisen

Richard Francis Burton beherrschte eine Vielzahl von orientalischen Sprachen, reiste als Pilger verkleidet nach Mekka, was für Christen damals wie heute verboten war, übersetzte viele Werke, darunter die Geschichtensammlung "Tausendundeine Nacht" (The Arabian Nights), den "Duftenden Garten" und das "Kama Sutra" ins Englische. Als Forscher beschäftigte er sich unter anderem mit Astrokartographie.

1857 reiste er mit John Hanning Speke nach Afrika, um die großen Seen und die Quellen des Nils zu finden. Im Jahr 1858 entdeckte er den Tanganjikasee, den er für die Quelle des Nils hielt. Zugleich gelang ihm 1861 gemeinsam mit dem deutschen Botaniker Gustav Mann die Erstbesteigung des Kamerunbergs.

Burton besuchte den Mormonen-Propheten Brigham Young im neu gegründeten Salt Lake City (im späteren Utah), bereiste die Welt und verfasste eine Reihe von Büchern. Später arbeitete er als britischer Konsul in Triest, Damaskus und Fernando Poo.

Ehefrau

Isabel Burton (* 20. März 1831 in London; † 21. März 1896 ebenda) stammte aus einem sehr konventionellen Haus der oberen Gesellschaft, träumte jedoch schon als junge Frau von Reisen und Abenteuern. 1861 heiratete sie gegen den Willen ihrer Eltern Richard Francis Burton. Mithilfe ihrer guten Kontakte vermittelte Isabel Burton ihm immer wieder Anstellungen an britischen Konsulaten und übernahm anschließend heimlich, um ihrem Mann das Reisen zu ermöglichen, dessen Aufgaben. Sie redigierte seine Bücher und Texte und sorgte für deren Publikation.

Neben ihrer Rolle als aufopfernde viktorianische Ehefrau reiste Isabel Burton auch autonom und gemeinsam mit ihrem Mann. Unter anderem erkundete sie den brasilianischen Amazonas, Arabien und Indien. Von 1869 bis 1871 lebte sie mit ihrem Mann in Damaskus, von wo aus sie oft wochenlang und in arabischer Männerkleidung in die Wüste ausritt.

Ihre Reisen und Erlebnisse hielt sie in ihren Büchern und Schriften fest. Als ihr Hauptwerk gilt die Biographie ihres Mannes. Ihre Autobiographie blieb zu ihren Lebzeiten unvollendet und wurde später von W.H.Wilkins vollendet.

Isabel Burton starb 1896 nach langer Krankheit.

Isabel und Richard Burton liegen unter einem marmornen, nachempfundenen arabischen Beduinenzelt mit Glasfenster auf einer Seite auf dem katholischen Friedhof von Mortlake, nahe Kew Gardens/Ealing im südwestlich Teil von London begraben.

Werke (Auswahl)

Richard Francis Burton

Burton als Araber
  • Sindh and the races that inhabit the valley of the Indus (London 1850)
  • Goa and the Blue Mountains (London 1851)
  • Personal narrative of a pilgrimage to El Medinah and Meccah (London 1855)
  • First footsteps in East Africa; or, An Exploration of Harar (1856)
  • The Kasidah of Haji Abdu El-Yezdi
  • Zanzibar (London 1872)
  • Unexplored Syria (London 1872)
  • Ultima Thule (1875)
  • Two Trips to Gorilla Land (1876)
  • The Land Midian (1877)
  • The Gold-Mines of Midian and the ruined Midianite cities (1878)
  • The Land of Midian revisited (1879)
  • The Book of the Sword (1883)
  • Vikram and the Vampire (1893)

Isabel Burton

  • The inner Life of Syria, Palestine and the Holy Land (1875)
  • The Life of Captain Sir Richard F. Burton (1898)

Quelle für Karl May

Karl May besaß eine Zusammenfassung von Burtons Reisebeschreibungen. Das Werk Burtons Reisen nach Mekka und Medina und in das Somaliland und Härrär in Ostafrika, Leipzig 1861, Herausgeber Karl Andree, stand in seiner Bibliothek. May benutzte es für die Gestaltung der Härrär-Episode des Waldröschens. Auch Richard F. Burton selbst wird erwähnt.

Literatur

Weblinks