Gustav Meyer

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Johann Carl Gustav Meyer (* 1827; † 15. November 1901) war ein Rentner aus Düsseldorf sowie der Großvater und der Vormund Curt Wittings.

Karl May war mit der Verwaltung von Wittings Vermögen betraut. Curt Witting war der Sohn des Premierleutnants Arnold Witting (* 1859; † 25. September 1892) und Meyers Tochter Johanna Luise Emilie Beyer verw. Witting geb. Meyer (* 1862; † ?).

Gustav Meyer war verheiratet mit Ida Rosalie Emilie geb. Schulz (* 13. Januar 1832; † 1908) und hatte mit ihr neben Johanna noch eine Tochter Helene (* 1869; † ?). Er war früher Mitinhaber des Essener Blechwalzwerks Schulz, Knaudt & Co., das sein Schwiegervater mitbegründete.

Gustav Meyer und Karl May

Spätestens seit 1891 standen Gustav Meyer und Karl May im Briefwechsel.[1]

Am 12. März 1901 dankte Adolf von Amelunxen Karl May für die liebenswürdige Unterstützung und Güte nach dem Tod seiner Tante Antonie Witting. Außerdem bat er ihn, die Pflegschaft für das Vermögen des Erbens Curt Witting zu übernehmen. In diesem Zusammenhang fiel auch der Name Gustav Meyers:

[...] die Sorge für die Person des Enkels [...] liegt dem Vormund ob, zu welchem [...] Herr Gustav Meyer in Düsseldorf bestellt ist.[2]

Seinem Verleger Friedrich Ernst Fehsenfeld berichtete Karl May am 1. Juli von dieser Angelegenheit:

Dabei war seit Januar meine Zeit durch die Regulirung einer Erbschaftssache außerordentlich in Anspruch genommen. Es starb ein reicher Freund von mir.[3] Ich hatte die Erbschaft zu reguliren, den Nachlaß, Bibliothek etc. zu ordnen und zu verkaufen, und da mein Mündel [Curt Witting], der Universalerbe, in Godesberg am Rheine, andere Verwandten aber in Düsseldorf [Gustav Meyer] und Westfalen [Adolf von Amelunxen] wohnen, so gab es ein oftmaliges Hin und Her, daß ich für etwas Anderes nicht zu haben war.[4]

Bei ihrem Aufenthalt in Düsseldorf besuchten Karl May und seine erste Frau Emma in Begleitung der befreundeten Witwe Klara Plöhn die Familie Gustav Meyers in der Reichsstraße 19. Klara notierte später dazu:

Diese Meyers in Düsseldorf sind Verwandte von Krupp,[5] sehr reiche Leute. Wir wurden fürstlich aufgenommen. Karl May war der Vormund vom Enkelsohn dieser Meyers, Curt Witting. Liebe Freunde.

Es wurden im Garten Fotoaufnahmen gemacht. Karl May trug sich mit einem Gedicht in Gustav Meyers Gästebuch ein, in dem es heißt:

Laßt uns im Geiste hier in Eurer Mitte
Zuweilen wieder liebe Gäste sein!
Denn, wollte uns kein andres Band verbinden,
Wenn wir durch Ort und Zeit geschieden sind,
So wird die Liebe uns doch immer finden,
Die Liebe, mein ich, für – – – unser Kind – – –[6]

Zehn Tage später, am 15. November 1901 verstarb Gustav Meyer unerwartet. Seine Witwe Emilie schrieb am 6. Dezember an Karl May:

Am 5 November waren Sie noch unsere lieben Gäste, [...] und jetzt weilt er, der Vormund unseres lieben Curts nicht mehr bei uns, er ist aber im Geiste bei uns, und wird er es sicher gut geheißen, wenn ich Sie, lieber Herr May bitte, seine Stelle als Haupt Vormund anzunehmen.[7]

Am 14. Januar 1902 waren Mays und Frau Plöhn wieder in Düsseldorf und besuchten die Familie des Verstorbenen. In ihrem Tagebuch schrieb Klara Plöhn dazu:

Dienstag d[en] 14. waren wir eine Stunde bei Meyers. Curt war da. Frau M[eyer] hatte am 13 Geburtstag. [...] Könnte man doch der lieben guten Seele noch dienen.[8]

Weitere Kontakte Mays zu Emilie Meyer sind nicht bekannt.

Anmerkungen

  1. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 502.
  2. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 442 f.
  3. Gemeint ist Ernst Witting, der Großvater Curt Wittings.
  4. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 468.
  5. Dafür gibt es allerdings keine Belege.
  6. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 502 f.
  7. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 503.
  8. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 7 f.

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.