Familie von Amelunxen

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Ernst August Emil von Amelunxen und seine Frau Wilhelmine geborene Freiin Spiegel von und zu Peckelsheim (* 1839; † 1916) waren die Eltern des Forstassessors Adolf Wilhelm Paul Freiherr von Amelunxen (* 1866; † 1957) und der Maria Elisabeth Charlotte Baroness von Amelunxen (* 1882; † 1957). Sie lebten im westfälischen Peckelsheim.

August von Amelunxen war der Bruder von Antonie Witting und somit der Schwager von Ernst Witting.

Familie von Amelunxen und Karl May[Bearbeiten]

Gedichthandschrift

Die am 2. Februar 1901 verstorbene Antonie Witting wurde am 5. Februar in Radebeul mit katholischer Zeremonie beigesetzt. Karl May und seine erste Frau Emma waren bei der Bestattung zugegen und lernten dort deren Nichte Maria von Amelunxen kennen. Wie aus einer Notiz Mays hervorgeht, überreichte er ihr ein Exemplar seines Gedichtbands Himmelsgedanken, das der Verstorbenen gehörte. Auf ihren Wunsch hin trug er folgenden Vers ein:

Wer ists, der dieses Buch nun weitergiebt?
Die Selge ist es, der Verfasser nicht.
Sie ists, die nun mit Himmelsliebe liebt
Und dieses Buchs Gedanken zu Euch spricht.
O, hört die Stimme, die herniederklingt
Und aus dem Paradies Euch Grüße bringt![1]

Marias Bruder, Adolf von Amelunxen, schrieb am 12. März einen Brief an Karl May und dankte ihm darin für seine liebenswürdige Unterstützung und Güte nach dem Ableben seiner Tante. Weiterhin bat er May, die Pflegschaft für das Vermögen der Verstorbenen zu übernehmen:

Ich weiß nun wohl, welches Opfer Sie bringen durch Antritt des Amtes. Allein dennoch kann ich nicht wünschen, daß Sie die Pflegschaft ablehnen. Wie oft habe ich in den letzten Tagen des Zusammenseins mit meiner lieben Tante bemerkt, welch' großes Vertrauen die Verstorbene zu Ihnen hegte. Ich wüßte auch keinen Besseren, dem die selige Tante die Sorge für ihren Liebling [nämlich ihren Enkel Curt Witting] hätte anvertrauen können. [...] Übrigens hätten Sie, soweit ich weiß, nur die Verwaltung des Vermögens – nicht die Sorge für die Person des Enkels – zu übernehmen. Letztere liegt dem Vormund ob, zu welchem [...] Herr Gustav Meyer in Düsseldorf bestellt ist.[2]

Seinem Verleger Friedrich Ernst Fehsenfeld berichtete Karl May am 1. Juli von dieser Angelegenheit:

Dabei war seit Januar meine Zeit durch die Regulirung einer Erbschaftssache außerordentlich in Anspruch genommen. Es starb ein reicher Freund von mir [Ernst Witting]. Ich hatte die Erbschaft zu reguliren, den Nachlaß, Bibliothek etc. zu ordnen und zu verkaufen, und da mein Mündel [Curt Witting], der Universalerbe, in Godesberg am Rheine, andere Verwandten aber in Düsseldorf [Gustav Meyer] und Westfalen [Adolf von Amelunxen] wohnen, so gab es ein oftmaliges Hin und Her, daß ich für etwas Anderes nicht zu haben war.[3]

Das einzige bekannte Schreiben Maria von Amelunxens an Karl May datiert auf den 13. Oktober 1901. Darin bemerkte sich, dass sie sich oft und gerne an Karl und Emma May erinnert und bat um eine gewisse Summe aus dem May anvertrauten Vermögen, um h[ei]l[ige] Messen für die Seelenruhe von Tante Toni [Antonie Witting] lesen lassen zu können. Weiterhin fügte Maria an:

Welche unendliche Mühe mögen Sie gehabt haben, bei Erledigung der verwickelten Angelegenheit, welche Sie meiner guten Tante wegen, so großmütig übernahmen![4]

Karl Mays Antwort darauf ist nicht bekannt, ebenso wenig eine weitere Korrespondenz zwischen May und denen von Amelunxen.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 435.
  2. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 442 f.
  3. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 468.
  4. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 498.

Literatur[Bearbeiten]

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.

Weblinks[Bearbeiten]