Russland

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Geographische Lage Russlands

Russland (russisch Россия, Rossija) oder das Russische Reich, war zu Karl Mays Lebzeiten ein Kaisertum im Osten Europas, in Nordasien und im Nordwesten von Zentralasien. Es bestand aus dem eigentlichen Russland, Kaukasien, Polen, Finnland, Sibirien, Zentralasien und umfasst 22.470.000 km², das ist 2,3mal die Fläche von Europa.

Bis 1905 war Russland eine absolutistische Monarchie, der Kaiser (Zar) war zugleich das Oberhaupt der russischen Kirche. Die zwei Hauptstädte waren Petersburg (Residenz) und Moskau (Krönungsstadt).

Geschichte

Wappen des Zarentums

Zarentum Russland (russisch Царство Русское, Zarstwo Russkoje) war die offizielle Bezeichnung des russischen Staates zwischen 1547 und 1721, als Peter I. den lateinischen Titel des Imperators (Kaisers) annahm und sein Land in Russisches Reich (Российская Империя) umbenannte. Im allgemeinen westeuropäischen Sprachgebrauch hieß Russland während dieser Epoche Moskowien, wie schon in der vorhergehenden Epoche des Großfürstentums Moskau.

Peter I. der Große (1689-1725) erhob Russland in langjährigen Kämpfen gegen Schweden durch Eroberung der Ostseeküste zur Seemacht. Alexander I. (1801-25) widerstand 1812 dem Angriff Napoleons I., nahm dann an dem Kampfe gegen Frankreich teil und gewann 1815 das Königreich Polen dazu. Nikolaus I. (1825-55) führte Krieg gegen Persien (1826-28) und das Osmanische Reich (1828-29), der ihm den Einfluß auf die Donaufürstentümer und die Herrschaft im Kaukasus sicherte.

Alexander II. (1855-81) wendete sich der Besserung der inneren Verhältnisse zu. Er hob 1863 die Leibeigenschaft auf, reorganisierte die Armee, führte Reformen in Justiz und Verwaltung ein, verbesserte das Schulwesen, erleichterte die Steuern, milderte die Zensur etc. In Asien gewann er 1860 das Amurland, unterwarf bis 1859 Kaukasien, nahm Turkestan in Besitz, eroberte 1868 Samarkand, 1873 Chiwa und 1876 Kokan. Während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 erlangte er die Aufhebung der Bestimmung des Pariser Friedens von 1856, welcher Russland verbot, eine Kriegsflotte im Schwarzen Meere zu halten. Trotz der äußern Erfolge, die 1880 noch durch die Unterwerfung der Teke-Turkmenen vermehrt wurden, war es nicht möglich, die sozialen Übel zu beheben. Nach wiederholten Attentatsversuchen wurde er 1881 ermordet.

Sein Sohn Alexander III. begünstigte die panslawistischen Tendenzen und Russifizierung der Ostseeprovinzen, Finnlands und Polens. 1891 besetzte Russland das Pamirgebiet. Russland nahm durch Truppenkonzentraionen an der Westgrenze eine so bedrohliche Haltung an, daß sich Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien zum Dreibund vereinigten, worauf Russland mit Frankreich ein Bündnis abschloß, das seine Stellung wesentlich verstärkte, zumal da ihm Frankreich die finanziellen Mittel lieferte, die es zur Vermehrung des Heers und der Flotte und zu seinen großartigen Eisenbahnbauten (Sibirische Eisenbahn, Transkaspische Eisenbahn) bedurfte. Auch nach Alexanders Tod 1894 führte sein Sohn Nikolaus II. diese Politik fort.

In der Bekämpfung des Boxeraufstandes 1900 bemächtigte sich Russland in einem gesonderten Feldzuge der Mandschurei. Russlands Machtstellung, durch die sich Japan bedroht sah, führte 1904 zum Russisch-Japanischen Krieg, der Russland zahlreiche schwere Niederlagen einbrachte, und erst 1905 beendet wurde. Inzwischen waren im Innern revolutionäre Erhebungen ausgebrochen, denen die Regierung mit scharfen Gewaltmaßregeln entgegentrat. Als Entgegenkommen gegen die liberalen Forderungen wurde im August 1905 die Einberufung einer Reichsduma in Aussicht gestellt. Die Eröffnung der Duma fand 1906 durch den Kaiser statt.

bei Karl May

Russland
im Werk Karl Mays
Weltkarte1911.jpg

Nach Sibirien
Der Brodnik
Deutsche Herzen - Deutsche Helden

Die beiden Erzählungen Nach Sibirien und Der Brodnik wurden von Karl May 1880 zusammengefasst:

Im Kolportageroman Deutsche Herzen - Deutsche Helden macht der Sibirien-Abschnitt einen wesentlichen Teil der über fast alle Erdteile gehenden Jagd von Oskar Steinbach und seinen Gefährten nach den Feinden der Familie von Adlerhorst aus:

Folgende Figuren aus Karl Mays Erzählungen sind Russen, die Erzählungen spielen aber nicht in Russland:

May-Rezeption in Russland

Seit 1880 waren Mays Werke bei Deutschen in Russland bekannt, wurden in deutschsprachigen Zeitschriften besprochen und die Bände von Bucchandlungen importiert.[1] 1891 erschien die erste bekannte russische Übersetzung in der Zeitschrift "Um die Welt" im Verlag Iwan Sytik & Co.

In St. Petersburg gab es sogar ein "Karl-May-Gymnasium", wobei das nach einem deutschstämmigen Namensvetter benannt wurde.

Sonstiges

Karl Mays zweite Frau, Klara, hat offenbar mit ihrem ersten Mann, Richard Plöhn, Russland besucht. Zumindest wird sie in seinem Pass[2] 1896 als Begleitperson aufgeführt.

Anmerkungen

  1. A. Bataslow, Karl May im alten Rußland, S. 413f.
  2. ausgestellt zur Sonderausstellung "Klara May als Photographin" (2009 in Hohenstein-Ernstthal)

Literatur

Weblinks