Der Giftheiner

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Handelnde Personen in
Der Giftheiner

Kantor
Silbermann
Frau Silbermann (nur erwähnt)
Heinrich Silbermann
Alma Smirnoff
Alwine Smirnoff
Graf Smirnoff (nur erwähnt)
Teichhofbäuerin
Teichhofbalzer


Handlungsorte

Erzgebirge

Der Giftheiner. Eine Erzählung aus dem Erzgebirge von Karl Hohenthal ist eine erzgebirgische Dorfgeschichte Karl Mays.

Textgeschichte

Die Erzählung wurde erstmals 1879 unter dem Pseudonym Karl Hohenthal in den Zeitschriften All-Deutschland! und Für alle Welt! veröffentlicht.[1]

Eine zweite Veröffentlichung erfolgte 1880 in der Deutschen Gewerbeschau unter dem Titel Alma. Eine Erzählung aus dem Erzgebirge von Karl May.[2]

1921 wurde der Text – bearbeitet – in den Band 43 Aus dunklem Tann der Gesammelten Werke übernommen.[3]

1980 brachte die Karl-May-Gesellschaft den Reprintband Der Waldkönig heraus, der einen reprographischen Nachdruck der All-Deutschland!-Fassung enthält. Eine zweite Auflage erschien 2011.

1982 veröffentlichte der Ueberreuter Verlag eine Lizenzausgabe des Bandes Aus dunklem Tann in der Reihe Karl May Taschenbücher.

Im Treptower Verlagshaus erschien 1991 das Taschenbuch Abenteuer im Erzgebirge, das den Text der Erstveröffentlichung in modernisierter Form enthält.

Ebenfalls 1991 gab Gerd Eversberg in der Husum Druck- und Verlagsgesellschaft den May-Sammelband Weihnachtsgeschichten heraus, in dem Teile der Erzählung enthalten sind.

In den 1990er Jahren veröffentlichte der Weltbild Verlag in der Reihe Weltbild Sammler-Edition den Sammelband Erzgebirgische Dorfgeschichten 2, der den Text in modernisierter Form beinhaltet. Diese Edition ist eine Lizenzausgabe des Verlags Neues Leben, in dem 2001 der inhaltsgleiche Band Erzgebirgische Dorfgeschichten Band II erschien.

Inhalt

Vor zwanzig Jahren:

Heinrich Silbermann und der Teichhofbauer Balzer lieben die eitle Tochter des Kantors, Alwine, die sich der Werbung dem gutaussehenden und mit einer schönen Stimme begabten "Silberheiner" zuneigt.

Bei einem Säureattentat wird der Kantor geblendet. Der unschuldige "Silberheiner" gilt als der Täter und wird in Untersuchungshaft genommen, bis man ihn aus Mangel an Beweisen wieder laufen lassen muss. Seitdem trägt er den Beinamen "Giftheiner". Alwine, die von ihrem Vater verstoßen wurde, verließ Heiner und zog mit einer Theatergruppe fort.

Gegenwart:

Zwanzig Jahre nach diesen Vorfällen trifft Heiner auf die Komtesse Alma Smirnoff, die sich mit ihrer Mutter im Dorf niedergelassen hat. Er gesteht ihr seine Zuneigung, die erwidert wird.

Heiner vereitelt einen Einbruch Balzers bei der Gräfin. Aus Rache versucht dieser erneut einen Säureanschlag auf Heiner, dem er nun jedoch selbst zum Opfer fällt. Dadurch wird endlich der wahre Urheber des damaligen Anschlags überführt und die Unschuld des Verstoßenen bewiesen, der sich mit der Dorfgemeinschaft versöhnt.

Zu Weihnachten gibt Alwine ihr Inkognito auf und Heinrich Silbermann findet (mit Alma) endlich seinen Frieden.

Sonstiges

  • Für diesen Text gibt es keine direkte Vorlage; allerdings hat diese Erzählung nun ihrerseits als Quelle der Finkenheiner-Teile des Kolportageromans Der Weg zum Glück gedient.
  • Am 31. Mai 1881 bittet ein F. G. Ziegler aus Magdeburg Karl May brieflich um die Erlaubnis, die vorzügliche Erzählung "Der Giftheiner" dramatisieren zu dürfen. May stimmt zu, erwartet aber die Hinzusetzung seinen Namens. Ziegler ist einverstanden.[4]

Anmerkungen

  1. Plaul/Klußmeier, S. 56 f., Nr. 99/99P.
  2. Plaul/Klußmeier, S. 79 f., Nr. 137.
  3. Hermesmeier/Schmatz, S. 231–233, Nr. GW43.
  4. Dieter Sudhoff/Hans-Dieter Steinmetz: Karl-May-Chronik I. Sonderband zu den Gesammelten Werken. Karl-May-Verlag BambergRadebeul 2005, S. 267. ISBN 978-3-7802-0170-6.

Literatur

Informationen zu Figuren in Karl Mays Werken finden Sie auch im Karl May Figurenlexikon.
Die zweite Auflage dieses Werkes finden Sie online auf den Seiten der KMG.

Weblinks