Heinrich Keiter

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Heinrich Keiter, Pseudonym: Georg Kampfmuth (* 17. Juni 1853, † 30. August 1898), war Redakteur beim Deutschen Hausschatz.

Biografie

Keiter erlernte den Buchhandel und war bis 1884 Buchhandelsgehilfe in Paderborn. Anschließend wurde er Geschäftsführer und Redakteur des Westfälischen Merkur in Münster.

Er war verheiratet mit Therese Keiter, die unter dem Pseudonym "M. Herbert" auch schriftstellerisch tätig war.

1885 rezensierte er die Buchausgabe von Karl Mays Erzählung Die Wüstenräuber (in Bachem's Roman-Sammlung des Verlag J. P. Bachem) in Franz Hülskamps Literarischem Handweiser. Hauptkritikpunkt war mangelnde Glaubwürdigkeit.[1]

Heinrich Keiter übernahm 1888 die Redaktion des Hausschatzes von Venanz Müller. Keiter war keineswegs ein begeisterter Karl-May-Freund und fuhr den May-Anteil seiner Zeitschrift erstmal nach unten. Sehr zum Ärger der May-Leser – was sich auf die Verkaufszahlen auswirkte.

1891 wurde Keiter Begründer des Katholischen Literaturkalenders, in dem 1892 auch Karl Mays Biogramm erschien. 1894 bis 1896 lief im Hausschatz der Abdruck der Reiseerzählung Satan und Ischariot, bei der Keiter das Manuskript eigenmächtig um etwa 440 Seiten kürzte (der gestrichene Teil In der Heimath wurde erstmals 1997 veröffentlicht). Daraufhin trübte sich das Verhältnis zwischen Autor und Verlag doch sehr ein. Ein Besuch Karl Pustets konnte Karl May nicht zum Einlenken bewegen; erst als Heinrich Keiter selbst in Radebeul um Vergebung bat, zeigte May sich versöhnlicher.[2]

Er starb 1898 in Regensburg an Lungentuberkulose.

Werke

Selbständige Veröffentlichungen

  • Per aspera ad astra! Roman. 1874
  • Versuch einer Theorie des Romans und der Erzählkunst. Schöningh Paderborn 1876.
  • Katholische Erzähler der Neuzeit geschildert. Schöningh Paderborn 1880.
  • Ida Gräfin Hahn-Hahn. Ein Lebens- und Literaturbild. Woerl Würzburg 1880.
  • Pauline von Mallinckrodt, die Stifterin und General-Oberin der Schwestern der christlichen Liebe. Ein Lebensbild. Benziger Einsiedeln 1881.
  • Friedrich Wilhelm Weber, der Dichter von "Dreizehnlinden". Eine Studie. Schöningh Paderborn 1884.
  • Zeitgenössische katholische Dichter Deutschlands. Studien. Schöningh Paderborn 1884.
  • Die katholische Poesie in Deutschland seit 1848. Foesser Frankfurt am Main 1885. (= Frankfurter zeitgemäße Broschüren N.F. 6, 3)
  • Alte Schuld. Erzählungen. 1886 (= Familienfreund).
  • Joseph von Eichendorff. Sein Leben und seine Dichtungen. Bachem Köln 1888. (= Vereinsschrift der Görres-Gesellschaft 1887, 3)
  • Erinnerungen eines Thalers. Erzählungen. Bachem Köln 1888 (= Familienbibliothek)
  • Annette von Droste-Hülshoff. Deutschlands größte Dichterin. Ein Lebensbild. Foesser Frankfurt am Main 1889.
  • Praktische Winke für Schriftsteller und solche, die es werden wollen. Keiter Regensburg 1889. (Onlinefassung der 6. Auflage 1899)
  • Der tolle Christian in Paderborn. Historische Erzählung. Esser Paderborn 1889.
  • Franz Grillparzer. Ein Gedenkblatt zum 15. Januar 1891. Foesser Frankfurt am Main 1891. (= Frankfurter zeitgemäße Broschüren N.F. 12,3)
  • Heinrich Heine. Sein Leben, sein Charakter und seine Werke. Bachem Köln 1891. (= Vereinsschrift der Görres-Gesellschaft 1891, 3)
  • Die Kunst, Bücher zu lesen und namentlich: dichterische Erzeugnisse zu würdigen. Selbstverlag Regensburg 1892.
  • Aus dornenreicher Jugendzeit. Erzählungen aus dem Leben eines Knaben. Bachem Köln 1895. (= Bachem's Jugend-Erzählungen 8)
  • Wie wird man Staatsbeamter, Beamter in Privatstellungen, Apotheker, Architekt, Arzt, Tierarzt, Zahnarzt? Selbstverlag Regensburg 1894.
  • Handbüchlein der katholischen Presse Deutschlands. Keiter Regensburg 1895.
  • Bedingungen für den Eintritt in sämtliche religiöse Männerorden und Genossenschaften Deutschlands und Österreichs, sowie der Maristen, Oblaten und katholischen Lehrergesellschaften. Keiter Regensburg 1895.
  • Bedingungen für den Eintritt in die religiösen Frauenorden und Genossenschaften Deutschlands. Keiter Regensburg 1896.
  • Konfessionelle Brunnenvergiftung. Die wahre Schmach des Jahrhunderts. Keiter Regensburg 1896.
  • postum: Ein Sträfling. Erzählung. 1908 (= Erzählungen für das Volk).

Herausgabe

  • Westfälischer Merkur. Münster 1885 ff. [Redaktion]
  • Deutscher Hausschatz in Wort und Bild. Regensburg 1888 ff. [Redaktion]
  • Lichtstrahlen aus den Werken der Gräfin Ida Hahn-Hahn. Kirchheim Mainz 1881 .
  • Leitsterne auf dem Lebenspfad. 2000 Aussprüche neuerer deutscher Dichter für Geist und Herz. 1889; 3. verbesserte Auflage herausgegeben von M. Herbert [Therese Keiter]. Aschendorff Münster 1902.
  • Katholischer Litteraturkalender. 5 Jge. Keiter Regensburg 1891-1897 [viele eigene Veröffentlichungen]

Anmerkungen

  1. Karl-May-Chronik I, S. 315.
  2. Karl-May-Chronik I, S. 526.

Literatur

  • F. Hülskamp: Nekrolog, in: Westfälischer Merkur Münster vom 4. September 1898.
  • H. Holland: Heinrich Keiter, in: Biographisches Jahrbuch und deutscher Nekrolog 3, 1900.
  • M. Herbert [T. Keiter]: Ein Erinnnerungsblätter an H. Keiter. In: Der Gral München usw., 15, 1920 f.
  • T. Hamacher: Der Paderborner Schriftsteller Heinrich Keiter. In: Ders.: Aufsätze zur Gesch. und Kultur insbesondere des Paderborner Raumes. Paderborn 1986, S. 353-356.

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.

Weblinks