Johann David Dengel: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Josef Dengel''' war katholischer Pfarrer in Lambsheim in der Pfalz und ein Leser, der mit [[Karl May]] in Kontakt getreten war.
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'''Johann David Dengel''' (*[[28. Februar]] [[1853]] in Landstuhl; † [[18. August]] [[1933]] in Weisenheim am Sand) war katholischer Pfarrer in Lambsheim in der Pfalz und ein Leser, der mit [[Karl May]] in Kontakt getreten war.
  
== Josef Dengel und Karl May ==
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== Leben ==
Am [[19. April]] [[1902]] erschien in der Speyerer ''Pfälzer Zeitung'' (auch: ''Pfälzer Volksblatt'') Dengels Artikel ''Zur Ehrenrettung Karl Mays''. Darin heißt es, May könne nicht gleichzeitig sittliche und unsittliche Werke verfasst haben. Ein Exemplar der Zeitung wird Karl May durch [[Wilhelm Hané]] zugesandt.<ref>Sudhoff/Steinmetz: ''Karl-May-Chronik III'', S. 48 f.</ref>
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Er wurde 1877 in Speyer zum römisch-katholischen Priester geweiht. Bevor er nach Lambsheim kam, arbeitete er in Meckenheim und Böblingen als Kaplan und in Kaiserslautern als Expositus. Am 23. Oktober 1888 trat er seine Stelle in Lambsheim an, die er erst wieder verließ, als er vierzig Jahre später, 1928, in den Ruhestand ging.
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== Johann David Dengel und Karl May ==
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Am [[18. April|18.]] und [[19. April]] [[1902]] erschien in der Speyerer ''Pfälzer Zeitung'' Dengels zweiteiliger Artikel ''Zur Ehrenrettung Karl Mays''<ref>Ein in der Sekundärliteratur vermuteter Abdruck im ''Pfälzer Volksblatt'' konnte nicht nachgewiesen werden.</ref>. Darin heißt es, May könne nicht gleichzeitig sittliche und unsittliche Werke verfasst haben. Ein Exemplar der Zeitung wird Karl May durch [[Wilhelm Hané]] zugesandt.<ref>Sudhoff/Steinmetz: ''Karl-May-Chronik III'', S. 48 f.</ref>
  
 
Vermutlich stand Pfarrer Dengel mit Karl May später im Briefwechsel, denn am [[5. Juli]] [[1907]] sandte Mays Frau [[Klara May|Klara]] ihm Grüße von der [[Schneekoppe]], wo das Ehepaar May während einer [[Kurreise 1907|Kurreise]] weilte.<ref>Sudhoff/Steinmetz: ''Karl-May-Chronik IV'', S. 214.</ref>
 
Vermutlich stand Pfarrer Dengel mit Karl May später im Briefwechsel, denn am [[5. Juli]] [[1907]] sandte Mays Frau [[Klara May|Klara]] ihm Grüße von der [[Schneekoppe]], wo das Ehepaar May während einer [[Kurreise 1907|Kurreise]] weilte.<ref>Sudhoff/Steinmetz: ''Karl-May-Chronik IV'', S. 214.</ref>
  
Erst am [[20. November]] [[1907]] schickte Josef Dengel seinen bereits 1902 erschienenen Artikel ''Ehrenrettung'' an Karl May.<ref>Sudhoff/Steinmetz: ''Karl-May-Chronik III'', S. 49.</ref>
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Erst am [[20. November]] [[1907]] schickte Johann David Dengel seinen bereits 1902 erschienenen Artikel ''Ehrenrettung'' an Karl May.<ref>Sudhoff/Steinmetz: ''Karl-May-Chronik III'', S. 49.</ref>
  
 
Karl May schrieb am [[6. Februar]] [[1909]] an Pfarrer Dengel einen längeren Brief, in dem es um [[Paul Rentschka]] und seine Angriffe auf Karl May sowie Mays Besuch bei Rentschka ging:
 
Karl May schrieb am [[6. Februar]] [[1909]] an Pfarrer Dengel einen längeren Brief, in dem es um [[Paul Rentschka]] und seine Angriffe auf Karl May sowie Mays Besuch bei Rentschka ging:
 
:''Ich war nur wenige Minuten bei ihm; dann fuhr ich wieder heim, aber das genügte! Ich habe nicht gedroht, auch um nichts gebeten. Ich war unendlich höflich mit dem jungen Herrn. Ich habe ihn aufgefordert, mir das, was er über mich geschrieben hatte, nun auch einmal ehrlich in das Gesicht zu sagen. Ich habe ihm sogar verschwiegen, daß ich über seine Absicht, es auch in [[Dresden]] zu veröffentlichen, sehr wohl unterrichtet war. Er versuchte sich zu rechtfertigen, wurde aber gleich beim ersten Satz, den er brachte, derart auf die Erde gesetzt, daß er gar nicht wieder in die Höhe kam. Er hat dann, ohne daß ich dies auch nur mit einem Wort berührte, telephonisch gebeten, den Artikel''<ref>Gemeint ist vermutlich Rentschkas Artikel ''Karl Mays Selbstenthüllung'', der in der [[Berlin]]er ''[[Germania]]'' erschienen war und Mays Buch ''[[Und Friede auf Erden! (GR30)|Und Friede auf Erden!]]'' zum Thema hatte.</ref> ''nicht in das Dresdner Blatt zu bringen.''<ref>Sudhoff/Steinmetz: ''Karl-May-Chronik IV'', S. 496 f.</ref>
 
:''Ich war nur wenige Minuten bei ihm; dann fuhr ich wieder heim, aber das genügte! Ich habe nicht gedroht, auch um nichts gebeten. Ich war unendlich höflich mit dem jungen Herrn. Ich habe ihn aufgefordert, mir das, was er über mich geschrieben hatte, nun auch einmal ehrlich in das Gesicht zu sagen. Ich habe ihm sogar verschwiegen, daß ich über seine Absicht, es auch in [[Dresden]] zu veröffentlichen, sehr wohl unterrichtet war. Er versuchte sich zu rechtfertigen, wurde aber gleich beim ersten Satz, den er brachte, derart auf die Erde gesetzt, daß er gar nicht wieder in die Höhe kam. Er hat dann, ohne daß ich dies auch nur mit einem Wort berührte, telephonisch gebeten, den Artikel''<ref>Gemeint ist vermutlich Rentschkas Artikel ''Karl Mays Selbstenthüllung'', der in der [[Berlin]]er ''[[Germania]]'' erschienen war und Mays Buch ''[[Und Friede auf Erden! (GR30)|Und Friede auf Erden!]]'' zum Thema hatte.</ref> ''nicht in das Dresdner Blatt zu bringen.''<ref>Sudhoff/Steinmetz: ''Karl-May-Chronik IV'', S. 496 f.</ref>
  
Weitere Schreiben zwischen Josef Dengel und Karl May sind nicht bekannt.
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Weitere Schreiben zwischen Johann David Dengel und Karl May sind nicht bekannt.
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== Sonstiges ==
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In der Sekundärliteratur gab es einige Fehlschreibungen des Namens: "Dengel aus Lamberg" oder "Pfarrer Dengler" oder auch "Josef Dengel".
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Es handelt sich aber immer um Johann David Dengel.
  
 
== Anmerkungen ==
 
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== Veröffentlichungen zu Karl May ==
 
== Veröffentlichungen zu Karl May ==
* ''Zur Ehrenrettung Karl Mays.'' In: ''Pfälzer Zeitung'', Speyer, 19. April 1902.
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* ''Zur Ehrenrettung Karl Mays.'' In: ''Pfälzer Zeitung'', Speyer, 18. und 19. April 1902. [Nachdruck in [[Karl May in Leipzig Nr. 118]]]
  
 
== Literatur ==
 
== Literatur ==
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* Jenny Florstedt: ''Ein Ehrenretter aus Lambsheim – Johann David Dengel''. In: [[Karl May in Leipzig Nr. 118]], [[2019]].
 
* [[Dieter Sudhoff]]/[[Hans-Dieter Steinmetz]]: ''[[Karl-May-Chronik]] III'' und ''IV''. [[Sonderbände zu den Gesammelten Werken]]. [[Karl-May-Verlag]] [[Bamberg]]–[[Radebeul]] [[2005]]. ISBN 978-3-7802-0170-6
 
* [[Dieter Sudhoff]]/[[Hans-Dieter Steinmetz]]: ''[[Karl-May-Chronik]] III'' und ''IV''. [[Sonderbände zu den Gesammelten Werken]]. [[Karl-May-Verlag]] [[Bamberg]]–[[Radebeul]] [[2005]]. ISBN 978-3-7802-0170-6
 
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[[Kategorie:Personen|Dengel, Josef]]
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[[Kategorie:Personen|Dengel, Johann David]]

Aktuelle Version vom 7. September 2019, 11:54 Uhr

Johann David Dengel (*28. Februar 1853 in Landstuhl; † 18. August 1933 in Weisenheim am Sand) war katholischer Pfarrer in Lambsheim in der Pfalz und ein Leser, der mit Karl May in Kontakt getreten war.

Leben

Er wurde 1877 in Speyer zum römisch-katholischen Priester geweiht. Bevor er nach Lambsheim kam, arbeitete er in Meckenheim und Böblingen als Kaplan und in Kaiserslautern als Expositus. Am 23. Oktober 1888 trat er seine Stelle in Lambsheim an, die er erst wieder verließ, als er vierzig Jahre später, 1928, in den Ruhestand ging.

Johann David Dengel und Karl May

Am 18. und 19. April 1902 erschien in der Speyerer Pfälzer Zeitung Dengels zweiteiliger Artikel Zur Ehrenrettung Karl Mays[1]. Darin heißt es, May könne nicht gleichzeitig sittliche und unsittliche Werke verfasst haben. Ein Exemplar der Zeitung wird Karl May durch Wilhelm Hané zugesandt.[2]

Vermutlich stand Pfarrer Dengel mit Karl May später im Briefwechsel, denn am 5. Juli 1907 sandte Mays Frau Klara ihm Grüße von der Schneekoppe, wo das Ehepaar May während einer Kurreise weilte.[3]

Erst am 20. November 1907 schickte Johann David Dengel seinen bereits 1902 erschienenen Artikel Ehrenrettung an Karl May.[4]

Karl May schrieb am 6. Februar 1909 an Pfarrer Dengel einen längeren Brief, in dem es um Paul Rentschka und seine Angriffe auf Karl May sowie Mays Besuch bei Rentschka ging:

Ich war nur wenige Minuten bei ihm; dann fuhr ich wieder heim, aber das genügte! Ich habe nicht gedroht, auch um nichts gebeten. Ich war unendlich höflich mit dem jungen Herrn. Ich habe ihn aufgefordert, mir das, was er über mich geschrieben hatte, nun auch einmal ehrlich in das Gesicht zu sagen. Ich habe ihm sogar verschwiegen, daß ich über seine Absicht, es auch in Dresden zu veröffentlichen, sehr wohl unterrichtet war. Er versuchte sich zu rechtfertigen, wurde aber gleich beim ersten Satz, den er brachte, derart auf die Erde gesetzt, daß er gar nicht wieder in die Höhe kam. Er hat dann, ohne daß ich dies auch nur mit einem Wort berührte, telephonisch gebeten, den Artikel[5] nicht in das Dresdner Blatt zu bringen.[6]

Weitere Schreiben zwischen Johann David Dengel und Karl May sind nicht bekannt.

Sonstiges

In der Sekundärliteratur gab es einige Fehlschreibungen des Namens: "Dengel aus Lamberg" oder "Pfarrer Dengler" oder auch "Josef Dengel". Es handelt sich aber immer um Johann David Dengel.

Anmerkungen

  1. Ein in der Sekundärliteratur vermuteter Abdruck im Pfälzer Volksblatt konnte nicht nachgewiesen werden.
  2. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 48 f.
  3. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 214.
  4. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 49.
  5. Gemeint ist vermutlich Rentschkas Artikel Karl Mays Selbstenthüllung, der in der Berliner Germania erschienen war und Mays Buch Und Friede auf Erden! zum Thema hatte.
  6. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 496 f.

Veröffentlichungen zu Karl May

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.