Samuel Friedrich Strauch

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Samuel Friedrich Strauch (* 8. September 1788; † 10. Februar 1860) war ein Ernstthaler Lehrer und Kantor.

Leben

1850 verließ er den regulären Schuldienst und war - abgesehen von Vertretungsstunden - nur noch Kantor.

Die einzige Freude, die er sich gönnte, war, alle neu eingeweihten Orgeln in Sachsen, und auch darüber hinaus kennen zu lernen und auch zu spielen.[1]
Und er war Komponist! Und zwar was für einer! Aber er stammt aus dem kleinen, unbedeutenden Dörfchen Mittelbach, von blutarmen, ungebildeten Eltern, hatte sich durch das Musikstudium förmlich hindurchgehungert und, bis er Lehrer resp. Kantor wurde, nur in blauen Leinenrock und blaue Leinenhosen kleiden können und sah einen Taler für ein Vermögen an, von dem man wochenlang leben konnte. Diese Armut hatte ihn um die Selbstbewertung gebracht. Er verstand es nicht, sich geltend zu machen. Er war mit allem zufrieden. Ein ganz vorzüglicher Orgel-, Klavier- und Violinspieler, konnte er auch die komponistische Behandlung jedes andern Musikinstrumentes und hätte es schnell zu Ruhm und Verdienst bringen können, wenn ihm mehr Selbstvertrauen und Mut zu eigen gewesen wäre. Jedermann wußte: Wo in Sachsen und den angrenzenden Gegenden eine neue Orgel eingeweiht wurde, da erschien ganz sicher der Kantor Strauch aus Ernsttal, um sie kennenzulernen und einmal spielen zu können. Das war die einzige Freude, die er sich gönnte. Denn mehr werden zu wollen als nur Kantor von Ernsttal, dazu fehlte ihm außer der Beherztheit besonders auch die Erlaubnis der sehr gestrengen Frau Friederike, die ein wohlhabendes Mädchen gewesen war und darum in der Ehe als zweiunddreißigfüßiger "Prinzipal" ertönte, während dem Herrn Kantor nur die Stimme einer sanften "Vox humana" zugebilligt wurde.[2]

Er gab dem kleinen Karl May Orgel-, Klavier- und Geigenunterricht und lehrte ihn die Grundlagen der Komposition.

Als er starb, wurde sein gesamter Nachlass (darunter eigene Kompositionen) von seiner Witwe Friederike Wilhelmine Concordia Strauch geb. Layritz (* 1803; † 1887) vernichtet.

Sie öffnete keines seiner Bücher, und seine vielen Kompositionen verschwanden, sobald sie vollendet waren, tief in den staubigen Kisten, die unter dem Dache standen. Als er gestorben war, hat sie das alles als Makulatur an die Papiermühle verkauft, ohne daß ich dies verhindern konnte, denn ich war nicht daheim.[3]

Spiegelung in Karl Mays Werk

May spiegelte dieses Vorkommnis in dem Fragment In der Heimath bei der Figur des Professors.

Anmerkungen

  1. Max Finke: Karl May und die Musik, S. 52.
  2. Karl May: Mein Leben und Streben, S. 48 f.
  3. Karl May: Mein Leben und Streben, S. 49.

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.