Paul Siebertz

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Albanien und die Albanesen

Dr. Paul Siebertz (* 11. August 1877, Roisdorf b. Bonn; † 25. Februar 1954[1] in Stuttgart) war der Chefredakteur der Wiener Tageszeitung Das Vaterland.

Von 1900 bis 1902 war er Redakteur der "Allgäuer Zeitung" im Kempten, kam danach nach München und wurde sozialpolitischer Redakteur im "Bayrischen Kurier". Von 1907 bis 1911 leitete er das von ihm herausgegebene Blatt "Das Vaterland" in Wien, wo er 1910 den Verlag "St. Norbertus" übernahm. 1920 wurde dieser Verlag mit dem Verlag Josef Kösel und Friedrich Pustet in München vereinigt und Siebertz wurde geschäftsführender Verlagsdirektor.

Ab 1946 arbeitete er bei der Daimler-Benz AG, und hatte an der Gestaltung des historischen Archivs großen Anteil.

Paul Siebertz, Josef Heidenreich, Karl und Klara May

Die erste Erwähnung Paul Siebertz' im Zusammenhang mit Karl May findet sich in einem Brief Josef Heidenreichs vom 21. August 1907 an Karl Mays zweite Frau Klara May. Darin kündigte der Absender an, am folgenden Tag mit Siebertz zu reden.[2]

Tatsächlich wurde am 22. August ein weiterer Brief Heidenreichs an Klara May abgeschickt, in dem es heißt:

Soeben komme ich von Dr. Siebertz zurück, mit dem ich in Sachen der May-Affäre eine lange und eingehende Unterredung hatte. Er ersuchte mich, seine besten Empfehlungen nach der [...] Villa Shatterhand zu vermelden und beteuert, dass er sich, seine Feder und sein Blatt ganz zur Verfügung Ihres schwer gekränkten Herrn Gemahls stelle.[3]

Am 26. August informierte Josef Heidenreich Karl May über den Abdruck des May-Artikels Aus dem Lager der May-Gemeinde im Wiener Vaterland:

Soeben veröffentlicht Siebertz im "Vaterland" [...] auf meine Bitte Ihre Erklärung an die "Köln[ische] V[olks-]Zeit[un]g". Weiteres wird folgen.[4]

In einem weiteren Brief Heidenreichs an Klara May vom 29. August heißt es:

Ich hatte heute wieder eine längere Conferenz mit Dr. Siebertz. Er wird in den allernächsten Tagen einen Artikel im "Vaterland" veröffentlichen, den ich Ihnen dann sofort zusende. Er hat alle Momente gesammelt und zusammengestellt, die May jemals zu seiner Verteidigung vorbrachte. Er lässt den Herrn Gemahl bitten in seinen Zuschriften an die Blätter recht sachlich zu sein und alles rein Persönliche nach Kräften zu meiden, er meint das wirke viel besser und überzeugender.[5]

Ob der erwähnte Artikel tatsächlich erschien, ist nicht bekannt. Die Augsburger Postzeitung veröffentlichte am 22. September der Artikel Zum Problem Karl May, der noch am gleichen Tage vom Vaterland unter dem Titel Zum Karl Mayproblem nachgedruckt wurde. Ein Exemplar dieser Zeitung sandte Josef Heidenreich sofort an Karl May.[6]

Am 3. Oktober 1907 schrieb Paul Siebertz selbst einen Brief an Klara May und zeigte sich

glücklich, Ihnen und Ihrem verehrten Gatten dienlich gewesen zu sein.[7]

Weitere Kontakte zwischen Siebertz und den Mays sind allerdings nicht bekannt.

Werke (Auswahl)

  • Los von Rom im Lichte der Geschichte, 1902
  • Wer stört den konfessionellen Frieden?, 1903
  • Waffen im Schulkampf, 1906
  • Albanien und die Albanesen, 1910.
  • Deutschland zur Zeit seienr größten Schmach, 1923
  • Karl Fürst zu Läöwenstein, 1924
  • Enrica von Handel-Manzetti, 1931
  • Freimaurer im Kampf um die Macht, 1938
  • Gottlieb Daimler, 1940
  • Karl Benz - Ein Pionier der Verkehrsmotorisierung, 1943 (Nachauflage 1953)

Anmerkungen

  1. ADAC Motorwelt Nr. 4 vom 1. April 1954 - Seite 245
  2. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 251.
  3. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 252.
  4. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 258.
  5. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 262 f.
  6. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 281 f.
  7. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 286.

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.


Weblinks