Das Vaterland

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Das Vaterland - Zeitung für die österreichische Monarchie war eine katholische österreichische Tageszeitung, die zwischen 1860 und 1911 in Wien erschien.

Das erste Probeblatt wurde am 21. August 1860 gedruckt, die erste Ausgabe am 1. September dieses Jahres ausgeliefert. Das Blatt hatte stets nur eine relativ geringe Auflage von ungefähr 8000 Exemplaren; im Jahr 1905 waren es nur mehr rund 5000 Stück und die Zahl ging weiterhin zurück. Dennoch war Das Vaterland eine wichtige Zeitung und die führende katholische Zeitung der k.u.k. Monarchie.

Trotz der eher konservativen Haltung trat man auch für Reformen ein, so beispielsweise im Jahre 1869 für eine eingeschränkte Wahlreform. Seit 1911 unterstützte die Zeitung die christlich-soziale Partei. Als die ebenfalls katholische Reichspost immer mehr an Bedeutung gewann, entwickelte sich ein Konkurrenzkampf, den die letztere schließlich gewann.

Verbindung zu Karl May

Als sich Karl May mit dem Verlag Josef Vilímek aus Prag nicht über die Vertragskonditionen der tschechischen Buchausgaben einigen konnte, begann Vilímek im September 1898 mit einer unautorisierten Veröffentlichung des Orientzyklus. Karl May war darüber sehr erbost und gab eine öffentliche Erklärung dazu am 15. Oktober in der Wiener Tageszeitung Das Vaterland mit dem Titel "Eine Verwahrung des Dr. Carl May" ab. Am 14. Oktober erschien dieselbe Erklärung in der deutschsprachigen tschechischen Zeitschrift Bohemia in Prag.

Am 29. Januar 1901 wurde eine Rezension Carl Landsteiners zu Karl Mays Buch Himmelsgedanken in dieser Zeitschrift veröffentlicht.[1]

Paul Siebertz, der Chefredakteur des Vaterlands, war laut eines Briefwechsels von Josef Heidenreich mit Klara May im Jahre 1907 bereit, Artikel zur Ehrenrettung Mays zu veröffentlichen. Im August 1907 druckte die Zeitschrift Karl Mays Artikel Aus dem Lager der May-Gemeinde ab, am 22. September dieses Jahres folgte der Artikel Zum Problem Karl May. Am 3. Oktober 1907 schrieb Paul Siebertz selbst einen Brief an Klara May und zeigte sich glücklich, Ihnen und Ihrem verehrten Gatten dienlich gewesen zu sein.[2]

Am 6. Februar 1909 erschien im Vaterland der Artikel Karl May. Eine literarische Porträtstudie, verfasst von Amand von Ozoróczy.

Am 14. April 1910 druckte die Zeitschrift den Artikel Der Prozeß May–Lebius.[3]

Am 28. April 1910 erschien der Artikel Ein Wort an P. Ansgar Pöllmann.[4]

Am 30. April 1910 folgte Ansgar Pöllmanns Flugblatt Erklärung an das Wiener Vaterland.[5]

Am 3. Mai 1910 erschien dann der Artikel Noch einmal Pater Ansgar Pöllmann.[6]

Literatur

  • Helmut W. Lang (Hrsg.): Österreichische Retrospektive Bibliographie (ORBI). Reihe 2: Österreichische Zeitungen 1492–1945. Band 3: Helmut W. Lang, Ladislaus Lang, Wilma Buchinger: Bibliographie der österreichischen Zeitungen 1621–1945. N–Z. Bearbeitet an der Österreichischen Nationalbibliothek. K. G. Saur, München 2003, ISBN 359823385X, S. 335,
  • Egon Raisp: Die Wiener Tagespresse 1848 - 1950. Versuch einer Typologie, Dissertation, Wien 1952.

Anmerkungen

  1. Dieter Sudhoff/Hans-Dieter Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 434.
  2. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 286.
  3. Dieter Sudhoff/Hans-Dieter Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 94 f.
  4. Dieter Sudhoff/Hans-Dieter Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 114 f.
  5. Dieter Sudhoff/Hans-Dieter Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 120.
  6. Dieter Sudhoff/Hans-Dieter Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 125 f.

Weblinks