Löwe

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Disambig-dark.png Begriffsklärung Diese Seite behandelt das Raubtier Löwe, die belgische Stadt wird auf der Seite Löwen (Leuven) beschrieben.


Der Löwe (Panthera leo) ist eine Unterart der Katzen. Er lebt im Unterschied zu anderen Katzen in Rudeln, ist leicht erkennbar an der Mähne des Männchens und ist heute in Afrika und manchen Gebieten Asiens zu finden.

echte Löwen

Nach dem Tiger ist der Löwe die zweitgrößte Katze und damit das größte Landraubtier Afrikas. Die größten Löwen leben im südlichen Afrika, die kleinsten in Asien. Beim asiatischen Löwen ist die Mähne weniger deutlich ausgeprägt als beim afrikanischen. Heute ist die Verbreitung weitgehend auf das Afrika südlich der Sahara beschränkt. Nördlich der Sahara starb die Art in den 1940er Jahren aus, ebenso wurden die asiatischen Löwenpopulationen während des 20. Jahrhunderts nahezu vollständig vernichtet. Ein kleiner Restbestand hat sich jedoch im Gir-Nationalpark in Gujarat (Indien) gehalten.

Löwen jagen meist bei Dunkelheit oder in den kühlen Morgenstunden. Die Strategie des Löwen ist dabei die Anschleichjagd. Die Löwinnen umkreisen die Beute und schleichen sich geduckt oft über mehrere hundert Meter an die Beute heran, wobei jede Deckung ausgenutzt wird. Dabei jagen sie sich auch gegenseitig die Beute zu. Je näher sie der Beute kommen, desto mehr wird auf die Deckung geachtet. Ist eine Distanz von ca. 30 m erreicht, so wird die Beute von der Löwin mit mehreren Sätzen angesprungen. Jeder Sprung ist dabei etwa 6 m lang. Die Beute wird durch einen Kehl- oder Nackenbiss getötet.

Die Männchen beteiligen sich nur in Ausnahmefällen an der Jagd, zum Beispiel wenn es um große Beutetiere geht. Ihre Hauptaufgabe ist die Verteidigung des Rudels. Nach dem Jagderfolg kommt die Rangfolge zum Tragen; das Männchen darf zuerst fressen, es folgen die ranghöchsten Weibchen, zuletzt die Jungen.

bei Karl May

Löwenangriff in Ibn el 'amm
Löwenjagd am Bahr el Abiad

In zwei Erzählungen Karl Mays ist nicht der Ich-Erzähler oder Kara Ben Nemsi der Löwenjäger, sondern eine oder mehrere andere Romanfiguren:

In der Kurzgeschichte Ibn el 'amm wird ein Löwen-Überfall geschildert, in dem die angegriffenen Araber das Raubtier selber töten:

Saba-Bey ist der Löwe. Der Bewohner jener Gegenden scheut sich, den Namen des Löwen laut zu nennen. Er denkt, das Tier hört es und wird dadurch herbeigerufen. [...]
Da plötzlich erscholl jenes tiefe Brüllen, welches röchelnd beginnt, schnell zu fürchterlicher Stärke anschwillt und dann sich in ein donnerartiges Rollen verliert - das Brüllen eines Löwen. Der Araber nennt es Rad, d. i. Donner, und bezeichnet den Löwen als den »Herrn des Erdbebens«.

Ibn el 'amm ("Vetter väterlicherseits") ist einer der Hüll-Namen, die dem Löwen von den abergläubischen Arabern gern gegeben wird, um ihn nicht durch das Aussprechen des Wortes Löwe anzulocken. Andere Namen sind "Herr mit dem dicken Kopf" und "Herr des Erdbebens" (Sihdi el salssali).

Im Roman Die Sklavenkarawane ist der Löwentöter der deutsche Forscher Emil Schwarz. Er erlegt einen Löwen und eine Löwin am Bahr el abiad (Löwenbrunnen) und fängt das Jungtier lebend, um es nach Europa zu senden.

In anderen Werken, wo Löwen auftauchen, dient die Jagd auf sie sie stets als Mutbeweis für Kara Ben Nemsi. Sehr oft kann er sich dabei auch aus einer Gefangenschaft befreien.

Kennst Du Assad, den Aufruhrerregenden? Kennst Du Assad-Bei, den Heerdenwürger?
Als wir daheim bei den Haddedihn ankamen, war der Jubel groß. Halef galoppierte vor sein Zelt, rief seine Hanneh heraus, deutete auf das Fell des Löwen und auf seinen Sohn und sagte: »Hanneh, mein Weib, Du Perle aller Frauen, sieh diese Haut und diesen jungen Krieger, den Du mir zu meinem Entzücken geboren hast! Er hat den ,Herrn des Donners' erschossen und den König aller Tiere erlegt; darum sollst Du ihn eher begrüßen als mich. Drücke ihn an Dein Herz und gib ihm Deinen Segen, denn er wird dereinst ein würdiger Nachfolger seines Vaters sein!« 
Der ganze Stamm war natürlich höchst stolz darauf, einen Krieger zu besitzen, welcher trotz seiner Jugend einen Löwen erlegt hatte. Das Fell der Löwin schenkte ich Hanneh; beide Häute bilden den Schmuck des gemeinschaftlichen Zeltes, und wenn ein Gast Halef zu ihrem Besitze gratuliert, so antwortet er mit ungemeinem Selbstbewußtsein: »In diesen Häuten haben einst der berühmteste »Herr des Donners« und die berühmteste »Herrin mit dem dicken Kopfe« gesteckt, denn sie wurden esch Scheba et Thar, der Löwe der Blutrache, und seine Frau genannt.

Auch in dem Gedicht Da liegt der Maure unter Palmen beschäftigte sich May mit dem donnerartigen Gebrüll der Löwen.

siehe auch

Literatur

Informationen über Tiere im Werk Karl Mays finden Sie im Karl-May-Tierlexikon (Sonderheft der Karl-May-Gesellschaft Nr. 145/2012) von Anja Tschakert.

Weblinks