Ein moderner Lederstrumpf

Aus Karl-May-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein moderner Lederstrumpf ist ein Roman von Robert Kraft, der ab September 1902 in der Zeitschrift Rad-Welt. Zeitung für die Gesammt-Interessen des Radfahrens und des Kraftfahrwesens veröffentlicht wurde.

Inhalt

Sir Robin Munro
Ellen Howard und Curt Starke

Ellen Howard und Judith Barrilon sind Konkurrentinnen um die Gunst von Sir Robin Munro. Dieser hat sich Ellen zugewandt; um ihn dennoch zu erringen, schafft es Judith, ihre Konkurrentin zu einer Wette zu verleiten: Ellen soll die Erde in 300 Tagen per Rad umrunden. In dieser Zeit hofft Judith, die Gunst Munros zu erringen. Dieser hält jedoch zur teils recht störrischen Ellen und engagiert ohne deren Wissen den Abenteurer Curt Starke zu ihrem Schutz. Nach anfänglichem Widerwillen kommt Ellen gut mit ihrem Begleiter aus und verliebt sich sogar in ihn. Die Reise geht zunächst gut voran, es häufen sich jedoch schließlich immer gefährlicher werdende Anschläge auf die Reisenden, hinter denen Lady Barrilon steckt.

Editionsgeschichte

Ein moderner Lederstrumpf erschien zunächst vom 19. September 1902 bis zum 10. April 1903 in 69 Fortsetzungen in der Zeitschrift Rad-Welt, die bei der Verlagsanstalt Strauss G.m.b.H erschien.

1903 erschien der Roman als Buchausgabe bei der Verlagsanstalt Strauss G.m.b.H, illustriert mit 30 Bildern von C. Arriens.

1904 erschienen zwei Nachauflagen der Buchausgabe im Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld, beide sind mit Zweite Auflage gekennzeichnet.

1925/26 erschien unter dem Titel Um 10000 Pfund. Die Geschichte einer Wette ein bearbeiteter Abdruck des Romans in den Heften 1 bis 28 des zweiten Jahrgangs der Zeitschrift Das Vaterhaus im Verlag H. G. Münchmeyer G.m.b.H.. Dem Abdruck waren sieben Illustrationen von G. Hertting beigegeben.

1993 wurde von Thomas Ostwald und Peter Wanjek ein Reprint der Fehsenfeld-Ausgabe in der Edition Corsar herausgegeben.

1998 erschien ein Nachdruck der ersten Buchausgabe in zehn Heften bei Hobby-Nostalgie-Druck.[1]

2011 erschien in Budapest eine ungarische Übersetzung des Romans unter dem Titel Starke: egy modern bőrharisnya. Übersetzer war Nagy Károly.[2]

2013 veröffentlichte Tredition den Band in einer Hard- und einer Softcover-Ausgabe im Rahmen der Reihe TREDITION CLASSICS.

Der Benu Verlag legte den Roman 2015 vor.

Karl May und Ein moderner Lederstrumpf

Durch Amand von Ozoróczy erfährt Karl May am 12. Februar 1907, dass der Roman im Fehsenfeld-Verlag in zwei Neuausgaben erschienen ist.[3]

Am 15. Februar 1907 fragt Karl May daraufhin bei Friedrich Ernst Fehsenfeld an, ob es wahr sei, dass dieser ein Buch von Münchmeyer-Fischer-Kraft mit dem Titel Moderner Lederstrumpf herausgebracht habe. Dies hätte Mays Rechtsanwalt ihn gefragt.[4]

Fehsenfeld antwortet May am 16. Februar 1907, dass er dieses Buch von einigen Jahren vom Verlag der Radwelt in Berlin erworben habe (fertig gedruckt gekauft), mit Münchmeyer-Fischer habe er nie zu tun gehabt. Kraft hätte ihm später noch einige Manuskripte angeboten, er habe diese aber zurückgewiesen. Das Buch (die Rechte daran) habe er vor einem Jahr wieder verkauft.[5]

Eine Rezension des Romans durch den späteren Karl-May-Verleger Euchar Albrecht Schmid erscheint am 7. August 1908 in der Augsburger Postzeitung, darin werden auch Vergleiche Robert Krafts mit Karl May und Jules Verne angestellt. Karl May fragt infolge dieser Buchbesprechung erneut bei Fehsenfeld an, was es mit diesem Kraft sei.[6]

Fehsenfeld versichert May daraufhin, dass er mit Kraft nichts zu tun gehabt habe, sondern ein Buch von diesem (gemeint sind die Rechte an dem Werk), das er aus zweiter Hand gehabt hatte, längst wieder verkauft habe. Er habe auch keine Exemplare mehr zum Verkauf.[7]

Sonstiges

  • Sowohl der Zeitschriftenabdruck als auch die Buchausgaben sind in Antiqua gesetzt, nicht in Fraktur.
  • Kraft hatte den Roman ursprünglich seinem Verlag Fischer (Münchmeyer-Verlag) angeboten, dieser hatte das Manuskript aber abgelehnt.
  • Die 1903/04 erschienen Buchausgaben benutzen nicht die 1902 eingeführte neue Rechtschreibung, sondern sind noch den zuvor geltenden Regeln folgend gesetzt.

Anmerkungen

  1. Thomas Braatz: Robert Kraft. Farbig illustrierte Bibliographie. Leipzig & Wien, 2006, S. 273 ff.
  2. Eintrag im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek [[1]]
  3. Dieter Sudhoff/Hans-Dieter Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 157.
  4. Karl-May-Chronik IV, S. 159 f.
  5. Karl-May-Chronik IV, S. 161.
  6. Karl May: Briefwechsel mit Fehsenfeld II, S. 177.
  7. Karl May: Briefwechsel mit Fehsenfeld II, S. 178 f.

Weblinks